3. Oktober 2008 Nach dramatischen Einbrüchen ist der internationale Aktienhandel mit steigenden Kursen in die neue Woche gegangen. Während die Börse in Tokio wegen eines Feiertags geschlossen blieb, meldeten die Plätze Sydney, Singapur und Seoul teilweise kräftige Kursgewinne. Weiter abwärts ging es allerdings in Hongkong und Jakarta.
In Australien stieg der Aktienindex S&P/ASX200 am Montag um mehr als vier Prozent, nachdem das Börsenbarometer am Freitag noch um über acht Prozent gefallen war. Die Anleger honorierten damit einen Plan der Regierung, die Einlagen bei Banken drei Jahre lang zu garantieren. Positive Aufnahme fand auch der am Sonntag in Paris beschlossene Rettungsplan der Euro-Staaten.
An der Wall Street signalisierten steigende Kurse von Indexoptionsscheinen eine Trendwende. Die Dow-Jones-Futures legten um 2,8 Prozent auf 8.605 zu. Der Dow-Jones-Index war am Freitag um 1,5 Prozent auf 8.451,49 gefallen. In den vergangenen acht Handelstagen hat der Dow-Jones-Index 22,1 Prozent an Wert verloren. Seit dem Rekordhoch von 14.164,53 am 9. Oktober 2007 betrugen die Einbußen 40,3 Prozent.
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„Es gibt viele Schnäppchen“
Vor allem Banken schnitten nach den angekündigten Kapitalspritzen der reichsten Länder überdurchschnittlich gut ab. National Australia Bank und ANZ legten in Sydney fast zehn Prozent zu. Die Regierung in Australien hatte am Sonntag nach allen anderen Industrieländern ebenfalls Garantien für Bankeinlagen abgegeben. „Es gibt viele Schnäppchen“, sagte Analyst Craig James im australischen Rundfunk. „Wir dürften ziemlich an der Talsohle sein, und viele Aktien sind so billig wie seit einem Vierteljahrhundert nicht mehr.“
Die G7-Finanzminister hatten bei der IWF- und Weltbanktagung am Wochenende beschlossen, wichtige Finanzinstitutionen vor dem Untergang zu bewahren, eingefrorene Kreditmärkte aufzutauen und staatliches Kapital für Banken in Aussicht gestellt. Der Krisengipfel der 15 Euro-Länder beschloss anschließend in Paris einen Schutzschirm für das gesamte Bankensystem.
Den Boden gefunden?
Einige Börsianer wie David Kotok von der Firma Cumberland Advisors äußerten die Erwartung, dass der Aktienmarkt jetzt seinen Boden gefunden habe. Andere Experten waren hingegen weniger optimistisch und wiesen auf den Crash von 1987 hin. Damals stürzte der Aktienmarkt nach Zwischenphasen der Erholung immer wieder in ein neues Tief.
Montag, 13. Oktober 2008
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