Montag, 29. September 2008
Vertrauen
Obwohl die Notenbanken die Banken mit billigem Geld versorgen, kehrt das Vertrauen nicht zurück. Das macht diese Krise so gefährlich. Geld und Kredit sind so etwas wie der Blutkreislauf der Volkswirtschaft, und Banken dienen als Pumpen. Das Vertrauen in Banken darf nicht verlorengehen, weil niemand weiß, wie man es wieder zurückgewinnt. Zu Recht ist kaum jemand davon begeistert, die Kreditinstitute auf Kosten der Allgemeinheit rauszuhauen. Doch was ist die andere Möglichkeit? Ein Sturm auf Banken sicher nicht.
Sonntag, 28. September 2008
Sind die DGB Forderungen klug?
Sommer kündigte Widerstand an. Die Gewerkschaften hielten in den aktuellen Tarifrunden an ihren Lohnforderungen fest. „Wer schlecht agierenden Managern Millionen hinterher schmeißt, darf den ehrlich arbeitenden Menschen ihren gerechten Anteil nicht vorenthalten“, sagte der DGB-Chef.
Bundeswirtschaftsminister Glos sagte der „Bild“-Zeitung: „Wir werden unsere Prognose für das nächste Jahr wohl deutlich nach unten korrigieren müssen.“ Steinbrück sagte dem Magazin „Spiegel“, der amerikanische Patient liege momentan „mit einer Lungenentzündung auf der Intensivstation“. Das bedeute, „dass auch wir hier in Europa zumindest eine schwere Erkältung bekommen können“. 2009 dürfte „deutlich schlechter werden als die bisher geschätzten 1,2 Prozent Wachstum“.
Steuerausfälle am Bankenplatz Frankfurt
Der hessische Ministerpräsident Koch erwartet, dass sein Land von der Finanzkrise durch Steuerausfälle am Bankenplatz Frankfurt besonders in Mitleidenschaft gezogen werde. „Natürlich wird die Bankenkrise uns besonders beschäftigen in den nächsten Wochen, weil wir diejenigen sein werden, bei denen das zuerst ankommt“, sagte Koch. Nahezu alle deutschen Banken hätten in Amerika Geld verloren. Über die Finanzwirtschaft hinaus befürchte er „Auswirkungen auf die Realwirtschaft“ wie den Maschinenbau und andere Branchen. Mit Prognosen sei er vorsichtig, doch sicher sei: „Unser wirtschaftliches Wachstum wird negativ beeinflusst werden durch die Krisen der letzten Wochen.“
Erwartet Entlassungen und “Lohndrückerei“: DGB-Chef Michael Sommer
Erwartet Entlassungen und "Lohndrückerei": DGB-Chef Michael Sommer
Die Frage der Globalisierung und ihrer Risiken, die sich in der Finanzkrise zeigten, werde auch im kommenden Bundestagswahlkampf eine Rolle spielen, sagte Koch als stellvertretender CDU-Vorsitzender. Dabei sei die Union stets der Meinung gewesen: „Wir dürfen die globalisierte Welt in der sozialen Marktwirtschaft nicht völlig regellos daherkommen lassen.“ Andererseits sollte die CDU die Bürger von den Chancen überzeugen, die sich aus der weltweiten wirtschaftlichen Verflechtung ergeben. „Die CDU taugt nicht als eine Partei des Angstmachens und des staatlichen Absicherns, sondern die CDU ist eine Partei, die Menschen Chancen verschafft“, sagte Koch.
Bundeswirtschaftsminister Glos sagte der „Bild“-Zeitung: „Wir werden unsere Prognose für das nächste Jahr wohl deutlich nach unten korrigieren müssen.“ Steinbrück sagte dem Magazin „Spiegel“, der amerikanische Patient liege momentan „mit einer Lungenentzündung auf der Intensivstation“. Das bedeute, „dass auch wir hier in Europa zumindest eine schwere Erkältung bekommen können“. 2009 dürfte „deutlich schlechter werden als die bisher geschätzten 1,2 Prozent Wachstum“.
Steuerausfälle am Bankenplatz Frankfurt
Der hessische Ministerpräsident Koch erwartet, dass sein Land von der Finanzkrise durch Steuerausfälle am Bankenplatz Frankfurt besonders in Mitleidenschaft gezogen werde. „Natürlich wird die Bankenkrise uns besonders beschäftigen in den nächsten Wochen, weil wir diejenigen sein werden, bei denen das zuerst ankommt“, sagte Koch. Nahezu alle deutschen Banken hätten in Amerika Geld verloren. Über die Finanzwirtschaft hinaus befürchte er „Auswirkungen auf die Realwirtschaft“ wie den Maschinenbau und andere Branchen. Mit Prognosen sei er vorsichtig, doch sicher sei: „Unser wirtschaftliches Wachstum wird negativ beeinflusst werden durch die Krisen der letzten Wochen.“
Erwartet Entlassungen und “Lohndrückerei“: DGB-Chef Michael Sommer
Erwartet Entlassungen und "Lohndrückerei": DGB-Chef Michael Sommer
Die Frage der Globalisierung und ihrer Risiken, die sich in der Finanzkrise zeigten, werde auch im kommenden Bundestagswahlkampf eine Rolle spielen, sagte Koch als stellvertretender CDU-Vorsitzender. Dabei sei die Union stets der Meinung gewesen: „Wir dürfen die globalisierte Welt in der sozialen Marktwirtschaft nicht völlig regellos daherkommen lassen.“ Andererseits sollte die CDU die Bürger von den Chancen überzeugen, die sich aus der weltweiten wirtschaftlichen Verflechtung ergeben. „Die CDU taugt nicht als eine Partei des Angstmachens und des staatlichen Absicherns, sondern die CDU ist eine Partei, die Menschen Chancen verschafft“, sagte Koch.
Verlust verstaatlicht, Gewinn privatisiert
8. September 2008 Nach tagelangem Ringen um das Rettungspaket für das amerikanische Finanzgewerbe ist der Durchbruch gelungen. Die amerikanische Regierung wird bis zu 700 Milliarden Dollar ausgeben, um Banken und andere Finanzmarktteilnehmer von der Last fauler Kredite und problematischer Wertpapiere zu befreien und einen Kollaps des Finanzsystems zu verhindern. Darauf haben sich die Regierung unter Führung von Finanzminister Henry Paulson und die beiden Parteien im Kongress, Demokraten und Republikaner, in Verhandlungen in der Nacht zum Sonntag verständigt.
Wie der Fernsehsender CNN berichtete, ist eine Abstimmung im Repräsentantenhaus erst am Montag geplant. Der Senat werde sein Votum über das Paket zum Aufkauf fauler Kredite von notleidenden Banken erst im Laufe der Woche fällen, hieß es. Das milliardenschwere Rettungspaket, eines der größten in der amerikanischen Geschichte, ist durch Zugeständnisse sowohl von der Regierung als auch von Demokraten und Republikanern im Kongress zustande gekommen. Die demokratische Mehrheit setzte sich mit ihrer Forderung durch, die 700 Milliarden Dollar nicht auf einen Schlag freizugeben.
Finanzwirtschaft soll an Kosten der Rettung beteiligt werden
Geplant ist nun, dem Finanzministerium zunächst 250 Milliarden Dollar zu bewilligen; weitere 100 Milliarden Dollar sollen aufgenommen werden, nachdem das Weiße Haus die Notwendigkeit eines Kaufs zusätzlicher Wertpapiere bescheinigt. Die andere Hälfte des Betrags, 350 Milliarden Dollar, stünde dem Finanzministerium erst nach einer Einspruchsfrist von 15 Tagen für den Kongress zur Verfügung. Die Regierung hat außerdem eingewilligt, als Gegenleistung für die Kapitalspritzen vorübergehend stimmrechtslose Aktien an den geretteten Banken zu übernehmen. So soll eine Beteiligung an möglichen künftigen Gewinnen gesichert werden - zum Nutzen der Steuerzahler.
Wie der Fernsehsender CNN berichtete, ist eine Abstimmung im Repräsentantenhaus erst am Montag geplant. Der Senat werde sein Votum über das Paket zum Aufkauf fauler Kredite von notleidenden Banken erst im Laufe der Woche fällen, hieß es. Das milliardenschwere Rettungspaket, eines der größten in der amerikanischen Geschichte, ist durch Zugeständnisse sowohl von der Regierung als auch von Demokraten und Republikanern im Kongress zustande gekommen. Die demokratische Mehrheit setzte sich mit ihrer Forderung durch, die 700 Milliarden Dollar nicht auf einen Schlag freizugeben.
Finanzwirtschaft soll an Kosten der Rettung beteiligt werden
Geplant ist nun, dem Finanzministerium zunächst 250 Milliarden Dollar zu bewilligen; weitere 100 Milliarden Dollar sollen aufgenommen werden, nachdem das Weiße Haus die Notwendigkeit eines Kaufs zusätzlicher Wertpapiere bescheinigt. Die andere Hälfte des Betrags, 350 Milliarden Dollar, stünde dem Finanzministerium erst nach einer Einspruchsfrist von 15 Tagen für den Kongress zur Verfügung. Die Regierung hat außerdem eingewilligt, als Gegenleistung für die Kapitalspritzen vorübergehend stimmrechtslose Aktien an den geretteten Banken zu übernehmen. So soll eine Beteiligung an möglichen künftigen Gewinnen gesichert werden - zum Nutzen der Steuerzahler.
Samstag, 27. September 2008
Lehman Brothers
eit Anfang 2007 hatte Einhorn eine konsequente Spekulationsstrategie verfolgt: Er wettete an der Börse gegen Lehman Brothers, überzeugt davon, dass die Investmentbank gegen alle offiziellen Jubelmeldungen hohe Verluste machte und in ihren Bilanzen versteckte. Das, prophezeite Einhorn, würde über kurz oder lang bekannt werden und die Aktie des Unternehmens abstürzen lassen.
Einhorn ging also „short“, wie es in der Brokersprache heißt. Er lieh sich Lehman-Papiere, verkaufte sie, legte das Geld beiseite und kaufte damit zu niedrigeren Kursen wieder ein. Er war nicht der Einzige, der diese Strategie verfolgte, aber einer der wenigen, der sich nicht scheute, sich öffentlich dazu zu bekennen.
Auch wenn er durchaus Bammel vor den Konsequenzen hatte: „Ein richtiger Kollaps von Lehman – das wäre nicht gut“, erklärte Einhorn vergangenen Juni in einem Interview. „Wir würden nichts gewinnen, wenn die Bank zusammenbricht und das ganze Finanzsystem mitnimmt.“
Aber genau so kam es. Die Nachricht der Lehman-Pleite löste eine Lawine von Hiobsbotschaften aus, die der Finanzwelt in der vergangenen Woche kaum eine Minute zum Durchatmen gönnten. Die Bilanz der fünf Tage liest sich verheerend: Von den fünf großen Investmentbanken der Wall Street, dem Herz des Finanzkapitalismus der USA, steht nur noch eine auf sicheren Beinen. Die größte US-amerikanische Versicherung, AIG, wurde vom Staat aufgekauft. Und die nächsten Kandidaten wackeln schon. Kein Wunder, dass die Börsen in aller Welt verrückt spielten. Der österreichische Leitindex ATX war davon nicht ausgenommen: Er fiel binnen einer Woche auf das Niveau des Jahres 2005, ehe er vergangenen Freitag wieder in die Höhe schnalzte (siehe Kasten Seite 52). Auch mehrere österreichische Banken und Versicherungen sind durch Geschäftsbeziehungen mit Lehman direkt vom Crash betroffen. Die seit Mitte des Vorjahrs schwelende Krise hat damit eine neue Dimension bekommen.
Wetten. Doch der Anschein, dass es nur Verlierer gibt, trügt. Der Fall Einhorn ist für diese Krise symptomatisch. Amerikanische Medien berichteten, dass in der vergangenen Woche gezielt Gerüchte über die Pleite weiterer Institute gestreut wurden, um auf fallende Kurse setzen zu können. Der New Yorker Generalstaatsanwalt Andrew Cuomo kündigte deswegen umfassende Ermittlungen an, die amerikanische und die britische Börsenaufsicht verboten Ende der Woche zunächst befristet bis Anfang Oktober ungedeckte Leerverkäufe, mit denen Spekulanten auf fallende Kurse setzen.
Nicht nur Einhorn hat mit einer hoch angesetzten Wette gewonnen. Man vergisst leicht, dass viele Banken noch bis vor Kurzem aberwitzige Gewinne gemacht und deren Bosse ebenso abenteuerliche Boni einstreifen durften. Der Anteil der Gewinne der Finanzindustrie an der Wirtschaftsleistung der USA hat sich bis 2007 in nur fünf Jahren versechsfacht. Ihr Motor waren die Hypothekarkredite. „Die Banken haben den Leuten das Blaue vom Himmel herunter versprochen: Sie haben den Kunden glaubhaft gemacht, dass sie reich werden durch Nichtstun – einfach indem sie ein Haus kaufen. Und das würde dann einfach mir nichts, dir nichts mehr wert werden“, erklärte Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus jüngst in einem profil-Interview die Logik der Immobilienblase. Durch die Spekulation wurden die Häuser tatsächlich mehr wert – aber nur solange die Illusion aufrechterhalten werden konnte. Die Investoren, die rechtzeitig aussteigen konnten, haben sich eine goldene Nase verdient. Die einfachen Häuselbauer jedoch sitzen jetzt auf entwerteten Objekten, können ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen – und wer auch immer diese faulen Kredite in den Büchern stehen hat, steckt jetzt in der Klemme. Weil die Kredite als verschachtelte Pakete mehrmals weiterverkauft wurden, sind jetzt die Risiken über die ganze Welt verteilt (siehe Schaubild links). „Jetzt ist die Party vorbei, die Partygäste sind verkatert, manche müssen sogar auf die Intensivstation“, doziert der renommierte deutsche Wirtschaftsprofessor Peter Bofinger.
Die Intensivbehandlung sieht jedoch für jeden Patienten anders aus. Während die amerikanische Regierung der größten Versicherung des Landes, AIG, 85 Milliarden Dollar zuschoss und sich gleichzeitig 80 Prozent am Konzern sicherte, ließ sie bei der Investmentbank Lehman schnell durchblicken, dass es keinen politischen Willen zur Rettung gab. Stattdessen sollte das Schicksal der 158 Jahre alten Traditionsbank in einer eilig anberaumten Krisensitzung mit 30 geladenen Bankchefs geklärt werden. Die Bush-Administration hatte gehofft, dass die Mitbewerber schon aus schierem Eigeninteresse eine Lösung finden würden, weil sie alle durch Milliardengeschäfte mit der Investmentbank verbunden sind. Doch der Versuch scheiterte. Nur ein Teil des Geschäfts wird im Lauf der Woche von der britischen Bank Barclays übernommen.
Einhorn ging also „short“, wie es in der Brokersprache heißt. Er lieh sich Lehman-Papiere, verkaufte sie, legte das Geld beiseite und kaufte damit zu niedrigeren Kursen wieder ein. Er war nicht der Einzige, der diese Strategie verfolgte, aber einer der wenigen, der sich nicht scheute, sich öffentlich dazu zu bekennen.
Auch wenn er durchaus Bammel vor den Konsequenzen hatte: „Ein richtiger Kollaps von Lehman – das wäre nicht gut“, erklärte Einhorn vergangenen Juni in einem Interview. „Wir würden nichts gewinnen, wenn die Bank zusammenbricht und das ganze Finanzsystem mitnimmt.“
Aber genau so kam es. Die Nachricht der Lehman-Pleite löste eine Lawine von Hiobsbotschaften aus, die der Finanzwelt in der vergangenen Woche kaum eine Minute zum Durchatmen gönnten. Die Bilanz der fünf Tage liest sich verheerend: Von den fünf großen Investmentbanken der Wall Street, dem Herz des Finanzkapitalismus der USA, steht nur noch eine auf sicheren Beinen. Die größte US-amerikanische Versicherung, AIG, wurde vom Staat aufgekauft. Und die nächsten Kandidaten wackeln schon. Kein Wunder, dass die Börsen in aller Welt verrückt spielten. Der österreichische Leitindex ATX war davon nicht ausgenommen: Er fiel binnen einer Woche auf das Niveau des Jahres 2005, ehe er vergangenen Freitag wieder in die Höhe schnalzte (siehe Kasten Seite 52). Auch mehrere österreichische Banken und Versicherungen sind durch Geschäftsbeziehungen mit Lehman direkt vom Crash betroffen. Die seit Mitte des Vorjahrs schwelende Krise hat damit eine neue Dimension bekommen.
Wetten. Doch der Anschein, dass es nur Verlierer gibt, trügt. Der Fall Einhorn ist für diese Krise symptomatisch. Amerikanische Medien berichteten, dass in der vergangenen Woche gezielt Gerüchte über die Pleite weiterer Institute gestreut wurden, um auf fallende Kurse setzen zu können. Der New Yorker Generalstaatsanwalt Andrew Cuomo kündigte deswegen umfassende Ermittlungen an, die amerikanische und die britische Börsenaufsicht verboten Ende der Woche zunächst befristet bis Anfang Oktober ungedeckte Leerverkäufe, mit denen Spekulanten auf fallende Kurse setzen.
Nicht nur Einhorn hat mit einer hoch angesetzten Wette gewonnen. Man vergisst leicht, dass viele Banken noch bis vor Kurzem aberwitzige Gewinne gemacht und deren Bosse ebenso abenteuerliche Boni einstreifen durften. Der Anteil der Gewinne der Finanzindustrie an der Wirtschaftsleistung der USA hat sich bis 2007 in nur fünf Jahren versechsfacht. Ihr Motor waren die Hypothekarkredite. „Die Banken haben den Leuten das Blaue vom Himmel herunter versprochen: Sie haben den Kunden glaubhaft gemacht, dass sie reich werden durch Nichtstun – einfach indem sie ein Haus kaufen. Und das würde dann einfach mir nichts, dir nichts mehr wert werden“, erklärte Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus jüngst in einem profil-Interview die Logik der Immobilienblase. Durch die Spekulation wurden die Häuser tatsächlich mehr wert – aber nur solange die Illusion aufrechterhalten werden konnte. Die Investoren, die rechtzeitig aussteigen konnten, haben sich eine goldene Nase verdient. Die einfachen Häuselbauer jedoch sitzen jetzt auf entwerteten Objekten, können ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen – und wer auch immer diese faulen Kredite in den Büchern stehen hat, steckt jetzt in der Klemme. Weil die Kredite als verschachtelte Pakete mehrmals weiterverkauft wurden, sind jetzt die Risiken über die ganze Welt verteilt (siehe Schaubild links). „Jetzt ist die Party vorbei, die Partygäste sind verkatert, manche müssen sogar auf die Intensivstation“, doziert der renommierte deutsche Wirtschaftsprofessor Peter Bofinger.
Die Intensivbehandlung sieht jedoch für jeden Patienten anders aus. Während die amerikanische Regierung der größten Versicherung des Landes, AIG, 85 Milliarden Dollar zuschoss und sich gleichzeitig 80 Prozent am Konzern sicherte, ließ sie bei der Investmentbank Lehman schnell durchblicken, dass es keinen politischen Willen zur Rettung gab. Stattdessen sollte das Schicksal der 158 Jahre alten Traditionsbank in einer eilig anberaumten Krisensitzung mit 30 geladenen Bankchefs geklärt werden. Die Bush-Administration hatte gehofft, dass die Mitbewerber schon aus schierem Eigeninteresse eine Lösung finden würden, weil sie alle durch Milliardengeschäfte mit der Investmentbank verbunden sind. Doch der Versuch scheiterte. Nur ein Teil des Geschäfts wird im Lauf der Woche von der britischen Bank Barclays übernommen.
Freitag, 26. September 2008
Sabbatsdenkimpuls
Wohl dem Mann, der den Herrn fürchtet und ehrt VIII. Ton
und sich herzlich freut an seinen Geboten.
Seine Nachkommen werden mächtig im Land,
das Geschlecht der Redlichen wird gesegnet.
Wohlstand und Reichtum füllen sein Haus,
sein Heil hat Bestand für immer.
Den Redlichen erstrahlt im Finstern ein Licht:
der Gnädige, Barmherzige und Gerechte.
Wohl dem Mann, der gütig und zum Helfen bereit ist,
der das Seine ordnet, wie es recht ist.
Niemals gerät er ins Wanken;
ewig denkt man an den Gerechten.
Er fürchtet sich nicht vor Verleumdung;
sein Herz ist fest, er vertraut auf den Herrn.
Reichlich gibt er den Armen,
sein Heil hat Bestand für immer;
er ist mächtig und hoch geehrt
und sich herzlich freut an seinen Geboten.
Seine Nachkommen werden mächtig im Land,
das Geschlecht der Redlichen wird gesegnet.
Wohlstand und Reichtum füllen sein Haus,
sein Heil hat Bestand für immer.
Den Redlichen erstrahlt im Finstern ein Licht:
der Gnädige, Barmherzige und Gerechte.
Wohl dem Mann, der gütig und zum Helfen bereit ist,
der das Seine ordnet, wie es recht ist.
Niemals gerät er ins Wanken;
ewig denkt man an den Gerechten.
Er fürchtet sich nicht vor Verleumdung;
sein Herz ist fest, er vertraut auf den Herrn.
Reichlich gibt er den Armen,
sein Heil hat Bestand für immer;
er ist mächtig und hoch geehrt
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Diagnose : unverändert
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Mittwoch, 24. September 2008
Sonntag, 21. September 2008
Neo-liberal crasht !
Noch ist nicht absehbar, welche Folgen die Krise des amerikanischen und internationalen Finanzsystems nach sich ziehen wird. Noch weiß niemand, wie stark dieser Monster-Crash die Realwirtschaft mit in den Abgrund zieht. Zwar sind sich alle Fachleute einig, dass eine weltweite Rezession unausweichlich ist. Ob wir aber demnächst eine veritable Weltwirtschaftskrise mit Massenarbeitslosigkeit erleben werden oder ob es noch gelingt, diesen Absturz zu verhindern, ob, wie von manchen vorausgesagt, die US-Ökonomie einer lange andauernden Stagnation entgegengeht, so wie Japan in den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, oder ob sie sich nach einer Phase der Umstrukturierung bald wieder normalisieren kann – all das ist völlig ungewiss.
Eins freilich kann jetzt schon gesagt werden: Die Ereignisse der vergangenen Woche sind der größte Bankenkrach seit jenem „schwarzen Freitag“ 1929, an dem die Wall Street zusammenbrach, ja, die tiefste Finanzkrise seit einem Jahrhundert, wie Alan Greenspan, der ehemalige Chef der amerikanischen Nationalbank FED, sagte.
Ebenso klar ist aber auch, dass in der vergangenen „schwarzen Woche“ eine Ära endgültig zu Ende ging: Es ist Schluss mit der nun fast drei Jahrzehnte andauernden weltweiten Dominanz des amerikanischen Wirtschaftsmodells, des Laissez-faire-Kapitalismus.
Wie kann weiter jenes Dogma aufrechterhalten werden, wonach der Staat das Problem und nicht die Lösung sei und der Markt, bleibt er nur ungestört, schon das Richtige tue? Wie glaubwürdig sind diese Ideen, wenn die Hohepriester der neoliberalen Ideologie in diesen düsteren Tagen gezwungen sind, so massiv wie noch nie staatlich in die Wirtschaft zu intervenieren? Mit der Rettung der AIG, der weltweit größten Versicherung, und der Hypotheken-Giganten Freddie Mac und Fannie Mae hat die amerikanische Regierung die größten Verstaatlichungen außerhalb der kommunistischen Welt durchgezogen. Und die bisher unvorstellbaren Geldspritzen für die privaten Finanzinstitute falsifizieren in eklatanter Weise die These, es gelte, nur den selbstregulierenden Kräften des Marktes zu vertrauen, dann werde alles gut. Wir erleben nun das Auseinanderbrechen der bisher herrschenden neoliberalen Weltordnung.
So sehr das – seit den späten siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts – sukzessive Abgehen vom dirigistischen Wohlfahrtsstaat der Nachkriegszeit jene Kräfte freigesetzt hat, die schließlich die Welt um vieles reicher gemacht haben, so deutlich zeigen sich jetzt die negativen Entwicklungen, die mit dieser generellen Liberalisierung der Wirtschaft einhergingen: Die Ungleichheiten nahmen fast überall spektakuläre Ausmaße an, die Demokratie wurde weitgehend geschwächt, der Staat dermaßen marginalisiert, dass er zunehmend seine Fähigkeit verlor, in sozialen Konflikten zu vermitteln, und das Kapital, allen voran das Finanzkapital, hat sich zunehmend von jeglichen Regeln befreit und macht, was es will – mit jenen katastrophalen Konsequenzen, denen wir uns jetzt gegenübersehen.
Der Ruf nach Deregulierung wird ab nun als gefährliche Drohung empfunden. Neue Regeln braucht die Welt. Und der Staat erlebt seine Renaissance. Er muss den wild gewordenen Kapitalismus wieder zähmen.
Natürlich kann und soll man nicht mehr in die Zeit vor Thatcher und Reagan zurückkehren. Das geht nicht mehr. Die Welt hat sich verändert. Die Wirtschaft ist internationalisiert. Und so ist der Aufbau von transnationalen Regelsystemen mindestens so wichtig wie nationalstaatliches Handeln.
Schon vor drei Jahren wetterte Helmut Schmidt, der greise ehemalige deutsche Kanzler, in einem Interview mit profil, gegen den „Raubtierkapitalismus“, und angesichts der außer Kontrolle geratenen und gefährlich irrational agierenden Finanzmärkte mahnte er eine globalisierte Finanzmarktaufsicht ein: „Im 19. Jahrhundert sind nach und nach Regeln für den internationalen Seeverkehr entstanden. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hat man Regeln für den internationalen Luftverkehr entwickelt. Nun muss ein Regelwerk für den internationalen Kapitalverkehr geschaffen werden.“ Wie dringlich diese Schmidt’sche Forderung ist, haben die vergangenen Tage nur allzu deutlich gezeigt.
Noch ein Wort zu Österreich. Wie sich der Krach an der Wall Street auf die heimische Wirtschaft auswirken wird, ist noch nicht abzusehen. Unseren Banken freilich soll Lob nicht vorenthalten werden. Während sich die Finanzinstitute anderer Länder in den vergangenen Jahren Megagewinne durch das Investment in hochspekulative, so genannte Derivatprodukte versprachen, deren Risiko nicht einmal sie selbst überblickten, fuhren die meisten österreichischen Banken eine andere Strategie: Sie wandten sich dem Osten zu. Der Eiserne Vorhang war gefallen, und die ehemaligen kommunistischen Länder traten der EU bei. Unsere Banken ergriffen die Chance und wurden binnen weniger Jahre zu Marktführern in diesen Staaten. Und das gute Geschäft machten sie nicht mit den komplizierten modernen Derivaten, die jetzt zum großen Kollaps führten, sondern mit ganz traditionellen Finanzprodukten wie Girokonten, Sparbüchern, Geschäftskrediten und Ähnlichem, wonach in den Reformstaaten ein gewaltiger Bedarf bestand und besteht.
Sollte Standard & Poor’s Recht haben und tatsächlich die „Widerstandskraft Österreichs gegenüber externen Schocks über dem europäischen Durchschnitt liegen“, wie diese Rating-Agentur kürzlich feststellte – dann ist das nicht zuletzt der klugen und soliden Geschäftspolitik des heimischen Bankensektors zu verdanken.
Eins freilich kann jetzt schon gesagt werden: Die Ereignisse der vergangenen Woche sind der größte Bankenkrach seit jenem „schwarzen Freitag“ 1929, an dem die Wall Street zusammenbrach, ja, die tiefste Finanzkrise seit einem Jahrhundert, wie Alan Greenspan, der ehemalige Chef der amerikanischen Nationalbank FED, sagte.
Ebenso klar ist aber auch, dass in der vergangenen „schwarzen Woche“ eine Ära endgültig zu Ende ging: Es ist Schluss mit der nun fast drei Jahrzehnte andauernden weltweiten Dominanz des amerikanischen Wirtschaftsmodells, des Laissez-faire-Kapitalismus.
Wie kann weiter jenes Dogma aufrechterhalten werden, wonach der Staat das Problem und nicht die Lösung sei und der Markt, bleibt er nur ungestört, schon das Richtige tue? Wie glaubwürdig sind diese Ideen, wenn die Hohepriester der neoliberalen Ideologie in diesen düsteren Tagen gezwungen sind, so massiv wie noch nie staatlich in die Wirtschaft zu intervenieren? Mit der Rettung der AIG, der weltweit größten Versicherung, und der Hypotheken-Giganten Freddie Mac und Fannie Mae hat die amerikanische Regierung die größten Verstaatlichungen außerhalb der kommunistischen Welt durchgezogen. Und die bisher unvorstellbaren Geldspritzen für die privaten Finanzinstitute falsifizieren in eklatanter Weise die These, es gelte, nur den selbstregulierenden Kräften des Marktes zu vertrauen, dann werde alles gut. Wir erleben nun das Auseinanderbrechen der bisher herrschenden neoliberalen Weltordnung.
So sehr das – seit den späten siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts – sukzessive Abgehen vom dirigistischen Wohlfahrtsstaat der Nachkriegszeit jene Kräfte freigesetzt hat, die schließlich die Welt um vieles reicher gemacht haben, so deutlich zeigen sich jetzt die negativen Entwicklungen, die mit dieser generellen Liberalisierung der Wirtschaft einhergingen: Die Ungleichheiten nahmen fast überall spektakuläre Ausmaße an, die Demokratie wurde weitgehend geschwächt, der Staat dermaßen marginalisiert, dass er zunehmend seine Fähigkeit verlor, in sozialen Konflikten zu vermitteln, und das Kapital, allen voran das Finanzkapital, hat sich zunehmend von jeglichen Regeln befreit und macht, was es will – mit jenen katastrophalen Konsequenzen, denen wir uns jetzt gegenübersehen.
Der Ruf nach Deregulierung wird ab nun als gefährliche Drohung empfunden. Neue Regeln braucht die Welt. Und der Staat erlebt seine Renaissance. Er muss den wild gewordenen Kapitalismus wieder zähmen.
Natürlich kann und soll man nicht mehr in die Zeit vor Thatcher und Reagan zurückkehren. Das geht nicht mehr. Die Welt hat sich verändert. Die Wirtschaft ist internationalisiert. Und so ist der Aufbau von transnationalen Regelsystemen mindestens so wichtig wie nationalstaatliches Handeln.
Schon vor drei Jahren wetterte Helmut Schmidt, der greise ehemalige deutsche Kanzler, in einem Interview mit profil, gegen den „Raubtierkapitalismus“, und angesichts der außer Kontrolle geratenen und gefährlich irrational agierenden Finanzmärkte mahnte er eine globalisierte Finanzmarktaufsicht ein: „Im 19. Jahrhundert sind nach und nach Regeln für den internationalen Seeverkehr entstanden. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hat man Regeln für den internationalen Luftverkehr entwickelt. Nun muss ein Regelwerk für den internationalen Kapitalverkehr geschaffen werden.“ Wie dringlich diese Schmidt’sche Forderung ist, haben die vergangenen Tage nur allzu deutlich gezeigt.
Noch ein Wort zu Österreich. Wie sich der Krach an der Wall Street auf die heimische Wirtschaft auswirken wird, ist noch nicht abzusehen. Unseren Banken freilich soll Lob nicht vorenthalten werden. Während sich die Finanzinstitute anderer Länder in den vergangenen Jahren Megagewinne durch das Investment in hochspekulative, so genannte Derivatprodukte versprachen, deren Risiko nicht einmal sie selbst überblickten, fuhren die meisten österreichischen Banken eine andere Strategie: Sie wandten sich dem Osten zu. Der Eiserne Vorhang war gefallen, und die ehemaligen kommunistischen Länder traten der EU bei. Unsere Banken ergriffen die Chance und wurden binnen weniger Jahre zu Marktführern in diesen Staaten. Und das gute Geschäft machten sie nicht mit den komplizierten modernen Derivaten, die jetzt zum großen Kollaps führten, sondern mit ganz traditionellen Finanzprodukten wie Girokonten, Sparbüchern, Geschäftskrediten und Ähnlichem, wonach in den Reformstaaten ein gewaltiger Bedarf bestand und besteht.
Sollte Standard & Poor’s Recht haben und tatsächlich die „Widerstandskraft Österreichs gegenüber externen Schocks über dem europäischen Durchschnitt liegen“, wie diese Rating-Agentur kürzlich feststellte – dann ist das nicht zuletzt der klugen und soliden Geschäftspolitik des heimischen Bankensektors zu verdanken.
Donnerstag, 18. September 2008
Bankkrisenmanagement - Europa versus US
Schuster: Die USA sind beim Aufräumen in vielenFällen weiter als wir in Europa. Europäer und Amerikaner gehen sehr unterschiedlich mit Krisen um, in den USA ist man viel radikaler bei der Problembewältigung. Da arbeitet man das raschest auf, mit Blut, Schweiß undTränen. Schauen Sie nur, die Lehman-Mitarbeiter stehen schon auf der Straße - finito. Da lässt man völlig leidenschaftslos Banken auch pleite gehen, in Europa schiebt man die Dinge vor sich her. Bedenken Sie nur, wie lange der Krampf beider britischen Bank Northern Rock oder der deutschen IKB gedauert hat. Dass die Europäer das gleiche Krisenmanagement wie die Amerikaner haben, das müssen sie erst sie beweisen.
STANDARD: Europa wird jedenfalls in Folge der Krise noch ordentlich bluten müssen, glauben Sie nicht?
Schuster: Ich hoffe, dass es für die europäischenBanken nicht so schlimm wird, aber es kommen schon noch einige Krisen auf uns zu. Wobei Österreich und Osteuropa - bis auf Russland und Kasachstan - von der Finanzkrise weitgehend verschont bleiben werden, vorausgesetzt, es kommt zu keiner großenRezession. Die österreichischen Banken sind einfach besser aufgestellt als die Konkurrenz, die haben genug Geschäft im Osten gemacht. Die anderen haben gemeint, sie können Geschäfte mit enormen Investitionen in die so genannten Ramschhypotheken machen, sie haben da unglaublich stark zugeschlagen - das hat ihnen aber niemand angeschafft. Die Europäer haben sich die Krise ganz freiwillig in ihre Länder geholt
STANDARD: Europa wird jedenfalls in Folge der Krise noch ordentlich bluten müssen, glauben Sie nicht?
Schuster: Ich hoffe, dass es für die europäischenBanken nicht so schlimm wird, aber es kommen schon noch einige Krisen auf uns zu. Wobei Österreich und Osteuropa - bis auf Russland und Kasachstan - von der Finanzkrise weitgehend verschont bleiben werden, vorausgesetzt, es kommt zu keiner großenRezession. Die österreichischen Banken sind einfach besser aufgestellt als die Konkurrenz, die haben genug Geschäft im Osten gemacht. Die anderen haben gemeint, sie können Geschäfte mit enormen Investitionen in die so genannten Ramschhypotheken machen, sie haben da unglaublich stark zugeschlagen - das hat ihnen aber niemand angeschafft. Die Europäer haben sich die Krise ganz freiwillig in ihre Länder geholt
Morgan Stanley
Morgan Stanley hatte die Bekanntgabe der Zahlen angesichts einer zuletzt immer steileren Talfahrt der Aktie kurzfristig um einen Tag auf Dienstagabend (Ortszeit) vorgezogen. Die Bank verlor seit Jahresbeginn mehr als 60 Prozent ihres Börsenwerts. In einem insgesamt schwachen Markt stürzte der Kurs am Mittwoch bis eine Stunde vor Handelsschluss um weitere rund 30 Prozent ab. Goldman Sachs büßte knapp 20 Prozent ein.
Morgan Stanleys Gewinn je Aktie fiel im dritten Geschäftsquartal von 1,38 auf 1,32 Dollar. Die Bank steigerte die Nettoerträge im dritten Geschäftsquartal leicht auf 8,0 Milliarden Dollar (5,7 Mrd Euro).
Morgan Stanleys Gewinn je Aktie fiel im dritten Geschäftsquartal von 1,38 auf 1,32 Dollar. Die Bank steigerte die Nettoerträge im dritten Geschäftsquartal leicht auf 8,0 Milliarden Dollar (5,7 Mrd Euro).
Morgan Stanley
Morgan Stanley hatte die Bekanntgabe der Zahlen angesichts einer zuletzt immer steileren Talfahrt der Aktie kurzfristig um einen Tag auf Dienstagabend (Ortszeit) vorgezogen. Die Bank verlor seit Jahresbeginn mehr als 60 Prozent ihres Börsenwerts. In einem insgesamt schwachen Markt stürzte der Kurs am Mittwoch bis eine Stunde vor Handelsschluss um weitere rund 30 Prozent ab. Goldman Sachs büßte knapp 20 Prozent ein.
Morgan Stanleys Gewinn je Aktie fiel im dritten Geschäftsquartal von 1,38 auf 1,32 Dollar. Die Bank steigerte die Nettoerträge im dritten Geschäftsquartal leicht auf 8,0 Milliarden Dollar (5,7 Mrd Euro). Experten hatten dagegen wie bei
Morgan Stanleys Gewinn je Aktie fiel im dritten Geschäftsquartal von 1,38 auf 1,32 Dollar. Die Bank steigerte die Nettoerträge im dritten Geschäftsquartal leicht auf 8,0 Milliarden Dollar (5,7 Mrd Euro). Experten hatten dagegen wie bei
Yen, Dollar up, Ero down - why ?
Die Entwicklung im Yen ist zumindest kurzfristig mit der vergleichbar, wie sie beim Dollar zu beobachten ist. In der Vergangenheit hatten Yen-finanzierte Anleger viele Mittel in die Schwellenländer und in hoch verzinsliche Währungen investiert. Nun kommt es zu einer Gegenbewegung. Im Unterschied zum Dollar würde ich langfristig allerdings nicht darauf wetten, da japanische Anleger ihre Vermögen nur zu einem geringen Teil international diversifiziert haben. Mittel- und langfristig werden sie verstärkt dazu neigen und den Yen auf diese Weise wieder unter Druck setzen. Dazu kommt, dass japanische Banken im Gegensatz zu früher inzwischen wieder sehr starke Bilanzen haben. Deswegen tendieren auch sie stark zu Investitionen im Ausland.
Wie sehen die europäischen und amerikanischen Unternehmen die Dollarentwicklung?
Ich habe bei sehr vielen europäischen Unternehmen referiert und seit Beginn des Jahres versucht, sie davon auszubringen, ihre Umsätze abzusichern - und ich bin total auf taube Ohren gestoßen. Die Unternehmen sind für zwölf Monate völlig abgesichert und werden die Währungsentwicklung erst später bemerken. Auf der amerikanischen Seite sieht es nicht viel anders aus. Nach sechs Jahren der Dollarabwertung hat keiner mehr eine Währungssicherung, da sie über Jahre von der Umrechung der Umsätze im Ausland in den schwachen Dollar profitierten. Nun werden sie überrollt.
Wie sehen die europäischen und amerikanischen Unternehmen die Dollarentwicklung?
Ich habe bei sehr vielen europäischen Unternehmen referiert und seit Beginn des Jahres versucht, sie davon auszubringen, ihre Umsätze abzusichern - und ich bin total auf taube Ohren gestoßen. Die Unternehmen sind für zwölf Monate völlig abgesichert und werden die Währungsentwicklung erst später bemerken. Auf der amerikanischen Seite sieht es nicht viel anders aus. Nach sechs Jahren der Dollarabwertung hat keiner mehr eine Währungssicherung, da sie über Jahre von der Umrechung der Umsätze im Ausland in den schwachen Dollar profitierten. Nun werden sie überrollt.
Fonds , die dem Markt trotzen
Immerhin sorgen die Erschütterungen an den Finanzmärkten dafür, dass einige Leistungsträger aus der Zeit der dreijährigen Aktienbaisse nach 2000 wieder in unserer Rangliste auftauchen. Zu dieser Gruppe gehören beispielsweise Luca Pesarini mit seinem Ethna-Aktiv-E oder der FI Alpha Renten Global des Münchener Vermögensverwalters Jens Ehrhardt. Allerdings gelang es auch ihren Mischfonds zuletzt lediglich, die Verluste abzumildern.
Zu den Mischfonds, die trotz der angespannten Marktlage ihren Anlegern in diesem Jahr einen Gewinn bescherten, zählt der M&W Privat. Im ersten Halbjahr stieg der Wert der Anteile um 6 Prozent. Zusammengestellt wird das Portfolio vom unabhängigen Hamburger Vermögensverwalter Mack & Weise. Die Fondsmanager können dabei über das klassische Repertoire aus Aktien, Anleihen und Bargeld hinausgehen. Weil für den M&W Privat die erst seit gut vier Jahren mögliche Rechtsform eines sogenannten Superfonds gewählt wurde, steht ihnen noch das ganze Spektrum an Derivaten und Rohstoffen offen. Sie können beispielsweise auch wie ein Dachfonds Fondsanteile kaufen.
Zu den Mischfonds, die trotz der angespannten Marktlage ihren Anlegern in diesem Jahr einen Gewinn bescherten, zählt der M&W Privat. Im ersten Halbjahr stieg der Wert der Anteile um 6 Prozent. Zusammengestellt wird das Portfolio vom unabhängigen Hamburger Vermögensverwalter Mack & Weise. Die Fondsmanager können dabei über das klassische Repertoire aus Aktien, Anleihen und Bargeld hinausgehen. Weil für den M&W Privat die erst seit gut vier Jahren mögliche Rechtsform eines sogenannten Superfonds gewählt wurde, steht ihnen noch das ganze Spektrum an Derivaten und Rohstoffen offen. Sie können beispielsweise auch wie ein Dachfonds Fondsanteile kaufen.
Dauerläufer
as derzeitige Lieblingsthema des Fondsmanagers sind Platinminen. „Die Aussicht auf eine Angebotsknappheit bei Platin ist ein ernstes Problem für Automobilhersteller“, stellt er fest. Das Edelmetall ist eine der wichtigsten Komponenten für die Herstellung von Katalysatoren, die der Abgasreduzierung dienen.
Dieses Ungleichgewicht von Angebot und Nachfrage dürfte nach Ansicht von French noch einige Zeit fortbestehen. Um von dieser Situation zu profitieren, hat er unter anderem in Aktien des britischen Platinvertriebs Johnson Matthey und der südafrikanischen Platinmine Lonmin investiert. Vor allem der Einstieg bei Lonmin erwies sich schnell als Glücksgriff. Der Rohstoffkonzern Xstrata hat in der vergangenen Woche ein feindliches Übernahmeangebot abgegeben.
Pictet mit guter Biotech-Nase
Auf den ersten Blick ungewöhnlich ist das Vordringen des Branchenfonds Pictet Biotech in unsere Rangliste von Aktienfonds mit stabiler Wertentwicklung. Gerade die Spezialisten für Biotechnologieaktien stehen in dem Ruf, den Launen der Märkte in besonderem Maße ausgeliefert zu sein.
Das hat sich aber offenbar seit der Jahrtausendbaisse etwas geändert. So zeigt beispielsweise ein Blick auf die Schwankungsbreite des Pictet-Biotech-Fondspreises um seinen Mittelwert über die vergangenen drei Jahre, dass Rohstofffonds wie der I-Shares DJ Stoxx 600 Basic Resources oder Schwellenmarktfonds wie der HSBC Bric Freestyle ihren Anlegern durchaus mehr Nerven abverlangen.
Getrieben von einigen Übernahmeangeboten, erfolgreichen klinischen Tests und guten Zwischenergebnissen, konnte sich das Marktsegment der Biotechnologieaktien seit Jahresbeginn dem Abwärtstrend an den Börsen entziehen.
Dieses Ungleichgewicht von Angebot und Nachfrage dürfte nach Ansicht von French noch einige Zeit fortbestehen. Um von dieser Situation zu profitieren, hat er unter anderem in Aktien des britischen Platinvertriebs Johnson Matthey und der südafrikanischen Platinmine Lonmin investiert. Vor allem der Einstieg bei Lonmin erwies sich schnell als Glücksgriff. Der Rohstoffkonzern Xstrata hat in der vergangenen Woche ein feindliches Übernahmeangebot abgegeben.
Pictet mit guter Biotech-Nase
Auf den ersten Blick ungewöhnlich ist das Vordringen des Branchenfonds Pictet Biotech in unsere Rangliste von Aktienfonds mit stabiler Wertentwicklung. Gerade die Spezialisten für Biotechnologieaktien stehen in dem Ruf, den Launen der Märkte in besonderem Maße ausgeliefert zu sein.
Das hat sich aber offenbar seit der Jahrtausendbaisse etwas geändert. So zeigt beispielsweise ein Blick auf die Schwankungsbreite des Pictet-Biotech-Fondspreises um seinen Mittelwert über die vergangenen drei Jahre, dass Rohstofffonds wie der I-Shares DJ Stoxx 600 Basic Resources oder Schwellenmarktfonds wie der HSBC Bric Freestyle ihren Anlegern durchaus mehr Nerven abverlangen.
Getrieben von einigen Übernahmeangeboten, erfolgreichen klinischen Tests und guten Zwischenergebnissen, konnte sich das Marktsegment der Biotechnologieaktien seit Jahresbeginn dem Abwärtstrend an den Börsen entziehen.
Renditeturbo
Renditetipp: Anleihen in türkischer Lira
Ausgerechnet der Fonds mit einer Ausrichtung auf türkische Schuldtitel in lokaler Währung, der KBC Renta Try-Renta, steht nach den jüngsten Kursaufschlägen der türkischen Lira und dem ohnehin schon hohen Zinsniveau in dem Land von über 10 Prozent derzeit unter den KBC-Fonds am besten da. In den vergangenen drei Jahren erwies sich die Lira zum Euro als extrem volatil. Nachdem in der Türkei zuletzt aber politische Unwägbarkeiten im Zuge des drohenden Verbots der Regierungspartei AKP ausgeräumt wurden, gewinnt die heimische Währung gerade wieder deutlich an Stärke.
Dahinter folgen die KBC-Rentenfonds mit einer Ausrichtung auf Anleihen in der polnischen Währung Zloty, in der tschechischen Krone sowie ein Fonds, der das Geld seiner Investoren auf mehrere osteuropäische Währungen verteilt. Diese drei Fonds profitieren nicht zuletzt davon, dass seit Anfang 2003 Zloty, Tschechen-Krone und Forint gegenüber dem Euro aufgewertet haben.
Der Börsenkurs von Nischenprodukten, mit denen interessierte Anleger ihre Währungswetten selbst setzen können, nimmt inzwischen das Angebot an Schwellenmarkt-Rentenfonds stetig zu, in denen das Fondsmanagement die Auswahl der Währungen vornimmt. Entsprechende Produkte, die schon länger auf dem Markt sind, finden sich schon in unserer Rangliste - wie beispielsweise der Julius Bär Local Emerging und World Express Local Currency Emerging Market.
Die Anlageklasse sei inzwischen viel sicherer als früher, sagte JP-Morgan-Fondsmanager Jeffrey Grills auf einer Präsentation am Mittwoch (vgl. Schwellenländer-Anleihen: Lokale Währungen rücken in den Mittelpunkt).
Ausgerechnet der Fonds mit einer Ausrichtung auf türkische Schuldtitel in lokaler Währung, der KBC Renta Try-Renta, steht nach den jüngsten Kursaufschlägen der türkischen Lira und dem ohnehin schon hohen Zinsniveau in dem Land von über 10 Prozent derzeit unter den KBC-Fonds am besten da. In den vergangenen drei Jahren erwies sich die Lira zum Euro als extrem volatil. Nachdem in der Türkei zuletzt aber politische Unwägbarkeiten im Zuge des drohenden Verbots der Regierungspartei AKP ausgeräumt wurden, gewinnt die heimische Währung gerade wieder deutlich an Stärke.
Dahinter folgen die KBC-Rentenfonds mit einer Ausrichtung auf Anleihen in der polnischen Währung Zloty, in der tschechischen Krone sowie ein Fonds, der das Geld seiner Investoren auf mehrere osteuropäische Währungen verteilt. Diese drei Fonds profitieren nicht zuletzt davon, dass seit Anfang 2003 Zloty, Tschechen-Krone und Forint gegenüber dem Euro aufgewertet haben.
Der Börsenkurs von Nischenprodukten, mit denen interessierte Anleger ihre Währungswetten selbst setzen können, nimmt inzwischen das Angebot an Schwellenmarkt-Rentenfonds stetig zu, in denen das Fondsmanagement die Auswahl der Währungen vornimmt. Entsprechende Produkte, die schon länger auf dem Markt sind, finden sich schon in unserer Rangliste - wie beispielsweise der Julius Bär Local Emerging und World Express Local Currency Emerging Market.
Die Anlageklasse sei inzwischen viel sicherer als früher, sagte JP-Morgan-Fondsmanager Jeffrey Grills auf einer Präsentation am Mittwoch (vgl. Schwellenländer-Anleihen: Lokale Währungen rücken in den Mittelpunkt).
McCain versus Obama
ass der „Deregulierer“ McCain, als der er sich noch vor kurzem bezeichnete, nun ein Ende der „wilden Spekulationen“ an der Wall Street fordert, zeigt, wie sehr sich der Wind im Wahlkampf gedreht hat. Beide Kandidaten fordern eine schärfere Regulierung von Banken, Investmentbanken und anderen Finanzinstitutionen. Beide sagen außerdem, dass das Aufsichtswesen reformiert werden müsse. Doch unterstützen bislang weder McCain noch Obama Vorschläge zur Einrichtung einer staatlichen Auffanggesellschaft, die die Vermögenswerte insolventer Unternehmen übernimmt, ähnlich wie das während der Sparkassenkrise Anfang der achtziger Jahren geschah.
Beide Kandidaten haben bislang nur wenige Details dazu genannt, was sie bei einem möglichen Einzug ins Weiße Haus zur Bewältigung der Misere tun würden. McCain hat die Einrichtung einer Untersuchungskommission nach dem Muster der „9/11-Kommission“ gefordert. Woraufhin Obama ihm sogleich vorwarf, die erforderlichen Aufräumarbeiten auf andere abzuwälzen.
Obama hält sich zugute, dass er schon im März, als Washington die angeschlagene Investmentbank Bear Stearns vor dem Untergang bewahrte, Reformvorschläge präsentiert habe. Unter anderem plädiert der Demokrat dafür, das Aufsichtsmandat der Notenbank über die Finanzinstitute zu erweitern. Ferner soll ein neues Regelwerk für die Finanzmärkte schärfere Eigenkapital- und Liquiditätsvorschriften einschließen. Auch solle die Börsenaufsicht Marktmanipulateure schärfer verfolgen.
Gleich welche Reparaturmaßnahmen der Nachfolger von George W. Bush ergreifen mag: Die Häuser-, Hypotheken- und Finanzmarktkrise wird eine arge Last für seine Präsidentschaft bedeuten. Durch die Milliarden von Dollar, die sich der Staat die Rettungsaktionen am Finanzmarkt kosten lässt, drohe der Spielraum für neue Initiativen deutlich eingeschränkt zu werden, geben Haushaltsfachleute wie Howard Gleckman vom „Tax Policy Center“ in Washington zu bedenken. „Wenn der neue Präsident sich erst aus einer Finanzkrise hervorgraben muss, werden alle anderen Vorhaben auf der Strecke bleiben.“
Beide Kandidaten haben bislang nur wenige Details dazu genannt, was sie bei einem möglichen Einzug ins Weiße Haus zur Bewältigung der Misere tun würden. McCain hat die Einrichtung einer Untersuchungskommission nach dem Muster der „9/11-Kommission“ gefordert. Woraufhin Obama ihm sogleich vorwarf, die erforderlichen Aufräumarbeiten auf andere abzuwälzen.
Obama hält sich zugute, dass er schon im März, als Washington die angeschlagene Investmentbank Bear Stearns vor dem Untergang bewahrte, Reformvorschläge präsentiert habe. Unter anderem plädiert der Demokrat dafür, das Aufsichtsmandat der Notenbank über die Finanzinstitute zu erweitern. Ferner soll ein neues Regelwerk für die Finanzmärkte schärfere Eigenkapital- und Liquiditätsvorschriften einschließen. Auch solle die Börsenaufsicht Marktmanipulateure schärfer verfolgen.
Gleich welche Reparaturmaßnahmen der Nachfolger von George W. Bush ergreifen mag: Die Häuser-, Hypotheken- und Finanzmarktkrise wird eine arge Last für seine Präsidentschaft bedeuten. Durch die Milliarden von Dollar, die sich der Staat die Rettungsaktionen am Finanzmarkt kosten lässt, drohe der Spielraum für neue Initiativen deutlich eingeschränkt zu werden, geben Haushaltsfachleute wie Howard Gleckman vom „Tax Policy Center“ in Washington zu bedenken. „Wenn der neue Präsident sich erst aus einer Finanzkrise hervorgraben muss, werden alle anderen Vorhaben auf der Strecke bleiben.“
Mittwoch, 17. September 2008
Skepsis
Die Prognosen schwanken zwischen 5.430 und 7.200 Punkten und wurden vor dem Kollaps von Lehman Brothers und dem Aufkauf von Merrill Lynch durch die Bank of America abgegeben. Die Verstaatlichung von Fannie Mae und Freddie Mac war dagegen zum Zeitpunkt der Erhebung bereits bekannt.
Zum Thema
* Die Angst bleibt: Märkte weiter in Aufruhr
* Staatsfonds warnt vor weltweiter Stagnation
* Bären übernehmen das Zepter
* Amerikanische Aktien: Starke Signale nach unten
* An den Märkten muss sich noch mehr Angst breit machen
Lehman und Merrill seien nun zusätzliche Belastungsfaktoren und zeigten, dass die Finanzkrise weiter um sich greife, erklärte Kapitalmarktanalyst Dennis Nacken von Allianz Global Investors. „Es erhöht die Verunsicherung, und das ist Gift für die Märkte.“ Dennoch gebe es auch in dieser Gemengelage einige positive Signale.
Krise nur auf den Finanzsektor beschränkt?
„Die Krise fokussiert sich stark auf den Finanzsektor und das verzerrt das Bild. Die breite Wirtschaft steht immer noch relativ robust da.“ Auch die Liquiditätsversorgung durch die Notenbanken sei positiv, sagte Nacken. Der um rund 40 Prozent gefallene Ölpreis funktioniere „fast als zusätzliches Konjunkturprogramm“ und den exportorientierten deutschen Firmen helfe der anziehende Dollar.
Zum Thema
* Die Angst bleibt: Märkte weiter in Aufruhr
* Staatsfonds warnt vor weltweiter Stagnation
* Bären übernehmen das Zepter
* Amerikanische Aktien: Starke Signale nach unten
* An den Märkten muss sich noch mehr Angst breit machen
Lehman und Merrill seien nun zusätzliche Belastungsfaktoren und zeigten, dass die Finanzkrise weiter um sich greife, erklärte Kapitalmarktanalyst Dennis Nacken von Allianz Global Investors. „Es erhöht die Verunsicherung, und das ist Gift für die Märkte.“ Dennoch gebe es auch in dieser Gemengelage einige positive Signale.
Krise nur auf den Finanzsektor beschränkt?
„Die Krise fokussiert sich stark auf den Finanzsektor und das verzerrt das Bild. Die breite Wirtschaft steht immer noch relativ robust da.“ Auch die Liquiditätsversorgung durch die Notenbanken sei positiv, sagte Nacken. Der um rund 40 Prozent gefallene Ölpreis funktioniere „fast als zusätzliches Konjunkturprogramm“ und den exportorientierten deutschen Firmen helfe der anziehende Dollar.
Absicherung
bsicherungsstrategien können nie schaden
Das ist wäre sonderlich gutes Vorzeichen für die Unternehmensgewinne. Insofern können Absicherungsstrategien nicht schaden. Eine erste, radikale Lösung wäre der Verkauf sämtlicher Positionen. Das Problem ist, dafür den richtigen Zeitpunkt zu finden, ebenso für einen späteren Wiedereinstieg. Wer verkauft und der Markt steigt weiter, verzichtet auf Kursgewinne.
Ähnliches gilt für die Lösung Nummer zwei: das Plazieren von Stopp-Loss-Aufträgen im Markt. In diesem Fall wird das entsprechende Wertpapier automatisch zum nächstmöglichen Kurs verkauft, sobald der Kurs eine festgelegte Schwelle erreicht hat. Hier besteht die Schwierigkeit darin, die richtige „Kursschwelle“ festzulegen und „zu pflegen“, also regelmäßig anzupassen. Liegt sie zu eng am Markt, kann ein kurzes „Abtauchen“ der Aktie den Verkaufsauftrag auslösen. Steigt sie hernach wieder, hätte der Anleger nicht nur zu einem ungünstigen Kurs verkauft, sondern müsste auch noch auf die weiteren Kursgewinne verzichten.
Legt er die Schwelle hingegen zu weit weg, muss er vergleichsweise hohe Kursverluste hinnehmen, bis die „Schutzfunktion“ greift. Aus diesem Grund ist ein sensibles Händchen bei der Aufgabe solcher Orders nötig. Der Anleger sollte das übliche Handelsvolumen und die Volatilität des Papiers berücksichtigen.
Verkaufsoptionen wirken wie eine Versicherung - Prämie gegen Schutz
Eine dritte Absicherungsvariante ist der Kauf von Verkaufsoptionen. Sie geben dem Anleger gegen Zahlung einer Prämie das Recht, das relevante Wertpapier oder den Index zu einem bestimmten Kurs - dem gewählten Ausübungspreis - zu verkaufen oder die Differenz zwischen aktuellem Kurs und Ausübungspreis einzustreichen. Verkaufs- oder Putoptionen sind in diesem Sinne vergleichbar mit einer Versicherungsprämie. Der Anleger erwirbt nur ein Recht - ohne Verpflichtungen einzugehen. Puts können entweder in Form von Optionsscheinen oder in standardisierter Form an Terminbörsen wie der Eurex, der Liffe oder der CBOE gekauft werden.
Die vierte Variante ist der Kauf von Volatilitätszertifikaten, zum Beispiel mit der Isin DE000GS0DVD5. Denn sobald die Kurse nicht mehr im Trend steigen, sondern fallen, nimmt in der Regel die Volatilität deutlich zu und steigert den Wert des Zertifikats. Gerade bei solchen Produkten sind jedoch gezielte Gewinnmitnahmen zwingend, da die Volatilität mittelfristig stets zu einem Mittelwert zurückkehrt.
Die fünfte Möglichkeit ist „das Spiel“ mit Futures, Futures-ähnlichen Zertifikaten oder Hebelzertifikaten. Futures sind nichts anderes als standardisierte Terminkontrakte auf einen Index, eine Währung, Rohstoffe oder andere Werte oder Güter. Der Anleger kann sie verkaufen, um von fallenden Kursen zu profitieren ohne sein Wertpapierdepot aufzulösen. Fällt der Markt tatsächlich, kann er am Terminmarkt das gewinnen, was seine Papiere an Wert einbüßen - zumindest dann, wenn der das richtige Verhältnis zwischen Terminkontrakt und Depot ausgetüftelt hat.
Profis agieren dynamisch
Der Vorteil von Futures und Optionen ist, dass sie in der Regel recht liquide sind und Anleger auf Grund des so genannten „Leverage“ nur begrenzt Kapital einsetzen müssen. Es gibt immer mehr Zertifikate, die ähnliches möglich machen. Allerdings ist es empfehlenswert, die Details genau zu betrachten. Denn neben möglichen Knock-Out-Schwellen, die das Papier wertlos machen können, spielen die Anbieter recht gerne auch mit den Zinsen - zum Nachteil des Anlegers.
Insgesamt bieten sich damit für den Fall der Fälle genügend Möglichkeiten, sich gegen fallende Kurse abzusichern. Die entscheidende Frage ist, den richtigen Zeitpunkt zu finden. Professionelle Anleger tendieren dazu, dynamisch zu agieren: Sie verkaufen bei fallenden Kursen immer mehr Futures, um sie bei einem sich erholenden Markt wieder zurückzukaufen. Im steigenden Markt machen sie es gerade umgekehrt. Über die Anzahl der ge- oder verkauften Kontrakte können sie ihr Marktrisiko erhöhen oder reduzieren, ohne die Grundstrategie ihres Wertpapierdepots zu verändern.
Das ist wäre sonderlich gutes Vorzeichen für die Unternehmensgewinne. Insofern können Absicherungsstrategien nicht schaden. Eine erste, radikale Lösung wäre der Verkauf sämtlicher Positionen. Das Problem ist, dafür den richtigen Zeitpunkt zu finden, ebenso für einen späteren Wiedereinstieg. Wer verkauft und der Markt steigt weiter, verzichtet auf Kursgewinne.
Ähnliches gilt für die Lösung Nummer zwei: das Plazieren von Stopp-Loss-Aufträgen im Markt. In diesem Fall wird das entsprechende Wertpapier automatisch zum nächstmöglichen Kurs verkauft, sobald der Kurs eine festgelegte Schwelle erreicht hat. Hier besteht die Schwierigkeit darin, die richtige „Kursschwelle“ festzulegen und „zu pflegen“, also regelmäßig anzupassen. Liegt sie zu eng am Markt, kann ein kurzes „Abtauchen“ der Aktie den Verkaufsauftrag auslösen. Steigt sie hernach wieder, hätte der Anleger nicht nur zu einem ungünstigen Kurs verkauft, sondern müsste auch noch auf die weiteren Kursgewinne verzichten.
Legt er die Schwelle hingegen zu weit weg, muss er vergleichsweise hohe Kursverluste hinnehmen, bis die „Schutzfunktion“ greift. Aus diesem Grund ist ein sensibles Händchen bei der Aufgabe solcher Orders nötig. Der Anleger sollte das übliche Handelsvolumen und die Volatilität des Papiers berücksichtigen.
Verkaufsoptionen wirken wie eine Versicherung - Prämie gegen Schutz
Eine dritte Absicherungsvariante ist der Kauf von Verkaufsoptionen. Sie geben dem Anleger gegen Zahlung einer Prämie das Recht, das relevante Wertpapier oder den Index zu einem bestimmten Kurs - dem gewählten Ausübungspreis - zu verkaufen oder die Differenz zwischen aktuellem Kurs und Ausübungspreis einzustreichen. Verkaufs- oder Putoptionen sind in diesem Sinne vergleichbar mit einer Versicherungsprämie. Der Anleger erwirbt nur ein Recht - ohne Verpflichtungen einzugehen. Puts können entweder in Form von Optionsscheinen oder in standardisierter Form an Terminbörsen wie der Eurex, der Liffe oder der CBOE gekauft werden.
Die vierte Variante ist der Kauf von Volatilitätszertifikaten, zum Beispiel mit der Isin DE000GS0DVD5. Denn sobald die Kurse nicht mehr im Trend steigen, sondern fallen, nimmt in der Regel die Volatilität deutlich zu und steigert den Wert des Zertifikats. Gerade bei solchen Produkten sind jedoch gezielte Gewinnmitnahmen zwingend, da die Volatilität mittelfristig stets zu einem Mittelwert zurückkehrt.
Die fünfte Möglichkeit ist „das Spiel“ mit Futures, Futures-ähnlichen Zertifikaten oder Hebelzertifikaten. Futures sind nichts anderes als standardisierte Terminkontrakte auf einen Index, eine Währung, Rohstoffe oder andere Werte oder Güter. Der Anleger kann sie verkaufen, um von fallenden Kursen zu profitieren ohne sein Wertpapierdepot aufzulösen. Fällt der Markt tatsächlich, kann er am Terminmarkt das gewinnen, was seine Papiere an Wert einbüßen - zumindest dann, wenn der das richtige Verhältnis zwischen Terminkontrakt und Depot ausgetüftelt hat.
Profis agieren dynamisch
Der Vorteil von Futures und Optionen ist, dass sie in der Regel recht liquide sind und Anleger auf Grund des so genannten „Leverage“ nur begrenzt Kapital einsetzen müssen. Es gibt immer mehr Zertifikate, die ähnliches möglich machen. Allerdings ist es empfehlenswert, die Details genau zu betrachten. Denn neben möglichen Knock-Out-Schwellen, die das Papier wertlos machen können, spielen die Anbieter recht gerne auch mit den Zinsen - zum Nachteil des Anlegers.
Insgesamt bieten sich damit für den Fall der Fälle genügend Möglichkeiten, sich gegen fallende Kurse abzusichern. Die entscheidende Frage ist, den richtigen Zeitpunkt zu finden. Professionelle Anleger tendieren dazu, dynamisch zu agieren: Sie verkaufen bei fallenden Kursen immer mehr Futures, um sie bei einem sich erholenden Markt wieder zurückzukaufen. Im steigenden Markt machen sie es gerade umgekehrt. Über die Anzahl der ge- oder verkauften Kontrakte können sie ihr Marktrisiko erhöhen oder reduzieren, ohne die Grundstrategie ihres Wertpapierdepots zu verändern.
Gold
Gold
Sicherer Hafen
Selbst der Inbegriff von Solidität gerät ins Wanken: In den vergangenen acht Wochen ist der Goldpreis um mehr als 140 Dollar auf etwa 780 Dollar je Unze gefallen. Es sind jedoch nicht unbedingt die Kleinanleger, die vermehrt aus dem vermeintlich sicheren Hafen flüchten. Im Gegenteil: Der Krügerrand, die am weitesten verbreitete Goldmünze auf der Welt, ist in Deutschland noch immer knapp.
Händler haben beobachtet, dass sich in jüngster Zeit vor allem amerikanische Vermögensverwalter und Hedge-Fonds auf der Suche nach Liquidität aus Edelmetallen zurückgezogen haben. In den vergangenen acht Wochen sind 316.000 Terminkontrakte auf Gold verkauft worden – das entspricht etwa 360 Tonnen des gelben Edelmetalls. „Es sind keine fundamentalen Änderungen, die den Preisrutsch beim Gold ausgelöst haben“, sagt Thorsten Proettel, Rohstoffanalyst bei der Landesbank Baden-Württemberg. Die Kleinanleger hielten Gold in Krisenzeiten nach wie vor für eine attraktive Vermögensanlage.
„Wenn an den Aktien- und Anleihemärkten Verluste gemacht werden, zieht auch das Argument nicht mehr, dass Gold ,totes Kapital‘ sei, weil der Rohstoff weder Zinsen noch Dividende erwirtschafte“, sagt Proettel. Er hält einen Anteil von 5 Prozent an Gold im Depot für durchaus vertretbar. Das Edelmetall helfe in Phasen, wenn der Aktienmarkt sehr schlecht laufe. Schließlich ließen sich durch Gold Wertschwankungen ausgleichen. (jul.)
Sicherer Hafen
Selbst der Inbegriff von Solidität gerät ins Wanken: In den vergangenen acht Wochen ist der Goldpreis um mehr als 140 Dollar auf etwa 780 Dollar je Unze gefallen. Es sind jedoch nicht unbedingt die Kleinanleger, die vermehrt aus dem vermeintlich sicheren Hafen flüchten. Im Gegenteil: Der Krügerrand, die am weitesten verbreitete Goldmünze auf der Welt, ist in Deutschland noch immer knapp.
Händler haben beobachtet, dass sich in jüngster Zeit vor allem amerikanische Vermögensverwalter und Hedge-Fonds auf der Suche nach Liquidität aus Edelmetallen zurückgezogen haben. In den vergangenen acht Wochen sind 316.000 Terminkontrakte auf Gold verkauft worden – das entspricht etwa 360 Tonnen des gelben Edelmetalls. „Es sind keine fundamentalen Änderungen, die den Preisrutsch beim Gold ausgelöst haben“, sagt Thorsten Proettel, Rohstoffanalyst bei der Landesbank Baden-Württemberg. Die Kleinanleger hielten Gold in Krisenzeiten nach wie vor für eine attraktive Vermögensanlage.
„Wenn an den Aktien- und Anleihemärkten Verluste gemacht werden, zieht auch das Argument nicht mehr, dass Gold ,totes Kapital‘ sei, weil der Rohstoff weder Zinsen noch Dividende erwirtschafte“, sagt Proettel. Er hält einen Anteil von 5 Prozent an Gold im Depot für durchaus vertretbar. Das Edelmetall helfe in Phasen, wenn der Aktienmarkt sehr schlecht laufe. Schließlich ließen sich durch Gold Wertschwankungen ausgleichen. (jul.)
Dienstag, 16. September 2008
Economic Depression
Der Zusammenbruch der 158 Jahre alten Traditionsbank sendet Schockwellen über die gesamte Branche. Anleger fliehen aus Aktien und flüchten sich in vermeintlich sichere Staatsanleihen. In Europa geht es mit den großen Indizes um drei bis vier Prozent nach unten, während die zehnjährigen US-Staatspapiere um zwei volle Punkte steigen und damit den stärksten Sprung an einem Tag seit 20 Jahren verzeichnen. An der Wall Street bangen die Anleger bereits. Für den Handelsstart am weltweit wichtigsten Markt brauchen sie Nerven aus Stahl, wird der Dow Jones vermutlich nur eine Richtung kennen - steil nach unten.
Die zehn Bankenriesen Bank of America, Deutsche Bank, Credit Suisse, UBS, Barclays, Morgan Stanley, Citibank, Goldman Sachs, J.P. Morgan und Merrill Lynch kündigten bereits an, 70 Milliarden Dollar in einen Fonds einzuzahlen, um Liquiditätsengpässe von Banken abzufedern. Und auch die US-Notenbank öffnet erneut die Geldschleusen und pumpt Milliarden in den Markt.
Dennoch: Die tektonischen Platten der US-Finanzwelt haben sich verschoben. Der Sektor steht vor einer Komplett-Neuordnung. An der Wall Street wird es in dieser Woche wohl historische Umwälzungen mit Folgen für die gesamte Finanzwelt kommen. (Sigrid Schamall, derStandard.at, 15.9.2008)
Die zehn Bankenriesen Bank of America, Deutsche Bank, Credit Suisse, UBS, Barclays, Morgan Stanley, Citibank, Goldman Sachs, J.P. Morgan und Merrill Lynch kündigten bereits an, 70 Milliarden Dollar in einen Fonds einzuzahlen, um Liquiditätsengpässe von Banken abzufedern. Und auch die US-Notenbank öffnet erneut die Geldschleusen und pumpt Milliarden in den Markt.
Dennoch: Die tektonischen Platten der US-Finanzwelt haben sich verschoben. Der Sektor steht vor einer Komplett-Neuordnung. An der Wall Street wird es in dieser Woche wohl historische Umwälzungen mit Folgen für die gesamte Finanzwelt kommen. (Sigrid Schamall, derStandard.at, 15.9.2008)
Samstag, 13. September 2008
Mikrofinanz
Mikrokredite sind Kleinstkredite von einem Euro bis unter 1.000 Euro an Kleingewerbetreibende überwiegend in Entwicklungsländern. Sie sind neben Mikroversicherungen und micro savings eine wesentliche Mikrofinanz-Dienstleistung. Die Kredite werden in der Regel von spezialisierten Finanzdienstleistern und nichtstaatlichen Organisationen meist zur Förderung der Entwicklung vergeben.
Inhaltsverzeichnis
[Verbergen]
* 1 Geschichte
* 2 Arbeitsweise
* 3 Refinanzierung
* 4 Armutsbekämpfung
* 5 Kritik
* 6 Mikrokredit in Deutschland
* 7 Mikrokredit-Institute
* 8 Einzelnachweise
* 9 Literatur
* 10 Weblinks
Geschichte [Bearbeiten]
Mikrokredite sind ein Instrument der Entwicklungspolitik. Sie sind jedoch keine neue Erfindung. Schon das vor 150 Jahren entwickelte Raiffeisen-Modell basiert auf dem Selbsthilfe- und Solidaritätsprinzip, nach dem heute viele Mikrofinanzinstitute in den Entwicklungsländern arbeiten. Schon 1976 gab es in Bangladesch ein derartiges Programm, das von Muhammad Yunus initiiert wurde, und aus dem 1983 die Grameen Bank hervorging.
Nach Europa kehrte diese Idee Anfang der 1990er-Jahre zurück, als sich für die ständig steigende Zahl der Existenzgründer aus der Arbeitslosigkeit eine zunehmende Finanzierungslücke zeigte. In den Niederlanden entstand das Modell Tante Agathe zur Aktivierung von Privatkapital für Existenzgründer. In Frankreich wurde 1996 die gemeinnützige Adie gegründet, die inzwischen (März 2007) rund 100 Zweigstellen hat und jährlich über 10 000 Mikrokredite an Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger vergibt. [1]
Im Jahr 2006 erhielten Yunus und die Grameen Bank den Friedensnobelpreis für die Bemühungen um die „wirtschaftliche und soziale Entwicklung von unten“.
1995 gründete die Weltbank die Consultative Group to Assist the Poor (CGAP, „Beratungsgruppe für die Unterstützung der Armen“) mit dem Ziel, 200 Millionen US-Dollar für die Vergabe von Mikrokrediten zu mobilisieren. Ein erster Höhepunkt der Entwicklung war der Microcredit Summit im Jahr 1997.
Die Vereinten Nationen sehen in der Mikrofinanzierung ein wichtiges Instrument zur Erreichung der Millenniumsziele zur Reduktion von Armut. Sie haben 2005 zum Jahr der Mikrokredite ausgerufen.
Seit 2006 gibt es im Internet die Möglichkeit, Mikrokredite direkt an einen selbst ausgesuchten Kreditnehmer in einem Entwicklungsland zu vergeben.[2]
Arbeitsweise [Bearbeiten]
Die Rückzahlungen sollen in einer sozial akzeptablen Weise ermöglicht werden, dafür gibt es spezielle Kredittechnologien:
* Es wird ein Folgekredit in Aussicht gestellt.
* Gruppenbildung: Fünf bis sechs Kreditnehmer erhalten abwechselnd einen Kredit und bürgen füreinander.
* Kundenkontakt: Die Mikrobank prüft das Geschäftsmodell des Kreditnehmers gründlich und passt die Rückzahlungsintervalle und -raten dem Geldfluss des Unternehmens an (wöchentliche oder monatliche Rückzahlung).
* Fokussierung auf Frauen: Viele Mikrofinanzorganisationen vergeben Kredite nur an Frauen, da diese als kreditwürdiger und verlässlicher empfunden werden.
Zinsen sind in vielen Mikrokredit-Programmen einfache Zinsen (Restwertabschreibung) und keine Zinseszinsen.[3]
Durch Einhaltung dieser Regeln und wachsende Professionalisierung erzielen viele Mikrofinanzinstitute oft Rückzahlungsquoten von 95 bis 100 Prozent. [4] Der effektive Jahreszins für solche Mikrokredite liegt deutlich über dem klassischer Kredite, häufig über 20 % p. a. Dies wird begründet mit den höheren Kosten und der notwendigen intensiven Beratung, die Mikrokredite verursachen.
Inhaltsverzeichnis
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* 1 Geschichte
* 2 Arbeitsweise
* 3 Refinanzierung
* 4 Armutsbekämpfung
* 5 Kritik
* 6 Mikrokredit in Deutschland
* 7 Mikrokredit-Institute
* 8 Einzelnachweise
* 9 Literatur
* 10 Weblinks
Geschichte [Bearbeiten]
Mikrokredite sind ein Instrument der Entwicklungspolitik. Sie sind jedoch keine neue Erfindung. Schon das vor 150 Jahren entwickelte Raiffeisen-Modell basiert auf dem Selbsthilfe- und Solidaritätsprinzip, nach dem heute viele Mikrofinanzinstitute in den Entwicklungsländern arbeiten. Schon 1976 gab es in Bangladesch ein derartiges Programm, das von Muhammad Yunus initiiert wurde, und aus dem 1983 die Grameen Bank hervorging.
Nach Europa kehrte diese Idee Anfang der 1990er-Jahre zurück, als sich für die ständig steigende Zahl der Existenzgründer aus der Arbeitslosigkeit eine zunehmende Finanzierungslücke zeigte. In den Niederlanden entstand das Modell Tante Agathe zur Aktivierung von Privatkapital für Existenzgründer. In Frankreich wurde 1996 die gemeinnützige Adie gegründet, die inzwischen (März 2007) rund 100 Zweigstellen hat und jährlich über 10 000 Mikrokredite an Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger vergibt. [1]
Im Jahr 2006 erhielten Yunus und die Grameen Bank den Friedensnobelpreis für die Bemühungen um die „wirtschaftliche und soziale Entwicklung von unten“.
1995 gründete die Weltbank die Consultative Group to Assist the Poor (CGAP, „Beratungsgruppe für die Unterstützung der Armen“) mit dem Ziel, 200 Millionen US-Dollar für die Vergabe von Mikrokrediten zu mobilisieren. Ein erster Höhepunkt der Entwicklung war der Microcredit Summit im Jahr 1997.
Die Vereinten Nationen sehen in der Mikrofinanzierung ein wichtiges Instrument zur Erreichung der Millenniumsziele zur Reduktion von Armut. Sie haben 2005 zum Jahr der Mikrokredite ausgerufen.
Seit 2006 gibt es im Internet die Möglichkeit, Mikrokredite direkt an einen selbst ausgesuchten Kreditnehmer in einem Entwicklungsland zu vergeben.[2]
Arbeitsweise [Bearbeiten]
Die Rückzahlungen sollen in einer sozial akzeptablen Weise ermöglicht werden, dafür gibt es spezielle Kredittechnologien:
* Es wird ein Folgekredit in Aussicht gestellt.
* Gruppenbildung: Fünf bis sechs Kreditnehmer erhalten abwechselnd einen Kredit und bürgen füreinander.
* Kundenkontakt: Die Mikrobank prüft das Geschäftsmodell des Kreditnehmers gründlich und passt die Rückzahlungsintervalle und -raten dem Geldfluss des Unternehmens an (wöchentliche oder monatliche Rückzahlung).
* Fokussierung auf Frauen: Viele Mikrofinanzorganisationen vergeben Kredite nur an Frauen, da diese als kreditwürdiger und verlässlicher empfunden werden.
Zinsen sind in vielen Mikrokredit-Programmen einfache Zinsen (Restwertabschreibung) und keine Zinseszinsen.[3]
Durch Einhaltung dieser Regeln und wachsende Professionalisierung erzielen viele Mikrofinanzinstitute oft Rückzahlungsquoten von 95 bis 100 Prozent. [4] Der effektive Jahreszins für solche Mikrokredite liegt deutlich über dem klassischer Kredite, häufig über 20 % p. a. Dies wird begründet mit den höheren Kosten und der notwendigen intensiven Beratung, die Mikrokredite verursachen.
Freitag, 12. September 2008
S&P Energy
Fazit: Wir empfehlen eine Übergewichtung des S&P-500-Energiesektors, da wir damit rechnen, dass ein Ölpreisniveau über dem historischen Durchschnitt, vergleichsweise niedrige Bewertungen und ein positiver technischer Ausblick zu einer neuerlichen Outperformance gegenüber dem breiten Markt führen wird.
Donnerstag, 11. September 2008
Gold
Die Goldproduktion in La Ronde, Kittala und Goldex schätzt Agnico-Eagle für das gesamte Jahr 2008 auf 300.000 bis 320.000 Unzen Gold (VJ 230.000 Unzen). Mit 16,7 Mio. Unzen Gold befinden sich die Reserven auf einem Rekordhoch. Zum Jahresende erwartet der Konzern 18 bis 20 Mio. Unzen an Goldreserven - Zahlen die auch Analysten begeistern. Das kanadische Investmenthaus RBC Capital Markets sieht ein Kursziel von 74 USD. Gegenüber dem derzeitigen Kurs eine über 40-prozentige Steigerung! Die Analysten erwarten, dass Agnico-Eagle seine Goldproduktion von 303.000 Unzen Gold in diesem Jahr auf 1,28 Mio. Unzen im Jahr 2010 steigern wird. Ausgehend vom Jahr 2007 bedeutet dies eine Verfünffachung der Jahresproduktion! Der Gewinn je Aktie soll im selben Zeitraum von 0,75 Dollar auf 3,63 Dollar je Aktie klettern, so die Analysten von RBC. Die aktuelle Schwäche im Goldsektor bietet langfristig orientierten Anlegern nun die Chance, sich bei diesem erstklassigen Goldproduzenten zu positionieren.
Dienstag, 9. September 2008
Was ist in den letzten 6 Monaten passiert
Wichtige Börsen in U.S. Dollar
+2.5% U.S. Nasdaq
-5.8% U.S. S&P 500
-8.3% Canada TSX
-10.9% Brazil Bovespa
-11.4% Japan Nikkei
-13.4% U.K. FTSE
-20.7% Russia RTS
-43.1% China CSE 300
Wichtige Währungen gegen den U.S. Dollar
+3.2% Brazilian real
-2.6% Euro
-2.7% Russian ruble
-3.3% Japanese yen
-3.4% Swiss franc
-6.6% Canadian dollar
-7.6% British pound
-8.4% Australian dollar
Es gibt Emerging Markets, dessen gesamte Wirtschaft plötzlich nach oben katapultiert wird ...
* Groß-Investoren sprechen mit Regierung und Unternehmen, um riesige Beträge in das Land hineinzupumpen.
*
* Der Rohstoff- und Investitions-Boom wird dieses Land binnen an die wirtschaftliche Spitze seines Kontinents bringen...
+2.5% U.S. Nasdaq
-5.8% U.S. S&P 500
-8.3% Canada TSX
-10.9% Brazil Bovespa
-11.4% Japan Nikkei
-13.4% U.K. FTSE
-20.7% Russia RTS
-43.1% China CSE 300
Wichtige Währungen gegen den U.S. Dollar
+3.2% Brazilian real
-2.6% Euro
-2.7% Russian ruble
-3.3% Japanese yen
-3.4% Swiss franc
-6.6% Canadian dollar
-7.6% British pound
-8.4% Australian dollar
Es gibt Emerging Markets, dessen gesamte Wirtschaft plötzlich nach oben katapultiert wird ...
* Groß-Investoren sprechen mit Regierung und Unternehmen, um riesige Beträge in das Land hineinzupumpen.
*
* Der Rohstoff- und Investitions-Boom wird dieses Land binnen an die wirtschaftliche Spitze seines Kontinents bringen...
Nippon Sheet Glas
Für Euro-Anleger stellt sich letztere Bilanz dagegen etwas versöhnlicher dar, verzeichnet der Index in Euro doch ein Plus von rund einem Prozent, dank eines deutlich stärkeren Yen. Der überwiegende Teil der 225 Index-Werte verbucht Kursgewinne, zum Teil sogar deutliche, wie etwa der Welt größter Glashersteller Nippon Sheet Glass, dessen Kurs an den deutschen Börsen um rund 37 Prozent auf 3,70 Euro zulegte.
Auch in Tokio stieg der Kurs seit dem 5. August um 44 Prozent auf zuletzt 582 Yen. Dabei durchbrach der Kurs den langfristigen Negativtrend nach oben 8und notiert so hoch wie zuletzt im Dezember 2007.
Auch in Tokio stieg der Kurs seit dem 5. August um 44 Prozent auf zuletzt 582 Yen. Dabei durchbrach der Kurs den langfristigen Negativtrend nach oben 8und notiert so hoch wie zuletzt im Dezember 2007.
Montag, 8. September 2008
Shiller
Die Situation verlange eine aggressive Schadensbekämpfung vonseiten des Staates, so Shiller. Dieser müsse in einem ersten Schritt mit Geldspritzen für die am schlimmsten Betroffenen das Vertrauen in die Märkte wiederherstellen. Auch die Notwendigkeit für weitere Steuersenkungen schließt Shiller nicht aus.
Ein umfangreiches staatliches Maßnahmenpaket soll zudem in Zukunft die Bildung von Blasen verhindern und Risiken einschränken. Dazu gehörten die Verbesserung der Informationswege und die Vereinfachung von Verträgen und gesetzlichen Regulierungen.
Überschuldete Eigenheimbesitzer und ins Trudeln geratene Hypothekenbanken sollen zudem mit subventionierten Krediten unterstützt werden. Shiller fordert außerdem eine Finanzaufsichtsbehörde, die als Anwalt der Konsumenten agiert.
Buchhinweis
Robert J. Shiller: The Subprime Solution.
Ein umfangreiches staatliches Maßnahmenpaket soll zudem in Zukunft die Bildung von Blasen verhindern und Risiken einschränken. Dazu gehörten die Verbesserung der Informationswege und die Vereinfachung von Verträgen und gesetzlichen Regulierungen.
Überschuldete Eigenheimbesitzer und ins Trudeln geratene Hypothekenbanken sollen zudem mit subventionierten Krediten unterstützt werden. Shiller fordert außerdem eine Finanzaufsichtsbehörde, die als Anwalt der Konsumenten agiert.
Buchhinweis
Robert J. Shiller: The Subprime Solution.
Signals
Langfrist-Indikatoren geben Warnsignale
Ein weiterer Indikator für den Aktienmarkt mit einem noch längeren Zeithorizont ist das System der Kreuzungen in den Verläufen der exponentiell gleitenden 10- und 20-Monats-Durchschnitte in Verbindung mit dem 13-Monats-RSI. Dieses System ist noch träger als das bereits besprochene, hat die Anleger jedoch über den Hauptzeitraum der Hausse (Baisse) erfolgreich im (aus dem) Markt gehalten. Ein erstes Warnsignal erhalten wir mit diesem System, wenn der S&P-500 am Monatsende unterhalb des 20-Monats-Durchschnitts schließt. Dies ereignete sich Ende Januar, weit vor dem Ende Mai eingetretenen bärischen Kreuzungspunkt. Die Bestätigung der sich hier abzeichnenden Probleme erfolgte, als der 13-Monats-RSI Ende Januar unter die Marke von 50 sank und dessen Verlauf weiterhin abwärts gerichtet ist. Die 10- und 20-Monats-Durchschnitte tendieren ebenfalls nach unten und deuten damit an, dass die Ausbildung eines langfristigen Kaufsignals noch Monate dauern könnte.
Wir können zusätzlich den Monats-MACD hinzuziehen, der das gleiche Ergebnis liefert. Dieser sehr langfristige Indikator generierte Ende 2007 ein Verkaufssignal und fiel erst vor kurzem unter die Nulllinie, womit er das bärische langfristige Momentum bestätigte.
Extreme Niveaus von Angst und Pessimismus
Wie bei jeder Investmenttechnik, so sind auch hier nicht alle Indikatoren nur in eine Richtung interpretierbar. Im Verlauf der Baisse sanken einige Marktstimmungsindikatoren auf extreme Niveaus von Angst und Pessimismus, ein in unseren Augen letztlich positives Zeichen. Nach unserer Überzeugung sind Emotionen wie Panik, Verzweiflung und Depression unter Anlegern die Grundvoraussetzung für eine langfristige Bodenbildung des Marktes im Anschluss an eine Baisse oder größere Korrektur.
Entsprechende Ausprägungen dieser Emotionen konnten wir in einigen der von uns beobachteten Stimmungs- und Konsumklimaindikatoren feststellen. Die von Investor's Intelligence durchgeführte Umfrage zeigte Mitte Juli den größten Anteil an Pessimisten seit der zweiten Jahreshälfte 1994 (eine sehr gute Zeit, um sein Geld anzulegen). Im März ermittelte die Consensus-Umfrage die höchste Pessimistenquote seit 2002, während die Umfrage von Market Vane den größten Bärenanteil seit Anfang 2003 ergab. Die auf alle Optionen bezogenen Put/Call-Ratios an der Chicagoer Optionsbörse (CBOE) verfehlten im März nur knapp ihre Allzeithochs, derweil die rein auf Aktienoptionen bezogenen Put/Call-Ratios an der CBOE im März und April dieses Jahres auf neue Rekordmarken kletterten.
Ein weiteres, potenziell positives längerfristiges Signal ist die Entwicklung der wöchentlichen Momentum-Indikatoren. Der 14-Wochen-RSI hat nach seinem Vorstoß in überverkauftes Terrain im Januar eine bullische Divergenz ausgebildet. Dieser Indikator hat zwar bereits höhere Tiefs verzeichnet, bislang jedoch noch nicht die Reihe höherer Hochs durchbrochen. Der Wochen-MACD hat ebenfalls eine bullische Divergenz gebildet - zum ersten Mal seit Ende 2002/Anfang 2003.
Es gibt zwar Anzeichen einer möglichen Bodenbildung des Marktes, nach unserer Einschätzung legt eine überwältigende Fülle technischer Signale jedoch den Schluss nahe, dass sich der Markt noch nicht von den Fesseln der Baisse befreit hat.
Ein weiterer Indikator für den Aktienmarkt mit einem noch längeren Zeithorizont ist das System der Kreuzungen in den Verläufen der exponentiell gleitenden 10- und 20-Monats-Durchschnitte in Verbindung mit dem 13-Monats-RSI. Dieses System ist noch träger als das bereits besprochene, hat die Anleger jedoch über den Hauptzeitraum der Hausse (Baisse) erfolgreich im (aus dem) Markt gehalten. Ein erstes Warnsignal erhalten wir mit diesem System, wenn der S&P-500 am Monatsende unterhalb des 20-Monats-Durchschnitts schließt. Dies ereignete sich Ende Januar, weit vor dem Ende Mai eingetretenen bärischen Kreuzungspunkt. Die Bestätigung der sich hier abzeichnenden Probleme erfolgte, als der 13-Monats-RSI Ende Januar unter die Marke von 50 sank und dessen Verlauf weiterhin abwärts gerichtet ist. Die 10- und 20-Monats-Durchschnitte tendieren ebenfalls nach unten und deuten damit an, dass die Ausbildung eines langfristigen Kaufsignals noch Monate dauern könnte.
Wir können zusätzlich den Monats-MACD hinzuziehen, der das gleiche Ergebnis liefert. Dieser sehr langfristige Indikator generierte Ende 2007 ein Verkaufssignal und fiel erst vor kurzem unter die Nulllinie, womit er das bärische langfristige Momentum bestätigte.
Extreme Niveaus von Angst und Pessimismus
Wie bei jeder Investmenttechnik, so sind auch hier nicht alle Indikatoren nur in eine Richtung interpretierbar. Im Verlauf der Baisse sanken einige Marktstimmungsindikatoren auf extreme Niveaus von Angst und Pessimismus, ein in unseren Augen letztlich positives Zeichen. Nach unserer Überzeugung sind Emotionen wie Panik, Verzweiflung und Depression unter Anlegern die Grundvoraussetzung für eine langfristige Bodenbildung des Marktes im Anschluss an eine Baisse oder größere Korrektur.
Entsprechende Ausprägungen dieser Emotionen konnten wir in einigen der von uns beobachteten Stimmungs- und Konsumklimaindikatoren feststellen. Die von Investor's Intelligence durchgeführte Umfrage zeigte Mitte Juli den größten Anteil an Pessimisten seit der zweiten Jahreshälfte 1994 (eine sehr gute Zeit, um sein Geld anzulegen). Im März ermittelte die Consensus-Umfrage die höchste Pessimistenquote seit 2002, während die Umfrage von Market Vane den größten Bärenanteil seit Anfang 2003 ergab. Die auf alle Optionen bezogenen Put/Call-Ratios an der Chicagoer Optionsbörse (CBOE) verfehlten im März nur knapp ihre Allzeithochs, derweil die rein auf Aktienoptionen bezogenen Put/Call-Ratios an der CBOE im März und April dieses Jahres auf neue Rekordmarken kletterten.
Ein weiteres, potenziell positives längerfristiges Signal ist die Entwicklung der wöchentlichen Momentum-Indikatoren. Der 14-Wochen-RSI hat nach seinem Vorstoß in überverkauftes Terrain im Januar eine bullische Divergenz ausgebildet. Dieser Indikator hat zwar bereits höhere Tiefs verzeichnet, bislang jedoch noch nicht die Reihe höherer Hochs durchbrochen. Der Wochen-MACD hat ebenfalls eine bullische Divergenz gebildet - zum ersten Mal seit Ende 2002/Anfang 2003.
Es gibt zwar Anzeichen einer möglichen Bodenbildung des Marktes, nach unserer Einschätzung legt eine überwältigende Fülle technischer Signale jedoch den Schluss nahe, dass sich der Markt noch nicht von den Fesseln der Baisse befreit hat.
Freitag, 5. September 2008
Arbeitslosigkeit steigt
usschlaggebend war vor allem ein Bericht des amerikanischen Arbeitsministeriums, wonach die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche überraschend angestiegen war. Zudem bauten die amerikanischen Firmen laut der privaten Arbeitsagentur ADP im August 33.000 Stellen ab, mehr als erwartet. Dadurch stieg bei den Anlegern die Nervosität vor der Veröffentlichung des Arbeitsmarktberichts der Regierung am Freitag.
Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 2,99 Prozent schwächer bei 11.188 Punkten, nachdem er im Handelsverlauf zwischen 11.176 und 11.532 Zählern gependelt war. Der breiter gefasste S&P-500-Index gab ebenfalls 2,99 Prozent auf 1236 Zähler nach. Der Technologie-Index Nasdaq büßte 3,2 Prozent auf 2259 Punkte ein. Für den Nasdaq-Index und den S&P bedeutete dies den vierten Tagesverlust in Folge. Der Dow war am Vortag mit einem leichten Plus aus dem Handel gegangen.
Für schlechte Stimmung auf dem New Yorker Parkett sorgte auch eine Mitteilung des amerikanischen Konzerns Terex. Der Hersteller von Ausrüstung für die Bau- und Bergbaubranche senkte seine Umsatz- und Gewinnprognosen für 2008 und begründete dies mit einer schwächeren Nachfrage in Westeuropa. Die Terex-Aktie brach um knapp 20 Prozent ein. Auch die Aktie des weltgrößten Baumaschinenherstellers Caterpillar verlor 5,6 Prozent.
Mit großer Aufmerksamkeit verfolgten Anleger die Entwicklungen bei Boeing: Die größte Gewerkschaft des Flugzeugbauers lehnte im Mechaniker-Tarifstreit ein Angebot des Unternehmens ab, verschob aber den Beginn eines geplanten Streiks, um weitere Verhandlungen zu ermöglichen. Die Boeing-Aktie gab 4,6 Prozent nach.
Bei den Technologiewerten verzeichneten die Aktien von Cisco Systems Verluste. Die Papiere des weltgrößten Netzwerkausrüsters fielen 4,4 Prozent. Die Titel des Blackberry-Herstellers Research in Motion (RIM) verloren 6,4 Prozent.
Die Wal-Mart-Aktie beendete den Handel nahezu unverändert, nachdem sie im Verlauf zeitweise über ein Prozent im Plus notiert hatte. Grund waren die Umsatzzahlen des weltgrößten Einzelhandelskonzerns, die für August überraschend deutliche Zuwächse
Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 2,99 Prozent schwächer bei 11.188 Punkten, nachdem er im Handelsverlauf zwischen 11.176 und 11.532 Zählern gependelt war. Der breiter gefasste S&P-500-Index gab ebenfalls 2,99 Prozent auf 1236 Zähler nach. Der Technologie-Index Nasdaq büßte 3,2 Prozent auf 2259 Punkte ein. Für den Nasdaq-Index und den S&P bedeutete dies den vierten Tagesverlust in Folge. Der Dow war am Vortag mit einem leichten Plus aus dem Handel gegangen.
Für schlechte Stimmung auf dem New Yorker Parkett sorgte auch eine Mitteilung des amerikanischen Konzerns Terex. Der Hersteller von Ausrüstung für die Bau- und Bergbaubranche senkte seine Umsatz- und Gewinnprognosen für 2008 und begründete dies mit einer schwächeren Nachfrage in Westeuropa. Die Terex-Aktie brach um knapp 20 Prozent ein. Auch die Aktie des weltgrößten Baumaschinenherstellers Caterpillar verlor 5,6 Prozent.
Mit großer Aufmerksamkeit verfolgten Anleger die Entwicklungen bei Boeing: Die größte Gewerkschaft des Flugzeugbauers lehnte im Mechaniker-Tarifstreit ein Angebot des Unternehmens ab, verschob aber den Beginn eines geplanten Streiks, um weitere Verhandlungen zu ermöglichen. Die Boeing-Aktie gab 4,6 Prozent nach.
Bei den Technologiewerten verzeichneten die Aktien von Cisco Systems Verluste. Die Papiere des weltgrößten Netzwerkausrüsters fielen 4,4 Prozent. Die Titel des Blackberry-Herstellers Research in Motion (RIM) verloren 6,4 Prozent.
Die Wal-Mart-Aktie beendete den Handel nahezu unverändert, nachdem sie im Verlauf zeitweise über ein Prozent im Plus notiert hatte. Grund waren die Umsatzzahlen des weltgrößten Einzelhandelskonzerns, die für August überraschend deutliche Zuwächse
Donnerstag, 4. September 2008
Trends und Megatrendes
Einige Fondsgesellschaften für Privatanleger versuchen deshalb, beides zu kombinieren. Sie suchen Trends, die besonders lang anhalten, und nennen sie „Megatrends“. Rohstoffe sollen ein Megatrend sein. Denen erging es aber bisher nicht besser: Im Mai und Juni kam eine Reihe von Rohstoff-Fonds auf den Markt - pünktlich zum großen Einbruch der Rohstoffpreise. Der Rohstoff-Index „Dow Jones AIG“ zum Beispiel ist seit Ende Juni um rund ein Fünftel gefallen. Das stört zumindest JP Morgan nicht. Die Investmentbank bietet derzeit ein neues Zertifikat an: Damit können Anleger auf Inflation und Ölpreis gleichzeitig wetten.
Vermutlich sind die vermeintlichen Megatrends also auch nicht besser für Privatanleger. Der Kapitalmarktforscher Lutz Johanning von der Universität WHU in Vallendar hält das für wahrscheinlich. Zwar gebe es gelegentlich Branchen oder Produkte, die besonders hohe Gewinne für die Zukunft versprechen. Doch je mehr Menschen davon wissen, umso höher seien die Kurse schon gestiegen. Idealerweise so weit, dass die künftigen Profite schon im Preis berücksichtigt sind. So etwas kann sogar mit Anleihen bei steigender Inflation passieren.
Nicht auf die Werbebroschüre warten
Das ist die klassische Spekulation: Wenn Privatanleger auf einen Trend aufmerksam werden, dann kaufen sie die neuen Anlageprodukte und treiben die Kurse so noch weiter. Dazu kommt: Sie können die Gewinnchancen oft schlecht einschätzen und übertreiben gern. Diese Gelegenheit nutzen dann bessere Spekulanten, um aus diesen Produkten auszusteigen.
Wie sollte man sein Geld also anlegen? Wer es sich einfach machen möchte, sollte Trends schlicht ignorieren. Es reicht dann, das Vermögen einmal gut auf die verschiedenen Regionen und Anlageklassen zu verteilen. Dann müssen Anleger nur noch darauf achten, dass Kursbewegungen das Portfolio nicht zu weit von der Grundeinstellung wegtreiben. So haben sie beste Gewinnchancen.
Wenn ein Anleger aber Spaß daran hat, neue Trends zu suchen, und auf künftige Trends setzen will, dann sollte er auch nicht warten, bis die Finanzindustrie diese Trends per Werbebroschüre in die Welt hinausposaunt. Sondern schon vorher kaufen und sich darüber freuen, wenn die Werbeprospekte die Kurse noch einmal nach oben treiben. In dem Moment sollte er dann aber auch darüber nachdenken, ob er seine Kursgewinne nicht lieber zu Geld macht.
Vermutlich sind die vermeintlichen Megatrends also auch nicht besser für Privatanleger. Der Kapitalmarktforscher Lutz Johanning von der Universität WHU in Vallendar hält das für wahrscheinlich. Zwar gebe es gelegentlich Branchen oder Produkte, die besonders hohe Gewinne für die Zukunft versprechen. Doch je mehr Menschen davon wissen, umso höher seien die Kurse schon gestiegen. Idealerweise so weit, dass die künftigen Profite schon im Preis berücksichtigt sind. So etwas kann sogar mit Anleihen bei steigender Inflation passieren.
Nicht auf die Werbebroschüre warten
Das ist die klassische Spekulation: Wenn Privatanleger auf einen Trend aufmerksam werden, dann kaufen sie die neuen Anlageprodukte und treiben die Kurse so noch weiter. Dazu kommt: Sie können die Gewinnchancen oft schlecht einschätzen und übertreiben gern. Diese Gelegenheit nutzen dann bessere Spekulanten, um aus diesen Produkten auszusteigen.
Wie sollte man sein Geld also anlegen? Wer es sich einfach machen möchte, sollte Trends schlicht ignorieren. Es reicht dann, das Vermögen einmal gut auf die verschiedenen Regionen und Anlageklassen zu verteilen. Dann müssen Anleger nur noch darauf achten, dass Kursbewegungen das Portfolio nicht zu weit von der Grundeinstellung wegtreiben. So haben sie beste Gewinnchancen.
Wenn ein Anleger aber Spaß daran hat, neue Trends zu suchen, und auf künftige Trends setzen will, dann sollte er auch nicht warten, bis die Finanzindustrie diese Trends per Werbebroschüre in die Welt hinausposaunt. Sondern schon vorher kaufen und sich darüber freuen, wenn die Werbeprospekte die Kurse noch einmal nach oben treiben. In dem Moment sollte er dann aber auch darüber nachdenken, ob er seine Kursgewinne nicht lieber zu Geld macht.
Mittwoch, 3. September 2008
Arbeitslosenzahlen anschauen
Das Ende des Sommers wird von Investoren als willkommener Anlass genutzt, um ihre Glaskugeln hervorzuholen und einen Blick in das kommende Jahr zu wagen. Im September „konzentriert man sich verstärkt auf das nächste Kalenderjahr“, sagt Georges Yared von Yared Investment Research. Er geht davon aus, dass es in Erwartung eines kräftigen Anstiegs der Unternehmensgewinne 2009 zu einer Aktienmarktrally kommen könnte.
Ein entscheidender Indikator für das Umfeld im kommenden Jahr wird der am 5. September veröffentlichte amerikanische Arbeitsmarktbericht für August sein. Volkswirte rechnen damit, dass die in den vergangenen Monaten gestiegene Arbeitslosigkeit bei 5,7 Prozent verharren wird.
Für den Fall eines weiteren starken Anstiegs der Arbeitslosenquote könnte der schwierige Arbeitsmarkt beträchtliche Auswirkungen auf die amerikanischen Verbraucherausgaben haben, sagt Peter Cardillo, Chefvolkswirt bei Avalon Partners. Wenn sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt dagegen nicht merklich verschlechtert, könnte der Markt den Bericht als Zeichen interpretieren, dass die Wirtschaft Anfang 2009 für eine Trendumkehr gerüstet ist. Dies sei das bestmögliche Szenario, so Cardillo: „Die Wirtschaft hangelt sich bis zum Eintreten einer Erholung durch.“
Ein entscheidender Indikator für das Umfeld im kommenden Jahr wird der am 5. September veröffentlichte amerikanische Arbeitsmarktbericht für August sein. Volkswirte rechnen damit, dass die in den vergangenen Monaten gestiegene Arbeitslosigkeit bei 5,7 Prozent verharren wird.
Für den Fall eines weiteren starken Anstiegs der Arbeitslosenquote könnte der schwierige Arbeitsmarkt beträchtliche Auswirkungen auf die amerikanischen Verbraucherausgaben haben, sagt Peter Cardillo, Chefvolkswirt bei Avalon Partners. Wenn sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt dagegen nicht merklich verschlechtert, könnte der Markt den Bericht als Zeichen interpretieren, dass die Wirtschaft Anfang 2009 für eine Trendumkehr gerüstet ist. Dies sei das bestmögliche Szenario, so Cardillo: „Die Wirtschaft hangelt sich bis zum Eintreten einer Erholung durch.“
Dienstag, 2. September 2008
Elder - what you really need
Allerdings, ein Trader braucht zusätzlich ein Chartprogramm, um Kursverläufe zu analysieren und einige Indikatoren, um das Auf und Ab einzuordnen und so Kauf- und Verkaufsignale aufzuspüren. Was mich betrifft, ich begnüge mich mit fünf Indikatoren: einem gleitenden Durchschnitt, einem Trendkanal, dem MACD (Moving-Average-Convergence-Divergence-Indicator) und dem MACD-Histogramm – beide geben Aufschluss darüber, ob Optimisten oder Pessimisten in der Überzahl sind, und welche Kraft Bullen und Bären haben. Und schließlich den von mir entwickelten Force-Index, der anzeigt, wenn ein Trend schwächer oder stärker wird.
FOCUS-MONEY: Sie haben unter den Einstiegsvoraussetzungen auch ein Tagebuch erwähnt. Was hat es damit auf sich?
Elder: Um sich eine gewisse Disziplin anzugewöhnen, ist es wichtig, Erfahrungen mit getätigten Transaktionen in einem Trading-Tagebuch festzuhalten, um so aus Fehlern zu lernen und sie beim nächsten Mal zu vermeiden. Ein Trading-Tagebuch ist mindestens genauso wichtig wie Hard- und Software.
FOCUS-MONEY: Sie haben unter den Einstiegsvoraussetzungen auch ein Tagebuch erwähnt. Was hat es damit auf sich?
Elder: Um sich eine gewisse Disziplin anzugewöhnen, ist es wichtig, Erfahrungen mit getätigten Transaktionen in einem Trading-Tagebuch festzuhalten, um so aus Fehlern zu lernen und sie beim nächsten Mal zu vermeiden. Ein Trading-Tagebuch ist mindestens genauso wichtig wie Hard- und Software.
US Stocks Decline Less Than ATX Declinel
Selbst der Bewertungsabschlag von 24 Prozent, den der FTSE Europe Index derzeit gegenüber dem S&P 500 Index gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis aufweist, ändert an dieser Vorliebe nichts. Clariden Leu-Analyst Sandro Rosa erklärt dies neben der unterschiedlichen Geldpolitik auch damit, dass die Gefahr von negativen Gewinnrevisionen in Europa größer ist als in Amerika.
Zur Begründung verweist er auf die in Europa weniger flexiblen Arbeitsmärkte sowie darauf, dass die Gewinne in Europa größere Abweichungen vom langfristigen Trend aufweisen. Zudem sei auch der Einfluss der Gewerkschaften größer, was die Margen unter Druck bringen dürfte.
Ähnlich sehen das die Experten bei der Credit Suisse. Dort wird bei den europäischen Unternehmen in den kommenden zwölf Monaten im Durchschnitt mit einem Gewinnrückgang von 13 Prozent gerechnet, während für die amerikanischen Gesellschaften nur ein Gewinnminus von zwei Prozent vorhergesagt wird. Auf Sektorebene werden in Europa lediglich Transportwerte, Banken und Technologietitel verglichen mit Amerika als günstig eingestuft.
Zur Begründung verweist er auf die in Europa weniger flexiblen Arbeitsmärkte sowie darauf, dass die Gewinne in Europa größere Abweichungen vom langfristigen Trend aufweisen. Zudem sei auch der Einfluss der Gewerkschaften größer, was die Margen unter Druck bringen dürfte.
Ähnlich sehen das die Experten bei der Credit Suisse. Dort wird bei den europäischen Unternehmen in den kommenden zwölf Monaten im Durchschnitt mit einem Gewinnrückgang von 13 Prozent gerechnet, während für die amerikanischen Gesellschaften nur ein Gewinnminus von zwei Prozent vorhergesagt wird. Auf Sektorebene werden in Europa lediglich Transportwerte, Banken und Technologietitel verglichen mit Amerika als günstig eingestuft.
Trickbetrüger a la MEINL
Entsprechend groß sei die Gefahr von Insidergeschäften, Kursmanipulationen oder Falschinformationen. Verschiedene Börsenbriefe hätten zuletzt laut Bafin Aktien von Unternehmen, vor allem aus den Vereinigten Staaten, Kanada oder der Schweiz zum Kauf empfohlen.
Allerdings brachten ein Engagement in diesen Titeln nicht den erhofften Kursanstieg, sondern enorme Kursverluste innerhalb kürzester Zeit. Um auf solche dubiosen Tipps nicht hereinzufallen, rät die Bafin den Anlegern, auf einige Warnsignale zu achten:
Aktienflut: In der Phase, in der die empfohlene Aktie in den Freiverkehr eingeführt wird, finden ein Aktiensplit oder eine Kapitalerhöhung statt. Dadurch wird die Zahl der Aktien enorm erhöht.
Miniwerte: Vorsicht ist laut Bafin bei Aktien Schweizer Gesellschaften geboten, die einen Mindestnennwert von nur 0,01 Schweizer Franken und ein Mindest-Stammkapital von gerade einmal 100.000 Franken haben. „In diesem Fall liegt es nahe, dass es den Gründern der jeweiligen Gesellschaft darum ging, möglichst viele Aktien zu schaffen“, warnt die Bafin.
Trend-Branche: Bei Anlegern sollten die Alarmglocken angehen, wenn das Unternehmen kurz vor der Notierung an der Börse seinen Geschäftszweck ändert - vor allem dann, wenn die Gesellschaft plötzlich angibt, in einer Branche tätig zu sein, die derzeit in ist wie lange Zeit die Rohstoffbranche.
Geheimnisse: Wenn über das Unternehmen keine verlässlichen Informationen erhältlich sind wie testierte Jahresabschlüsse oder unabhängige Analystenberichte, sollten Anleger lieber die Finger von einem Kauf lassen.
Karriere: Verdächtig ist es auch, wenn Personen, die in leitender Position der Gesellschaft tätig sind, schon in anderen Unternehmen tätig waren, deren Aktien sich langfristig ebenfalls als Enttäuschung herausgestellt haben.
Briefkasten: Hat das Unternehmen seinen Sitz unter derselben Adresse wie ein Vielzahl anderer Unternehmen, deutet dies darauf hin, dass die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft eher begrenzt ist und es sich mehr oder wneiger um eine „Briefkastenfirma“ handelt.
Fazit: Anleger sollten nie blind Empfehlungen von so manchen Börsenbriefen oder unbekannten E-Mail-Verfassern trauen, sondern stets selbst ihre Anlagestrategie und ihr Investment prüfen.
Allerdings brachten ein Engagement in diesen Titeln nicht den erhofften Kursanstieg, sondern enorme Kursverluste innerhalb kürzester Zeit. Um auf solche dubiosen Tipps nicht hereinzufallen, rät die Bafin den Anlegern, auf einige Warnsignale zu achten:
Aktienflut: In der Phase, in der die empfohlene Aktie in den Freiverkehr eingeführt wird, finden ein Aktiensplit oder eine Kapitalerhöhung statt. Dadurch wird die Zahl der Aktien enorm erhöht.
Miniwerte: Vorsicht ist laut Bafin bei Aktien Schweizer Gesellschaften geboten, die einen Mindestnennwert von nur 0,01 Schweizer Franken und ein Mindest-Stammkapital von gerade einmal 100.000 Franken haben. „In diesem Fall liegt es nahe, dass es den Gründern der jeweiligen Gesellschaft darum ging, möglichst viele Aktien zu schaffen“, warnt die Bafin.
Trend-Branche: Bei Anlegern sollten die Alarmglocken angehen, wenn das Unternehmen kurz vor der Notierung an der Börse seinen Geschäftszweck ändert - vor allem dann, wenn die Gesellschaft plötzlich angibt, in einer Branche tätig zu sein, die derzeit in ist wie lange Zeit die Rohstoffbranche.
Geheimnisse: Wenn über das Unternehmen keine verlässlichen Informationen erhältlich sind wie testierte Jahresabschlüsse oder unabhängige Analystenberichte, sollten Anleger lieber die Finger von einem Kauf lassen.
Karriere: Verdächtig ist es auch, wenn Personen, die in leitender Position der Gesellschaft tätig sind, schon in anderen Unternehmen tätig waren, deren Aktien sich langfristig ebenfalls als Enttäuschung herausgestellt haben.
Briefkasten: Hat das Unternehmen seinen Sitz unter derselben Adresse wie ein Vielzahl anderer Unternehmen, deutet dies darauf hin, dass die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft eher begrenzt ist und es sich mehr oder wneiger um eine „Briefkastenfirma“ handelt.
Fazit: Anleger sollten nie blind Empfehlungen von so manchen Börsenbriefen oder unbekannten E-Mail-Verfassern trauen, sondern stets selbst ihre Anlagestrategie und ihr Investment prüfen.
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