bsicherungsstrategien können nie schaden
Das ist wäre sonderlich gutes Vorzeichen für die Unternehmensgewinne. Insofern können Absicherungsstrategien nicht schaden. Eine erste, radikale Lösung wäre der Verkauf sämtlicher Positionen. Das Problem ist, dafür den richtigen Zeitpunkt zu finden, ebenso für einen späteren Wiedereinstieg. Wer verkauft und der Markt steigt weiter, verzichtet auf Kursgewinne.
Ähnliches gilt für die Lösung Nummer zwei: das Plazieren von Stopp-Loss-Aufträgen im Markt. In diesem Fall wird das entsprechende Wertpapier automatisch zum nächstmöglichen Kurs verkauft, sobald der Kurs eine festgelegte Schwelle erreicht hat. Hier besteht die Schwierigkeit darin, die richtige „Kursschwelle“ festzulegen und „zu pflegen“, also regelmäßig anzupassen. Liegt sie zu eng am Markt, kann ein kurzes „Abtauchen“ der Aktie den Verkaufsauftrag auslösen. Steigt sie hernach wieder, hätte der Anleger nicht nur zu einem ungünstigen Kurs verkauft, sondern müsste auch noch auf die weiteren Kursgewinne verzichten.
Legt er die Schwelle hingegen zu weit weg, muss er vergleichsweise hohe Kursverluste hinnehmen, bis die „Schutzfunktion“ greift. Aus diesem Grund ist ein sensibles Händchen bei der Aufgabe solcher Orders nötig. Der Anleger sollte das übliche Handelsvolumen und die Volatilität des Papiers berücksichtigen.
Verkaufsoptionen wirken wie eine Versicherung - Prämie gegen Schutz
Eine dritte Absicherungsvariante ist der Kauf von Verkaufsoptionen. Sie geben dem Anleger gegen Zahlung einer Prämie das Recht, das relevante Wertpapier oder den Index zu einem bestimmten Kurs - dem gewählten Ausübungspreis - zu verkaufen oder die Differenz zwischen aktuellem Kurs und Ausübungspreis einzustreichen. Verkaufs- oder Putoptionen sind in diesem Sinne vergleichbar mit einer Versicherungsprämie. Der Anleger erwirbt nur ein Recht - ohne Verpflichtungen einzugehen. Puts können entweder in Form von Optionsscheinen oder in standardisierter Form an Terminbörsen wie der Eurex, der Liffe oder der CBOE gekauft werden.
Die vierte Variante ist der Kauf von Volatilitätszertifikaten, zum Beispiel mit der Isin DE000GS0DVD5. Denn sobald die Kurse nicht mehr im Trend steigen, sondern fallen, nimmt in der Regel die Volatilität deutlich zu und steigert den Wert des Zertifikats. Gerade bei solchen Produkten sind jedoch gezielte Gewinnmitnahmen zwingend, da die Volatilität mittelfristig stets zu einem Mittelwert zurückkehrt.
Die fünfte Möglichkeit ist „das Spiel“ mit Futures, Futures-ähnlichen Zertifikaten oder Hebelzertifikaten. Futures sind nichts anderes als standardisierte Terminkontrakte auf einen Index, eine Währung, Rohstoffe oder andere Werte oder Güter. Der Anleger kann sie verkaufen, um von fallenden Kursen zu profitieren ohne sein Wertpapierdepot aufzulösen. Fällt der Markt tatsächlich, kann er am Terminmarkt das gewinnen, was seine Papiere an Wert einbüßen - zumindest dann, wenn der das richtige Verhältnis zwischen Terminkontrakt und Depot ausgetüftelt hat.
Profis agieren dynamisch
Der Vorteil von Futures und Optionen ist, dass sie in der Regel recht liquide sind und Anleger auf Grund des so genannten „Leverage“ nur begrenzt Kapital einsetzen müssen. Es gibt immer mehr Zertifikate, die ähnliches möglich machen. Allerdings ist es empfehlenswert, die Details genau zu betrachten. Denn neben möglichen Knock-Out-Schwellen, die das Papier wertlos machen können, spielen die Anbieter recht gerne auch mit den Zinsen - zum Nachteil des Anlegers.
Insgesamt bieten sich damit für den Fall der Fälle genügend Möglichkeiten, sich gegen fallende Kurse abzusichern. Die entscheidende Frage ist, den richtigen Zeitpunkt zu finden. Professionelle Anleger tendieren dazu, dynamisch zu agieren: Sie verkaufen bei fallenden Kursen immer mehr Futures, um sie bei einem sich erholenden Markt wieder zurückzukaufen. Im steigenden Markt machen sie es gerade umgekehrt. Über die Anzahl der ge- oder verkauften Kontrakte können sie ihr Marktrisiko erhöhen oder reduzieren, ohne die Grundstrategie ihres Wertpapierdepots zu verändern.
Mittwoch, 17. September 2008
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