Montag, 20. Oktober 2008

Crisis Predicor - one of the few

http://www.economicprincipals.com/issues/07.07.15.html

Luke XII

13 One of the multitude said to him, "Teacher, bid my brother divide the inheritance with me."
14 But he said to him, "Man, who made me a judge or divider over you?"
15 And he said to them, "Take heed, and beware of all covetousness; for a man's life does not consist in the abundance of his possessions."
16 And he told them a parable, saying, "The land of a rich man brought forth plentifully;
17 and he thought to himself, `What shall I do, for I have nowhere to store my crops?'
18 And he said, `I will do this: I will pull down my barns, and build larger ones; and there I will store all my grain and my goods.
19 And I will say to my soul, Soul, you have ample goods laid up for many years; take your ease, eat, drink, be merry.'
20 But God said to him, `Fool! This night your soul is required of you; and the things you have prepared, whose will they be?'
21 So is he who lays up treasure for himself, and is not rich toward God."

Folgen der Finankrise

All diese Milliarden müssen jetzt zusätzlich verdient werden. Ist eigentlich allen klar, dass wir schon ein zweites Microsoft, ein besseres Google und ein bis zwei Popphänomene der Beatles-Güte hervorbringen müssten, um diese Summen zu erwirtschaften? Und im Moment haben wir benzinbetriebene Autos, schwere Maschinen und Dieter Bohlen zu bieten. Das wird leider nicht reichen. Jetzt wäre es an der Zeit zu zeigen, wo die risikobereiten Unternehmertypen sind. Nach der Krise verkauft ein Finanzhändler sein Zeug und gründet eine Firma – solche Geschichten möchte ich jetzt lesen!

Wie wäre es, Mitarbeiter der nun begünstigten Institute besuchten die Schreibkurse der Volkshochschulen oder die Cafés unserer Städte und böten schreibenden Frauen ihre Hilfe an, putzten die Wohnung, kauften ein, sitteten die Kinder – eine zweite Joanne K. Rowling und die Erlöse eines Harry Potter, so was könnte der deutsche Fiskus dringend brauchen.

Wer kann schon vom Gehalt leben?

Und wenn solche Wunder ausbleiben? Der Chef von Tengelmann, Erivan Haub, einer der reichsten Deutschen, hat schon gemeckert, die Finanzwelt habe gar keine Ahnung, wie schwer es sei, in der Realwirtschaft, etwa in seinen Lebensmittelläden, etwas zu verdienen

Sonntag, 19. Oktober 2008

Buffet hates Dot.com

Doch Buffett steckte nicht nur ein, er teilte auch aus. In einer der Schlüsselpassagen des Buches schildert Schroeder, wie Buffett bei einer Investorenkonferenz im Juli 1999 – kurz vor dem Höhepunkt der Dotcom-Euphorie – den ungläubig zuhörenden Gipfelstürmern der New Economy ihren baldigen Absturz voraussagte. Das war eine gezielte Provokation, ebenso wie seine Warnung vor Derivaten als „ökonomische Massenvernichtungswaffen“ lange vor dem Subprime- Debakel. Der Baseball-Fan, der seit Jahrzehnten immer die gleichen, unscheinbaren, graubraunen Anzüge und die gleiche Hornbrille zu tragen scheint, der im gleichen bieder eingerichteten Büro arbeitet wie vor 30 Jahren, repräsentiert den Inbegriff des ehrlichen, hart arbeitenden Investors, dem Gier ebenso abhold ist wie Pomp oder großspurig vorgetragene Zukunftsvisionen. Zu seiner demonstrativen Bescheidenheit passt, dass er als Vorstand seiner Holding ein vergleichsweise lächerliches Gehalt von 100.000 Dollar bezieht.

How does Buffet resist a crisis ?

Buffetts Holding-Gesellschaft Berkshire Hathaway konnte die Kreditkrise nichts anhaben. Zwar sank in den Wirren auch der Kurs der Berkshire-Aktie, doch steht das Imperium auf gesunden Beinen, sodass der Multimilliardär sogar expandieren und Anteile von General Electric oder Goldman Sachs erwerben konnte. Buffett steht damit in starkem Kontrast zu den Baronen der Wall Street, jenen nahezu feudalistisch auftretenden Investmentbankern, die seit den 80er-Jahren zum Inbegriff des modernen Finanzkapitalismus wurden – und sich jetzt am Pranger wiederfinden.

Modern und Teil des Mainstream zu sein, darauf hatte Buffett, der zu den Financiers alter Schule zählt, noch nie Wert gelegt. Zu Berkshires Beteiligungen gehören Versicherer wie Geico Auto Insurance oder General Re, Textilkonzerne wie Fruit of the Loom und Getränkehersteller wie Anheuser-Busch oder Coca-Cola. Technologieunternehmen sind kaum vertreten, da Buffett ihre Geschäftsmodelle für zu unsicher hält. Seine beharrliche Weigerung, in Hightech zu investieren, brachte ihn in den Neunzigern in Bedrängnis.

Doch Buffett steckte nicht nur ein, er teilte auch aus. In einer der Schlüsselpassagen des Buches schildert Schroeder, wie Buffett bei einer Investorenkonferenz im Juli 1999 – kurz vor dem Höhepunkt der Dotcom-Euphorie – den ungläubig zuhörenden Gipfelstürmern der New Economy ihren baldigen Absturz voraussagte. Das war eine gezielte Provokation, ebenso wie seine Warnung vor Derivaten als „ökonomische Massenvernichtungswaffen“ lange vor dem Subprime- Debakel. Der Baseball-Fan, der seit Jahrzehnten immer die gleichen, unscheinbaren, graubraunen Anzüge und die gleiche Hornbrille zu tragen scheint, der im gleichen bieder eingerichteten Büro arbeitet wie vor 30 Jahren, repräsentiert den Inbegriff des ehrlichen, hart arbeitenden Investors, dem Gier ebenso abhold ist wie Pomp oder großspurig vorgetragene Zukunftsvisionen. Zu seiner demonstrativen Bescheidenheit passt, dass er als Vorstand seiner Holding ein vergleichsweise lächerliches Gehalt von 100.000 Dollar bezieht.

Buffet I

Buffett steht damit in starkem Kontrast zu den Baronen der Wall Street, jenen nahezu feudalistisch auftretenden Investmentbankern, die seit den 80er-Jahren zum Inbegriff des modernen Finanzkapitalismus wurden – und sich jetzt am Pranger wiederfinden.

Modern und Teil des Mainstream zu sein, darauf hatte Buffett, der zu den Financiers alter Schule zählt, noch nie Wert gelegt. Zu Berkshires Beteiligungen gehören Versicherer wie Geico Auto Insurance oder General Re, Textilkonzerne wie Fruit of the Loom und Getränkehersteller wie Anheuser-Busch oder Coca-Cola. Technologieunternehmen sind kaum vertreten, da Buffett ihre Geschäftsmodelle für zu unsicher hält. Seine beharrliche Weigerung, in Hightech zu investieren, brachte ihn in den Neunzigern in Bedrängnis.

Doch Buffett steckte nicht nur ein, er teilte auch aus. In einer der Schlüsselpassagen des Buches schildert Schroeder, wie Buffett bei einer Investorenkonferenz im Juli 1999 – kurz vor dem Höhepunkt der Dotcom-Euphorie – den ungläubig zuhörenden Gipfelstürmern der New Economy ihren baldigen Absturz voraussagte. Das war eine gezielte Provokation, ebenso wie seine Warnung vor Derivaten als „ökonomische Massenvernichtungswaffen“ lange vor dem Subprime- Debakel. Der Baseball-Fan, der seit Jahrzehnten immer die gleichen, unscheinbaren, graubraunen Anzüge und die gleiche Hornbrille zu tragen scheint, der im gleichen bieder eingerichteten Büro arbeitet wie vor 30 Jahren, repräsentiert den Inbegriff des ehrlichen, hart arbeitenden Investors, dem Gier ebenso abhold ist wie Pomp oder großspurig vorgetragene Zukunftsvisionen. Zu seiner demonstrativen Bescheidenheit passt, dass er als Vorstand seiner Holding ein vergleichsweise lächerliches Gehalt von 100.000 Dollar bezieht.

Steuersparen

Nicht alle Steuerzahler werden auf die Steuerreform 2010 vertröstet. Selbständige, die ihren Gewinn mittels Einnahmen-Ausgaben-Rechnung bestimmen, können ihr persönliches Steuersparpaket im Wert von bis zu 50.000 Euro schon heuer nutzen. Allerdings muss man dafür spätestens bis Jahresende handeln und entsprechende Anschaffungen tätigen, sonst ist die Chance auf den Steuerbonus endgültig verpasst.
Begünstigt sind nicht nur klassische Unternehmer und Freiberufler, sondern auch neue Selbständige und Arbeitnehmer mit selbständigem Nebenjob. Sie alle können unter dem Titel „Freibetrag für investierte Gewinne“ seit dem Vorjahr bis zu zehn Prozent ihres Jahres­gewinns steuerfrei kassieren. Maximal werden 100.000 Euro Freibetrag anerkannt, was bei 50 Prozent Grenzsteuersatz einen effektiven Steuervorteil von 50.000 Euro ergibt.

Voraussetzung für den Freibetrag ist, dass heuer entweder entsprechend hohe Investitionen getätigt werden oder – wesentlich einfacher – das Geld mindestens vier Jahre lang in einer begünstigten Sparform zur Seite gelegt wird. Vom Fiskus anerkannt wird zum Beispiel die Anschaffung von Anleihen- und Mischfonds, die zur Abfertigungs- und Pensionsrückstellung geeignet sind, oder das Sparen auf bundesschatz.at. Achtung: Wenn die Fonds auf dem privaten Depot liegen, droht die Offenlegung der gesamten Bestände, wenn das Finanzamt nachprüft, ob die steuerbegünstigten Fonds tatsächlich angeschafft wurden. Oft wird es sich deshalb empfehlen, ein zusätzliches Depot für die Steuerfonds zu eröffnen. Wesentlich einfacher und spesengünstiger ist es, das Geld für den Investitionsfreibetrag auf bundesschatz.at, dem Online-Sparangebot der Bundes­finanzierungsagentur der Republik, zu veranlagen. Dort ist die Kontoführung kostenlos, außerdem entfallen die beim Fondskauf üblichen Ausgabeaufschläge. Die Zinsen sind ebenfalls attraktiv. So zahlt bundesschatz.at derzeit für eine sechsmonatige Bindung 4,5 Prozent Zinsen, für ein Jahr 4,7 Prozent Zinsen. IInfos über die aktuellen Konditionen und die Kontoeröffnung gibt es unter www.bundesschatz.at oder bei der Telefon-Hotline 0800/12 34 04 00.

Am Ende der Bindungsfrist kann das Geld automatisch wiederveranlagt werden, um die für den Freibetrag erforder­liche vierjährige Bindungsfrist einzuhalten. Diese gilt übrigens genau 48 Monate. Wenn man das Geld Mitte September 2008 einlegt, könnte man es schon Mitte September 2012 wieder abheben. Um zu ermitteln, wie viel heuer angelegt werden kann, sollte man den dies-jährigen Gewinn abschätzen und davon zehn Prozent heranziehen. Bei 50.000 Euro Gewinn ergeben sich also 5.000 Euro potenzieller Freibetrag. Sind schon 1.000 Euro durch Investitionen abgedeckt, bleiben also noch 4.000 Euro für Fonds oder bundesschatz.at.

Aktien ?

Rentabilität ist gering und nicht garantiert

Die Renditen dieser Anlagen sind bescheiden. Die gesetzliche Rentenversicherung bietet, wenn nur die Anteile der Eltern - monatlich 800 Euro - berücksichtigt werden, eine Rendite von 2,85 Prozent pro Jahr. Das Eigenheim enthält eine Verzinsung von 2,58 Prozent pro Jahr. Werden alle Zahlen in einen Topf geworfen, kommen unter dem Strich ungefähr 2,7 Prozent heraus. Das führt zu drei Befunden. Erstens: Der Aufbau des Vermögens läuft über Immobilien und Rentenansprüche. Zweitens: Die beiden Anlagen sind zwei Knebelverträge, ein Ausstieg auf andere Anlagen ist schwierig oder unmöglich. Drittens: Die Verzinsung liegt unter 3 Prozent pro Jahr.

Das Vermögen enthält Licht und Schatten. Positiv ist die "Pflicht" zum Sparen. Das sorgt im Alter für gewisse Entspannung, weil den Eltern zwei Gegenwerte winken. Das ist auf der einen Seite das lastenfreie Haus, und das sind auf der andern Seite die beiden Renten. Mit dem schuldenfreien Dach über dem Kopf und den Zahlungen der Rentenkassen ist der Ruhestand in finanzieller Hinsicht gesichert.

Fraglich sind jedoch die Stabilität der Anlagen und die Rentabilität der Investitionen. Die Renten mögen sicher sein, doch muss die Frage erlaubt sein, in welcher Höhe. Genauso ist der Wert des Hauses in 40 oder 50 Jahren ungewiss. Das heißt für die Anleger im Klartext: Sicher ist die Unsicherheit.

Bei Aktien kann man langfristig nichts falsch machen

Wenn die beiden Investoren - über die Altersrenten und das Eigenheim hinaus - weiteres Vermögen aufbauen wollen, mag der Wald vor Bäumen nicht mehr erkennbar sein, doch bei genauem Hinsehen ist die Auswahl nicht groß. Anleihen und Versicherungen sind mit Vorsicht zu genießen, sonst wird der Anteil festverzinslicher Wertpapiere zu hoch. Das gilt auch für Immobilien. Der Kauf vermieteter Häuser und Wohnungen mag interessant sein, doch die Aufnahme von Krediten und die Überfrachtung des Vermögens mit Beton spricht nicht gerade für Liegenschaften.

Samstag, 18. Oktober 2008

Entlasten, wie ?

Auch die stellvertretende SPD-Vorsitzende Andrea Nahles forderte ein ein staatliches Konjunkturprogramm und ein Vorziehen von Steuererleichterungen. „Die Bundesregierung muss investieren und die Bereitschaft der Bürger zum Konsum stärken“, sagte Nahles dem „Münchner Merkur“. Die für 2010 beschlossene steuerliche Absetzbarkeit von Krankenkassenbeiträgen solle auf 2009 vorgezogen werden. „Damit hätten die Bürger schon im nächsten Jahr neun Milliarden Euro mehr in der Tasche“, sagte Nahles.

Speculation dominates

Die Kursreaktion zeigt, dass der Markt gegenwärtig von sehr kurzfristig orientierten Spekulanten bestimmt wird. Im Vorfeld der Veröffentlichung ist der Euro hochgezogen worden, um dann, als die Daten nicht ganz so katastrophal wie befürchtet hereingekommen sind, in fast genau dem gleichen Umfang wieder nach unten abzurutschen“, sagt der Händler. Aus technischer Sicht bildet der Euro laut der Landesbank Baden-Württemberg derzeit einen Boden aus. Eine Unterstützung liege bei 1,3350 Dollar und ein Widerstand bei 1,3550 Dollar. Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 784,50 Dollar festgestellt. Am Vortag hatte sie dort zum gleichen Zeitpunkt 802,50 Dollar gekostet.

Freitag, 17. Oktober 2008

Staatenlose Wirtschaft

Die These, dass sich im kapi­talistischen System der Markt selbst reguliere und für Ordnung sorge, habe sich endgültig als Illusion erwiesen. Die Krise zeige, dass die regulierende Hand des Staates unersetzlich sei.

Bouncing back

Oil has fallen by about half since reaching a record US$147.27 on July 11. Video Watch more on oil's slide »

"I think the market has been way oversold," said Gavin Wendt, head of mining and resources research at consultancy Fat Prophets in Sydney told AP. "The sentiment has been dominated by fear and panic, and when people are scared, they just keep selling."
advertisement

Light, sweet crude for November delivery was up US$3.02 to US$72.87 a barrel in electronic trading on the New York Mercantile Exchange by midday in Singapore. The contract dropped overnight US$4.69 to settle at $69.85, the lowest settlement price since Aug. 23, 2007.

Investors have been concerned that recent turmoil in the global financial system would trigger a worse than expected slowdown in economic activity

Dienstag, 14. Oktober 2008

China - World's Factory - 9 % growth

ales of electric fans are down this year, and the financial crisis will likely further cut demand from overseas. The 5,000-employee company in the southern city of Shunde, near Hong Kong, sold 6 million electric fans abroad last year.

"We are worried that if our clients are short of capital, they might shut down," said Shunde's export manager, who would only give his surname, Zeng. "That's certainly bad for us."

China has been known as the world's factory for everything from toys to T-shirts, and exports have powered its growth in recent years. But exports are taking a hit from the global financial crisis because of lower demand from overseas and tightening credit from state-owned banks.

A slowdown in Chinese exports would ripple through the world economy as China imports fewer raw materials, half-finished goods for assembly and supplies, such as Australian iron ore or factory equipment from the United States, Europe and Japan. Raw materials used for exports made up half of China's nearly US$1 trillion in imports last year. Video Watch analysts say China is now the single most important source of economic decisions in the world »

China's economy is still expected to expand by at least 9 percent this year, and its banks are flush with cash and hold little risky debt.

F. von Hajek's Defeat

Und tatsächlich: Die am heftigsten den Staat beschimpften und nach Totalprivatisierung riefen, verlangen jetzt am vehementesten das Einschreiten des Staates. Im Klartext: Nachdem sich einzelne unermesslich bereichert haben, soll jetzt die Allgemeinheit die Rechnung bezahlen.

Rezession ?

Beide Szenarien sind gut begründet

Gleichwohl sind beide Szenarien gut begründet. Die optimistischere Variante, nach der Deutschland „nur“ eine Flaute und keine Rezession bevorsteht, basiert auf der Annahme, die Bankenkrise lasse sich mit Hilfe der nun beschlossenen Rettungspakete ohne größere Folgen für die produzierenden Unternehmen beenden. Wenn die deutsche Wirtschaft weiter Kredite erhält, könnte sie glimpflich davonkommen. Denn entlastend wirken auch der erwartete Rückgang der Energiepreise und die Abwertung des Euro gegenüber dem Dollar. Dadurch werden deutsche Produkte im Ausland billiger, das stützt den Export. Damit die günstige Rechnung aufgeht, müsste sich freilich auch die Hoffnung erfüllen, dass die Beschäftigung vorerst nur leicht sinkt und der nach wie vor müde Konsum nach den jüngsten kräftigen Lohnrunden tatsächlich anspringt.

Das sind doch ziemlich viele Unwägbarkeiten. Die Bundesregierung wäre deshalb gut beraten, ihre eigene Prognose, die sie morgen vorlegen will, auf der pessimistischen Variante, dem Rezessionsszenario, aufzubauen.

Montag, 13. Oktober 2008

Boden gefunden

3. Oktober 2008 Nach dramatischen Einbrüchen ist der internationale Aktienhandel mit steigenden Kursen in die neue Woche gegangen. Während die Börse in Tokio wegen eines Feiertags geschlossen blieb, meldeten die Plätze Sydney, Singapur und Seoul teilweise kräftige Kursgewinne. Weiter abwärts ging es allerdings in Hongkong und Jakarta.

In Australien stieg der Aktienindex S&P/ASX200 am Montag um mehr als vier Prozent, nachdem das Börsenbarometer am Freitag noch um über acht Prozent gefallen war. Die Anleger honorierten damit einen Plan der Regierung, die Einlagen bei Banken drei Jahre lang zu garantieren. Positive Aufnahme fand auch der am Sonntag in Paris beschlossene Rettungsplan der Euro-Staaten.

An der Wall Street signalisierten steigende Kurse von Indexoptionsscheinen eine Trendwende. Die Dow-Jones-Futures legten um 2,8 Prozent auf 8.605 zu. Der Dow-Jones-Index war am Freitag um 1,5 Prozent auf 8.451,49 gefallen. In den vergangenen acht Handelstagen hat der Dow-Jones-Index 22,1 Prozent an Wert verloren. Seit dem Rekordhoch von 14.164,53 am 9. Oktober 2007 betrugen die Einbußen 40,3 Prozent.
Blättern
Zum Thema

* FAZ.NET-Sonderseite zur Finanzkrise
* Nun muss der Staat den Banker geben
* Euro-Staaten beschließen Rettungsplan für Banken
* Steinbrück stellt ausgeglichenen Haushalt 2011 in Frage
* Im Gespräch: Hans-Werner Sinn

„Es gibt viele Schnäppchen“

Vor allem Banken schnitten nach den angekündigten Kapitalspritzen der reichsten Länder überdurchschnittlich gut ab. National Australia Bank und ANZ legten in Sydney fast zehn Prozent zu. Die Regierung in Australien hatte am Sonntag nach allen anderen Industrieländern ebenfalls Garantien für Bankeinlagen abgegeben. „Es gibt viele Schnäppchen“, sagte Analyst Craig James im australischen Rundfunk. „Wir dürften ziemlich an der Talsohle sein, und viele Aktien sind so billig wie seit einem Vierteljahrhundert nicht mehr.“

Die G7-Finanzminister hatten bei der IWF- und Weltbanktagung am Wochenende beschlossen, wichtige Finanzinstitutionen vor dem Untergang zu bewahren, eingefrorene Kreditmärkte aufzutauen und staatliches Kapital für Banken in Aussicht gestellt. Der Krisengipfel der 15 Euro-Länder beschloss anschließend in Paris einen Schutzschirm für das gesamte Bankensystem.

Den Boden gefunden?

Einige Börsianer wie David Kotok von der Firma Cumberland Advisors äußerten die Erwartung, dass der Aktienmarkt jetzt seinen Boden gefunden habe. Andere Experten waren hingegen weniger optimistisch und wiesen auf den Crash von 1987 hin. Damals stürzte der Aktienmarkt nach Zwischenphasen der Erholung immer wieder in ein neues Tief.

Sonntag, 12. Oktober 2008

Combatting the Crises

Eine systemische Krise kann man nur mit einem Gesamtansatz und nicht mit Einzelfallregelungen bekämpfen", sagte er in Washington. Es sei aber wichtig, dass ein staatlicher Risikoschirm allen Banken unabhängig vom Eigentümerkreis zur Verfügung stehe.

Samstag, 11. Oktober 2008

Mending the Crisis

The government has started taking a number of steps to attack the crisis, Bush said Friday. These include helping homeowners to refinance into more affordable mortgages; cutting the target for the federal funds rate; unveiling a plan to support the market for commercial paper; and offering government insurance for money market mutual funds.

The plan will authorize the Treasury to buy bad mortgage-related investments from finance companies, unfreezing the credit markets by freeing up banks and finance firms to lend once again.

Soziale Marktwirtschaft versus Turbokapitalismus

In Wahrheit müsste der amerikanische Staat die Banken neu mit Eigenkapital versorgen - frisches Geld gegen Aktien. Das hat die britische Regierung vor wenigen Tagen getan. Das ist eine Teilverstaatlichung und mit der Ideologie der Bush-Regierung wie mit dem angelsächsischen Kapitalismusverständnis kaum vereinbar. Dennoch hat US-Finanzminister Hank Paulson, ein ehemaliger Wall-Street-Banker, angedeutet, man würde doch über den eigenen Schatten springen. Die Welt hält also den Atem an, was übers Wochenende geschieht.

Die Finanzkrise, auch wenn sie irgendwie glimpflich endet, wird bereits als das Ende des angelsächsischen Turbo-Kapitalismus gesehen. Auf jeden Fall ist sie das Ende des korrupten, von arroganten und engstirnigen Chief Executives und ihren politischen Hintermännern getragenen "Bush- Kapitalismus". Und sie könnte auch das Ende der Präsidentschaftsambitionen von John McCain sein, der mit Bush identifiziert wird. Tatsächlich versucht das McCain-Lager derzeit verzweifelt, die Debatte auf Barack Obamas angeblich frühere Verbindungen mit einem Altradikalen aus den Siebzigerjahren zu lenken. Obama scheint nämlich in entscheidenden Bundesstaaten wie Ohio bei der wahlentscheidenden Schicht der konservativen Arbeiter endlich Erfolg zu haben. Von Obama hört man allerdings nichts besonders Erhellendes zur Finanzkrise. Aber alles ist besser als der völlig diskreditierte Bush/McCain-Kapitalismus.

Die Zerstörung des angelsächsischen Laisser-faire-Kapitalismus bedeutet nicht, dass die Marktwirtschaft - oder besser: die soziale Marktwirtschaft - damit hinfällig wäre. Das europäische Modell der Marktwirtschaft wurde allerdings zuletzt durch das US-Modell verdrängt. Wenn und falls alles überstanden ist, wird man darüber reden müssen.

Freitag, 10. Oktober 2008

Paradigma change in Financial Industry

ie Isolierung der Eliten

Das ist exakt das Kalkül, das der Kongressausschuss bei Lehman Brothers vorfand. In der mittleren Verlustzone, so Diamond, verzichtet der Einzelne auf juristische Aktionen, weil er angesichts der Masse an Betroffenen gar keine Chance auf Entschädigung sieht. In der großen Verlustzone trifft es dann alle, aber nun ist der ohnehin schon geschädigte Staat praktisch gezwungen, systemstabilisierend tätig zu werden, auch wenn es ihn selbst an den Rand des Abgrunds führt.

Nach Diamond steigt die Bereitschaft handelnder Eliten, eine Gesellschaft zu ruinieren, proportional mit ihrer Möglichkeit, sich von der Gesamtgesellschaft ökonomisch zu isolieren. Je mehr ihnen diese Isolierung gelingt, desto weniger werden sie von den Folgen für alle betroffen sein.

Bankrott der Metaphysik des Marktes

Wer meint, dass die aktuelle Vernichtung der Grundvertrauens in die Rationalität ökonomischen Handelns ohne Folgen bleibt, wird sich spätestens bei den nächsten Wahlen getäuscht sehen. Über Nacht ist die Welt des Geldes fiktionalisiert worden. Die Flucht in die Verstaatlichung, die von den Banken selbst angeführt wird, ist der Bankrott der Metaphysik des Marktes. Jetzt, da völlige Unklarheit darüber herrscht, was ist und was nicht ist, kann nur der Staat noch dezionistisch verfügen, dass etwas und nicht vielmehr nichts existiert. Wenn je, dann gilt heute der Satz von Friedrich Engels: „Das Wesen des Staates ist die Angst der Menschheit vor sich selbst.“

Die Bundeskanzlerin hatte recht, als sie in ihrer Regierungserklärung von einer Bedrohung unserer Gesellschaftsordnung sprach. Von den Bankuntergängen in der Wall Street geht eine Kettenreaktion aus, vergleichbar mit der epochalen Wirkung, die das Erdbeben von Lissabon im achtzehnten Jahrhundert auf die Köpfe der Aufklärung ausübte. Damals lautete die Frage, wie ein gütiger Gott eine solche Katastrophe hatte zulassen können. Die Folgen waren Zweifel an der Tragfähigkeit seiner Welt und ein Selbstaufklärungsprozess, der im europäischen Gedankengebäude fast keinen Stein auf dem anderen ließ.

Wie konnte zugelassen werden, was gerade geschieht? Will man die Antwort darauf nicht einer linken Demagogie überlassen, muss man über die Spaltung unserer Gesellschaft in diejenigen reden, die Konsequenzen erleiden, und diejenigen, die von ihnen verschont werden oder gar profitieren. Die bürgerliche Welt hat schon mehrfach bewiesen, dass sie aus paradigmatischen Katastrophen lernen kann. Jetzt, im neuesten weltbürgerkriegsähnlichen Zustand, muss sie die härteste Auseinandersetzung mit sich selbst führen. Die Krise verändert nicht nur die Welt. Sie verändert das Denken.

Understand a product, before you buy it

Gleichwohl wäre es falsch, wenn Anleger die Schuld für Vermögensverluste allein bei ihren Beratern suchten. Wer Finanzprodukte kauft, die er nicht versteht, darf sich nicht wundern, wenn später etwas schiefgeht. Und wer nach einer immerhin schon fünfzehn Monate währenden schweren Finanzkrise, in deren Verlauf die Banken reihenweise umzufallen drohen und das gesamte Finanzsystem gefährdet erscheint, mit einem Depot voller Aktien und womöglich noch mit Knock-out-Zertifikaten in den Crash geht, kann nicht jede Verantwortung von sich weisen.

Es ist eine banale Erkenntnis: Der Panik im Börsenkrach ging die Gier in der Hausse voraus. In Volkswirtschaften, die im Jahr um höchstens drei Prozent wachsen, lassen sich nicht jahrelang zweistellige Renditen ohne ein erhebliches Rückschlagsrisiko erzielen. Nicht nur Bankvorstände, sondern auch Privatanleger werden nach dieser Krise bescheidenere Ansprüche stellen müssen.

US banks better state-owned ?

NEW YORK (CNNMoney.com) -- Treasury Secretary Henry Paulson said on Friday that the U.S. government was working on a plan to buy stock in financial institutions by using part of the $700 billion authorized by Congress to stabilize the financial system.

"We are working to develop a standardized program that is open to a broad array of financial institutions," Paulson said.

"Such a program would be designed to encourage the raising of new private capital to complement public capital," he said following a meeting of G-7 finance ministers and central bankers.

Any shares purchased by the U.S. government would be non-voting shares except, he said, "with the respect to the market standard terms to protect our rights as investors."

Paulson said that developing a standard program is the best way to "use taxpayer money more efficiently and have it go farther."

He didn't specify what the government's terms would be for companies that take part in the capital injection program.

"We're working as quickly as possible to unveil the capital plan," Paulson said. "We want to do it as soon as possible, but ... we want it to be right, and we want it to be effective. We're working around the clock."

Earlier this week, the United Kingdom said its Treasury would provide as much as $88 billion to eight big banks in need of capital.

The authority Congress granted to Treasury to use up to $700 billion to stabilize the financial system offers the Treasury a wide range of options, one of which will be to buy troubled assets from financial institutions so that they can get them off their balance sheet and start lending more freely again. But as with the stock purchase plan, exact details of how the troubled asset purchases will work haven't been finalized.

The stock market was thrashed this week as investors have been waiting to get more certainty on how the government's rescue plan will work. The credit markets, which have been seized up, showed a little loosening towards the end of the week but nothing to pop open the champagne over.

"They need the pricing details before there can be any sense of calm in the markets," said Jaret Seiberg, financial services analyst with The Stanford Group, a policy research firm

Tag des Herrn

Der Tag des Herrn“ ist das Generalthema des Joelbu­ches. Der Tag des Herrn ist nahe (4, 14). Er wird in apokalyptischen Far­ben geschildert. Im Tal Joschafat werden alle Völker zum Gericht versammelt. Joschafat heißt „Jahwe richtet“; es ist kein Ort der Geogra­phie. Ort und Zeit des Gerichtes über die schuldig gewordenen Völker be­stimmt der Richter. Auch Jerusalem und Zion wird dann nicht mehr ein geographischer Ort sein. „Israel“ wird da sein, wo man erkennt, „dass ich der Herr, euer Gott, bin“ (4, 17). Dass dies erkannt wird, ist Ziel des Völ­kergerichts. Damit ist aber auch gesagt, dass alles gegenwärtige Wissen von Jahwe, dem lebendigen und anwesenden Gott, noch nicht die Erkenntnis ist.

Könnte hier als Motto dienen - für Deine Wünsche

6 Er sagte zu mir: Sie sind in Erfüllung gegangen. Ich bin das Alpha und das Omega, der Anfang und das Ende. Wer durstig ist, den werde ich umsonst aus der Quelle trinken lassen, aus der das Wasser des Lebens strömt.

Donnerstag, 9. Oktober 2008

Tagesgeschehen

Die Bemühungen der westlichen Regierungen zur Rettung ihrer angeschlagenen Finanzriesen hielten indes unvermindert an. Die US-Notenbank stützte den Versicherungskonzern American Internation Group (AIG) am Donnerstag mit einem weiteren Kredit von 38 Milliarden Dollar (27,8 Mrd. Euro). Einen ersten Großkredit von 85 Milliarden Dollar hat AIG inzwischen so gut wie aufgebraucht.

Gegenüber dem angeschlagenen Versicherungskonzern Dexia bürgten Frankreich, Belgien und Luxemburg für ein Kreditvolumen von bis zu 4,5 Milliarden Euro. Dexia war vor kurzem bereits mit einem 6,4 Milliarden Euro schweren Rettungspaket gestützt worden. Italien hatte bereits am Mittwochabend ein Paket von 20 Mrd. Euro für seine Banken geschnürt und zugleich versichert, dass alle Kreditinstitute sicher seien.

Weitere Zinssenkungen
In Asien senkten die Notenbanken mehrerer Staaten ihre Leitzinsen, darunter Südkorea und Taiwan. Das Weiße Haus kündigte für Samstag ein Krisentreffen von US-Präsident George W. Bush und den Finanzministern der G-7-Staaten sowie den Direktoren des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank in Washington an.

IWF-Chef Dominique Strauss Kahn warnte vor dem Treffen vor nationalen Alleingängen bei der Bewältigung der Finanzkrise. Das müsste "vermieden, wenn nicht gar verurteilt" werden, betonte er.

USA: Systematische Verstaatlichungen?
Aus dem Umfeld von US-Finanzminister Henry Paulson verlautete indes, dass Washington eine systematische Teilverstaatlichung privater Banken erwäge, um die ausufernde Finanzkrise einzudämmen.

Paulson arbeite mit Hochdruck an einem für Banken freiwilligen Programm, um bereits bis Monatsende erste Geldspritzen verabreichen zu können. Die Regierung wolle dabei stimmrechtslose Aktien der Institute erwerben, hieß es.

Samstag, 4. Oktober 2008

Autos ?

Wie die Entwicklung langfristig aussieht, darüber gehen die Einschätzungen weit auseinander. Praktisch alle Hersteller präsentieren sich als "grün", als Marktführer in Sachen Öko, und sei es in einem Randsegment. Umstritten ist aber, welche Technik sich am Ende durchsetzt. So setzt Renault Chart zeigen klar auf das Elektroauto, während Toyota vorerst den Hybridantrieb favorisiert. Daimler wiederum hofft langfristig auf die Brennstoffzelle. Alle aber würden die Aussage des VW-Chefs Martin Winterkorn auch für sich in Anspruch nehmen: "Kein anderer Autobauer bietet seinen Kunden so viel Öko wie wir."

Freitag, 3. Oktober 2008

Ein Hoch für die Pfeffersäcke

04. Oktober 2008 Nicht nur die Banken müssen sich gegenseitig Geld leihen, um die Tagesgeschäfte zu erledigen. Auch Produktionsunternehmen benötigen für den Einkauf von Rohstoffen oder Materialien einerseits oder die Absatzfinanzierung andererseits kurzfristig Liquidität vom Geldmarkt. Diejenigen Unternehmen sind am besten dran, die mit einem guten Eigenkapital- und Geldpolster ausgestattet sind.

Die Turbulenzen haben in diesen Tagen den Einzelhandels- und Touristikkonzern Arcandor in den Strudel gezogen. Er leidet unter der starken Verteuerung der Kredite. Die Probleme mit den Hausbanken und den Kreditversicherern sollen sogar den Einkauf der für den Einzelhändler so wichtigen Weihnachtsware belastet haben. Als Ende September ein Teil der von den Hausbanken gewährten Kreditlinien erneuert werden musste, drohte Arcandor sogar der Griff in das letzte Tafelsilber, die Mehrheitsbeteiligung am Touristikkonzern Thomas Cook. Erst eine Eigenkapitalzufuhr von 59 Millionen Euro durch die Kölner Privatbank Sal. Oppenheim entspannte die Lage bei Arcandor.

Autohersteller unter Druck

Weniger dramatisch, aber ärgerlich sind die anziehenden Fremdkapitalkosten für den Chemiekonzern Henkel, der im Frühjahr für 3,7 Milliarden Euro dem niederländischen Wettbewerber Akzo Nobel zwei große Geschäftsbereiche abkaufte. Und die Aktienkurse einiger Autohersteller sind in dieser Woche unter Druck geraten, weil eine Studie von Merrill Lynch darauf abgehoben hatte, dass die Automobilbranche direkt von der Kreditkrise und möglichen höheren Refinanzierungskosten betroffen sei, weil viele Autos finanziert würden. Vor diesem Hintergrund sei es fraglich, ob Daimler den Aktienrückkauf wie geplant vollziehen werde, schlussfolgerten die Analysten.


* J.P.Morgan-Chef Dimon: Der große Gewinner der Finanzkrise

Bei Daimler führte diese Einschätzung, die zeitgleich mit einer ähnlichen Meinung von Sal. Oppenheim veröffentlicht wurde, zwar zu einem empfindlichen Kursrückgang. Tatsächlich aber hat Daimler das genannte Aktienrückkaufprogramm deswegen begonnen, weil der Stuttgarter Konzern seit dem Verkauf der Chrysler-Mehrheit über eine außerordentlich hohe Nettoliquidität verfügt. Außerdem ist der Mittelzufluss (Cashflow) des Industriegeschäfts inzwischen wieder positiv. Größeren Refinanzierungsbedarf werde es auf Monate hinaus nicht geben, ist bei Daimler zu hören. Hinzu kommt, dass der Konzern über die Mercedes-Benz-Bank Zugriff auf weitere Geldquellen hat. Allein die Einlagen von rund 5 Milliarden Euro seien eine wichtige Stütze für die Refinanzierung – verglichen mit einem Neugeschäft von rund 8,5 Milliarden Euro im vergangenen Jahr. Über die Bank werden rund ein Drittel aller weltweit verkauften Fahrzeuge des Konzerns finanziert. „Wohl dem, der gegenwärtig seine absehbaren Verpflichtungen aus dem Mittelzufluss (Cashflow) stemmen kann“, beschreibt ein Finanzmanager die Stimmungslage. Grundsätzlich sind in der augenblicklichen Situation Unternehmen mit einer hohen Eigenkapitalquote und einem hohen Bestand an flüssigen Mitteln im Vorteil, den viele Unternehmen in den zurückliegenden ertragsstarken Jahren ausbauten.

Die niedrigen Kaufpreise nutzen

Der Stuttgarter Bosch-Konzern beispielsweise braucht sich auf seiner Einkaufstour bisher keine Beschränkungen auferlegen. Alle Akquisitionen des laufenden Geschäftsjahres seien aus Eigenmitteln finanziert worden, heißt es bei Bosch – und das war mindestens ein Volumen von 2 Milliarden Euro. Weitere Zukäufe sind zu erwarten, da Bosch-Chef Franz Fehrenbach ausdrücklich erklärt hat, die niedrigen Kaufpreise zu nutzen, um die Diversifizierung des immer noch stark auf die Autoindustrie fokussierten Konzerns voranzutreiben. Mit einer Eigenkapitalquote von etwas mehr als 50 Prozent würde Bosch auch in der aktuellen Situation keine Probleme haben, einen günstigen Kredit zu bekommen, meint Bosch-Chefvolkswirt Adolf Ahnefeld und verweist auf das überdurchschnittlich gute Langfrist-Rating.

Nicht minder robust gibt sich der Versorgungskonzern RWE. Er verfügt über eine milliardenschwere Kasse. Konkurrent Eon beschaffte sich zwischen September 2007 und diesem Juni mehr als 14 Milliarden Euro durch Anleihe-Plazierungen an den internationalen Finanzmärkten, Bayer hat den Schering-Kauf aus dem Jahr 2006 noch vor Eintritt der Turbulenzen an den Kapitalmärkten langfristig finanziert. Nach Angaben von Finanzvorstand Klaus Kühn können die in den nächsten Jahren anstehenden Refinanzierungen weitgehend aus eigener Kraft aus dem geschäftlichen Mittelzufluss organisiert werden.

Eher zögerliche Kreditvergabe

Der Elektronik- und Industriekonzern Siemens hat nach eigenen Angaben noch keine wesentlichen direkten negativen Einflüsse ausgemacht. Die von der Siemens Financial Services (SFS) insbesondere für das eigene Unternehmen bestrittenen Finanzdienstleistungen sind, gemessen am Gesamtgeschäft, relativ. Derzeit besteht ohnehin kein Refinanzierungsbedarf. Zu einem relativ günstigen Zeitpunkt vor der Eskalation auf den Finanz- und Kreditmärkten hat Siemens im Juni Anleihen für unterschiedliche Laufzeiten in Höhe von insgesamt 3,4 Mrd. Euro begeben. Damit haben die Münchener genügend Luft zum Atmen erhalten, um eine andauernde Krise ohne Blessuren zu überstehen. Zudem dürfte der Konzern mit guten Kreditratings von „AA-“ (Standard & Poor’s) beziehungsweise „A1“ (Moody’s) kaum Probleme haben, im Fall eines Liquiditätsbedarfs Geldgeber zu finden.

Zwar werde eine gewisse Unruhe bei den Banken bemerkt, beobachtet die MAN AG. Allgemein werde eher zögerliches Handeln bei der Kreditvergabe registriert. Betroffen ist der Industriegüterkonzern und Nutzfahrzeughersteller nach eigenen Aussagen ebenfalls nicht, weil auch er über genügend Mittel verfügt und somit keinen kurzfristigen Finanzbedarf hat.

Mittwoch, 1. Oktober 2008

Entry ticket quiz

http://portal.gmx.net/de/themen/finanzen/quiz/3287230,cc=000000194100032872301m6cfT.html

Montag, 29. September 2008

Vertrauen

Obwohl die Notenbanken die Banken mit billigem Geld versorgen, kehrt das Vertrauen nicht zurück. Das macht diese Krise so gefährlich. Geld und Kredit sind so etwas wie der Blutkreislauf der Volkswirtschaft, und Banken dienen als Pumpen. Das Vertrauen in Banken darf nicht verlorengehen, weil niemand weiß, wie man es wieder zurückgewinnt. Zu Recht ist kaum jemand davon begeistert, die Kreditinstitute auf Kosten der Allgemeinheit rauszuhauen. Doch was ist die andere Möglichkeit? Ein Sturm auf Banken sicher nicht.

Sonntag, 28. September 2008

Sind die DGB Forderungen klug?

Sommer kündigte Widerstand an. Die Gewerkschaften hielten in den aktuellen Tarifrunden an ihren Lohnforderungen fest. „Wer schlecht agierenden Managern Millionen hinterher schmeißt, darf den ehrlich arbeitenden Menschen ihren gerechten Anteil nicht vorenthalten“, sagte der DGB-Chef.



Bundeswirtschaftsminister Glos sagte der „Bild“-Zeitung: „Wir werden unsere Prognose für das nächste Jahr wohl deutlich nach unten korrigieren müssen.“ Steinbrück sagte dem Magazin „Spiegel“, der amerikanische Patient liege momentan „mit einer Lungenentzündung auf der Intensivstation“. Das bedeute, „dass auch wir hier in Europa zumindest eine schwere Erkältung bekommen können“. 2009 dürfte „deutlich schlechter werden als die bisher geschätzten 1,2 Prozent Wachstum“.

Steuerausfälle am Bankenplatz Frankfurt

Der hessische Ministerpräsident Koch erwartet, dass sein Land von der Finanzkrise durch Steuerausfälle am Bankenplatz Frankfurt besonders in Mitleidenschaft gezogen werde. „Natürlich wird die Bankenkrise uns besonders beschäftigen in den nächsten Wochen, weil wir diejenigen sein werden, bei denen das zuerst ankommt“, sagte Koch. Nahezu alle deutschen Banken hätten in Amerika Geld verloren. Über die Finanzwirtschaft hinaus befürchte er „Auswirkungen auf die Realwirtschaft“ wie den Maschinenbau und andere Branchen. Mit Prognosen sei er vorsichtig, doch sicher sei: „Unser wirtschaftliches Wachstum wird negativ beeinflusst werden durch die Krisen der letzten Wochen.“
Erwartet Entlassungen und “Lohndrückerei“: DGB-Chef Michael Sommer

Erwartet Entlassungen und "Lohndrückerei": DGB-Chef Michael Sommer

Die Frage der Globalisierung und ihrer Risiken, die sich in der Finanzkrise zeigten, werde auch im kommenden Bundestagswahlkampf eine Rolle spielen, sagte Koch als stellvertretender CDU-Vorsitzender. Dabei sei die Union stets der Meinung gewesen: „Wir dürfen die globalisierte Welt in der sozialen Marktwirtschaft nicht völlig regellos daherkommen lassen.“ Andererseits sollte die CDU die Bürger von den Chancen überzeugen, die sich aus der weltweiten wirtschaftlichen Verflechtung ergeben. „Die CDU taugt nicht als eine Partei des Angstmachens und des staatlichen Absicherns, sondern die CDU ist eine Partei, die Menschen Chancen verschafft“, sagte Koch.

Verlust verstaatlicht, Gewinn privatisiert

8. September 2008 Nach tagelangem Ringen um das Rettungspaket für das amerikanische Finanzgewerbe ist der Durchbruch gelungen. Die amerikanische Regierung wird bis zu 700 Milliarden Dollar ausgeben, um Banken und andere Finanzmarktteilnehmer von der Last fauler Kredite und problematischer Wertpapiere zu befreien und einen Kollaps des Finanzsystems zu verhindern. Darauf haben sich die Regierung unter Führung von Finanzminister Henry Paulson und die beiden Parteien im Kongress, Demokraten und Republikaner, in Verhandlungen in der Nacht zum Sonntag verständigt.

Wie der Fernsehsender CNN berichtete, ist eine Abstimmung im Repräsentantenhaus erst am Montag geplant. Der Senat werde sein Votum über das Paket zum Aufkauf fauler Kredite von notleidenden Banken erst im Laufe der Woche fällen, hieß es. Das milliardenschwere Rettungspaket, eines der größten in der amerikanischen Geschichte, ist durch Zugeständnisse sowohl von der Regierung als auch von Demokraten und Republikanern im Kongress zustande gekommen. Die demokratische Mehrheit setzte sich mit ihrer Forderung durch, die 700 Milliarden Dollar nicht auf einen Schlag freizugeben.

Finanzwirtschaft soll an Kosten der Rettung beteiligt werden

Geplant ist nun, dem Finanzministerium zunächst 250 Milliarden Dollar zu bewilligen; weitere 100 Milliarden Dollar sollen aufgenommen werden, nachdem das Weiße Haus die Notwendigkeit eines Kaufs zusätzlicher Wertpapiere bescheinigt. Die andere Hälfte des Betrags, 350 Milliarden Dollar, stünde dem Finanzministerium erst nach einer Einspruchsfrist von 15 Tagen für den Kongress zur Verfügung. Die Regierung hat außerdem eingewilligt, als Gegenleistung für die Kapitalspritzen vorübergehend stimmrechtslose Aktien an den geretteten Banken zu übernehmen. So soll eine Beteiligung an möglichen künftigen Gewinnen gesichert werden - zum Nutzen der Steuerzahler.

Samstag, 27. September 2008

Lehman Brothers

eit Anfang 2007 hatte Einhorn eine konsequente Spekulationsstrategie verfolgt: Er wettete an der Börse gegen Lehman Brothers, überzeugt davon, dass die Investmentbank gegen alle offiziellen Jubelmeldungen hohe Verluste machte und in ihren Bilanzen versteckte. Das, prophezeite Einhorn, würde über kurz oder lang bekannt werden und die Aktie des Unternehmens abstürzen lassen.
Einhorn ging also „short“, wie es in der Brokersprache heißt. Er lieh sich Lehman-Papiere, verkaufte sie, legte das Geld beiseite und kaufte damit zu niedrigeren Kursen wieder ein. Er war nicht der Einzige, der diese Strategie verfolgte, aber einer der wenigen, der sich nicht scheute, sich öffentlich dazu zu bekennen.
Auch wenn er durchaus Bammel vor den Konsequenzen hatte: „Ein richtiger Kollaps von Lehman – das wäre nicht gut“, erklärte Einhorn vergangenen Juni in einem Interview. „Wir würden nichts gewinnen, wenn die Bank zusammenbricht und das ganze Finanzsystem mitnimmt.“
Aber genau so kam es. Die Nachricht der Lehman-Pleite löste eine Lawine von Hiobsbotschaften aus, die der Finanzwelt in der vergangenen Woche kaum eine Minute zum Durchatmen gönnten. Die Bilanz der fünf Tage liest sich verheerend: Von den fünf großen Investmentbanken der Wall Street, dem Herz des Finanzkapitalismus der USA, steht nur noch eine auf sicheren Beinen. Die größte US-amerikanische Versicherung, AIG, wurde vom Staat aufgekauft. Und die nächsten Kandidaten wackeln schon. Kein Wunder, dass die Börsen in aller Welt verrückt spielten. Der österreichische Leitindex ATX war davon nicht ausgenommen: Er fiel binnen einer Woche auf das Niveau des Jahres 2005, ehe er vergangenen Freitag wieder in die Höhe schnalzte (siehe Kasten Seite 52). Auch mehrere österreichische Banken und Versicherungen sind durch Geschäftsbeziehungen mit Lehman direkt vom Crash betroffen. Die seit Mitte des Vorjahrs schwelende Krise hat damit eine neue Dimension bekommen.

Wetten. Doch der Anschein, dass es nur Verlierer gibt, trügt. Der Fall Einhorn ist für diese Krise symptomatisch. Amerikanische Medien berichteten, dass in der vergangenen Woche gezielt Gerüchte über die Pleite weiterer Institute gestreut wurden, um auf fallende Kurse setzen zu können. Der New Yorker Generalstaatsanwalt Andrew Cuomo kündigte deswegen umfassende Ermittlungen an, die amerikanische und die britische Börsenaufsicht verboten Ende der Woche zunächst befristet bis Anfang Oktober ungedeckte Leerverkäufe, mit denen Spekulanten auf fallende Kurse setzen.
Nicht nur Einhorn hat mit einer hoch angesetzten Wette gewonnen. Man vergisst leicht, dass viele Banken noch bis vor Kurzem aberwitzige Gewinne gemacht und deren Bosse ebenso abenteuerliche Boni einstreifen durften. Der Anteil der Gewinne der Finanzindustrie an der Wirtschaftsleistung der USA hat sich bis 2007 in nur fünf Jahren versechsfacht. Ihr Motor waren die Hypothekarkredite. „Die Banken haben den Leuten das Blaue vom Himmel herunter versprochen: Sie haben den Kunden glaubhaft gemacht, dass sie reich werden durch Nichtstun – einfach indem sie ein Haus kaufen. Und das würde dann einfach mir nichts, dir nichts mehr wert werden“, erklärte Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus jüngst in einem profil-Interview die Logik der Immobilienblase. Durch die Spekulation wurden die Häuser tatsächlich mehr wert – aber nur solange die Illusion aufrechterhalten werden konnte. Die Investoren, die rechtzeitig aussteigen konnten, haben sich eine goldene Nase verdient. Die einfachen Häuselbauer jedoch sitzen jetzt auf entwerteten Objekten, können ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen – und wer auch immer diese faulen Kredite in den Büchern stehen hat, steckt jetzt in der Klemme. Weil die Kredite als verschachtelte Pakete mehrmals weiterverkauft wurden, sind jetzt die Risiken über die ganze Welt verteilt (siehe Schaubild links). „Jetzt ist die Party vorbei, die Partygäste sind verkatert, manche müssen sogar auf die Intensivstation“, doziert der renommierte deutsche Wirtschaftsprofessor Peter Bofinger.
Die Intensivbehandlung sieht jedoch für jeden Patienten anders aus. Während die amerikanische Regierung der größten Versicherung des Landes, AIG, 85 Milliarden Dollar zuschoss und sich gleichzeitig 80 Prozent am Konzern sicherte, ließ sie bei der Investmentbank Lehman schnell durchblicken, dass es keinen politischen Willen zur Rettung gab. Stattdessen sollte das Schicksal der 158 Jahre alten Traditionsbank in einer eilig anberaumten Krisensitzung mit 30 geladenen Bankchefs geklärt werden. Die Bush-Administration hatte gehofft, dass die Mitbewerber schon aus schierem Eigeninteresse eine Lösung finden würden, weil sie alle durch Milliardengeschäfte mit der Investmentbank verbunden sind. Doch der Versuch scheiterte. Nur ein Teil des Geschäfts wird im Lauf der Woche von der britischen Bank Barclays übernommen.

Freitag, 26. September 2008

Sabbatsdenkimpuls

Wohl dem Mann, der den Herrn fürchtet und ehrt VIII. Ton

und sich herzlich freut an seinen Geboten.

Seine Nachkommen werden mächtig im Land,

das Geschlecht der Redlichen wird gesegnet.

Wohlstand und Reichtum füllen sein Haus,

sein Heil hat Bestand für immer.

Den Redlichen erstrahlt im Finstern ein Licht:

der Gnädige, Barmherzige und Gerechte.

Wohl dem Mann, der gütig und zum Helfen bereit ist,

der das Seine ordnet, wie es recht ist.

Niemals gerät er ins Wanken;

ewig denkt man an den Gerechten.

Er fürchtet sich nicht vor Verleumdung;

sein Herz ist fest, er vertraut auf den Herrn.

Reichlich gibt er den Armen,

sein Heil hat Bestand für immer;

er ist mächtig und hoch geehrt

Dr. E. Dragov - Gmunden - Georgstr - Qurtalskontrolle

Diagnose : unverändert
Medikation Depakine 500 1-o-o-1 depakine 300 o-o-o-1 zypresa (28 Stück) 0-0-0-1

Mittwoch, 24. September 2008

film project:pühringer on the watchlist

talented assistant script girl(boy) locally spottet

Sonntag, 21. September 2008

Neo-liberal crasht !

Noch ist nicht absehbar, welche Folgen die Krise des amerikanischen und internationalen Finanzsystems nach sich ziehen wird. Noch weiß niemand, wie stark dieser Monster-Crash die Realwirtschaft mit in den Abgrund zieht. Zwar sind sich alle Fachleute einig, dass eine weltweite Rezession unausweichlich ist. Ob wir aber demnächst eine veritable Weltwirtschaftskrise mit Massenarbeitslosigkeit erleben werden oder ob es noch gelingt, diesen Absturz zu verhindern, ob, wie von manchen vorausgesagt, die US-Ökonomie einer lange andauernden Stagnation entgegengeht, so wie Japan in den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, oder ob sie sich nach einer Phase der Umstrukturierung bald wieder normalisieren kann – all das ist völlig ungewiss.
Eins freilich kann jetzt schon gesagt werden: Die Ereignisse der vergangenen Woche sind der größte Bankenkrach seit jenem „schwarzen Freitag“ 1929, an dem die Wall Street zusammenbrach, ja, die tiefste Finanzkrise seit einem Jahrhundert, wie Alan Greenspan, der ehemalige Chef der amerikanischen Nationalbank FED, sagte.
Ebenso klar ist aber auch, dass in der vergangenen „schwarzen Woche“ eine Ära endgültig zu Ende ging: Es ist Schluss mit der nun fast drei Jahrzehnte andauernden weltweiten Dominanz des amerikanischen Wirtschaftsmodells, des Laissez-faire-Kapitalismus.

Wie kann weiter jenes Dogma aufrechterhalten werden, wonach der Staat das Problem und nicht die Lösung sei und der Markt, bleibt er nur ungestört, schon das Richtige tue? Wie glaubwürdig sind diese Ideen, wenn die Hohepriester der neoliberalen Ideologie in diesen düsteren Tagen gezwungen sind, so massiv wie noch nie staatlich in die Wirtschaft zu intervenieren? Mit der Rettung der AIG, der weltweit größten Versicherung, und der Hypotheken-Giganten Freddie Mac und Fannie Mae hat die amerikanische Regierung die größten Verstaatlichungen außerhalb der kommunistischen Welt durchgezogen. Und die bisher unvorstellbaren Geldspritzen für die privaten Finanzinstitute falsifizieren in eklatanter Weise die These, es gelte, nur den selbstregulierenden Kräften des Marktes zu vertrauen, dann werde alles gut. Wir erleben nun das Auseinanderbrechen der bisher herrschenden neoliberalen Weltordnung.
So sehr das – seit den späten siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts – sukzessive Abgehen vom dirigistischen Wohlfahrtsstaat der Nachkriegszeit jene Kräfte freigesetzt hat, die schließlich die Welt um vieles reicher gemacht haben, so deutlich zeigen sich jetzt die negativen Entwicklungen, die mit dieser generellen Liberalisierung der Wirtschaft einhergingen: Die Ungleichheiten nahmen fast überall spektakuläre Ausmaße an, die Demokratie wurde weitgehend geschwächt, der Staat dermaßen marginalisiert, dass er zunehmend seine Fähigkeit verlor, in sozialen Konflikten zu vermitteln, und das Kapital, allen voran das Finanzkapital, hat sich zunehmend von jeglichen Regeln befreit und macht, was es will – mit jenen katastrophalen Konsequenzen, denen wir uns jetzt gegenübersehen.
Der Ruf nach Deregulierung wird ab nun als gefährliche Drohung empfunden. Neue Regeln braucht die Welt. Und der Staat erlebt seine Renaissance. Er muss den wild gewordenen Kapitalismus wieder zähmen.
Natürlich kann und soll man nicht mehr in die Zeit vor Thatcher und Reagan zurückkehren. Das geht nicht mehr. Die Welt hat sich verändert. Die Wirtschaft ist internationalisiert. Und so ist der Aufbau von transnationalen Regelsystemen mindestens so wichtig wie nationalstaatliches Handeln.

Schon vor drei Jahren wetterte Helmut Schmidt, der greise ehemalige deutsche Kanzler, in einem Interview mit profil, gegen den „Raubtierkapitalismus“, und angesichts der außer Kontrolle geratenen und gefährlich irrational agierenden Finanzmärkte mahnte er eine globalisierte Finanzmarktaufsicht ein: „Im 19. Jahrhundert sind nach und nach Regeln für den internationalen Seeverkehr entstanden. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hat man Regeln für den internationalen Luftverkehr entwickelt. Nun muss ein Regelwerk für den internationalen Kapitalverkehr geschaffen werden.“ Wie dringlich diese Schmidt’sche Forderung ist, haben die vergangenen Tage nur allzu deutlich gezeigt.
Noch ein Wort zu Österreich. Wie sich der Krach an der Wall Street auf die heimische Wirtschaft auswirken wird, ist noch nicht abzusehen. Unseren Banken freilich soll Lob nicht vorenthalten werden. Während sich die Finanzinstitute anderer Länder in den vergangenen Jahren Megagewinne durch das Investment in hochspekulative, so genannte Derivatprodukte versprachen, deren Risiko nicht einmal sie selbst überblickten, fuhren die meisten österreichischen Banken eine andere Strategie: Sie wandten sich dem Osten zu. Der Eiserne Vorhang war gefallen, und die ehemaligen kommunistischen Länder traten der EU bei. Unsere Banken ergriffen die Chance und wurden binnen weniger Jahre zu Marktführern in diesen Staaten. Und das gute Geschäft machten sie nicht mit den komplizierten modernen Derivaten, die jetzt zum großen Kollaps führten, sondern mit ganz traditionellen Finanzprodukten wie Girokonten, Sparbüchern, Geschäftskrediten und Ähnlichem, wonach in den Reformstaaten ein gewaltiger Bedarf bestand und besteht.
Sollte Standard & Poor’s Recht haben und tatsächlich die „Widerstandskraft Österreichs gegenüber externen Schocks über dem europäischen Durchschnitt liegen“, wie diese Rating-Agentur kürzlich feststellte – dann ist das nicht zuletzt der klugen und soliden Geschäftspolitik des heimischen Bankensektors zu verdanken.

Donnerstag, 18. September 2008

Bankkrisenmanagement - Europa versus US

Schuster: Die USA sind beim Aufräumen in vielenFällen weiter als wir in Europa. Europäer und Amerikaner gehen sehr unterschiedlich mit Krisen um, in den USA ist man viel radikaler bei der Problembewältigung. Da arbeitet man das raschest auf, mit Blut, Schweiß undTränen. Schauen Sie nur, die Lehman-Mitarbeiter stehen schon auf der Straße - finito. Da lässt man völlig leidenschaftslos Banken auch pleite gehen, in Europa schiebt man die Dinge vor sich her. Bedenken Sie nur, wie lange der Krampf beider britischen Bank Northern Rock oder der deutschen IKB gedauert hat. Dass die Europäer das gleiche Krisenmanagement wie die Amerikaner haben, das müssen sie erst sie beweisen.

STANDARD: Europa wird jedenfalls in Folge der Krise noch ordentlich bluten müssen, glauben Sie nicht?

Schuster: Ich hoffe, dass es für die europäischenBanken nicht so schlimm wird, aber es kommen schon noch einige Krisen auf uns zu. Wobei Österreich und Osteuropa - bis auf Russland und Kasachstan - von der Finanzkrise weitgehend verschont bleiben werden, vorausgesetzt, es kommt zu keiner großenRezession. Die österreichischen Banken sind einfach besser aufgestellt als die Konkurrenz, die haben genug Geschäft im Osten gemacht. Die anderen haben gemeint, sie können Geschäfte mit enormen Investitionen in die so genannten Ramschhypotheken machen, sie haben da unglaublich stark zugeschlagen - das hat ihnen aber niemand angeschafft. Die Europäer haben sich die Krise ganz freiwillig in ihre Länder geholt

Morgan Stanley

Morgan Stanley hatte die Bekanntgabe der Zahlen angesichts einer zuletzt immer steileren Talfahrt der Aktie kurzfristig um einen Tag auf Dienstagabend (Ortszeit) vorgezogen. Die Bank verlor seit Jahresbeginn mehr als 60 Prozent ihres Börsenwerts. In einem insgesamt schwachen Markt stürzte der Kurs am Mittwoch bis eine Stunde vor Handelsschluss um weitere rund 30 Prozent ab. Goldman Sachs büßte knapp 20 Prozent ein.

Morgan Stanleys Gewinn je Aktie fiel im dritten Geschäftsquartal von 1,38 auf 1,32 Dollar. Die Bank steigerte die Nettoerträge im dritten Geschäftsquartal leicht auf 8,0 Milliarden Dollar (5,7 Mrd Euro).

Morgan Stanley

Morgan Stanley hatte die Bekanntgabe der Zahlen angesichts einer zuletzt immer steileren Talfahrt der Aktie kurzfristig um einen Tag auf Dienstagabend (Ortszeit) vorgezogen. Die Bank verlor seit Jahresbeginn mehr als 60 Prozent ihres Börsenwerts. In einem insgesamt schwachen Markt stürzte der Kurs am Mittwoch bis eine Stunde vor Handelsschluss um weitere rund 30 Prozent ab. Goldman Sachs büßte knapp 20 Prozent ein.

Morgan Stanleys Gewinn je Aktie fiel im dritten Geschäftsquartal von 1,38 auf 1,32 Dollar. Die Bank steigerte die Nettoerträge im dritten Geschäftsquartal leicht auf 8,0 Milliarden Dollar (5,7 Mrd Euro). Experten hatten dagegen wie bei

Yen, Dollar up, Ero down - why ?

Die Entwicklung im Yen ist zumindest kurzfristig mit der vergleichbar, wie sie beim Dollar zu beobachten ist. In der Vergangenheit hatten Yen-finanzierte Anleger viele Mittel in die Schwellenländer und in hoch verzinsliche Währungen investiert. Nun kommt es zu einer Gegenbewegung. Im Unterschied zum Dollar würde ich langfristig allerdings nicht darauf wetten, da japanische Anleger ihre Vermögen nur zu einem geringen Teil international diversifiziert haben. Mittel- und langfristig werden sie verstärkt dazu neigen und den Yen auf diese Weise wieder unter Druck setzen. Dazu kommt, dass japanische Banken im Gegensatz zu früher inzwischen wieder sehr starke Bilanzen haben. Deswegen tendieren auch sie stark zu Investitionen im Ausland.

Wie sehen die europäischen und amerikanischen Unternehmen die Dollarentwicklung?

Ich habe bei sehr vielen europäischen Unternehmen referiert und seit Beginn des Jahres versucht, sie davon auszubringen, ihre Umsätze abzusichern - und ich bin total auf taube Ohren gestoßen. Die Unternehmen sind für zwölf Monate völlig abgesichert und werden die Währungsentwicklung erst später bemerken. Auf der amerikanischen Seite sieht es nicht viel anders aus. Nach sechs Jahren der Dollarabwertung hat keiner mehr eine Währungssicherung, da sie über Jahre von der Umrechung der Umsätze im Ausland in den schwachen Dollar profitierten. Nun werden sie überrollt.

Fonds , die dem Markt trotzen

Immerhin sorgen die Erschütterungen an den Finanzmärkten dafür, dass einige Leistungsträger aus der Zeit der dreijährigen Aktienbaisse nach 2000 wieder in unserer Rangliste auftauchen. Zu dieser Gruppe gehören beispielsweise Luca Pesarini mit seinem Ethna-Aktiv-E oder der FI Alpha Renten Global des Münchener Vermögensverwalters Jens Ehrhardt. Allerdings gelang es auch ihren Mischfonds zuletzt lediglich, die Verluste abzumildern.

Zu den Mischfonds, die trotz der angespannten Marktlage ihren Anlegern in diesem Jahr einen Gewinn bescherten, zählt der M&W Privat. Im ersten Halbjahr stieg der Wert der Anteile um 6 Prozent. Zusammengestellt wird das Portfolio vom unabhängigen Hamburger Vermögensverwalter Mack & Weise. Die Fondsmanager können dabei über das klassische Repertoire aus Aktien, Anleihen und Bargeld hinausgehen. Weil für den M&W Privat die erst seit gut vier Jahren mögliche Rechtsform eines sogenannten Superfonds gewählt wurde, steht ihnen noch das ganze Spektrum an Derivaten und Rohstoffen offen. Sie können beispielsweise auch wie ein Dachfonds Fondsanteile kaufen.

Dauerläufer

as derzeitige Lieblingsthema des Fondsmanagers sind Platinminen. „Die Aussicht auf eine Angebotsknappheit bei Platin ist ein ernstes Problem für Automobilhersteller“, stellt er fest. Das Edelmetall ist eine der wichtigsten Komponenten für die Herstellung von Katalysatoren, die der Abgasreduzierung dienen.

Dieses Ungleichgewicht von Angebot und Nachfrage dürfte nach Ansicht von French noch einige Zeit fortbestehen. Um von dieser Situation zu profitieren, hat er unter anderem in Aktien des britischen Platinvertriebs Johnson Matthey und der südafrikanischen Platinmine Lonmin investiert. Vor allem der Einstieg bei Lonmin erwies sich schnell als Glücksgriff. Der Rohstoffkonzern Xstrata hat in der vergangenen Woche ein feindliches Übernahmeangebot abgegeben.

Pictet mit guter Biotech-Nase

Auf den ersten Blick ungewöhnlich ist das Vordringen des Branchenfonds Pictet Biotech in unsere Rangliste von Aktienfonds mit stabiler Wertentwicklung. Gerade die Spezialisten für Biotechnologieaktien stehen in dem Ruf, den Launen der Märkte in besonderem Maße ausgeliefert zu sein.

Das hat sich aber offenbar seit der Jahrtausendbaisse etwas geändert. So zeigt beispielsweise ein Blick auf die Schwankungsbreite des Pictet-Biotech-Fondspreises um seinen Mittelwert über die vergangenen drei Jahre, dass Rohstofffonds wie der I-Shares DJ Stoxx 600 Basic Resources oder Schwellenmarktfonds wie der HSBC Bric Freestyle ihren Anlegern durchaus mehr Nerven abverlangen.

Getrieben von einigen Übernahmeangeboten, erfolgreichen klinischen Tests und guten Zwischenergebnissen, konnte sich das Marktsegment der Biotechnologieaktien seit Jahresbeginn dem Abwärtstrend an den Börsen entziehen.

Renditeturbo

Renditetipp: Anleihen in türkischer Lira

Ausgerechnet der Fonds mit einer Ausrichtung auf türkische Schuldtitel in lokaler Währung, der KBC Renta Try-Renta, steht nach den jüngsten Kursaufschlägen der türkischen Lira und dem ohnehin schon hohen Zinsniveau in dem Land von über 10 Prozent derzeit unter den KBC-Fonds am besten da. In den vergangenen drei Jahren erwies sich die Lira zum Euro als extrem volatil. Nachdem in der Türkei zuletzt aber politische Unwägbarkeiten im Zuge des drohenden Verbots der Regierungspartei AKP ausgeräumt wurden, gewinnt die heimische Währung gerade wieder deutlich an Stärke.

Dahinter folgen die KBC-Rentenfonds mit einer Ausrichtung auf Anleihen in der polnischen Währung Zloty, in der tschechischen Krone sowie ein Fonds, der das Geld seiner Investoren auf mehrere osteuropäische Währungen verteilt. Diese drei Fonds profitieren nicht zuletzt davon, dass seit Anfang 2003 Zloty, Tschechen-Krone und Forint gegenüber dem Euro aufgewertet haben.
Der Börsenkurs von Nischenprodukten, mit denen interessierte Anleger ihre Währungswetten selbst setzen können, nimmt inzwischen das Angebot an Schwellenmarkt-Rentenfonds stetig zu, in denen das Fondsmanagement die Auswahl der Währungen vornimmt. Entsprechende Produkte, die schon länger auf dem Markt sind, finden sich schon in unserer Rangliste - wie beispielsweise der Julius Bär Local Emerging und World Express Local Currency Emerging Market.

Die Anlageklasse sei inzwischen viel sicherer als früher, sagte JP-Morgan-Fondsmanager Jeffrey Grills auf einer Präsentation am Mittwoch (vgl. Schwellenländer-Anleihen: Lokale Währungen rücken in den Mittelpunkt).

Kill the tobacco ban

http://legacy.library.ucsf.edu/tid/mvd34e00

McCain versus Obama

ass der „Deregulierer“ McCain, als der er sich noch vor kurzem bezeichnete, nun ein Ende der „wilden Spekulationen“ an der Wall Street fordert, zeigt, wie sehr sich der Wind im Wahlkampf gedreht hat. Beide Kandidaten fordern eine schärfere Regulierung von Banken, Investmentbanken und anderen Finanzinstitutionen. Beide sagen außerdem, dass das Aufsichtswesen reformiert werden müsse. Doch unterstützen bislang weder McCain noch Obama Vorschläge zur Einrichtung einer staatlichen Auffanggesellschaft, die die Vermögenswerte insolventer Unternehmen übernimmt, ähnlich wie das während der Sparkassenkrise Anfang der achtziger Jahren geschah.

Beide Kandidaten haben bislang nur wenige Details dazu genannt, was sie bei einem möglichen Einzug ins Weiße Haus zur Bewältigung der Misere tun würden. McCain hat die Einrichtung einer Untersuchungskommission nach dem Muster der „9/11-Kommission“ gefordert. Woraufhin Obama ihm sogleich vorwarf, die erforderlichen Aufräumarbeiten auf andere abzuwälzen.

Obama hält sich zugute, dass er schon im März, als Washington die angeschlagene Investmentbank Bear Stearns vor dem Untergang bewahrte, Reformvorschläge präsentiert habe. Unter anderem plädiert der Demokrat dafür, das Aufsichtsmandat der Notenbank über die Finanzinstitute zu erweitern. Ferner soll ein neues Regelwerk für die Finanzmärkte schärfere Eigenkapital- und Liquiditätsvorschriften einschließen. Auch solle die Börsenaufsicht Marktmanipulateure schärfer verfolgen.

Gleich welche Reparaturmaßnahmen der Nachfolger von George W. Bush ergreifen mag: Die Häuser-, Hypotheken- und Finanzmarktkrise wird eine arge Last für seine Präsidentschaft bedeuten. Durch die Milliarden von Dollar, die sich der Staat die Rettungsaktionen am Finanzmarkt kosten lässt, drohe der Spielraum für neue Initiativen deutlich eingeschränkt zu werden, geben Haushaltsfachleute wie Howard Gleckman vom „Tax Policy Center“ in Washington zu bedenken. „Wenn der neue Präsident sich erst aus einer Finanzkrise hervorgraben muss, werden alle anderen Vorhaben auf der Strecke bleiben.“

Mittwoch, 17. September 2008

Skepsis

Die Prognosen schwanken zwischen 5.430 und 7.200 Punkten und wurden vor dem Kollaps von Lehman Brothers und dem Aufkauf von Merrill Lynch durch die Bank of America abgegeben. Die Verstaatlichung von Fannie Mae und Freddie Mac war dagegen zum Zeitpunkt der Erhebung bereits bekannt.
Zum Thema

* Die Angst bleibt: Märkte weiter in Aufruhr
* Staatsfonds warnt vor weltweiter Stagnation
* Bären übernehmen das Zepter
* Amerikanische Aktien: Starke Signale nach unten
* An den Märkten muss sich noch mehr Angst breit machen

Lehman und Merrill seien nun zusätzliche Belastungsfaktoren und zeigten, dass die Finanzkrise weiter um sich greife, erklärte Kapitalmarktanalyst Dennis Nacken von Allianz Global Investors. „Es erhöht die Verunsicherung, und das ist Gift für die Märkte.“ Dennoch gebe es auch in dieser Gemengelage einige positive Signale.

Krise nur auf den Finanzsektor beschränkt?

„Die Krise fokussiert sich stark auf den Finanzsektor und das verzerrt das Bild. Die breite Wirtschaft steht immer noch relativ robust da.“ Auch die Liquiditätsversorgung durch die Notenbanken sei positiv, sagte Nacken. Der um rund 40 Prozent gefallene Ölpreis funktioniere „fast als zusätzliches Konjunkturprogramm“ und den exportorientierten deutschen Firmen helfe der anziehende Dollar.

Absicherung

bsicherungsstrategien können nie schaden

Das ist wäre sonderlich gutes Vorzeichen für die Unternehmensgewinne. Insofern können Absicherungsstrategien nicht schaden. Eine erste, radikale Lösung wäre der Verkauf sämtlicher Positionen. Das Problem ist, dafür den richtigen Zeitpunkt zu finden, ebenso für einen späteren Wiedereinstieg. Wer verkauft und der Markt steigt weiter, verzichtet auf Kursgewinne.

Ähnliches gilt für die Lösung Nummer zwei: das Plazieren von Stopp-Loss-Aufträgen im Markt. In diesem Fall wird das entsprechende Wertpapier automatisch zum nächstmöglichen Kurs verkauft, sobald der Kurs eine festgelegte Schwelle erreicht hat. Hier besteht die Schwierigkeit darin, die richtige „Kursschwelle“ festzulegen und „zu pflegen“, also regelmäßig anzupassen. Liegt sie zu eng am Markt, kann ein kurzes „Abtauchen“ der Aktie den Verkaufsauftrag auslösen. Steigt sie hernach wieder, hätte der Anleger nicht nur zu einem ungünstigen Kurs verkauft, sondern müsste auch noch auf die weiteren Kursgewinne verzichten.

Legt er die Schwelle hingegen zu weit weg, muss er vergleichsweise hohe Kursverluste hinnehmen, bis die „Schutzfunktion“ greift. Aus diesem Grund ist ein sensibles Händchen bei der Aufgabe solcher Orders nötig. Der Anleger sollte das übliche Handelsvolumen und die Volatilität des Papiers berücksichtigen.

Verkaufsoptionen wirken wie eine Versicherung - Prämie gegen Schutz

Eine dritte Absicherungsvariante ist der Kauf von Verkaufsoptionen. Sie geben dem Anleger gegen Zahlung einer Prämie das Recht, das relevante Wertpapier oder den Index zu einem bestimmten Kurs - dem gewählten Ausübungspreis - zu verkaufen oder die Differenz zwischen aktuellem Kurs und Ausübungspreis einzustreichen. Verkaufs- oder Putoptionen sind in diesem Sinne vergleichbar mit einer Versicherungsprämie. Der Anleger erwirbt nur ein Recht - ohne Verpflichtungen einzugehen. Puts können entweder in Form von Optionsscheinen oder in standardisierter Form an Terminbörsen wie der Eurex, der Liffe oder der CBOE gekauft werden.

Die vierte Variante ist der Kauf von Volatilitätszertifikaten, zum Beispiel mit der Isin DE000GS0DVD5. Denn sobald die Kurse nicht mehr im Trend steigen, sondern fallen, nimmt in der Regel die Volatilität deutlich zu und steigert den Wert des Zertifikats. Gerade bei solchen Produkten sind jedoch gezielte Gewinnmitnahmen zwingend, da die Volatilität mittelfristig stets zu einem Mittelwert zurückkehrt.

Die fünfte Möglichkeit ist „das Spiel“ mit Futures, Futures-ähnlichen Zertifikaten oder Hebelzertifikaten. Futures sind nichts anderes als standardisierte Terminkontrakte auf einen Index, eine Währung, Rohstoffe oder andere Werte oder Güter. Der Anleger kann sie verkaufen, um von fallenden Kursen zu profitieren ohne sein Wertpapierdepot aufzulösen. Fällt der Markt tatsächlich, kann er am Terminmarkt das gewinnen, was seine Papiere an Wert einbüßen - zumindest dann, wenn der das richtige Verhältnis zwischen Terminkontrakt und Depot ausgetüftelt hat.

Profis agieren dynamisch

Der Vorteil von Futures und Optionen ist, dass sie in der Regel recht liquide sind und Anleger auf Grund des so genannten „Leverage“ nur begrenzt Kapital einsetzen müssen. Es gibt immer mehr Zertifikate, die ähnliches möglich machen. Allerdings ist es empfehlenswert, die Details genau zu betrachten. Denn neben möglichen Knock-Out-Schwellen, die das Papier wertlos machen können, spielen die Anbieter recht gerne auch mit den Zinsen - zum Nachteil des Anlegers.

Insgesamt bieten sich damit für den Fall der Fälle genügend Möglichkeiten, sich gegen fallende Kurse abzusichern. Die entscheidende Frage ist, den richtigen Zeitpunkt zu finden. Professionelle Anleger tendieren dazu, dynamisch zu agieren: Sie verkaufen bei fallenden Kursen immer mehr Futures, um sie bei einem sich erholenden Markt wieder zurückzukaufen. Im steigenden Markt machen sie es gerade umgekehrt. Über die Anzahl der ge- oder verkauften Kontrakte können sie ihr Marktrisiko erhöhen oder reduzieren, ohne die Grundstrategie ihres Wertpapierdepots zu verändern.

Gold

Gold
Sicherer Hafen

Selbst der Inbegriff von Solidität gerät ins Wanken: In den vergangenen acht Wochen ist der Goldpreis um mehr als 140 Dollar auf etwa 780 Dollar je Unze gefallen. Es sind jedoch nicht unbedingt die Kleinanleger, die vermehrt aus dem vermeintlich sicheren Hafen flüchten. Im Gegenteil: Der Krügerrand, die am weitesten verbreitete Goldmünze auf der Welt, ist in Deutschland noch immer knapp.

Händler haben beobachtet, dass sich in jüngster Zeit vor allem amerikanische Vermögensverwalter und Hedge-Fonds auf der Suche nach Liquidität aus Edelmetallen zurückgezogen haben. In den vergangenen acht Wochen sind 316.000 Terminkontrakte auf Gold verkauft worden – das entspricht etwa 360 Tonnen des gelben Edelmetalls. „Es sind keine fundamentalen Änderungen, die den Preisrutsch beim Gold ausgelöst haben“, sagt Thorsten Proettel, Rohstoffanalyst bei der Landesbank Baden-Württemberg. Die Kleinanleger hielten Gold in Krisenzeiten nach wie vor für eine attraktive Vermögensanlage.

„Wenn an den Aktien- und Anleihemärkten Verluste gemacht werden, zieht auch das Argument nicht mehr, dass Gold ,totes Kapital‘ sei, weil der Rohstoff weder Zinsen noch Dividende erwirtschafte“, sagt Proettel. Er hält einen Anteil von 5 Prozent an Gold im Depot für durchaus vertretbar. Das Edelmetall helfe in Phasen, wenn der Aktienmarkt sehr schlecht laufe. Schließlich ließen sich durch Gold Wertschwankungen ausgleichen. (jul.)

Dienstag, 16. September 2008

Economic Depression

Der Zusammenbruch der 158 Jahre alten Traditionsbank sendet Schockwellen über die gesamte Branche. Anleger fliehen aus Aktien und flüchten sich in vermeintlich sichere Staatsanleihen. In Europa geht es mit den großen Indizes um drei bis vier Prozent nach unten, während die zehnjährigen US-Staatspapiere um zwei volle Punkte steigen und damit den stärksten Sprung an einem Tag seit 20 Jahren verzeichnen. An der Wall Street bangen die Anleger bereits. Für den Handelsstart am weltweit wichtigsten Markt brauchen sie Nerven aus Stahl, wird der Dow Jones vermutlich nur eine Richtung kennen - steil nach unten.

Die zehn Bankenriesen Bank of America, Deutsche Bank, Credit Suisse, UBS, Barclays, Morgan Stanley, Citibank, Goldman Sachs, J.P. Morgan und Merrill Lynch kündigten bereits an, 70 Milliarden Dollar in einen Fonds einzuzahlen, um Liquiditätsengpässe von Banken abzufedern. Und auch die US-Notenbank öffnet erneut die Geldschleusen und pumpt Milliarden in den Markt.

Dennoch: Die tektonischen Platten der US-Finanzwelt haben sich verschoben. Der Sektor steht vor einer Komplett-Neuordnung. An der Wall Street wird es in dieser Woche wohl historische Umwälzungen mit Folgen für die gesamte Finanzwelt kommen. (Sigrid Schamall, derStandard.at, 15.9.2008)

Samstag, 13. September 2008

Mikrofinanz

Mikrokredite sind Kleinstkredite von einem Euro bis unter 1.000 Euro an Kleingewerbetreibende überwiegend in Entwicklungsländern. Sie sind neben Mikroversicherungen und micro savings eine wesentliche Mikrofinanz-Dienstleistung. Die Kredite werden in der Regel von spezialisierten Finanzdienstleistern und nichtstaatlichen Organisationen meist zur Förderung der Entwicklung vergeben.
Inhaltsverzeichnis
[Verbergen]

* 1 Geschichte
* 2 Arbeitsweise
* 3 Refinanzierung
* 4 Armutsbekämpfung
* 5 Kritik
* 6 Mikrokredit in Deutschland
* 7 Mikrokredit-Institute
* 8 Einzelnachweise
* 9 Literatur
* 10 Weblinks

Geschichte [Bearbeiten]

Mikrokredite sind ein Instrument der Entwicklungspolitik. Sie sind jedoch keine neue Erfindung. Schon das vor 150 Jahren entwickelte Raiffeisen-Modell basiert auf dem Selbsthilfe- und Solidaritätsprinzip, nach dem heute viele Mikrofinanzinstitute in den Entwicklungsländern arbeiten. Schon 1976 gab es in Bangladesch ein derartiges Programm, das von Muhammad Yunus initiiert wurde, und aus dem 1983 die Grameen Bank hervorging.

Nach Europa kehrte diese Idee Anfang der 1990er-Jahre zurück, als sich für die ständig steigende Zahl der Existenzgründer aus der Arbeitslosigkeit eine zunehmende Finanzierungslücke zeigte. In den Niederlanden entstand das Modell Tante Agathe zur Aktivierung von Privatkapital für Existenzgründer. In Frankreich wurde 1996 die gemeinnützige Adie gegründet, die inzwischen (März 2007) rund 100 Zweigstellen hat und jährlich über 10 000 Mikrokredite an Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger vergibt. [1]

Im Jahr 2006 erhielten Yunus und die Grameen Bank den Friedensnobelpreis für die Bemühungen um die „wirtschaftliche und soziale Entwicklung von unten“.

1995 gründete die Weltbank die Consultative Group to Assist the Poor (CGAP, „Beratungsgruppe für die Unterstützung der Armen“) mit dem Ziel, 200 Millionen US-Dollar für die Vergabe von Mikrokrediten zu mobilisieren. Ein erster Höhepunkt der Entwicklung war der Microcredit Summit im Jahr 1997.

Die Vereinten Nationen sehen in der Mikrofinanzierung ein wichtiges Instrument zur Erreichung der Millenniumsziele zur Reduktion von Armut. Sie haben 2005 zum Jahr der Mikrokredite ausgerufen.

Seit 2006 gibt es im Internet die Möglichkeit, Mikrokredite direkt an einen selbst ausgesuchten Kreditnehmer in einem Entwicklungsland zu vergeben.[2]

Arbeitsweise [Bearbeiten]

Die Rückzahlungen sollen in einer sozial akzeptablen Weise ermöglicht werden, dafür gibt es spezielle Kredittechnologien:

* Es wird ein Folgekredit in Aussicht gestellt.
* Gruppenbildung: Fünf bis sechs Kreditnehmer erhalten abwechselnd einen Kredit und bürgen füreinander.
* Kundenkontakt: Die Mikrobank prüft das Geschäftsmodell des Kreditnehmers gründlich und passt die Rückzahlungsintervalle und -raten dem Geldfluss des Unternehmens an (wöchentliche oder monatliche Rückzahlung).
* Fokussierung auf Frauen: Viele Mikrofinanzorganisationen vergeben Kredite nur an Frauen, da diese als kreditwürdiger und verlässlicher empfunden werden.

Zinsen sind in vielen Mikrokredit-Programmen einfache Zinsen (Restwertabschreibung) und keine Zinseszinsen.[3]

Durch Einhaltung dieser Regeln und wachsende Professionalisierung erzielen viele Mikrofinanzinstitute oft Rückzahlungsquoten von 95 bis 100 Prozent. [4] Der effektive Jahreszins für solche Mikrokredite liegt deutlich über dem klassischer Kredite, häufig über 20 % p. a. Dies wird begründet mit den höheren Kosten und der notwendigen intensiven Beratung, die Mikrokredite verursachen.

Freitag, 12. September 2008

S&P Energy

Fazit: Wir empfehlen eine Übergewichtung des S&P-500-Energiesektors, da wir damit rechnen, dass ein Ölpreisniveau über dem historischen Durchschnitt, vergleichsweise niedrige Bewertungen und ein positiver technischer Ausblick zu einer neuerlichen Outperformance gegenüber dem breiten Markt führen wird.

Donnerstag, 11. September 2008

Gold

Die Goldproduktion in La Ronde, Kittala und Goldex schätzt Agnico-Eagle für das gesamte Jahr 2008 auf 300.000 bis 320.000 Unzen Gold (VJ 230.000 Unzen). Mit 16,7 Mio. Unzen Gold befinden sich die Reserven auf einem Rekordhoch. Zum Jahresende erwartet der Konzern 18 bis 20 Mio. Unzen an Goldreserven - Zahlen die auch Analysten begeistern. Das kanadische Investmenthaus RBC Capital Markets sieht ein Kursziel von 74 USD. Gegenüber dem derzeitigen Kurs eine über 40-prozentige Steigerung! Die Analysten erwarten, dass Agnico-Eagle seine Goldproduktion von 303.000 Unzen Gold in diesem Jahr auf 1,28 Mio. Unzen im Jahr 2010 steigern wird. Ausgehend vom Jahr 2007 bedeutet dies eine Verfünffachung der Jahresproduktion! Der Gewinn je Aktie soll im selben Zeitraum von 0,75 Dollar auf 3,63 Dollar je Aktie klettern, so die Analysten von RBC. Die aktuelle Schwäche im Goldsektor bietet langfristig orientierten Anlegern nun die Chance, sich bei diesem erstklassigen Goldproduzenten zu positionieren.

Dienstag, 9. September 2008

Was ist in den letzten 6 Monaten passiert

Wichtige Börsen in U.S. Dollar


+2.5% U.S. Nasdaq
-5.8% U.S. S&P 500
-8.3% Canada TSX
-10.9% Brazil Bovespa
-11.4% Japan Nikkei
-13.4% U.K. FTSE
-20.7% Russia RTS
-43.1% China CSE 300

Wichtige Währungen gegen den U.S. Dollar


+3.2% Brazilian real
-2.6% Euro
-2.7% Russian ruble
-3.3% Japanese yen
-3.4% Swiss franc
-6.6% Canadian dollar
-7.6% British pound
-8.4% Australian dollar


Es gibt Emerging Markets, dessen gesamte Wirtschaft plötzlich nach oben katapultiert wird ...

* Groß-Investoren sprechen mit Regierung und Unternehmen, um riesige Beträge in das Land hineinzupumpen.
*

* Der Rohstoff- und Investitions-Boom wird dieses Land binnen an die wirtschaftliche Spitze seines Kontinents bringen...

Nippon Sheet Glas

Für Euro-Anleger stellt sich letztere Bilanz dagegen etwas versöhnlicher dar, verzeichnet der Index in Euro doch ein Plus von rund einem Prozent, dank eines deutlich stärkeren Yen. Der überwiegende Teil der 225 Index-Werte verbucht Kursgewinne, zum Teil sogar deutliche, wie etwa der Welt größter Glashersteller Nippon Sheet Glass, dessen Kurs an den deutschen Börsen um rund 37 Prozent auf 3,70 Euro zulegte.


Auch in Tokio stieg der Kurs seit dem 5. August um 44 Prozent auf zuletzt 582 Yen. Dabei durchbrach der Kurs den langfristigen Negativtrend nach oben 8und notiert so hoch wie zuletzt im Dezember 2007.

Montag, 8. September 2008

Shiller

Die Situation verlange eine aggressive Schadensbekämpfung vonseiten des Staates, so Shiller. Dieser müsse in einem ersten Schritt mit Geldspritzen für die am schlimmsten Betroffenen das Vertrauen in die Märkte wiederherstellen. Auch die Notwendigkeit für weitere Steuersenkungen schließt Shiller nicht aus.

Ein umfangreiches staatliches Maßnahmenpaket soll zudem in Zukunft die Bildung von Blasen verhindern und Risiken einschränken. Dazu gehörten die Verbesserung der Informationswege und die Vereinfachung von Verträgen und gesetzlichen Regulierungen.

Überschuldete Eigenheimbesitzer und ins Trudeln geratene Hypothekenbanken sollen zudem mit subventionierten Krediten unterstützt werden. Shiller fordert außerdem eine Finanzaufsichtsbehörde, die als Anwalt der Konsumenten agiert.

Buchhinweis
Robert J. Shiller: The Subprime Solution.

Signals

Langfrist-Indikatoren geben Warnsignale

Ein weiterer Indikator für den Aktienmarkt mit einem noch längeren Zeithorizont ist das System der Kreuzungen in den Verläufen der exponentiell gleitenden 10- und 20-Monats-Durchschnitte in Verbindung mit dem 13-Monats-RSI. Dieses System ist noch träger als das bereits besprochene, hat die Anleger jedoch über den Hauptzeitraum der Hausse (Baisse) erfolgreich im (aus dem) Markt gehalten. Ein erstes Warnsignal erhalten wir mit diesem System, wenn der S&P-500 am Monatsende unterhalb des 20-Monats-Durchschnitts schließt. Dies ereignete sich Ende Januar, weit vor dem Ende Mai eingetretenen bärischen Kreuzungspunkt. Die Bestätigung der sich hier abzeichnenden Probleme erfolgte, als der 13-Monats-RSI Ende Januar unter die Marke von 50 sank und dessen Verlauf weiterhin abwärts gerichtet ist. Die 10- und 20-Monats-Durchschnitte tendieren ebenfalls nach unten und deuten damit an, dass die Ausbildung eines langfristigen Kaufsignals noch Monate dauern könnte.

Wir können zusätzlich den Monats-MACD hinzuziehen, der das gleiche Ergebnis liefert. Dieser sehr langfristige Indikator generierte Ende 2007 ein Verkaufssignal und fiel erst vor kurzem unter die Nulllinie, womit er das bärische langfristige Momentum bestätigte.

Extreme Niveaus von Angst und Pessimismus

Wie bei jeder Investmenttechnik, so sind auch hier nicht alle Indikatoren nur in eine Richtung interpretierbar. Im Verlauf der Baisse sanken einige Marktstimmungsindikatoren auf extreme Niveaus von Angst und Pessimismus, ein in unseren Augen letztlich positives Zeichen. Nach unserer Überzeugung sind Emotionen wie Panik, Verzweiflung und Depression unter Anlegern die Grundvoraussetzung für eine langfristige Bodenbildung des Marktes im Anschluss an eine Baisse oder größere Korrektur.

Entsprechende Ausprägungen dieser Emotionen konnten wir in einigen der von uns beobachteten Stimmungs- und Konsumklimaindikatoren feststellen. Die von Investor's Intelligence durchgeführte Umfrage zeigte Mitte Juli den größten Anteil an Pessimisten seit der zweiten Jahreshälfte 1994 (eine sehr gute Zeit, um sein Geld anzulegen). Im März ermittelte die Consensus-Umfrage die höchste Pessimistenquote seit 2002, während die Umfrage von Market Vane den größten Bärenanteil seit Anfang 2003 ergab. Die auf alle Optionen bezogenen Put/Call-Ratios an der Chicagoer Optionsbörse (CBOE) verfehlten im März nur knapp ihre Allzeithochs, derweil die rein auf Aktienoptionen bezogenen Put/Call-Ratios an der CBOE im März und April dieses Jahres auf neue Rekordmarken kletterten.

Ein weiteres, potenziell positives längerfristiges Signal ist die Entwicklung der wöchentlichen Momentum-Indikatoren. Der 14-Wochen-RSI hat nach seinem Vorstoß in überverkauftes Terrain im Januar eine bullische Divergenz ausgebildet. Dieser Indikator hat zwar bereits höhere Tiefs verzeichnet, bislang jedoch noch nicht die Reihe höherer Hochs durchbrochen. Der Wochen-MACD hat ebenfalls eine bullische Divergenz gebildet - zum ersten Mal seit Ende 2002/Anfang 2003.

Es gibt zwar Anzeichen einer möglichen Bodenbildung des Marktes, nach unserer Einschätzung legt eine überwältigende Fülle technischer Signale jedoch den Schluss nahe, dass sich der Markt noch nicht von den Fesseln der Baisse befreit hat.

Freitag, 5. September 2008

Arbeitslosigkeit steigt

usschlaggebend war vor allem ein Bericht des amerikanischen Arbeitsministeriums, wonach die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche überraschend angestiegen war. Zudem bauten die amerikanischen Firmen laut der privaten Arbeitsagentur ADP im August 33.000 Stellen ab, mehr als erwartet. Dadurch stieg bei den Anlegern die Nervosität vor der Veröffentlichung des Arbeitsmarktberichts der Regierung am Freitag.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 2,99 Prozent schwächer bei 11.188 Punkten, nachdem er im Handelsverlauf zwischen 11.176 und 11.532 Zählern gependelt war. Der breiter gefasste S&P-500-Index gab ebenfalls 2,99 Prozent auf 1236 Zähler nach. Der Technologie-Index Nasdaq büßte 3,2 Prozent auf 2259 Punkte ein. Für den Nasdaq-Index und den S&P bedeutete dies den vierten Tagesverlust in Folge. Der Dow war am Vortag mit einem leichten Plus aus dem Handel gegangen.

Für schlechte Stimmung auf dem New Yorker Parkett sorgte auch eine Mitteilung des amerikanischen Konzerns Terex. Der Hersteller von Ausrüstung für die Bau- und Bergbaubranche senkte seine Umsatz- und Gewinnprognosen für 2008 und begründete dies mit einer schwächeren Nachfrage in Westeuropa. Die Terex-Aktie brach um knapp 20 Prozent ein. Auch die Aktie des weltgrößten Baumaschinenherstellers Caterpillar verlor 5,6 Prozent.

Mit großer Aufmerksamkeit verfolgten Anleger die Entwicklungen bei Boeing: Die größte Gewerkschaft des Flugzeugbauers lehnte im Mechaniker-Tarifstreit ein Angebot des Unternehmens ab, verschob aber den Beginn eines geplanten Streiks, um weitere Verhandlungen zu ermöglichen. Die Boeing-Aktie gab 4,6 Prozent nach.

Bei den Technologiewerten verzeichneten die Aktien von Cisco Systems Verluste. Die Papiere des weltgrößten Netzwerkausrüsters fielen 4,4 Prozent. Die Titel des Blackberry-Herstellers Research in Motion (RIM) verloren 6,4 Prozent.

Die Wal-Mart-Aktie beendete den Handel nahezu unverändert, nachdem sie im Verlauf zeitweise über ein Prozent im Plus notiert hatte. Grund waren die Umsatzzahlen des weltgrößten Einzelhandelskonzerns, die für August überraschend deutliche Zuwächse

Donnerstag, 4. September 2008

Trends und Megatrendes

Einige Fondsgesellschaften für Privatanleger versuchen deshalb, beides zu kombinieren. Sie suchen Trends, die besonders lang anhalten, und nennen sie „Megatrends“. Rohstoffe sollen ein Megatrend sein. Denen erging es aber bisher nicht besser: Im Mai und Juni kam eine Reihe von Rohstoff-Fonds auf den Markt - pünktlich zum großen Einbruch der Rohstoffpreise. Der Rohstoff-Index „Dow Jones AIG“ zum Beispiel ist seit Ende Juni um rund ein Fünftel gefallen. Das stört zumindest JP Morgan nicht. Die Investmentbank bietet derzeit ein neues Zertifikat an: Damit können Anleger auf Inflation und Ölpreis gleichzeitig wetten.

Vermutlich sind die vermeintlichen Megatrends also auch nicht besser für Privatanleger. Der Kapitalmarktforscher Lutz Johanning von der Universität WHU in Vallendar hält das für wahrscheinlich. Zwar gebe es gelegentlich Branchen oder Produkte, die besonders hohe Gewinne für die Zukunft versprechen. Doch je mehr Menschen davon wissen, umso höher seien die Kurse schon gestiegen. Idealerweise so weit, dass die künftigen Profite schon im Preis berücksichtigt sind. So etwas kann sogar mit Anleihen bei steigender Inflation passieren.

Nicht auf die Werbebroschüre warten

Das ist die klassische Spekulation: Wenn Privatanleger auf einen Trend aufmerksam werden, dann kaufen sie die neuen Anlageprodukte und treiben die Kurse so noch weiter. Dazu kommt: Sie können die Gewinnchancen oft schlecht einschätzen und übertreiben gern. Diese Gelegenheit nutzen dann bessere Spekulanten, um aus diesen Produkten auszusteigen.

Wie sollte man sein Geld also anlegen? Wer es sich einfach machen möchte, sollte Trends schlicht ignorieren. Es reicht dann, das Vermögen einmal gut auf die verschiedenen Regionen und Anlageklassen zu verteilen. Dann müssen Anleger nur noch darauf achten, dass Kursbewegungen das Portfolio nicht zu weit von der Grundeinstellung wegtreiben. So haben sie beste Gewinnchancen.

Wenn ein Anleger aber Spaß daran hat, neue Trends zu suchen, und auf künftige Trends setzen will, dann sollte er auch nicht warten, bis die Finanzindustrie diese Trends per Werbebroschüre in die Welt hinausposaunt. Sondern schon vorher kaufen und sich darüber freuen, wenn die Werbeprospekte die Kurse noch einmal nach oben treiben. In dem Moment sollte er dann aber auch darüber nachdenken, ob er seine Kursgewinne nicht lieber zu Geld macht.

Mittwoch, 3. September 2008

Arbeitslosenzahlen anschauen

Das Ende des Sommers wird von Investoren als willkommener Anlass genutzt, um ihre Glaskugeln hervorzuholen und einen Blick in das kommende Jahr zu wagen. Im September „konzentriert man sich verstärkt auf das nächste Kalenderjahr“, sagt Georges Yared von Yared Investment Research. Er geht davon aus, dass es in Erwartung eines kräftigen Anstiegs der Unternehmensgewinne 2009 zu einer Aktienmarktrally kommen könnte.

Ein entscheidender Indikator für das Umfeld im kommenden Jahr wird der am 5. September veröffentlichte amerikanische Arbeitsmarktbericht für August sein. Volkswirte rechnen damit, dass die in den vergangenen Monaten gestiegene Arbeitslosigkeit bei 5,7 Prozent verharren wird.

Für den Fall eines weiteren starken Anstiegs der Arbeitslosenquote könnte der schwierige Arbeitsmarkt beträchtliche Auswirkungen auf die amerikanischen Verbraucherausgaben haben, sagt Peter Cardillo, Chefvolkswirt bei Avalon Partners. Wenn sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt dagegen nicht merklich verschlechtert, könnte der Markt den Bericht als Zeichen interpretieren, dass die Wirtschaft Anfang 2009 für eine Trendumkehr gerüstet ist. Dies sei das bestmögliche Szenario, so Cardillo: „Die Wirtschaft hangelt sich bis zum Eintreten einer Erholung durch.“

Dienstag, 2. September 2008

Elder - what you really need

Allerdings, ein Trader braucht zusätzlich ein Chartprogramm, um Kursverläufe zu analysieren und einige Indikatoren, um das Auf und Ab einzuordnen und so Kauf- und Verkaufsignale aufzuspüren. Was mich betrifft, ich begnüge mich mit fünf Indikatoren: einem gleitenden Durchschnitt, einem Trendkanal, dem MACD (Moving-Average-Convergence-Divergence-Indicator) und dem MACD-Histogramm – beide geben Aufschluss darüber, ob Optimisten oder Pessimisten in der Überzahl sind, und welche Kraft Bullen und Bären haben. Und schließlich den von mir entwickelten Force-Index, der anzeigt, wenn ein Trend schwächer oder stärker wird.

FOCUS-MONEY: Sie haben unter den Einstiegsvoraussetzungen auch ein Tagebuch erwähnt. Was hat es damit auf sich?

Elder: Um sich eine gewisse Disziplin anzugewöhnen, ist es wichtig, Erfahrungen mit getätigten Transaktionen in einem Trading-Tagebuch festzuhalten, um so aus Fehlern zu lernen und sie beim nächsten Mal zu vermeiden. Ein Trading-Tagebuch ist mindestens genauso wichtig wie Hard- und Software.

US Stocks Decline Less Than ATX Declinel

Selbst der Bewertungsabschlag von 24 Prozent, den der FTSE Europe Index derzeit gegenüber dem S&P 500 Index gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis aufweist, ändert an dieser Vorliebe nichts. Clariden Leu-Analyst Sandro Rosa erklärt dies neben der unterschiedlichen Geldpolitik auch damit, dass die Gefahr von negativen Gewinnrevisionen in Europa größer ist als in Amerika.

Zur Begründung verweist er auf die in Europa weniger flexiblen Arbeitsmärkte sowie darauf, dass die Gewinne in Europa größere Abweichungen vom langfristigen Trend aufweisen. Zudem sei auch der Einfluss der Gewerkschaften größer, was die Margen unter Druck bringen dürfte.

Ähnlich sehen das die Experten bei der Credit Suisse. Dort wird bei den europäischen Unternehmen in den kommenden zwölf Monaten im Durchschnitt mit einem Gewinnrückgang von 13 Prozent gerechnet, während für die amerikanischen Gesellschaften nur ein Gewinnminus von zwei Prozent vorhergesagt wird. Auf Sektorebene werden in Europa lediglich Transportwerte, Banken und Technologietitel verglichen mit Amerika als günstig eingestuft.

Trickbetrüger a la MEINL

Entsprechend groß sei die Gefahr von Insidergeschäften, Kursmanipulationen oder Falschinformationen. Verschiedene Börsenbriefe hätten zuletzt laut Bafin Aktien von Unternehmen, vor allem aus den Vereinigten Staaten, Kanada oder der Schweiz zum Kauf empfohlen.

Allerdings brachten ein Engagement in diesen Titeln nicht den erhofften Kursanstieg, sondern enorme Kursverluste innerhalb kürzester Zeit. Um auf solche dubiosen Tipps nicht hereinzufallen, rät die Bafin den Anlegern, auf einige Warnsignale zu achten:

Aktienflut: In der Phase, in der die empfohlene Aktie in den Freiverkehr eingeführt wird, finden ein Aktiensplit oder eine Kapitalerhöhung statt. Dadurch wird die Zahl der Aktien enorm erhöht.

Miniwerte: Vorsicht ist laut Bafin bei Aktien Schweizer Gesellschaften geboten, die einen Mindestnennwert von nur 0,01 Schweizer Franken und ein Mindest-Stammkapital von gerade einmal 100.000 Franken haben. „In diesem Fall liegt es nahe, dass es den Gründern der jeweiligen Gesellschaft darum ging, möglichst viele Aktien zu schaffen“, warnt die Bafin.

Trend-Branche: Bei Anlegern sollten die Alarmglocken angehen, wenn das Unternehmen kurz vor der Notierung an der Börse seinen Geschäftszweck ändert - vor allem dann, wenn die Gesellschaft plötzlich angibt, in einer Branche tätig zu sein, die derzeit in ist wie lange Zeit die Rohstoffbranche.

Geheimnisse: Wenn über das Unternehmen keine verlässlichen Informationen erhältlich sind wie testierte Jahresabschlüsse oder unabhängige Analystenberichte, sollten Anleger lieber die Finger von einem Kauf lassen.

Karriere: Verdächtig ist es auch, wenn Personen, die in leitender Position der Gesellschaft tätig sind, schon in anderen Unternehmen tätig waren, deren Aktien sich langfristig ebenfalls als Enttäuschung herausgestellt haben.

Briefkasten: Hat das Unternehmen seinen Sitz unter derselben Adresse wie ein Vielzahl anderer Unternehmen, deutet dies darauf hin, dass die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft eher begrenzt ist und es sich mehr oder wneiger um eine „Briefkastenfirma“ handelt.

Fazit: Anleger sollten nie blind Empfehlungen von so manchen Börsenbriefen oder unbekannten E-Mail-Verfassern trauen, sondern stets selbst ihre Anlagestrategie und ihr Investment prüfen.

Sonntag, 31. August 2008

Oh my Darling!

The UK is facing the worst economic conditions for 60 years and the current crisis will be "more profound and long-lasting" than expected, British finance minister Alistair Darling warned Saturday.
Alistair Darling says the UK is facing its worst economic crisis in 60 years.

Alistair Darling says the UK is facing its worst economic crisis in 60 years.

Darling's comments are the Government's grimmest assessment yet of the situation, and come after a Bank of England policymaker warned that unemployment could hit two million by Christmas, the UK's Press Association reported.

Darling said that the economic conditions faced by the UK and the rest of the world "are arguably the worst they've been in 60 years," adding: "I think it's going to be more profound and long-lasting than people thought."

Speaking to The Guardian newspaper, Darling admitted that UK Prime Minister Gordon Brown's ruling Labour Party would face a tough job persuading voters that they deserved another term in office.

"This coming 12 months will be the most difficult 12 months the Labour Party has had in a generation, quite frankly," he said. "We've got to rediscover that zeal which won three elections, and that is a huge problem for us at the moment.

Samstag, 30. August 2008

CO2 Effizienz

Kein Zweifel: Die Sorge um die Umwelt erzwingt eine Reaktion der Politik. Doch die Frage ist, was gemacht wird und wie es gemacht wird und wie man sich vor mächtigen Lobbys hütet. In der Sprache der Wirtschaftswissenschaft heißt das: „Gute Klimapolitik muss kosteneffizient sein, also dafür sorgen, dass die Menge CO2, die pro eingesetzten Euro eingespart wird, maximal ist.“ So prägnant formuliert es der Magdeburger Umweltökonom Joachim Weimann.

Prinzip verletzt

Dieses triviale Prinzip sieht der Wissenschaftler sträflich verletzt in der deutschen Klimapolitik. Das ist im Grunde nicht schwer zu verstehen: Die Energieversorger haben für das Recht, CO2 in die Luft zu blasen, Zertifikate gekauft. Beflügelt das Kühlschränke-Programm die Menschen, die A++-Geräte anzuschaffen, dann wird viel Strom gespart. Es wird also auch CO2 gespart. So weit, so gut.

Doch dann passiert das Schreckliche: Die Verschmutzungszertifikate für den gesparten Strom bleiben frei und können von anderen erworben und verbraucht werden, zum Beispiel von einer Zementfabrik. Das Ergebnis ist trübe: Die Luft wird kein bisschen sauberer. Die Ersparnis bietet Spielraum für Luftverschmutzung an anderer Stelle.

Sonntag, 24. August 2008

Was Banken gelernt haben ? - Stiglitz

Glauben Sie, dass die Banken aus der aktuellen tief gehenden Krise etwas gelernt haben?

Stiglitz: Daran glaube ich nicht einmal ein winziges Bisschen. Solche Krisen scheinen doch alle zehn Jahre zu passieren. Ich fürchte, dass die Steuerzahler nach dieser Krise sich bereits darauf vorbereiten sollten, in der nächsten, die kommt, wieder einen Teil der Rechnung bezahlen zu müssen.

mm.de: Obwohl so viele Banken derzeit so hohe Abschreibungen und teilweise echte Verluste haben?

Stiglitz: Trotzdem. Die ersten Meinungsmacher bringen sich doch bereits wieder in Stellung und warnen vor Überregulierung, obwohl wir nicht mal eine funktionierende Regulierung haben.

Samstag, 23. August 2008

Mundell-Fleming Modell

Anfang der 1960er Jahre entwickelten er und Marcus Fleming unabhängig voneinander das Grundmodell der Makroökonomik offener Volkswirtschaften, was als Mundell-Fleming-Modell bekannt wurde. Das Modell beschreibt eine kleine Volkswirtschaft, die mit anderen Ländern durch Handel und grenzüberschreitende Kapitalströme verbunden ist, und zeigt, welche Politikoptionen bestehen und wie das Land auf Veränderungen der inneren und äußeren Rahmenbedingungen reagiert. Es zeigt die Unmöglichkeit, gleichzeitig nationale geldpolitische Autonomie, fixe Wechselkurse und freie Kapitalströme zu erreichen (Mundell-Fleming-Trilemma). Nur zwei der drei Ziele können erreicht werden. Aus der Theorie folgt im Besonderen:

* Die Stabilität des Bretton-Woods-Systems beruht weniger auf dem Goldstandard, eher auf den US-amerikanischen nationalen Reserven.
* Nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik in einem System variabler Wechselkurse ist ineffektiv, da sie die Zentralbanken behindert.
* Das ökonomische Gleichgewicht zwischen einzelnen Währungszonen beruht auf ähnlicher Preisstabilität. Eine gemeinsame Geldpolitik für alle würde ausreichen.

Angebotspolitik versus Kenysianismus _Mundell

* Bürokratieabbau und Deregulierung
* die Verringerung der Herstellkosten, insbesondere der Lohnnebenkosten
* die Verringerung der Sozialleistungen auf ein notwendiges Mindestmaß
* ein einfaches Steuersystem mit niedrigen Steuertarifen
* Stabilitätspolitik, Vermeidung bzw. Abbau einer Staatsverschuldung
* Sicherung des Wettbewerbes, Abbau von Subventionen
* Privatisierung öffentlicher Unternehmen
* potenzialorientierte Geldpolitik (=Orientierung der Geldmengenentwicklung am Wirtschaftspotenzial)

Wassollte die EZB tun ? - Mundell

Der Ölpreis ist zuletzt kräftig unter Druck geraten, und die Weltwirtschaft kühlt sich ab. Da dürfte sich der Auftrieb bei den Preisen bald wieder verlangsamen. Schauen Sie sich nur den Goldpreis an, der normalerweise steigt, wenn sich die Welt vor einer Inflation fürchtet. Zuletzt ist Gold aber wieder deutlich auf 800 Dollar gefallen.
WELT ONLINE: Dann übertreibt es die Europäische Zentralbank (EZB) also mit ihrem relativ strikten Stabilitätskurs?
Mundell: Ich möchte ausdrücklich nicht in die allgemeine Kritik einstimmen, die auch hier in Lindau zu hören war. Meines Erachtens haben die europäischen Währungshüter aber einen kapitalen Fehler begangen. Sie haben den Euro zu stark werden lassen im blinden Vertrauen darauf, Europa sei wirtschaftlich widerstandsfähig genug, um sich auch von einem Abschwung der amerikanischen Volkswirtschaft abzukoppeln. Diese Hoffnung hat sich nun als trügerisch erwiesen. Wie bereits in der letzten Rezession nach der Jahrtausendwende folgt die Alte Welt der US-Ökonomie mit einem Abstand von acht Monaten in den Abgrund.
WELT ONLINE: Also sind die Leitzinsen doch zu hoch, wie Ihre Nobel-Kollegen sagen.
Mundell: Das Problem sind nicht Leitzinsen, sondern dass die Europäer tatenlos zugeschaut haben, wie der Euro immer stärker wurde.
VIDEO
.
Aus WELT ONLINE: Was hätten sie denn tun sollen?

Mundell: Ganz klar: intervenieren, und das entschlossen und mit Ansage. Damit meine ich, dass man vorher einen Zielkurs definieren muss, den man im Zweifel auch bereit ist, zu verteidigen.

WELT ONLINE: Aber wäre das nicht geradezu eine Einladung für Händler, dagegen zu spekulieren?

Mundell: Grundsätzlich schon. Schließlich sind an den Devisenmärkten täglich zwei Billionen Dollar unterwegs. Interventionen in einem solchen Umfeld sind vergleichbar mit einem Feldzug. Und so, wie man nicht einen Krieg so hopplahopp über Nacht beginnt, weil man Truppen aufbauen und eine langfristige Strategie entwerfen muss, ist auch bei Eingriffen am Devisenmarkt ein Schlachtplan nötig. Die vorher festgelegte Zielmarke wird wie eine Sta