Montag, 20. Oktober 2008

Crisis Predicor - one of the few

http://www.economicprincipals.com/issues/07.07.15.html

Luke XII

13 One of the multitude said to him, "Teacher, bid my brother divide the inheritance with me."
14 But he said to him, "Man, who made me a judge or divider over you?"
15 And he said to them, "Take heed, and beware of all covetousness; for a man's life does not consist in the abundance of his possessions."
16 And he told them a parable, saying, "The land of a rich man brought forth plentifully;
17 and he thought to himself, `What shall I do, for I have nowhere to store my crops?'
18 And he said, `I will do this: I will pull down my barns, and build larger ones; and there I will store all my grain and my goods.
19 And I will say to my soul, Soul, you have ample goods laid up for many years; take your ease, eat, drink, be merry.'
20 But God said to him, `Fool! This night your soul is required of you; and the things you have prepared, whose will they be?'
21 So is he who lays up treasure for himself, and is not rich toward God."

Folgen der Finankrise

All diese Milliarden müssen jetzt zusätzlich verdient werden. Ist eigentlich allen klar, dass wir schon ein zweites Microsoft, ein besseres Google und ein bis zwei Popphänomene der Beatles-Güte hervorbringen müssten, um diese Summen zu erwirtschaften? Und im Moment haben wir benzinbetriebene Autos, schwere Maschinen und Dieter Bohlen zu bieten. Das wird leider nicht reichen. Jetzt wäre es an der Zeit zu zeigen, wo die risikobereiten Unternehmertypen sind. Nach der Krise verkauft ein Finanzhändler sein Zeug und gründet eine Firma – solche Geschichten möchte ich jetzt lesen!

Wie wäre es, Mitarbeiter der nun begünstigten Institute besuchten die Schreibkurse der Volkshochschulen oder die Cafés unserer Städte und böten schreibenden Frauen ihre Hilfe an, putzten die Wohnung, kauften ein, sitteten die Kinder – eine zweite Joanne K. Rowling und die Erlöse eines Harry Potter, so was könnte der deutsche Fiskus dringend brauchen.

Wer kann schon vom Gehalt leben?

Und wenn solche Wunder ausbleiben? Der Chef von Tengelmann, Erivan Haub, einer der reichsten Deutschen, hat schon gemeckert, die Finanzwelt habe gar keine Ahnung, wie schwer es sei, in der Realwirtschaft, etwa in seinen Lebensmittelläden, etwas zu verdienen

Sonntag, 19. Oktober 2008

Buffet hates Dot.com

Doch Buffett steckte nicht nur ein, er teilte auch aus. In einer der Schlüsselpassagen des Buches schildert Schroeder, wie Buffett bei einer Investorenkonferenz im Juli 1999 – kurz vor dem Höhepunkt der Dotcom-Euphorie – den ungläubig zuhörenden Gipfelstürmern der New Economy ihren baldigen Absturz voraussagte. Das war eine gezielte Provokation, ebenso wie seine Warnung vor Derivaten als „ökonomische Massenvernichtungswaffen“ lange vor dem Subprime- Debakel. Der Baseball-Fan, der seit Jahrzehnten immer die gleichen, unscheinbaren, graubraunen Anzüge und die gleiche Hornbrille zu tragen scheint, der im gleichen bieder eingerichteten Büro arbeitet wie vor 30 Jahren, repräsentiert den Inbegriff des ehrlichen, hart arbeitenden Investors, dem Gier ebenso abhold ist wie Pomp oder großspurig vorgetragene Zukunftsvisionen. Zu seiner demonstrativen Bescheidenheit passt, dass er als Vorstand seiner Holding ein vergleichsweise lächerliches Gehalt von 100.000 Dollar bezieht.

How does Buffet resist a crisis ?

Buffetts Holding-Gesellschaft Berkshire Hathaway konnte die Kreditkrise nichts anhaben. Zwar sank in den Wirren auch der Kurs der Berkshire-Aktie, doch steht das Imperium auf gesunden Beinen, sodass der Multimilliardär sogar expandieren und Anteile von General Electric oder Goldman Sachs erwerben konnte. Buffett steht damit in starkem Kontrast zu den Baronen der Wall Street, jenen nahezu feudalistisch auftretenden Investmentbankern, die seit den 80er-Jahren zum Inbegriff des modernen Finanzkapitalismus wurden – und sich jetzt am Pranger wiederfinden.

Modern und Teil des Mainstream zu sein, darauf hatte Buffett, der zu den Financiers alter Schule zählt, noch nie Wert gelegt. Zu Berkshires Beteiligungen gehören Versicherer wie Geico Auto Insurance oder General Re, Textilkonzerne wie Fruit of the Loom und Getränkehersteller wie Anheuser-Busch oder Coca-Cola. Technologieunternehmen sind kaum vertreten, da Buffett ihre Geschäftsmodelle für zu unsicher hält. Seine beharrliche Weigerung, in Hightech zu investieren, brachte ihn in den Neunzigern in Bedrängnis.

Doch Buffett steckte nicht nur ein, er teilte auch aus. In einer der Schlüsselpassagen des Buches schildert Schroeder, wie Buffett bei einer Investorenkonferenz im Juli 1999 – kurz vor dem Höhepunkt der Dotcom-Euphorie – den ungläubig zuhörenden Gipfelstürmern der New Economy ihren baldigen Absturz voraussagte. Das war eine gezielte Provokation, ebenso wie seine Warnung vor Derivaten als „ökonomische Massenvernichtungswaffen“ lange vor dem Subprime- Debakel. Der Baseball-Fan, der seit Jahrzehnten immer die gleichen, unscheinbaren, graubraunen Anzüge und die gleiche Hornbrille zu tragen scheint, der im gleichen bieder eingerichteten Büro arbeitet wie vor 30 Jahren, repräsentiert den Inbegriff des ehrlichen, hart arbeitenden Investors, dem Gier ebenso abhold ist wie Pomp oder großspurig vorgetragene Zukunftsvisionen. Zu seiner demonstrativen Bescheidenheit passt, dass er als Vorstand seiner Holding ein vergleichsweise lächerliches Gehalt von 100.000 Dollar bezieht.

Buffet I

Buffett steht damit in starkem Kontrast zu den Baronen der Wall Street, jenen nahezu feudalistisch auftretenden Investmentbankern, die seit den 80er-Jahren zum Inbegriff des modernen Finanzkapitalismus wurden – und sich jetzt am Pranger wiederfinden.

Modern und Teil des Mainstream zu sein, darauf hatte Buffett, der zu den Financiers alter Schule zählt, noch nie Wert gelegt. Zu Berkshires Beteiligungen gehören Versicherer wie Geico Auto Insurance oder General Re, Textilkonzerne wie Fruit of the Loom und Getränkehersteller wie Anheuser-Busch oder Coca-Cola. Technologieunternehmen sind kaum vertreten, da Buffett ihre Geschäftsmodelle für zu unsicher hält. Seine beharrliche Weigerung, in Hightech zu investieren, brachte ihn in den Neunzigern in Bedrängnis.

Doch Buffett steckte nicht nur ein, er teilte auch aus. In einer der Schlüsselpassagen des Buches schildert Schroeder, wie Buffett bei einer Investorenkonferenz im Juli 1999 – kurz vor dem Höhepunkt der Dotcom-Euphorie – den ungläubig zuhörenden Gipfelstürmern der New Economy ihren baldigen Absturz voraussagte. Das war eine gezielte Provokation, ebenso wie seine Warnung vor Derivaten als „ökonomische Massenvernichtungswaffen“ lange vor dem Subprime- Debakel. Der Baseball-Fan, der seit Jahrzehnten immer die gleichen, unscheinbaren, graubraunen Anzüge und die gleiche Hornbrille zu tragen scheint, der im gleichen bieder eingerichteten Büro arbeitet wie vor 30 Jahren, repräsentiert den Inbegriff des ehrlichen, hart arbeitenden Investors, dem Gier ebenso abhold ist wie Pomp oder großspurig vorgetragene Zukunftsvisionen. Zu seiner demonstrativen Bescheidenheit passt, dass er als Vorstand seiner Holding ein vergleichsweise lächerliches Gehalt von 100.000 Dollar bezieht.

Steuersparen

Nicht alle Steuerzahler werden auf die Steuerreform 2010 vertröstet. Selbständige, die ihren Gewinn mittels Einnahmen-Ausgaben-Rechnung bestimmen, können ihr persönliches Steuersparpaket im Wert von bis zu 50.000 Euro schon heuer nutzen. Allerdings muss man dafür spätestens bis Jahresende handeln und entsprechende Anschaffungen tätigen, sonst ist die Chance auf den Steuerbonus endgültig verpasst.
Begünstigt sind nicht nur klassische Unternehmer und Freiberufler, sondern auch neue Selbständige und Arbeitnehmer mit selbständigem Nebenjob. Sie alle können unter dem Titel „Freibetrag für investierte Gewinne“ seit dem Vorjahr bis zu zehn Prozent ihres Jahres­gewinns steuerfrei kassieren. Maximal werden 100.000 Euro Freibetrag anerkannt, was bei 50 Prozent Grenzsteuersatz einen effektiven Steuervorteil von 50.000 Euro ergibt.

Voraussetzung für den Freibetrag ist, dass heuer entweder entsprechend hohe Investitionen getätigt werden oder – wesentlich einfacher – das Geld mindestens vier Jahre lang in einer begünstigten Sparform zur Seite gelegt wird. Vom Fiskus anerkannt wird zum Beispiel die Anschaffung von Anleihen- und Mischfonds, die zur Abfertigungs- und Pensionsrückstellung geeignet sind, oder das Sparen auf bundesschatz.at. Achtung: Wenn die Fonds auf dem privaten Depot liegen, droht die Offenlegung der gesamten Bestände, wenn das Finanzamt nachprüft, ob die steuerbegünstigten Fonds tatsächlich angeschafft wurden. Oft wird es sich deshalb empfehlen, ein zusätzliches Depot für die Steuerfonds zu eröffnen. Wesentlich einfacher und spesengünstiger ist es, das Geld für den Investitionsfreibetrag auf bundesschatz.at, dem Online-Sparangebot der Bundes­finanzierungsagentur der Republik, zu veranlagen. Dort ist die Kontoführung kostenlos, außerdem entfallen die beim Fondskauf üblichen Ausgabeaufschläge. Die Zinsen sind ebenfalls attraktiv. So zahlt bundesschatz.at derzeit für eine sechsmonatige Bindung 4,5 Prozent Zinsen, für ein Jahr 4,7 Prozent Zinsen. IInfos über die aktuellen Konditionen und die Kontoeröffnung gibt es unter www.bundesschatz.at oder bei der Telefon-Hotline 0800/12 34 04 00.

Am Ende der Bindungsfrist kann das Geld automatisch wiederveranlagt werden, um die für den Freibetrag erforder­liche vierjährige Bindungsfrist einzuhalten. Diese gilt übrigens genau 48 Monate. Wenn man das Geld Mitte September 2008 einlegt, könnte man es schon Mitte September 2012 wieder abheben. Um zu ermitteln, wie viel heuer angelegt werden kann, sollte man den dies-jährigen Gewinn abschätzen und davon zehn Prozent heranziehen. Bei 50.000 Euro Gewinn ergeben sich also 5.000 Euro potenzieller Freibetrag. Sind schon 1.000 Euro durch Investitionen abgedeckt, bleiben also noch 4.000 Euro für Fonds oder bundesschatz.at.

Aktien ?

Rentabilität ist gering und nicht garantiert

Die Renditen dieser Anlagen sind bescheiden. Die gesetzliche Rentenversicherung bietet, wenn nur die Anteile der Eltern - monatlich 800 Euro - berücksichtigt werden, eine Rendite von 2,85 Prozent pro Jahr. Das Eigenheim enthält eine Verzinsung von 2,58 Prozent pro Jahr. Werden alle Zahlen in einen Topf geworfen, kommen unter dem Strich ungefähr 2,7 Prozent heraus. Das führt zu drei Befunden. Erstens: Der Aufbau des Vermögens läuft über Immobilien und Rentenansprüche. Zweitens: Die beiden Anlagen sind zwei Knebelverträge, ein Ausstieg auf andere Anlagen ist schwierig oder unmöglich. Drittens: Die Verzinsung liegt unter 3 Prozent pro Jahr.

Das Vermögen enthält Licht und Schatten. Positiv ist die "Pflicht" zum Sparen. Das sorgt im Alter für gewisse Entspannung, weil den Eltern zwei Gegenwerte winken. Das ist auf der einen Seite das lastenfreie Haus, und das sind auf der andern Seite die beiden Renten. Mit dem schuldenfreien Dach über dem Kopf und den Zahlungen der Rentenkassen ist der Ruhestand in finanzieller Hinsicht gesichert.

Fraglich sind jedoch die Stabilität der Anlagen und die Rentabilität der Investitionen. Die Renten mögen sicher sein, doch muss die Frage erlaubt sein, in welcher Höhe. Genauso ist der Wert des Hauses in 40 oder 50 Jahren ungewiss. Das heißt für die Anleger im Klartext: Sicher ist die Unsicherheit.

Bei Aktien kann man langfristig nichts falsch machen

Wenn die beiden Investoren - über die Altersrenten und das Eigenheim hinaus - weiteres Vermögen aufbauen wollen, mag der Wald vor Bäumen nicht mehr erkennbar sein, doch bei genauem Hinsehen ist die Auswahl nicht groß. Anleihen und Versicherungen sind mit Vorsicht zu genießen, sonst wird der Anteil festverzinslicher Wertpapiere zu hoch. Das gilt auch für Immobilien. Der Kauf vermieteter Häuser und Wohnungen mag interessant sein, doch die Aufnahme von Krediten und die Überfrachtung des Vermögens mit Beton spricht nicht gerade für Liegenschaften.

Samstag, 18. Oktober 2008

Entlasten, wie ?

Auch die stellvertretende SPD-Vorsitzende Andrea Nahles forderte ein ein staatliches Konjunkturprogramm und ein Vorziehen von Steuererleichterungen. „Die Bundesregierung muss investieren und die Bereitschaft der Bürger zum Konsum stärken“, sagte Nahles dem „Münchner Merkur“. Die für 2010 beschlossene steuerliche Absetzbarkeit von Krankenkassenbeiträgen solle auf 2009 vorgezogen werden. „Damit hätten die Bürger schon im nächsten Jahr neun Milliarden Euro mehr in der Tasche“, sagte Nahles.

Speculation dominates

Die Kursreaktion zeigt, dass der Markt gegenwärtig von sehr kurzfristig orientierten Spekulanten bestimmt wird. Im Vorfeld der Veröffentlichung ist der Euro hochgezogen worden, um dann, als die Daten nicht ganz so katastrophal wie befürchtet hereingekommen sind, in fast genau dem gleichen Umfang wieder nach unten abzurutschen“, sagt der Händler. Aus technischer Sicht bildet der Euro laut der Landesbank Baden-Württemberg derzeit einen Boden aus. Eine Unterstützung liege bei 1,3350 Dollar und ein Widerstand bei 1,3550 Dollar. Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 784,50 Dollar festgestellt. Am Vortag hatte sie dort zum gleichen Zeitpunkt 802,50 Dollar gekostet.

Freitag, 17. Oktober 2008

Staatenlose Wirtschaft

Die These, dass sich im kapi­talistischen System der Markt selbst reguliere und für Ordnung sorge, habe sich endgültig als Illusion erwiesen. Die Krise zeige, dass die regulierende Hand des Staates unersetzlich sei.

Bouncing back

Oil has fallen by about half since reaching a record US$147.27 on July 11. Video Watch more on oil's slide »

"I think the market has been way oversold," said Gavin Wendt, head of mining and resources research at consultancy Fat Prophets in Sydney told AP. "The sentiment has been dominated by fear and panic, and when people are scared, they just keep selling."
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Light, sweet crude for November delivery was up US$3.02 to US$72.87 a barrel in electronic trading on the New York Mercantile Exchange by midday in Singapore. The contract dropped overnight US$4.69 to settle at $69.85, the lowest settlement price since Aug. 23, 2007.

Investors have been concerned that recent turmoil in the global financial system would trigger a worse than expected slowdown in economic activity

Dienstag, 14. Oktober 2008

China - World's Factory - 9 % growth

ales of electric fans are down this year, and the financial crisis will likely further cut demand from overseas. The 5,000-employee company in the southern city of Shunde, near Hong Kong, sold 6 million electric fans abroad last year.

"We are worried that if our clients are short of capital, they might shut down," said Shunde's export manager, who would only give his surname, Zeng. "That's certainly bad for us."

China has been known as the world's factory for everything from toys to T-shirts, and exports have powered its growth in recent years. But exports are taking a hit from the global financial crisis because of lower demand from overseas and tightening credit from state-owned banks.

A slowdown in Chinese exports would ripple through the world economy as China imports fewer raw materials, half-finished goods for assembly and supplies, such as Australian iron ore or factory equipment from the United States, Europe and Japan. Raw materials used for exports made up half of China's nearly US$1 trillion in imports last year. Video Watch analysts say China is now the single most important source of economic decisions in the world »

China's economy is still expected to expand by at least 9 percent this year, and its banks are flush with cash and hold little risky debt.

F. von Hajek's Defeat

Und tatsächlich: Die am heftigsten den Staat beschimpften und nach Totalprivatisierung riefen, verlangen jetzt am vehementesten das Einschreiten des Staates. Im Klartext: Nachdem sich einzelne unermesslich bereichert haben, soll jetzt die Allgemeinheit die Rechnung bezahlen.

Rezession ?

Beide Szenarien sind gut begründet

Gleichwohl sind beide Szenarien gut begründet. Die optimistischere Variante, nach der Deutschland „nur“ eine Flaute und keine Rezession bevorsteht, basiert auf der Annahme, die Bankenkrise lasse sich mit Hilfe der nun beschlossenen Rettungspakete ohne größere Folgen für die produzierenden Unternehmen beenden. Wenn die deutsche Wirtschaft weiter Kredite erhält, könnte sie glimpflich davonkommen. Denn entlastend wirken auch der erwartete Rückgang der Energiepreise und die Abwertung des Euro gegenüber dem Dollar. Dadurch werden deutsche Produkte im Ausland billiger, das stützt den Export. Damit die günstige Rechnung aufgeht, müsste sich freilich auch die Hoffnung erfüllen, dass die Beschäftigung vorerst nur leicht sinkt und der nach wie vor müde Konsum nach den jüngsten kräftigen Lohnrunden tatsächlich anspringt.

Das sind doch ziemlich viele Unwägbarkeiten. Die Bundesregierung wäre deshalb gut beraten, ihre eigene Prognose, die sie morgen vorlegen will, auf der pessimistischen Variante, dem Rezessionsszenario, aufzubauen.

Montag, 13. Oktober 2008

Boden gefunden

3. Oktober 2008 Nach dramatischen Einbrüchen ist der internationale Aktienhandel mit steigenden Kursen in die neue Woche gegangen. Während die Börse in Tokio wegen eines Feiertags geschlossen blieb, meldeten die Plätze Sydney, Singapur und Seoul teilweise kräftige Kursgewinne. Weiter abwärts ging es allerdings in Hongkong und Jakarta.

In Australien stieg der Aktienindex S&P/ASX200 am Montag um mehr als vier Prozent, nachdem das Börsenbarometer am Freitag noch um über acht Prozent gefallen war. Die Anleger honorierten damit einen Plan der Regierung, die Einlagen bei Banken drei Jahre lang zu garantieren. Positive Aufnahme fand auch der am Sonntag in Paris beschlossene Rettungsplan der Euro-Staaten.

An der Wall Street signalisierten steigende Kurse von Indexoptionsscheinen eine Trendwende. Die Dow-Jones-Futures legten um 2,8 Prozent auf 8.605 zu. Der Dow-Jones-Index war am Freitag um 1,5 Prozent auf 8.451,49 gefallen. In den vergangenen acht Handelstagen hat der Dow-Jones-Index 22,1 Prozent an Wert verloren. Seit dem Rekordhoch von 14.164,53 am 9. Oktober 2007 betrugen die Einbußen 40,3 Prozent.
Blättern
Zum Thema

* FAZ.NET-Sonderseite zur Finanzkrise
* Nun muss der Staat den Banker geben
* Euro-Staaten beschließen Rettungsplan für Banken
* Steinbrück stellt ausgeglichenen Haushalt 2011 in Frage
* Im Gespräch: Hans-Werner Sinn

„Es gibt viele Schnäppchen“

Vor allem Banken schnitten nach den angekündigten Kapitalspritzen der reichsten Länder überdurchschnittlich gut ab. National Australia Bank und ANZ legten in Sydney fast zehn Prozent zu. Die Regierung in Australien hatte am Sonntag nach allen anderen Industrieländern ebenfalls Garantien für Bankeinlagen abgegeben. „Es gibt viele Schnäppchen“, sagte Analyst Craig James im australischen Rundfunk. „Wir dürften ziemlich an der Talsohle sein, und viele Aktien sind so billig wie seit einem Vierteljahrhundert nicht mehr.“

Die G7-Finanzminister hatten bei der IWF- und Weltbanktagung am Wochenende beschlossen, wichtige Finanzinstitutionen vor dem Untergang zu bewahren, eingefrorene Kreditmärkte aufzutauen und staatliches Kapital für Banken in Aussicht gestellt. Der Krisengipfel der 15 Euro-Länder beschloss anschließend in Paris einen Schutzschirm für das gesamte Bankensystem.

Den Boden gefunden?

Einige Börsianer wie David Kotok von der Firma Cumberland Advisors äußerten die Erwartung, dass der Aktienmarkt jetzt seinen Boden gefunden habe. Andere Experten waren hingegen weniger optimistisch und wiesen auf den Crash von 1987 hin. Damals stürzte der Aktienmarkt nach Zwischenphasen der Erholung immer wieder in ein neues Tief.

Sonntag, 12. Oktober 2008

Combatting the Crises

Eine systemische Krise kann man nur mit einem Gesamtansatz und nicht mit Einzelfallregelungen bekämpfen", sagte er in Washington. Es sei aber wichtig, dass ein staatlicher Risikoschirm allen Banken unabhängig vom Eigentümerkreis zur Verfügung stehe.

Samstag, 11. Oktober 2008

Mending the Crisis

The government has started taking a number of steps to attack the crisis, Bush said Friday. These include helping homeowners to refinance into more affordable mortgages; cutting the target for the federal funds rate; unveiling a plan to support the market for commercial paper; and offering government insurance for money market mutual funds.

The plan will authorize the Treasury to buy bad mortgage-related investments from finance companies, unfreezing the credit markets by freeing up banks and finance firms to lend once again.

Soziale Marktwirtschaft versus Turbokapitalismus

In Wahrheit müsste der amerikanische Staat die Banken neu mit Eigenkapital versorgen - frisches Geld gegen Aktien. Das hat die britische Regierung vor wenigen Tagen getan. Das ist eine Teilverstaatlichung und mit der Ideologie der Bush-Regierung wie mit dem angelsächsischen Kapitalismusverständnis kaum vereinbar. Dennoch hat US-Finanzminister Hank Paulson, ein ehemaliger Wall-Street-Banker, angedeutet, man würde doch über den eigenen Schatten springen. Die Welt hält also den Atem an, was übers Wochenende geschieht.

Die Finanzkrise, auch wenn sie irgendwie glimpflich endet, wird bereits als das Ende des angelsächsischen Turbo-Kapitalismus gesehen. Auf jeden Fall ist sie das Ende des korrupten, von arroganten und engstirnigen Chief Executives und ihren politischen Hintermännern getragenen "Bush- Kapitalismus". Und sie könnte auch das Ende der Präsidentschaftsambitionen von John McCain sein, der mit Bush identifiziert wird. Tatsächlich versucht das McCain-Lager derzeit verzweifelt, die Debatte auf Barack Obamas angeblich frühere Verbindungen mit einem Altradikalen aus den Siebzigerjahren zu lenken. Obama scheint nämlich in entscheidenden Bundesstaaten wie Ohio bei der wahlentscheidenden Schicht der konservativen Arbeiter endlich Erfolg zu haben. Von Obama hört man allerdings nichts besonders Erhellendes zur Finanzkrise. Aber alles ist besser als der völlig diskreditierte Bush/McCain-Kapitalismus.

Die Zerstörung des angelsächsischen Laisser-faire-Kapitalismus bedeutet nicht, dass die Marktwirtschaft - oder besser: die soziale Marktwirtschaft - damit hinfällig wäre. Das europäische Modell der Marktwirtschaft wurde allerdings zuletzt durch das US-Modell verdrängt. Wenn und falls alles überstanden ist, wird man darüber reden müssen.

Freitag, 10. Oktober 2008

Paradigma change in Financial Industry

ie Isolierung der Eliten

Das ist exakt das Kalkül, das der Kongressausschuss bei Lehman Brothers vorfand. In der mittleren Verlustzone, so Diamond, verzichtet der Einzelne auf juristische Aktionen, weil er angesichts der Masse an Betroffenen gar keine Chance auf Entschädigung sieht. In der großen Verlustzone trifft es dann alle, aber nun ist der ohnehin schon geschädigte Staat praktisch gezwungen, systemstabilisierend tätig zu werden, auch wenn es ihn selbst an den Rand des Abgrunds führt.

Nach Diamond steigt die Bereitschaft handelnder Eliten, eine Gesellschaft zu ruinieren, proportional mit ihrer Möglichkeit, sich von der Gesamtgesellschaft ökonomisch zu isolieren. Je mehr ihnen diese Isolierung gelingt, desto weniger werden sie von den Folgen für alle betroffen sein.

Bankrott der Metaphysik des Marktes

Wer meint, dass die aktuelle Vernichtung der Grundvertrauens in die Rationalität ökonomischen Handelns ohne Folgen bleibt, wird sich spätestens bei den nächsten Wahlen getäuscht sehen. Über Nacht ist die Welt des Geldes fiktionalisiert worden. Die Flucht in die Verstaatlichung, die von den Banken selbst angeführt wird, ist der Bankrott der Metaphysik des Marktes. Jetzt, da völlige Unklarheit darüber herrscht, was ist und was nicht ist, kann nur der Staat noch dezionistisch verfügen, dass etwas und nicht vielmehr nichts existiert. Wenn je, dann gilt heute der Satz von Friedrich Engels: „Das Wesen des Staates ist die Angst der Menschheit vor sich selbst.“

Die Bundeskanzlerin hatte recht, als sie in ihrer Regierungserklärung von einer Bedrohung unserer Gesellschaftsordnung sprach. Von den Bankuntergängen in der Wall Street geht eine Kettenreaktion aus, vergleichbar mit der epochalen Wirkung, die das Erdbeben von Lissabon im achtzehnten Jahrhundert auf die Köpfe der Aufklärung ausübte. Damals lautete die Frage, wie ein gütiger Gott eine solche Katastrophe hatte zulassen können. Die Folgen waren Zweifel an der Tragfähigkeit seiner Welt und ein Selbstaufklärungsprozess, der im europäischen Gedankengebäude fast keinen Stein auf dem anderen ließ.

Wie konnte zugelassen werden, was gerade geschieht? Will man die Antwort darauf nicht einer linken Demagogie überlassen, muss man über die Spaltung unserer Gesellschaft in diejenigen reden, die Konsequenzen erleiden, und diejenigen, die von ihnen verschont werden oder gar profitieren. Die bürgerliche Welt hat schon mehrfach bewiesen, dass sie aus paradigmatischen Katastrophen lernen kann. Jetzt, im neuesten weltbürgerkriegsähnlichen Zustand, muss sie die härteste Auseinandersetzung mit sich selbst führen. Die Krise verändert nicht nur die Welt. Sie verändert das Denken.

Understand a product, before you buy it

Gleichwohl wäre es falsch, wenn Anleger die Schuld für Vermögensverluste allein bei ihren Beratern suchten. Wer Finanzprodukte kauft, die er nicht versteht, darf sich nicht wundern, wenn später etwas schiefgeht. Und wer nach einer immerhin schon fünfzehn Monate währenden schweren Finanzkrise, in deren Verlauf die Banken reihenweise umzufallen drohen und das gesamte Finanzsystem gefährdet erscheint, mit einem Depot voller Aktien und womöglich noch mit Knock-out-Zertifikaten in den Crash geht, kann nicht jede Verantwortung von sich weisen.

Es ist eine banale Erkenntnis: Der Panik im Börsenkrach ging die Gier in der Hausse voraus. In Volkswirtschaften, die im Jahr um höchstens drei Prozent wachsen, lassen sich nicht jahrelang zweistellige Renditen ohne ein erhebliches Rückschlagsrisiko erzielen. Nicht nur Bankvorstände, sondern auch Privatanleger werden nach dieser Krise bescheidenere Ansprüche stellen müssen.

US banks better state-owned ?

NEW YORK (CNNMoney.com) -- Treasury Secretary Henry Paulson said on Friday that the U.S. government was working on a plan to buy stock in financial institutions by using part of the $700 billion authorized by Congress to stabilize the financial system.

"We are working to develop a standardized program that is open to a broad array of financial institutions," Paulson said.

"Such a program would be designed to encourage the raising of new private capital to complement public capital," he said following a meeting of G-7 finance ministers and central bankers.

Any shares purchased by the U.S. government would be non-voting shares except, he said, "with the respect to the market standard terms to protect our rights as investors."

Paulson said that developing a standard program is the best way to "use taxpayer money more efficiently and have it go farther."

He didn't specify what the government's terms would be for companies that take part in the capital injection program.

"We're working as quickly as possible to unveil the capital plan," Paulson said. "We want to do it as soon as possible, but ... we want it to be right, and we want it to be effective. We're working around the clock."

Earlier this week, the United Kingdom said its Treasury would provide as much as $88 billion to eight big banks in need of capital.

The authority Congress granted to Treasury to use up to $700 billion to stabilize the financial system offers the Treasury a wide range of options, one of which will be to buy troubled assets from financial institutions so that they can get them off their balance sheet and start lending more freely again. But as with the stock purchase plan, exact details of how the troubled asset purchases will work haven't been finalized.

The stock market was thrashed this week as investors have been waiting to get more certainty on how the government's rescue plan will work. The credit markets, which have been seized up, showed a little loosening towards the end of the week but nothing to pop open the champagne over.

"They need the pricing details before there can be any sense of calm in the markets," said Jaret Seiberg, financial services analyst with The Stanford Group, a policy research firm

Tag des Herrn

Der Tag des Herrn“ ist das Generalthema des Joelbu­ches. Der Tag des Herrn ist nahe (4, 14). Er wird in apokalyptischen Far­ben geschildert. Im Tal Joschafat werden alle Völker zum Gericht versammelt. Joschafat heißt „Jahwe richtet“; es ist kein Ort der Geogra­phie. Ort und Zeit des Gerichtes über die schuldig gewordenen Völker be­stimmt der Richter. Auch Jerusalem und Zion wird dann nicht mehr ein geographischer Ort sein. „Israel“ wird da sein, wo man erkennt, „dass ich der Herr, euer Gott, bin“ (4, 17). Dass dies erkannt wird, ist Ziel des Völ­kergerichts. Damit ist aber auch gesagt, dass alles gegenwärtige Wissen von Jahwe, dem lebendigen und anwesenden Gott, noch nicht die Erkenntnis ist.

Könnte hier als Motto dienen - für Deine Wünsche

6 Er sagte zu mir: Sie sind in Erfüllung gegangen. Ich bin das Alpha und das Omega, der Anfang und das Ende. Wer durstig ist, den werde ich umsonst aus der Quelle trinken lassen, aus der das Wasser des Lebens strömt.

Donnerstag, 9. Oktober 2008

Tagesgeschehen

Die Bemühungen der westlichen Regierungen zur Rettung ihrer angeschlagenen Finanzriesen hielten indes unvermindert an. Die US-Notenbank stützte den Versicherungskonzern American Internation Group (AIG) am Donnerstag mit einem weiteren Kredit von 38 Milliarden Dollar (27,8 Mrd. Euro). Einen ersten Großkredit von 85 Milliarden Dollar hat AIG inzwischen so gut wie aufgebraucht.

Gegenüber dem angeschlagenen Versicherungskonzern Dexia bürgten Frankreich, Belgien und Luxemburg für ein Kreditvolumen von bis zu 4,5 Milliarden Euro. Dexia war vor kurzem bereits mit einem 6,4 Milliarden Euro schweren Rettungspaket gestützt worden. Italien hatte bereits am Mittwochabend ein Paket von 20 Mrd. Euro für seine Banken geschnürt und zugleich versichert, dass alle Kreditinstitute sicher seien.

Weitere Zinssenkungen
In Asien senkten die Notenbanken mehrerer Staaten ihre Leitzinsen, darunter Südkorea und Taiwan. Das Weiße Haus kündigte für Samstag ein Krisentreffen von US-Präsident George W. Bush und den Finanzministern der G-7-Staaten sowie den Direktoren des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank in Washington an.

IWF-Chef Dominique Strauss Kahn warnte vor dem Treffen vor nationalen Alleingängen bei der Bewältigung der Finanzkrise. Das müsste "vermieden, wenn nicht gar verurteilt" werden, betonte er.

USA: Systematische Verstaatlichungen?
Aus dem Umfeld von US-Finanzminister Henry Paulson verlautete indes, dass Washington eine systematische Teilverstaatlichung privater Banken erwäge, um die ausufernde Finanzkrise einzudämmen.

Paulson arbeite mit Hochdruck an einem für Banken freiwilligen Programm, um bereits bis Monatsende erste Geldspritzen verabreichen zu können. Die Regierung wolle dabei stimmrechtslose Aktien der Institute erwerben, hieß es.

Samstag, 4. Oktober 2008

Autos ?

Wie die Entwicklung langfristig aussieht, darüber gehen die Einschätzungen weit auseinander. Praktisch alle Hersteller präsentieren sich als "grün", als Marktführer in Sachen Öko, und sei es in einem Randsegment. Umstritten ist aber, welche Technik sich am Ende durchsetzt. So setzt Renault Chart zeigen klar auf das Elektroauto, während Toyota vorerst den Hybridantrieb favorisiert. Daimler wiederum hofft langfristig auf die Brennstoffzelle. Alle aber würden die Aussage des VW-Chefs Martin Winterkorn auch für sich in Anspruch nehmen: "Kein anderer Autobauer bietet seinen Kunden so viel Öko wie wir."

Freitag, 3. Oktober 2008

Ein Hoch für die Pfeffersäcke

04. Oktober 2008 Nicht nur die Banken müssen sich gegenseitig Geld leihen, um die Tagesgeschäfte zu erledigen. Auch Produktionsunternehmen benötigen für den Einkauf von Rohstoffen oder Materialien einerseits oder die Absatzfinanzierung andererseits kurzfristig Liquidität vom Geldmarkt. Diejenigen Unternehmen sind am besten dran, die mit einem guten Eigenkapital- und Geldpolster ausgestattet sind.

Die Turbulenzen haben in diesen Tagen den Einzelhandels- und Touristikkonzern Arcandor in den Strudel gezogen. Er leidet unter der starken Verteuerung der Kredite. Die Probleme mit den Hausbanken und den Kreditversicherern sollen sogar den Einkauf der für den Einzelhändler so wichtigen Weihnachtsware belastet haben. Als Ende September ein Teil der von den Hausbanken gewährten Kreditlinien erneuert werden musste, drohte Arcandor sogar der Griff in das letzte Tafelsilber, die Mehrheitsbeteiligung am Touristikkonzern Thomas Cook. Erst eine Eigenkapitalzufuhr von 59 Millionen Euro durch die Kölner Privatbank Sal. Oppenheim entspannte die Lage bei Arcandor.

Autohersteller unter Druck

Weniger dramatisch, aber ärgerlich sind die anziehenden Fremdkapitalkosten für den Chemiekonzern Henkel, der im Frühjahr für 3,7 Milliarden Euro dem niederländischen Wettbewerber Akzo Nobel zwei große Geschäftsbereiche abkaufte. Und die Aktienkurse einiger Autohersteller sind in dieser Woche unter Druck geraten, weil eine Studie von Merrill Lynch darauf abgehoben hatte, dass die Automobilbranche direkt von der Kreditkrise und möglichen höheren Refinanzierungskosten betroffen sei, weil viele Autos finanziert würden. Vor diesem Hintergrund sei es fraglich, ob Daimler den Aktienrückkauf wie geplant vollziehen werde, schlussfolgerten die Analysten.


* J.P.Morgan-Chef Dimon: Der große Gewinner der Finanzkrise

Bei Daimler führte diese Einschätzung, die zeitgleich mit einer ähnlichen Meinung von Sal. Oppenheim veröffentlicht wurde, zwar zu einem empfindlichen Kursrückgang. Tatsächlich aber hat Daimler das genannte Aktienrückkaufprogramm deswegen begonnen, weil der Stuttgarter Konzern seit dem Verkauf der Chrysler-Mehrheit über eine außerordentlich hohe Nettoliquidität verfügt. Außerdem ist der Mittelzufluss (Cashflow) des Industriegeschäfts inzwischen wieder positiv. Größeren Refinanzierungsbedarf werde es auf Monate hinaus nicht geben, ist bei Daimler zu hören. Hinzu kommt, dass der Konzern über die Mercedes-Benz-Bank Zugriff auf weitere Geldquellen hat. Allein die Einlagen von rund 5 Milliarden Euro seien eine wichtige Stütze für die Refinanzierung – verglichen mit einem Neugeschäft von rund 8,5 Milliarden Euro im vergangenen Jahr. Über die Bank werden rund ein Drittel aller weltweit verkauften Fahrzeuge des Konzerns finanziert. „Wohl dem, der gegenwärtig seine absehbaren Verpflichtungen aus dem Mittelzufluss (Cashflow) stemmen kann“, beschreibt ein Finanzmanager die Stimmungslage. Grundsätzlich sind in der augenblicklichen Situation Unternehmen mit einer hohen Eigenkapitalquote und einem hohen Bestand an flüssigen Mitteln im Vorteil, den viele Unternehmen in den zurückliegenden ertragsstarken Jahren ausbauten.

Die niedrigen Kaufpreise nutzen

Der Stuttgarter Bosch-Konzern beispielsweise braucht sich auf seiner Einkaufstour bisher keine Beschränkungen auferlegen. Alle Akquisitionen des laufenden Geschäftsjahres seien aus Eigenmitteln finanziert worden, heißt es bei Bosch – und das war mindestens ein Volumen von 2 Milliarden Euro. Weitere Zukäufe sind zu erwarten, da Bosch-Chef Franz Fehrenbach ausdrücklich erklärt hat, die niedrigen Kaufpreise zu nutzen, um die Diversifizierung des immer noch stark auf die Autoindustrie fokussierten Konzerns voranzutreiben. Mit einer Eigenkapitalquote von etwas mehr als 50 Prozent würde Bosch auch in der aktuellen Situation keine Probleme haben, einen günstigen Kredit zu bekommen, meint Bosch-Chefvolkswirt Adolf Ahnefeld und verweist auf das überdurchschnittlich gute Langfrist-Rating.

Nicht minder robust gibt sich der Versorgungskonzern RWE. Er verfügt über eine milliardenschwere Kasse. Konkurrent Eon beschaffte sich zwischen September 2007 und diesem Juni mehr als 14 Milliarden Euro durch Anleihe-Plazierungen an den internationalen Finanzmärkten, Bayer hat den Schering-Kauf aus dem Jahr 2006 noch vor Eintritt der Turbulenzen an den Kapitalmärkten langfristig finanziert. Nach Angaben von Finanzvorstand Klaus Kühn können die in den nächsten Jahren anstehenden Refinanzierungen weitgehend aus eigener Kraft aus dem geschäftlichen Mittelzufluss organisiert werden.

Eher zögerliche Kreditvergabe

Der Elektronik- und Industriekonzern Siemens hat nach eigenen Angaben noch keine wesentlichen direkten negativen Einflüsse ausgemacht. Die von der Siemens Financial Services (SFS) insbesondere für das eigene Unternehmen bestrittenen Finanzdienstleistungen sind, gemessen am Gesamtgeschäft, relativ. Derzeit besteht ohnehin kein Refinanzierungsbedarf. Zu einem relativ günstigen Zeitpunkt vor der Eskalation auf den Finanz- und Kreditmärkten hat Siemens im Juni Anleihen für unterschiedliche Laufzeiten in Höhe von insgesamt 3,4 Mrd. Euro begeben. Damit haben die Münchener genügend Luft zum Atmen erhalten, um eine andauernde Krise ohne Blessuren zu überstehen. Zudem dürfte der Konzern mit guten Kreditratings von „AA-“ (Standard & Poor’s) beziehungsweise „A1“ (Moody’s) kaum Probleme haben, im Fall eines Liquiditätsbedarfs Geldgeber zu finden.

Zwar werde eine gewisse Unruhe bei den Banken bemerkt, beobachtet die MAN AG. Allgemein werde eher zögerliches Handeln bei der Kreditvergabe registriert. Betroffen ist der Industriegüterkonzern und Nutzfahrzeughersteller nach eigenen Aussagen ebenfalls nicht, weil auch er über genügend Mittel verfügt und somit keinen kurzfristigen Finanzbedarf hat.

Mittwoch, 1. Oktober 2008

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