Dienstag, 16. September 2008

Economic Depression

Der Zusammenbruch der 158 Jahre alten Traditionsbank sendet Schockwellen über die gesamte Branche. Anleger fliehen aus Aktien und flüchten sich in vermeintlich sichere Staatsanleihen. In Europa geht es mit den großen Indizes um drei bis vier Prozent nach unten, während die zehnjährigen US-Staatspapiere um zwei volle Punkte steigen und damit den stärksten Sprung an einem Tag seit 20 Jahren verzeichnen. An der Wall Street bangen die Anleger bereits. Für den Handelsstart am weltweit wichtigsten Markt brauchen sie Nerven aus Stahl, wird der Dow Jones vermutlich nur eine Richtung kennen - steil nach unten.

Die zehn Bankenriesen Bank of America, Deutsche Bank, Credit Suisse, UBS, Barclays, Morgan Stanley, Citibank, Goldman Sachs, J.P. Morgan und Merrill Lynch kündigten bereits an, 70 Milliarden Dollar in einen Fonds einzuzahlen, um Liquiditätsengpässe von Banken abzufedern. Und auch die US-Notenbank öffnet erneut die Geldschleusen und pumpt Milliarden in den Markt.

Dennoch: Die tektonischen Platten der US-Finanzwelt haben sich verschoben. Der Sektor steht vor einer Komplett-Neuordnung. An der Wall Street wird es in dieser Woche wohl historische Umwälzungen mit Folgen für die gesamte Finanzwelt kommen. (Sigrid Schamall, derStandard.at, 15.9.2008)

Keine Kommentare: