Sonntag, 29. April 2012
GAZPROM
STANDARD: Mit Ausnahme der Südländer hängt halb Europa am russischen Gashahn. Was ist so gefährlich daran?
Roth: Dass wir erpressbar sind. Die Ukraine, Weißrussland, aber auch Mitgliedsländer der EU wie Polen oder Bulgarien sind bereits mit der Gaswaffe erpresst worden.
STANDARD: Russland hängt andererseits von Deviseneinnahmen ab.
Roth: Gasprom macht Milliardengewinne dank dieser Geschäfte. Diese kommen aber nicht der Bevölkerung in Russland zugute, sondern einer kleinen Clique.
STANDARD: Man könnte auch sagen, dass gegenseitige Abhängigkeit zusammenschweißt. Bisher hat das ganz gut funktioniert. Selbst in der Zeit des Kalten Krieges ist Gas von Ost nach West geströmt.
Roth: Das mag sein, ändert aber nichts am Faktum, dass damals ein totalitäres System geherrscht hat, das mit diesen Gaslieferungen gestützt worden ist. Heute ist es eine Clique im Umfeld von Gasprom, die vom Gasgeschäft profitiert und bis in den Kreml reicht.
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