Einige Fondsgesellschaften für Privatanleger versuchen deshalb, beides zu kombinieren. Sie suchen Trends, die besonders lang anhalten, und nennen sie „Megatrends“. Rohstoffe sollen ein Megatrend sein. Denen erging es aber bisher nicht besser: Im Mai und Juni kam eine Reihe von Rohstoff-Fonds auf den Markt - pünktlich zum großen Einbruch der Rohstoffpreise. Der Rohstoff-Index „Dow Jones AIG“ zum Beispiel ist seit Ende Juni um rund ein Fünftel gefallen. Das stört zumindest JP Morgan nicht. Die Investmentbank bietet derzeit ein neues Zertifikat an: Damit können Anleger auf Inflation und Ölpreis gleichzeitig wetten.
Vermutlich sind die vermeintlichen Megatrends also auch nicht besser für Privatanleger. Der Kapitalmarktforscher Lutz Johanning von der Universität WHU in Vallendar hält das für wahrscheinlich. Zwar gebe es gelegentlich Branchen oder Produkte, die besonders hohe Gewinne für die Zukunft versprechen. Doch je mehr Menschen davon wissen, umso höher seien die Kurse schon gestiegen. Idealerweise so weit, dass die künftigen Profite schon im Preis berücksichtigt sind. So etwas kann sogar mit Anleihen bei steigender Inflation passieren.
Nicht auf die Werbebroschüre warten
Das ist die klassische Spekulation: Wenn Privatanleger auf einen Trend aufmerksam werden, dann kaufen sie die neuen Anlageprodukte und treiben die Kurse so noch weiter. Dazu kommt: Sie können die Gewinnchancen oft schlecht einschätzen und übertreiben gern. Diese Gelegenheit nutzen dann bessere Spekulanten, um aus diesen Produkten auszusteigen.
Wie sollte man sein Geld also anlegen? Wer es sich einfach machen möchte, sollte Trends schlicht ignorieren. Es reicht dann, das Vermögen einmal gut auf die verschiedenen Regionen und Anlageklassen zu verteilen. Dann müssen Anleger nur noch darauf achten, dass Kursbewegungen das Portfolio nicht zu weit von der Grundeinstellung wegtreiben. So haben sie beste Gewinnchancen.
Wenn ein Anleger aber Spaß daran hat, neue Trends zu suchen, und auf künftige Trends setzen will, dann sollte er auch nicht warten, bis die Finanzindustrie diese Trends per Werbebroschüre in die Welt hinausposaunt. Sondern schon vorher kaufen und sich darüber freuen, wenn die Werbeprospekte die Kurse noch einmal nach oben treiben. In dem Moment sollte er dann aber auch darüber nachdenken, ob er seine Kursgewinne nicht lieber zu Geld macht.
Donnerstag, 4. September 2008
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