Mittwoch, 17. September 2008

Gold

Gold
Sicherer Hafen

Selbst der Inbegriff von Solidität gerät ins Wanken: In den vergangenen acht Wochen ist der Goldpreis um mehr als 140 Dollar auf etwa 780 Dollar je Unze gefallen. Es sind jedoch nicht unbedingt die Kleinanleger, die vermehrt aus dem vermeintlich sicheren Hafen flüchten. Im Gegenteil: Der Krügerrand, die am weitesten verbreitete Goldmünze auf der Welt, ist in Deutschland noch immer knapp.

Händler haben beobachtet, dass sich in jüngster Zeit vor allem amerikanische Vermögensverwalter und Hedge-Fonds auf der Suche nach Liquidität aus Edelmetallen zurückgezogen haben. In den vergangenen acht Wochen sind 316.000 Terminkontrakte auf Gold verkauft worden – das entspricht etwa 360 Tonnen des gelben Edelmetalls. „Es sind keine fundamentalen Änderungen, die den Preisrutsch beim Gold ausgelöst haben“, sagt Thorsten Proettel, Rohstoffanalyst bei der Landesbank Baden-Württemberg. Die Kleinanleger hielten Gold in Krisenzeiten nach wie vor für eine attraktive Vermögensanlage.

„Wenn an den Aktien- und Anleihemärkten Verluste gemacht werden, zieht auch das Argument nicht mehr, dass Gold ,totes Kapital‘ sei, weil der Rohstoff weder Zinsen noch Dividende erwirtschafte“, sagt Proettel. Er hält einen Anteil von 5 Prozent an Gold im Depot für durchaus vertretbar. Das Edelmetall helfe in Phasen, wenn der Aktienmarkt sehr schlecht laufe. Schließlich ließen sich durch Gold Wertschwankungen ausgleichen. (jul.)

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