Sonntag, 29. April 2012
GAZPROM
STANDARD: Mit Ausnahme der Südländer hängt halb Europa am russischen Gashahn. Was ist so gefährlich daran?
Roth: Dass wir erpressbar sind. Die Ukraine, Weißrussland, aber auch Mitgliedsländer der EU wie Polen oder Bulgarien sind bereits mit der Gaswaffe erpresst worden.
STANDARD: Russland hängt andererseits von Deviseneinnahmen ab.
Roth: Gasprom macht Milliardengewinne dank dieser Geschäfte. Diese kommen aber nicht der Bevölkerung in Russland zugute, sondern einer kleinen Clique.
STANDARD: Man könnte auch sagen, dass gegenseitige Abhängigkeit zusammenschweißt. Bisher hat das ganz gut funktioniert. Selbst in der Zeit des Kalten Krieges ist Gas von Ost nach West geströmt.
Roth: Das mag sein, ändert aber nichts am Faktum, dass damals ein totalitäres System geherrscht hat, das mit diesen Gaslieferungen gestützt worden ist. Heute ist es eine Clique im Umfeld von Gasprom, die vom Gasgeschäft profitiert und bis in den Kreml reicht.
Donnerstag, 26. April 2012
Wien - Joseph E. Stiglitz, Wirtschaft-Nobelpreisträger des Jahres 2001, glaubt, dass "Europa sich auf seinen Selbstmord hinbewegt". In einer Diskussionsveranstaltung in Wien prophezeite der Wirtschaftsprofessor gravierende Probleme, sollten die europäischen Länder auf ihren Sparkurs beharren: "Austerität, kombiniert mit den strengen Vorgaben der Eurozone könnte sich als tödliche Kombination erweisen." Die "Schmerzen (des Sparkurses, Anm.) sind nutzlos".
Kredite kein Tabu
Europa brauche Wachstum und für dieses Wachstum müsse eine Reihe von steuerlichen und wirtschaftspolitischen Aktivitäten sorgen: "Es gibt aber kein Allheilmittel." Die Vorschläge von Stiglitz reichten von einer Kapitalaufstockung für die Europäische Investitionsbank (EIB) bis hin zu zu einer Stärkung der Nachfrage, auch über Kredit.
Als Lehre der Krise sollten die Banken aber einen geringeren Kredithebel verwenden, transparenter sein und weniger Risiken nehmen, meinte der frühere Ökonom des Weltwährungsfonds (IWF). Er trat auf einer Veranstaltung der B&C Privatstiftung auf, Anlass seines Wien-Besuchs ist die Verleihung des Houska-Preises, der größten privaten Forschungsförderungsinitiative. Er fördert angewandte Forschung zugunsten einer Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit. Der Hauptpreis mit 120.000 Euro geht heuer an die Medizinische Universität Innsbruck. (APA, 26.4.2012)
Sonntag, 8. Januar 2012
BRIC ? ("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.01.2012)
Der MSCI BRIC, ein marktbreiter Aktienindex, der die vier Länder abbildet, hat seit dem 1.Jänner 2002 um knapp 250 Prozent zugelegt. Der Dow Jones schaffte im selben Zeitraum nur ein Plus von gut 20 Prozent, der DAX eines von 15Prozent. Im Jahr 1990 machte das Bruttoinlandsprodukt dieser Länder noch elf Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung aus. Heute sind es 25 Prozent.
Inzwischen mehren sich aber Zweifel daran, ob die Geschichte so weitergehen kann. Im vergangenen Jahr haben sich die Aktienmärkte der Bric-Staaten noch schlechter entwickelt als die viel geprüften europäischen Indizes, die immerhin von einer schweren Schuldenkrise der Euroländer belastet wurden. Investmentfonds, die in den Bric-Staaten investieren, verzeichneten 2011 Kapitalabflüsse von 15 Mrd. Dollar und damit die größten seit mindestens zehn Jahren.
Erfinder zweifeln selber. Selbst bei Goldman Sachs weist man darauf hin, dass die Brics ihren Zenit möglicherweise schon überschritten haben könnten. „Was die Rolle der Brics als Wachstumstreiber betrifft, ist die größte Veränderung schon vorbei“, heißt es in einem Report, der vor wenigen Wochen von der Bank verschickt wurde.Ein großes Problem sei die Überalterung der Bevölkerung und damit der Arbeitskräfte. Ein geringeres Angebot an Arbeitskräften und eine größere Zahl an Pensionisten, die versorgt werden muss, würden sich negativ auf das Wachstum in diesen Ländern auswirken. Albert Edwards, ein Analyst der Société Générale, will sogar eine neue Übersetzung des Akronyms gefunden haben: In einem Kommentar schlug er jüngst „Bloody Ridiculous Investment Concept“ (Verdammt lächerliches Investment-Konzept) vor.
In den vergangenen fünf Quartalen musste sich der MSCI BRIC dem amerikanischen S&P-500 geschlagen geben. Zuvor hatte sich der Index nie so lange am Stück schlechter entwickelt als die amerikanische Messlatte.
Wachstum bremst sich ein. Zurzeit kämpft jedes der vier Länder mit eigenen Problemen: Brasilien wächst immer langsamer, in Russland erhöht sich das Risiko politischer Unruhen, die indische Rupie ist so schwach wie nie, und China wird von Ökonomen vor einer „harten Landung“ gewarnt.
Weniger Exporte nach Europa, kombiniert mit weiteren Maßnahmen zur Begrenzung des Immobilienbooms, werden vor allem das Wachstum in China bremsen. Indien hat das Wachstum mit der schnellsten Serie von Leitzinserhöhungen seit 1935 reduziert. Dazu sah sich die dortige Notenbank durch die Schwäche der Landeswährung und die wachsende Inflation gezwungen. Brasilien und Russland litten im abgelaufenen Jahr auch unter den fallenden Rohstoffpreisen.
Arjuna Mahendran, Leiter der asiatischen Investmentstrategie der HSBC Private Bank in Singapur, sagt den Ländern ebenfalls schwierige Zeiten voraus: „Im ersten Halbjahr wird sich in den Bric-Ländern die Abschwächung fortsetzen.“ Den Unternehmen drohten stärkere Lohnabschlüsse und die Folgen des höheren Zinsniveaus– in Form von größeren Finanzierungskosten. Außerdem erschwerten die Kursschwankungen der Währungen die Geschäfte der Unternehmen.
IWF-Daten zufolge wird sich das Wachstum in den Bric-Staaten im kommenden Jahr auf 6,7 Prozent reduzieren. In diesem Fall würde sich der Aufschlag auf das Wachstum in den USA auf 4,3 Prozentpunkte reduzieren, den niedrigsten Wert seit 2004.
Inzwischen mehren sich aber Zweifel daran, ob die Geschichte so weitergehen kann. Im vergangenen Jahr haben sich die Aktienmärkte der Bric-Staaten noch schlechter entwickelt als die viel geprüften europäischen Indizes, die immerhin von einer schweren Schuldenkrise der Euroländer belastet wurden. Investmentfonds, die in den Bric-Staaten investieren, verzeichneten 2011 Kapitalabflüsse von 15 Mrd. Dollar und damit die größten seit mindestens zehn Jahren.
Erfinder zweifeln selber. Selbst bei Goldman Sachs weist man darauf hin, dass die Brics ihren Zenit möglicherweise schon überschritten haben könnten. „Was die Rolle der Brics als Wachstumstreiber betrifft, ist die größte Veränderung schon vorbei“, heißt es in einem Report, der vor wenigen Wochen von der Bank verschickt wurde.Ein großes Problem sei die Überalterung der Bevölkerung und damit der Arbeitskräfte. Ein geringeres Angebot an Arbeitskräften und eine größere Zahl an Pensionisten, die versorgt werden muss, würden sich negativ auf das Wachstum in diesen Ländern auswirken. Albert Edwards, ein Analyst der Société Générale, will sogar eine neue Übersetzung des Akronyms gefunden haben: In einem Kommentar schlug er jüngst „Bloody Ridiculous Investment Concept“ (Verdammt lächerliches Investment-Konzept) vor.
In den vergangenen fünf Quartalen musste sich der MSCI BRIC dem amerikanischen S&P-500 geschlagen geben. Zuvor hatte sich der Index nie so lange am Stück schlechter entwickelt als die amerikanische Messlatte.
Wachstum bremst sich ein. Zurzeit kämpft jedes der vier Länder mit eigenen Problemen: Brasilien wächst immer langsamer, in Russland erhöht sich das Risiko politischer Unruhen, die indische Rupie ist so schwach wie nie, und China wird von Ökonomen vor einer „harten Landung“ gewarnt.
Weniger Exporte nach Europa, kombiniert mit weiteren Maßnahmen zur Begrenzung des Immobilienbooms, werden vor allem das Wachstum in China bremsen. Indien hat das Wachstum mit der schnellsten Serie von Leitzinserhöhungen seit 1935 reduziert. Dazu sah sich die dortige Notenbank durch die Schwäche der Landeswährung und die wachsende Inflation gezwungen. Brasilien und Russland litten im abgelaufenen Jahr auch unter den fallenden Rohstoffpreisen.
Arjuna Mahendran, Leiter der asiatischen Investmentstrategie der HSBC Private Bank in Singapur, sagt den Ländern ebenfalls schwierige Zeiten voraus: „Im ersten Halbjahr wird sich in den Bric-Ländern die Abschwächung fortsetzen.“ Den Unternehmen drohten stärkere Lohnabschlüsse und die Folgen des höheren Zinsniveaus– in Form von größeren Finanzierungskosten. Außerdem erschwerten die Kursschwankungen der Währungen die Geschäfte der Unternehmen.
IWF-Daten zufolge wird sich das Wachstum in den Bric-Staaten im kommenden Jahr auf 6,7 Prozent reduzieren. In diesem Fall würde sich der Aufschlag auf das Wachstum in den USA auf 4,3 Prozentpunkte reduzieren, den niedrigsten Wert seit 2004.
IWF & Hellas
Der Internationale Währungsfonds (IWF) verliert den Glauben an die griechische Sanierungsfähigkeit. Der IWF, der neben der Europäischen Zentralbank (EZB) und der EU-Kommission zur sogenannten Troika gehört, glaubt nicht, dass das hochverschuldete Land auf Basis der bisherigen Sanierungspläne seine Schulden dauerhaft tragen kann. Das berichtet das Nachrichten-Magazin "Der Spiegel" in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe.
Die IWF-Experten wollen im Zuge der nächsten Troika-Mission, die Mitte Januar startet, wichtige Eckwerte des Rettungspakets an die verschlechterte Wirtschaftssituation anpassen. Laut einem internen IWF-Vermerk soll Griechenland entweder einen höheren Konsolidierungsbeitrag leisten, die privaten Gläubiger auf einen höheren Anteil ihrer Forderungen verzichten oder die Euro-Staaten sich mit einem höheren Beitrag beteiligen. Die schleppenden Reformen in Athen kritisiert der IWF scharf. Die Fortschritte beim Eintreiben von Steuern und die Erlöse aus Privatisierungen lägen unter den Erwartungen. Mit dem im Oktober verabschiedeten Rettungspaket sollte eigentlich erreicht werden, dass die griechische Staatsverschuldung 2020 nur noch 120 Prozent der Wirtschaftsleistung entspricht. Mit diesem Wert sollte die Tragfähigkeit der Schulden gewährleistet sein. Wie das Magazin weiter berichtet, ist hingegen selbst das fraglich. Der Ökonom Henning Klodt vom Kieler Institut für Weltwirtschaft hat berechnet, um welchen Wert die laufenden Einnahmen im griechischen Staatshaushalt die Ausgaben übersteigen müssten, damit die Regierung die Schulden in den Griff bekommen kann. Seine Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass der Betrag selbst bei deutlich niedrigeren Zinsen und einer wirtschaftlichen Erholung deutlich mehr als zehn Prozent des Bruttoinlandsproduktes entsprechen müsste.
Die IWF-Experten wollen im Zuge der nächsten Troika-Mission, die Mitte Januar startet, wichtige Eckwerte des Rettungspakets an die verschlechterte Wirtschaftssituation anpassen. Laut einem internen IWF-Vermerk soll Griechenland entweder einen höheren Konsolidierungsbeitrag leisten, die privaten Gläubiger auf einen höheren Anteil ihrer Forderungen verzichten oder die Euro-Staaten sich mit einem höheren Beitrag beteiligen. Die schleppenden Reformen in Athen kritisiert der IWF scharf. Die Fortschritte beim Eintreiben von Steuern und die Erlöse aus Privatisierungen lägen unter den Erwartungen. Mit dem im Oktober verabschiedeten Rettungspaket sollte eigentlich erreicht werden, dass die griechische Staatsverschuldung 2020 nur noch 120 Prozent der Wirtschaftsleistung entspricht. Mit diesem Wert sollte die Tragfähigkeit der Schulden gewährleistet sein. Wie das Magazin weiter berichtet, ist hingegen selbst das fraglich. Der Ökonom Henning Klodt vom Kieler Institut für Weltwirtschaft hat berechnet, um welchen Wert die laufenden Einnahmen im griechischen Staatshaushalt die Ausgaben übersteigen müssten, damit die Regierung die Schulden in den Griff bekommen kann. Seine Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass der Betrag selbst bei deutlich niedrigeren Zinsen und einer wirtschaftlichen Erholung deutlich mehr als zehn Prozent des Bruttoinlandsproduktes entsprechen müsste.
Montag, 2. Januar 2012
Aussichten 2011
Das Börsenjahr 2011 neigt sich dem Ende entgegen. Nur noch wenige Handelstage verbleiben. Eine Jahresendrallye zwischen den Feiertagen wäre möglich. Das sogenannte „Window-Dressing“ wird von institutionellen Marktteilnehmern nicht selten zum Jahresende betrieben. Ziel ist es, die Börsenkurse diverser Aktien nach oben zu bewegen und so die Bilanzbücher für das abgelaufene Börsenjahr möglichst positiv zu schließen. Doch auch, wenn in den letzten Wochen des Börsenjahres Kurspflege betrieben werden sollte, kann ein DAX mit einem möglichen Schlussstand von 6000 – 6400 Punkten das „Krisenbörsenjahr“ 2011 nicht mehr wettmachen.
Krise; für mich war dieses Wort ganz klar der Aspirant für das „Wort des Jahres 2011“. Letztendlich kürte die Gesellschaft für deutsche Sprache aber den „Stresstest“ zum Gewinner. Ob Krise, Stresstest oder fehlendes Vertrauen, all diese Worte beschreiben das Börsenjahr 2011 treffend. Ich denke die meisten Marktteilnehmer möchten das Börsenjahr 2011 ganz schnell vergessen.
Doch was bringt uns das neue Börsenjahr 2012?
Meiner Meinung nach wird auch das neue Börsenjahr voller Ungewissheit starten. Das fehlende Vertrauen in die Finanzmärkte wird weiterhin bestehen bleiben. Die breite Masse wird das Anlagevehikel Aktie wohl auch in 2012 weitestgehend meiden. Wahrscheinlich geht die Aktienbesitzquote der Deutschen auch im Börsenjahr 2012 weiter auf Talfahrt. Denn wo kein Vertrauen ist, da wird auch kein Geld angelegt. Das Ringen um Vertrauen wird meiner Meinung nach das Kernthema in 2012 sein. Wie kann es die Politik in Bezug auf die EU-Schuldenthematik schaffen, das Vertrauen der großen und kleinen Finanzteilnehmer für die Finanzmärkte im Jahr 2012 langfristig zurückzugewinnen?
Nur mit zurückgewonnenem Vertrauen werden die Märkte in Deutschland wieder dauerhaft steigen.
Nur dann wird die extreme Volatilität in den deutschen Indizes endlich enden.
Und nur dann werden Aktien wieder stabile Aufwärtstrends ausbilden, welche nicht von einer Stunde auf die Andere in sich zusammenbrechen.
Die mittelfristigen Perspektiven müssen stimmen und der Pessimismus muss sinken, dann klappt`s auch wieder mit steigenden Aktienkursen. Aber es geht nicht nur um das Vertrauen für den Kapitalmarkt. Die Börse ist das Große und Ganze, wo die Fäden zusammenlaufen. Es gilt eine Abschwächung der Konjunktur in Deutschland mit allen Mittel zu verhindern. Dies gilt für die großen Wirtschaftsströme, aber auch für den deutschen Einzelhandel. Geld wird nur dann für eine Investition ausgegeben, wenn keine Zweifel bestehen. Wir müssen uns „wohlfühlen“, wir müssen vertrauen. Dann sind wir bereit zu investieren. Je länger sich das Wort „Krise“ aber in den Köpfen der Deutschen bzw. der ganzen EU festigt, umso zurückhaltender werden die Investitionen eines jeden Einzelnen. Ein weiterer Vertrauensverlust wird die Investitions- und Konsumausgaben in 2012 stärker zurückhalten und deshalb steigt das Konjunkturrisiko ungemein! Nicht umsonst senkten viele Unternehmen aus dem DAX bereits seit Herbst 2011 die Gewinnprognosen für das kommende Geschäftsjahr. Sogar die Gewinnwarnungen im DAX und MDAX mehrten sich. Lieber frühzeitig und vorsorglich die Erwartungen dämpfen, als in 2012 böse zu überraschen! Auch die Vorstände der großen Unternehmen aus Deutschland wissen aktuell nicht was kommt. Wo kein Vertrauen, da kein positiver Ausblick! Mit aktuell durchschnittlichen Kurs-Gewinn-Verhältnissen laut meiner Berechung von etwa 7 bis 9 sind die Aktien im DAX und MDAX günstig wie nie. Doch wen interessiert dies aktuell in der Eurozone, wenn das Vertrauen in unser Geldsystem zurzeit so schwach ist wie nie zuvor? Kein Wunder also, dass der Dow Jones gegenüber dem DAX weitaus besser performen konnte. Investorengelder fließen nach Übersee und scheuen die günstigen deutschen Qualitätsaktien. Ich wiederhole mich: Wo kein Vertrauen, da kein Kapitalzufluss.
Irgendwie erscheint es, als spielt sich die angebliche Krise ohnehin nur in unseren Köpfen ab. Vertrauen ist Kopfsache, also „ran an die Buletten“! Was sind nun wahrscheinliche Katalysatoren für das Börsenjahr 2012? Meiner Meinung nach muss die EZB weiterhin gewährleisten, dass die deutschen Geschäftsbanken mit Liquidität versorgt werden. Das Bankensystem muss stehen, ansonsten wird sich 2008 wiederholen. Zudem sind weitere Anleihenkäufe der EZB wahrscheinlich nur noch eine Frage der Zeit. Dadurch würde der Finanzmarkt mit frischem Geld versorgt, was sich positiv auf die Aktien auswirken sollte. Fraglich bleibt jedoch, ob extensives Gelddrucken durch die EZB in 2012 dauerhaft das Vertrauen der Investoren zurückgewinnen kann. Mittlerweile „weiß nämlich jedes Kind“ durch die nicht endend wollende Berichterstattung der Medien in 2011, dass das Drucken frischen Geldes unser Papiergeld weiter entwertet und letztendlich zur Inflation führt. Deshalb melden sich bei mir jetzt schon Zweifel an, ob eine extensive Geldpolitik der EZB das Vertrauen überhaupt noch dauerhaft in die Finanzmärkte zurückbringen kann?! Vielleicht geht der Schuss nach der so oft geforderten „letzten Patrone“ oder der „Bazooka“ dann sogar nach hinten los? Natürlich ist auch ein quantitatives Lockerungsprogramm, in diesem Fall „QE3“ der FED aus den USA, in 2012 denkbar. Zusammen mit Interventionen der EZB wäre dies in Kombination natürlich – und in diesem Fall wäre auch ich überzeugt – ein Garant für steigende Kurse in 2012. Ob dies aber wiederum dauerhaft das Vertrauen in den Finanzplatz Deutschland zurückbringt, bleibt fraglich. Machen Sie das Beste aus dem kommenden Börsenjahr, es wird sicherlich kein einfaches werden.
Ich wünsche Ihnen nun ein friedvolles Weihnachtsfest, einen guten Rutsch ins neue Jahr und alles erdenklich Gute für Ihren finanziellen Erfolg im Börsenjahr 2012.
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Autor Boris Schulze Kategorie Top-Themen
Tags Suchen
Mein Kommentar
Autor: gh | 19.12.11
Hallo Herr Schulze,
ich habe Ihren Artikel mit Interesse gelesen!
Mario Draghi hat heute wieder einmal einiges dafür getan, dass Vertrauen zu erschüttern. Ich frage mich nur: Warum tut er das?
Geht es ihm nur darum, in seinem Zuständigkeitsbereich "alles nach Vorschrift" zu machen um später sagen zu können: "An mir hat es nicht gelegen"? Oder stecken andere Interessen dahinter?
Vielleicht sehe ich das zu einfach:
Die USA bestellen zurzeit ihr Haus für die Zeit nach dem "großen" Schuldenschnitt und sie werden die Vormachtstellung des Dollar mit allen Mitteln verteidigen. Die historische Chance, die noch junge und fragile europäische Einheit auseinander brechen zu lassen, wird mit aller Konsequenz genutzt. Die Ratingagenturen agieren dabei als die "Ringgeister" ihres Herrn (Tolkien möge mir verzeihen).
Leider lassen sich viele Lenker in Europa im Moment auch noch als Erfüllungsgehilfen ausnutzen, warum auch immer.
Wenn der Euroraum auseinander gefallen und der Schulden-Reset vollzogen worden ist, kann sich Herr Draghi vielleicht auf die Schulter klopfen und sagen: "Ich habe die Inflation damals nicht zugelassen." Das wird dann leider nur keine Bedeutung mehr haben.
Oder glaubt wirklich noch jemand, dass die USA jemals ihre Schulden werden bezahlen können?
Der letzte, der nach der Geldschwemme noch steht und nicht ersoffen ist, hat gewonnen.
Es geht meiner Meinung nach im Moment um viel mehr als um finanz- bzw. wirtschaftspolitische Grundsätze, die an sich womöglich richtig sind. Es geht darum, wer in den kommenden 80 Jahren den Dirigentenstab in der Hand halten wird, und das sieht für mich wieder sehr nach USA aus. Wenn China sich wieder mehr in sich zurückgezogen hat und Europa gespalten ist, ist der Weg frei.
Und das obwohl der Pleitegeier, der über den USA eigentlich "schweben" sollte, so fett ist, dass er nur noch mit Drohnen in der Luft gehalten werden kann.
Es gibt genügend Liquidität in Europa um zu investieren und jede Menge europäische Unternehmen, in die es sich zu investieren lohnt. Der geplante Weg zu einer Fiskalunion in Europa ist grundsätzlich "ein" richtiger Schritt bezüglich der Staatshaushalte aber um die Wirtschaft anzukurbeln, muss Geld fließen.
Etwas mehr Europa-Patriotismus (gibt es das?) auf Seiten der Investoren wäre jetzt angesagt.
Mal sehen, welche Meldung morgen verbreitet wird, wenn der DAX wieder 150 Punkte gestiegen ist.
Ich bin gespannt!
Autor: ironalex | 20.12.11
Hallo Gemeinde
Hier ein Satz aus Herrn Schulzes Beitrag:
»Wie kann es die Politik in Bezug auf die EU-Schuldenthematik schaffen, das Vertrauen der großen und kleinen Finanzteilnehmer für die Finanzmärkte im Jahr 2012 langfristig zurückzugewinnen«?
Politik und Vertrauen, das geht doch schon mal gar nicht, jetzt, wo sogar unser Staatsoberhaupt dabei ist auch noch den letzten Funken zu verspielen.
Der Bürger wendet sich mit Grausen, nicht aus Politikverdrossenheit sondern aus Politikerverdrossenheit – ein feiner Unterschied.
Schönen Tag noch!
Autor: Michael Bunny | 20.12.11
Frohe Weihnachten!
Wird schon nicht so wild werden. Wir in Österreich sehen das ganze viel relaxter ... da ist nix alternativlos sondern bestenfalls unausweichlich und diskutieren über den Weg solange, gehen über den Abgrund und wenn wir dann aufschlagen, sagen wir 'Hoppala was denn das', schauen nach oben und stellen fest 'Das war aber hoch, mein Gott waren wir gut', Klopfen uns gegenseitig auf die Schultern - aber wenns der Hergott nicht will, dann hats nicht wollen sein.
Ob die 'Krise' in Köpfen der Leute noch lange eine Rolle spielt, ... ich vermute wenns so weit ist, Krise ist da und keiner geht hin, aber sie wird uns ereilen ... unverhofft kommt oft und damit wirds doch wieder Tränen geben.
Losgelöst davon Frage ich mich wie lange glauben die Unternehmen sei es Industrie, sei es Mittelstand das Thema die Erhöhung des Taktes durchzuhalten auf kosten der Gesundheit der Mitarbeiter. Wir sind heute an einem Punkt, wir müssen den Mitarbeitern psychologische Betreuung beistellen damit sie den Schmerz (Stress) professionalisierter erleiden, die Sicht ist faszinierend. Mitarbeiter müssen auf Wellness fahren, damit es ihnen wieder mal richtig gut geht und das Geld das sie mit Überstunden sich verdienen*) dort ausgeben. Solche Konzepte finden in grad im Verhältnis Service + Material oder Material + Material zuhaufe, Kompensationslösungen, Sourcing Strukturen ... - Ergebnis - Hurra wir haben ein höheres BIP, sind wir nicht gut. Die Schildbürger haben auch ein großes BIP. Das ist das positive an einem schrumpfenden BIP, weniger Eselei oder billigere Eselei, das wäre dann wieder marktgerecht bepreist. 3% Neuverschuldung entlang des Verselungsgrads ist bestimmt eine gewatlige Zahl, eine solche Eselei kann man nur auf Pump finanzieren.
Die aktuelle Mischung aus Geschichten von Baron Münchhausen kombiniert mit den Schildbürgern (Medien, Politik vs. Realwirtschaft) wird auch 2012 für Abwechselnung Sorgen. Eine nette Interpretation von, wie die Schildbürger Äpfel ernten habe ich gefunden ...
http://www.gs-bombogen.jw2.de/geschichten_ab_jan06/schildbue rger.htm
Böse Zungen könnten behaupten die junge Dame aus der 4a hat ein Bild der Weltökonomie in ein paar Zeilen wiedergegeben.
Viel Spaß in 2012 ... inbesondere mit der Kanzlerin die niemals schläft:).
Lieben Gruß
Bunny
*) Ich verweise auf The Upside of Irrationality (Dan Ariley) - in der Praxis läufts schlicht darauf hinaus Denkarbeit kann im Schnitt ca. 30 Stunden aber in Ruhe passieren und körperliche Arbeit wohl auch über 40 hinausgehen und mehr Geld zu verdienen macht mehr Sinn, nicht bei analytischen Denkarbeiten, da wirkt Geld nicht als Anreiz. Es ist unbestritten dass sich die Jobs (in der 'Verwaltung' eines Industriebetriebs und größeren Mittelständer) sich eher in die Richtung Analyse und damit eigentlich in Denkarbeiten entwickeln im Sollbild. In der Praxis werden die Jobs aber in eine 40 Stunden Woche und ein durch Urgenzen getriebens System gepresst, mit dem tollen Erfolg dass die '80%' (eher 60%) Auslastung kaum erreicht werden und wenn dann nur relativ zur 40 Stunden Woche über 50 bis 60, aber dann schafft man doch was in 33 -35 auch möglich wäre. Das Ganze ist noch flexiblisiert, mobilisiert und über Kommunikation gekoppelt, es wird viel Kommunikation systembedingt generiert, dann aber optimiert. Es wurde viel optimiert, in Wahrheit aber nichts erreicht. Das lasse ich jetzt mal als Bauchgefühl stehen, gewonnen aus Beobachtung. Dann braucht man wirklich 50.
Krise; für mich war dieses Wort ganz klar der Aspirant für das „Wort des Jahres 2011“. Letztendlich kürte die Gesellschaft für deutsche Sprache aber den „Stresstest“ zum Gewinner. Ob Krise, Stresstest oder fehlendes Vertrauen, all diese Worte beschreiben das Börsenjahr 2011 treffend. Ich denke die meisten Marktteilnehmer möchten das Börsenjahr 2011 ganz schnell vergessen.
Doch was bringt uns das neue Börsenjahr 2012?
Meiner Meinung nach wird auch das neue Börsenjahr voller Ungewissheit starten. Das fehlende Vertrauen in die Finanzmärkte wird weiterhin bestehen bleiben. Die breite Masse wird das Anlagevehikel Aktie wohl auch in 2012 weitestgehend meiden. Wahrscheinlich geht die Aktienbesitzquote der Deutschen auch im Börsenjahr 2012 weiter auf Talfahrt. Denn wo kein Vertrauen ist, da wird auch kein Geld angelegt. Das Ringen um Vertrauen wird meiner Meinung nach das Kernthema in 2012 sein. Wie kann es die Politik in Bezug auf die EU-Schuldenthematik schaffen, das Vertrauen der großen und kleinen Finanzteilnehmer für die Finanzmärkte im Jahr 2012 langfristig zurückzugewinnen?
Nur mit zurückgewonnenem Vertrauen werden die Märkte in Deutschland wieder dauerhaft steigen.
Nur dann wird die extreme Volatilität in den deutschen Indizes endlich enden.
Und nur dann werden Aktien wieder stabile Aufwärtstrends ausbilden, welche nicht von einer Stunde auf die Andere in sich zusammenbrechen.
Die mittelfristigen Perspektiven müssen stimmen und der Pessimismus muss sinken, dann klappt`s auch wieder mit steigenden Aktienkursen. Aber es geht nicht nur um das Vertrauen für den Kapitalmarkt. Die Börse ist das Große und Ganze, wo die Fäden zusammenlaufen. Es gilt eine Abschwächung der Konjunktur in Deutschland mit allen Mittel zu verhindern. Dies gilt für die großen Wirtschaftsströme, aber auch für den deutschen Einzelhandel. Geld wird nur dann für eine Investition ausgegeben, wenn keine Zweifel bestehen. Wir müssen uns „wohlfühlen“, wir müssen vertrauen. Dann sind wir bereit zu investieren. Je länger sich das Wort „Krise“ aber in den Köpfen der Deutschen bzw. der ganzen EU festigt, umso zurückhaltender werden die Investitionen eines jeden Einzelnen. Ein weiterer Vertrauensverlust wird die Investitions- und Konsumausgaben in 2012 stärker zurückhalten und deshalb steigt das Konjunkturrisiko ungemein! Nicht umsonst senkten viele Unternehmen aus dem DAX bereits seit Herbst 2011 die Gewinnprognosen für das kommende Geschäftsjahr. Sogar die Gewinnwarnungen im DAX und MDAX mehrten sich. Lieber frühzeitig und vorsorglich die Erwartungen dämpfen, als in 2012 böse zu überraschen! Auch die Vorstände der großen Unternehmen aus Deutschland wissen aktuell nicht was kommt. Wo kein Vertrauen, da kein positiver Ausblick! Mit aktuell durchschnittlichen Kurs-Gewinn-Verhältnissen laut meiner Berechung von etwa 7 bis 9 sind die Aktien im DAX und MDAX günstig wie nie. Doch wen interessiert dies aktuell in der Eurozone, wenn das Vertrauen in unser Geldsystem zurzeit so schwach ist wie nie zuvor? Kein Wunder also, dass der Dow Jones gegenüber dem DAX weitaus besser performen konnte. Investorengelder fließen nach Übersee und scheuen die günstigen deutschen Qualitätsaktien. Ich wiederhole mich: Wo kein Vertrauen, da kein Kapitalzufluss.
Irgendwie erscheint es, als spielt sich die angebliche Krise ohnehin nur in unseren Köpfen ab. Vertrauen ist Kopfsache, also „ran an die Buletten“! Was sind nun wahrscheinliche Katalysatoren für das Börsenjahr 2012? Meiner Meinung nach muss die EZB weiterhin gewährleisten, dass die deutschen Geschäftsbanken mit Liquidität versorgt werden. Das Bankensystem muss stehen, ansonsten wird sich 2008 wiederholen. Zudem sind weitere Anleihenkäufe der EZB wahrscheinlich nur noch eine Frage der Zeit. Dadurch würde der Finanzmarkt mit frischem Geld versorgt, was sich positiv auf die Aktien auswirken sollte. Fraglich bleibt jedoch, ob extensives Gelddrucken durch die EZB in 2012 dauerhaft das Vertrauen der Investoren zurückgewinnen kann. Mittlerweile „weiß nämlich jedes Kind“ durch die nicht endend wollende Berichterstattung der Medien in 2011, dass das Drucken frischen Geldes unser Papiergeld weiter entwertet und letztendlich zur Inflation führt. Deshalb melden sich bei mir jetzt schon Zweifel an, ob eine extensive Geldpolitik der EZB das Vertrauen überhaupt noch dauerhaft in die Finanzmärkte zurückbringen kann?! Vielleicht geht der Schuss nach der so oft geforderten „letzten Patrone“ oder der „Bazooka“ dann sogar nach hinten los? Natürlich ist auch ein quantitatives Lockerungsprogramm, in diesem Fall „QE3“ der FED aus den USA, in 2012 denkbar. Zusammen mit Interventionen der EZB wäre dies in Kombination natürlich – und in diesem Fall wäre auch ich überzeugt – ein Garant für steigende Kurse in 2012. Ob dies aber wiederum dauerhaft das Vertrauen in den Finanzplatz Deutschland zurückbringt, bleibt fraglich. Machen Sie das Beste aus dem kommenden Börsenjahr, es wird sicherlich kein einfaches werden.
Ich wünsche Ihnen nun ein friedvolles Weihnachtsfest, einen guten Rutsch ins neue Jahr und alles erdenklich Gute für Ihren finanziellen Erfolg im Börsenjahr 2012.
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Autor Boris Schulze Kategorie Top-Themen
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Autor: gh | 19.12.11
Hallo Herr Schulze,
ich habe Ihren Artikel mit Interesse gelesen!
Mario Draghi hat heute wieder einmal einiges dafür getan, dass Vertrauen zu erschüttern. Ich frage mich nur: Warum tut er das?
Geht es ihm nur darum, in seinem Zuständigkeitsbereich "alles nach Vorschrift" zu machen um später sagen zu können: "An mir hat es nicht gelegen"? Oder stecken andere Interessen dahinter?
Vielleicht sehe ich das zu einfach:
Die USA bestellen zurzeit ihr Haus für die Zeit nach dem "großen" Schuldenschnitt und sie werden die Vormachtstellung des Dollar mit allen Mitteln verteidigen. Die historische Chance, die noch junge und fragile europäische Einheit auseinander brechen zu lassen, wird mit aller Konsequenz genutzt. Die Ratingagenturen agieren dabei als die "Ringgeister" ihres Herrn (Tolkien möge mir verzeihen).
Leider lassen sich viele Lenker in Europa im Moment auch noch als Erfüllungsgehilfen ausnutzen, warum auch immer.
Wenn der Euroraum auseinander gefallen und der Schulden-Reset vollzogen worden ist, kann sich Herr Draghi vielleicht auf die Schulter klopfen und sagen: "Ich habe die Inflation damals nicht zugelassen." Das wird dann leider nur keine Bedeutung mehr haben.
Oder glaubt wirklich noch jemand, dass die USA jemals ihre Schulden werden bezahlen können?
Der letzte, der nach der Geldschwemme noch steht und nicht ersoffen ist, hat gewonnen.
Es geht meiner Meinung nach im Moment um viel mehr als um finanz- bzw. wirtschaftspolitische Grundsätze, die an sich womöglich richtig sind. Es geht darum, wer in den kommenden 80 Jahren den Dirigentenstab in der Hand halten wird, und das sieht für mich wieder sehr nach USA aus. Wenn China sich wieder mehr in sich zurückgezogen hat und Europa gespalten ist, ist der Weg frei.
Und das obwohl der Pleitegeier, der über den USA eigentlich "schweben" sollte, so fett ist, dass er nur noch mit Drohnen in der Luft gehalten werden kann.
Es gibt genügend Liquidität in Europa um zu investieren und jede Menge europäische Unternehmen, in die es sich zu investieren lohnt. Der geplante Weg zu einer Fiskalunion in Europa ist grundsätzlich "ein" richtiger Schritt bezüglich der Staatshaushalte aber um die Wirtschaft anzukurbeln, muss Geld fließen.
Etwas mehr Europa-Patriotismus (gibt es das?) auf Seiten der Investoren wäre jetzt angesagt.
Mal sehen, welche Meldung morgen verbreitet wird, wenn der DAX wieder 150 Punkte gestiegen ist.
Ich bin gespannt!
Autor: ironalex | 20.12.11
Hallo Gemeinde
Hier ein Satz aus Herrn Schulzes Beitrag:
»Wie kann es die Politik in Bezug auf die EU-Schuldenthematik schaffen, das Vertrauen der großen und kleinen Finanzteilnehmer für die Finanzmärkte im Jahr 2012 langfristig zurückzugewinnen«?
Politik und Vertrauen, das geht doch schon mal gar nicht, jetzt, wo sogar unser Staatsoberhaupt dabei ist auch noch den letzten Funken zu verspielen.
Der Bürger wendet sich mit Grausen, nicht aus Politikverdrossenheit sondern aus Politikerverdrossenheit – ein feiner Unterschied.
Schönen Tag noch!
Autor: Michael Bunny | 20.12.11
Frohe Weihnachten!
Wird schon nicht so wild werden. Wir in Österreich sehen das ganze viel relaxter ... da ist nix alternativlos sondern bestenfalls unausweichlich und diskutieren über den Weg solange, gehen über den Abgrund und wenn wir dann aufschlagen, sagen wir 'Hoppala was denn das', schauen nach oben und stellen fest 'Das war aber hoch, mein Gott waren wir gut', Klopfen uns gegenseitig auf die Schultern - aber wenns der Hergott nicht will, dann hats nicht wollen sein.
Ob die 'Krise' in Köpfen der Leute noch lange eine Rolle spielt, ... ich vermute wenns so weit ist, Krise ist da und keiner geht hin, aber sie wird uns ereilen ... unverhofft kommt oft und damit wirds doch wieder Tränen geben.
Losgelöst davon Frage ich mich wie lange glauben die Unternehmen sei es Industrie, sei es Mittelstand das Thema die Erhöhung des Taktes durchzuhalten auf kosten der Gesundheit der Mitarbeiter. Wir sind heute an einem Punkt, wir müssen den Mitarbeitern psychologische Betreuung beistellen damit sie den Schmerz (Stress) professionalisierter erleiden, die Sicht ist faszinierend. Mitarbeiter müssen auf Wellness fahren, damit es ihnen wieder mal richtig gut geht und das Geld das sie mit Überstunden sich verdienen*) dort ausgeben. Solche Konzepte finden in grad im Verhältnis Service + Material oder Material + Material zuhaufe, Kompensationslösungen, Sourcing Strukturen ... - Ergebnis - Hurra wir haben ein höheres BIP, sind wir nicht gut. Die Schildbürger haben auch ein großes BIP. Das ist das positive an einem schrumpfenden BIP, weniger Eselei oder billigere Eselei, das wäre dann wieder marktgerecht bepreist. 3% Neuverschuldung entlang des Verselungsgrads ist bestimmt eine gewatlige Zahl, eine solche Eselei kann man nur auf Pump finanzieren.
Die aktuelle Mischung aus Geschichten von Baron Münchhausen kombiniert mit den Schildbürgern (Medien, Politik vs. Realwirtschaft) wird auch 2012 für Abwechselnung Sorgen. Eine nette Interpretation von, wie die Schildbürger Äpfel ernten habe ich gefunden ...
http://www.gs-bombogen.jw2.de/geschichten_ab_jan06/schildbue rger.htm
Böse Zungen könnten behaupten die junge Dame aus der 4a hat ein Bild der Weltökonomie in ein paar Zeilen wiedergegeben.
Viel Spaß in 2012 ... inbesondere mit der Kanzlerin die niemals schläft:).
Lieben Gruß
Bunny
*) Ich verweise auf The Upside of Irrationality (Dan Ariley) - in der Praxis läufts schlicht darauf hinaus Denkarbeit kann im Schnitt ca. 30 Stunden aber in Ruhe passieren und körperliche Arbeit wohl auch über 40 hinausgehen und mehr Geld zu verdienen macht mehr Sinn, nicht bei analytischen Denkarbeiten, da wirkt Geld nicht als Anreiz. Es ist unbestritten dass sich die Jobs (in der 'Verwaltung' eines Industriebetriebs und größeren Mittelständer) sich eher in die Richtung Analyse und damit eigentlich in Denkarbeiten entwickeln im Sollbild. In der Praxis werden die Jobs aber in eine 40 Stunden Woche und ein durch Urgenzen getriebens System gepresst, mit dem tollen Erfolg dass die '80%' (eher 60%) Auslastung kaum erreicht werden und wenn dann nur relativ zur 40 Stunden Woche über 50 bis 60, aber dann schafft man doch was in 33 -35 auch möglich wäre. Das Ganze ist noch flexiblisiert, mobilisiert und über Kommunikation gekoppelt, es wird viel Kommunikation systembedingt generiert, dann aber optimiert. Es wurde viel optimiert, in Wahrheit aber nichts erreicht. Das lasse ich jetzt mal als Bauchgefühl stehen, gewonnen aus Beobachtung. Dann braucht man wirklich 50.
Mittwoch, 20. April 2011
Sie wird es schwer haben, die Maria
Das Budgetdefizit beträgt unter Einbeziehung dieser Bereiche 4,6 Prozent der österreichischen Wirtschaftsleistung.
Maria Fekter fehlt es an allen Ecken und Enden an Geld. Keine besonders gute Voraussetzung, wenn man davon ausgeht, dass ein Budget das in Zahlen gegossene Regierungsprogramm ist. Schon gar nicht in Zeiten tendenziell steigender Zinsen und angesichts von Szenarien, dass die Zinszahlungen für die Schulden höher als die Bildungsausgaben des Landes sind.
Fekter muss demnach rasch handeln. „Der Konsolidierungsbedarf ist nach wie vor gegeben. Und auf der Einnahmenseite gibt es wenig Spielraum. Kaum ein Land hat eine so hohe Abgabenquote wie Österreich“, sagt Wirtschaftsforscher und Verwaltungsexperte Hans Pitlik vom Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo).
Das Kernproblem sei die falsche Aufteilung der Aufgaben. Für Soziales, Bildung und Gesundheit müsse es endlich klare Kompetenzen geben. Damit würden auch die intransparenten Finanzströme im Transfersystem sichtbar. „Allein dies würde viel Geld einsparen“, sagt Pitlik.
Eine große Verwaltungsreform, von der seit Jahren geredet wird und die nach wie vor ein Gebot der Stunde sei, sieht der Wirtschaftsforscher vorerst nicht. Dies allein könne auch eine sehr gute Finanzministerin nicht stemmen. Dies sei nur auf breiter Basis möglich. Und dagegen ist der Widerstand zu groß.
Ähnlich wie Pitlik sieht auch der Linzer Volkswirtschaftsprofessor Friedrich Schneider eine wesentliche Aufgabe Fekters darin, die bisher ausgegliederten Schulden in den Griff zu bekommen. Vermutlich werde dies zusätzliche Sparmaßnahmen erfordern. Helfen könnte Fekter laut Schneider, dass das Finanzministerium eines der fachlich am höchsten stehenden Ministerien ist. Die Fachleute und Sektionschefs seien sehr gut und könnten die Grundlage für eine Budgetkonsolidierung liefern.
Wie man allerdings zuletzt gesehen hat, nützt die beste Expertise der Fachleute nichts, wenn die gesamte Regierung keine Entscheidungen auf die Reihe bekommt.
Pension und Gesundheit
Die großen Brocken für die neue Finanzministerin sind die Ausgaben im Gesundheits- und Sozialwesen. Änderungen scheiterten bisher nicht nur an der föderalen Struktur des Landes (Gesundheit), sondern auch an der Angst der Regierung vor Entscheidungen (etwa bei den Pensionen).
Was die Umsetzungskraft im Ministerium etwas hemmen könnte, ist der Umstand, dass die Wirtschaft wieder angesprungen ist und die Steuereinnahmen üppiger sprudeln als zunächst angenommen. Genau das könnte laut Pitlik den Reformeifer bremsen, der etwa bei einem Umbau des Steuersystems notwendig wäre. Nach wie vor ist der Faktor Arbeit zu stark besteuert. Das Wifo plädiert regelmäßig dafür, Arbeit zu entlasten und dafür eine Umweltsteuer einzuheben oder eine bestehende zu erhöhen.
Maria Fekter fehlt es an allen Ecken und Enden an Geld. Keine besonders gute Voraussetzung, wenn man davon ausgeht, dass ein Budget das in Zahlen gegossene Regierungsprogramm ist. Schon gar nicht in Zeiten tendenziell steigender Zinsen und angesichts von Szenarien, dass die Zinszahlungen für die Schulden höher als die Bildungsausgaben des Landes sind.
Fekter muss demnach rasch handeln. „Der Konsolidierungsbedarf ist nach wie vor gegeben. Und auf der Einnahmenseite gibt es wenig Spielraum. Kaum ein Land hat eine so hohe Abgabenquote wie Österreich“, sagt Wirtschaftsforscher und Verwaltungsexperte Hans Pitlik vom Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo).
Das Kernproblem sei die falsche Aufteilung der Aufgaben. Für Soziales, Bildung und Gesundheit müsse es endlich klare Kompetenzen geben. Damit würden auch die intransparenten Finanzströme im Transfersystem sichtbar. „Allein dies würde viel Geld einsparen“, sagt Pitlik.
Eine große Verwaltungsreform, von der seit Jahren geredet wird und die nach wie vor ein Gebot der Stunde sei, sieht der Wirtschaftsforscher vorerst nicht. Dies allein könne auch eine sehr gute Finanzministerin nicht stemmen. Dies sei nur auf breiter Basis möglich. Und dagegen ist der Widerstand zu groß.
Ähnlich wie Pitlik sieht auch der Linzer Volkswirtschaftsprofessor Friedrich Schneider eine wesentliche Aufgabe Fekters darin, die bisher ausgegliederten Schulden in den Griff zu bekommen. Vermutlich werde dies zusätzliche Sparmaßnahmen erfordern. Helfen könnte Fekter laut Schneider, dass das Finanzministerium eines der fachlich am höchsten stehenden Ministerien ist. Die Fachleute und Sektionschefs seien sehr gut und könnten die Grundlage für eine Budgetkonsolidierung liefern.
Wie man allerdings zuletzt gesehen hat, nützt die beste Expertise der Fachleute nichts, wenn die gesamte Regierung keine Entscheidungen auf die Reihe bekommt.
Pension und Gesundheit
Die großen Brocken für die neue Finanzministerin sind die Ausgaben im Gesundheits- und Sozialwesen. Änderungen scheiterten bisher nicht nur an der föderalen Struktur des Landes (Gesundheit), sondern auch an der Angst der Regierung vor Entscheidungen (etwa bei den Pensionen).
Was die Umsetzungskraft im Ministerium etwas hemmen könnte, ist der Umstand, dass die Wirtschaft wieder angesprungen ist und die Steuereinnahmen üppiger sprudeln als zunächst angenommen. Genau das könnte laut Pitlik den Reformeifer bremsen, der etwa bei einem Umbau des Steuersystems notwendig wäre. Nach wie vor ist der Faktor Arbeit zu stark besteuert. Das Wifo plädiert regelmäßig dafür, Arbeit zu entlasten und dafür eine Umweltsteuer einzuheben oder eine bestehende zu erhöhen.
Donnerstag, 10. Dezember 2009
Konkurrent Jürgen Schmidt meint ...
Nach dem rasanten Anstieg seit März, den AKTIEN-MONITOR-Leser wieder einmal komplett und voll investiert mitgemacht haben, könnten wir Ende dieses Jahres, wahrscheinlich aber eher Ende Januar ein vorläufiges Zwischenhoch erreichen. Bezogen auf den DAX könnte dies im Bereich um 6.500 Punkte liegen. Der Dow Jones könnte die Spanne 11.000 bis 11.500 Zähler erreichen. Im Anschluss daran rechne ich mit einer weiteren Zwischenkorrektur, die durchaus auch ein Ausmaß von 10 bis 15% erreichen kann. Rechnen Sie also damit, dass wir dann noch einmal einen DAX um 5.200 bis 5.400 Punkte (plus/minus 200 Punkte) sehen werden. Wir werden Sie in AKTIEN-MONITOR gerade auch in den wöchentlichen Strategiepapieren hier möglichst optimal begleiten. Kurzfristig können Sie also noch auf steigende Kurse spekulieren. Die gilt es aber in einigen Wochen wieder glatt zu stellen. Echte neue Investments stehen nämlich wohl erst Ende Januar, Anfang! Februar an.
In was können Sie jetzt kurzfristig noch investieren?
In unserer Starter-Broschüre habe ich Ihnen drei aussichtsreiche Basiswerte sowie dazu passende Hebelpapiere herausgepickt. Gerade Yingli hat sich seither bereits prächtig entwickelt. Wer jetzt schon langfristig investieren möchte, dem lege ich in erster Linie die Versorger E.ON und RWE ans Herz sowie (bitte lachen Sie nicht!) die Aktie der Deutschen Telekom. Diese Werte glänzen mit einer durchschnittlichen Dividendenrendite von 6% und sollten vor allem im kommenden Frühjahr stark nachgefragt sein. Spekulative Anleger können zudem auf ein Comeback der Solar-Aktie SolarWorld setzen. Natürlich gilt es darüber hinaus auf die aktuellen Empfehlungen unserer Strategiepapiere und unserer Printausgaben zu achten.
In was können Sie jetzt kurzfristig noch investieren?
In unserer Starter-Broschüre habe ich Ihnen drei aussichtsreiche Basiswerte sowie dazu passende Hebelpapiere herausgepickt. Gerade Yingli hat sich seither bereits prächtig entwickelt. Wer jetzt schon langfristig investieren möchte, dem lege ich in erster Linie die Versorger E.ON und RWE ans Herz sowie (bitte lachen Sie nicht!) die Aktie der Deutschen Telekom. Diese Werte glänzen mit einer durchschnittlichen Dividendenrendite von 6% und sollten vor allem im kommenden Frühjahr stark nachgefragt sein. Spekulative Anleger können zudem auf ein Comeback der Solar-Aktie SolarWorld setzen. Natürlich gilt es darüber hinaus auf die aktuellen Empfehlungen unserer Strategiepapiere und unserer Printausgaben zu achten.
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