Als Currency Carry Trade (auch CCT) bezeichnet man eine Anlagestrategie auf dem Devisenmarkt. Dabei nimmt der Investor in einer Währung einen Kredit mit vergleichsweise niedrigen Zinsen auf. Das so aufgenommene Geld investiert er gleichzeitig in einer Währung mit vergleichsweise hohen Zinsen. Es handelt sich hier nicht um risikoarme Arbitrage. Der Investor trägt sowohl das Wechselkursrisiko als auch das Zinsänderungsrisiko.
Die Rendite der Currency Carry Trades setzt sich entsprechend aus zwei Komponenten zusammen: zum einen die Differenz zwischen Haben- und Sollzins, zum anderen der Ertrag/Verlust aus der Wechselkursentwicklung.
Mittwoch, 18. November 2009
Carry Trades
Carry Trades sind schwer zu messen, und Experten sind sich uneins, in welchem Ausmaß Geldströme davon motiviert werden. Nouriel Roubini, Professor an der New York University, warnte Anfang dieses Monats davor, dass die Niedrigzinspolitik der Fed eine „Monsterblase“ erschaffen werde, da sie die Vermögenspreise mit einer Flut billigen Geldes in Höhen hebe, die nicht aufrecht zu erhalten seien.
Nach Untersuchung von Daten zu Handels- und Geldströmen gelangt UBS-Volkswirt Larry Hatheway zu dem Schluss, dass Carry Trades keinen zentralen Auslöser darstellen. „Die Kurszuwächse sind in erster Linie ein Spiegelbild der sich verbessernden Fundamentaldaten, wozu die sich abzeichnende weltweite Konjunkturerholung, die Stärke der Schwellenländer und wieder ansteigende Unternehmensgewinne zählen“, schrieb er am 12. November. Er ergänzt jedoch: „Es ist zugegebenermaßen sehr schwer, schuldengetriebene Vermögenspreisblasen in Echtzeit zu erkennen.“
Ein positives Zeichen?
Andere Marktbeobachter sehen in Carry Trades dagegen einen möglichen Haupttreiber der täglichen Marktbewegungen. „Der Einfluss der Carry Trades ist enorm“, sagt Marc Chandler, Chefwährungsstratege von Brown Brothers Harriman.
In gewisser Hinsicht könnte die Diskussion über Carry Trades sogar ein positives Zeichen für die Weltwirtschaft sein. Carry Trades seien ein riskantes Geschäft, und Risikobereitschaft gelte häufig als „Merkmal gesunder Märkte“, sagt Bill Larkin, Rentenportfoliomanager bei Cabot Money Management.
Mit niedrigen Zinsen sollen die wirtschaftliche Aktivität und Investitionstätigkeit angekurbelt werden. Gemessen an den haussierenden Aktien- und Rohstoffmärkten scheint diese Strategie aufzugehen. „Billiges Geld bahnt sich seinen Weg auf den Aktienmarkt“, sagt Peter Cardillo, Chefvolkswirt bei Avalon Partners.
Carry Trades können mit einem großen Schock enden
Die große Sorge ist, dass die derzeitige Praxis nicht nachhaltig ist. „Am Ende der Carry Trades steht immer deren Auflösung“, warnt Chandler. Da man Geld zu niedrigen Zinsen leiht und höher verzinslich anlegt, lässt sich mit diesen Geschäften nur Geld verdienen, solange die zugrunde liegenden Trends gleich bleiben. Steigen Zinsen oder Wechselkurse, „können sich viele Menschen die Finger verbrennen“, sagt er.
„Das plötzliche Ende der Carry Trades kann eine große Schockwelle auf den Finanzmärkten auslösen“, sagt Gambera. „Destabilisierungspotential ist immer vorhanden“, fügt er an.
Carry Trades seien ihrerseits ein Zeichen von Instabilität. Letztlich „müssen wir diese Extreme beenden und zu einer normalen Politik zurückkehren“, sagt Larkin. Stiegen die Zinsen jedoch zu schnell, bestehe die Gefahr eines Rückfalls in die Rezession.
Politische Entscheider wie Bernanke stehen vor einem schwierigen Balanceakt. Der Fed-Präsident spricht beständig davon, dass der Leitzins noch „für längere Zeit auf einem außergewöhnlich niedrigen Niveau“ belassen werde, zuletzt in seiner Rede am 16. November. Um den Dollar nicht zu stark unter Druck zu setzen, fügte er jedoch in derselben Rede an, dass die Fed „dazu beitragen werde, dass der Dollar stark und eine Quelle globaler Finanzstabilität bleibt.“
Ähnlich müssen auch Regierungsvertreter argumentieren. Präsident Obama und Finanzminister Geithner versuchen auf der einen Seite, die Konjunktur anzukurbeln und die Finanzkrise einzudämmen, während sie auf der anderen Seite eine Verringerung des massiven Haushaltsdefizits versprechen. „Der Übergang muss allmählich verlaufen und darf nicht schlagartig erfolgen“, sagt Larkin.
Das Risiko einer Dollarkrise
Da Bernanke nicht müde wird, seine Unterstützung niedriger Zinsen zu betonen, könnten Carry Trades noch längere Zeit lukrativ bleiben. Bei der Verfolgung dieser Strategie gibt es jedoch zwei gewichtige Risiken.
Erstens könnte der Dollar durch eine ausgeprägte Krise oder eine internationale Notsituation in die Höhe getrieben werden. Als Lehman Brothers vor einem Jahr Insolvenz anmeldete, stieg der Dollarkurs sprunghaft, als Anleger scharenweise Zuflucht in der liquidesten Währung der Welt suchten.
Einige warnen zwar davor, dass der Dollar seinen Sonderstatus verlieren könnte, es gibt jedoch derzeit nur wenig Alternativen. Trotz seines Wertverfalls „steht der Dollar als sicherer Hafen außer Frage“, sagt Reena Aggarwal, Finanzprofessorin an der Georgetown University.
Das zweite Risiko besteht darin, dass die amerikanische Wirtschaft die Rezession schnell hinter sich lassen könnte, woraufhin Bernanke zu einer Abkehr von der Niedrigzinspolitik gezwungen wäre. Marktteilnehmer durchleuchten die Konjunkturdaten fortlaufend nach Anzeichen einer solchen Entwicklung. Das Niedrigzinsniveau in Japan sorgte jahrelang für florierende Zinsdifferenzgeschäfte, bis Ende 2008 im Zuge der Finanzkrise ihr abruptes Ende kam.
Niemand kann mit Sicherheit sagen, ob das Phänomen der Carry Trades mit dem Dollar Monate oder noch Jahre anhalten wird. Die Märkte sind bekanntermaßen unberechenbar, insbesondere in Zeiten des wirtschaftlichen Wandels. Vieles hängt davon ab, ob die in diesem Jahr eingetretene rasante Aufwärtsbewegung der Aktienkurse und anderer Vermögenswerte durch Daten aus der Realwirtschaft untermauert werden kann. Andernfalls könnte die Diskussion über eine neuerliche Blase auf den Finanzmärkten gerechtfertigt sein.
Nach Untersuchung von Daten zu Handels- und Geldströmen gelangt UBS-Volkswirt Larry Hatheway zu dem Schluss, dass Carry Trades keinen zentralen Auslöser darstellen. „Die Kurszuwächse sind in erster Linie ein Spiegelbild der sich verbessernden Fundamentaldaten, wozu die sich abzeichnende weltweite Konjunkturerholung, die Stärke der Schwellenländer und wieder ansteigende Unternehmensgewinne zählen“, schrieb er am 12. November. Er ergänzt jedoch: „Es ist zugegebenermaßen sehr schwer, schuldengetriebene Vermögenspreisblasen in Echtzeit zu erkennen.“
Ein positives Zeichen?
Andere Marktbeobachter sehen in Carry Trades dagegen einen möglichen Haupttreiber der täglichen Marktbewegungen. „Der Einfluss der Carry Trades ist enorm“, sagt Marc Chandler, Chefwährungsstratege von Brown Brothers Harriman.
In gewisser Hinsicht könnte die Diskussion über Carry Trades sogar ein positives Zeichen für die Weltwirtschaft sein. Carry Trades seien ein riskantes Geschäft, und Risikobereitschaft gelte häufig als „Merkmal gesunder Märkte“, sagt Bill Larkin, Rentenportfoliomanager bei Cabot Money Management.
Mit niedrigen Zinsen sollen die wirtschaftliche Aktivität und Investitionstätigkeit angekurbelt werden. Gemessen an den haussierenden Aktien- und Rohstoffmärkten scheint diese Strategie aufzugehen. „Billiges Geld bahnt sich seinen Weg auf den Aktienmarkt“, sagt Peter Cardillo, Chefvolkswirt bei Avalon Partners.
Carry Trades können mit einem großen Schock enden
Die große Sorge ist, dass die derzeitige Praxis nicht nachhaltig ist. „Am Ende der Carry Trades steht immer deren Auflösung“, warnt Chandler. Da man Geld zu niedrigen Zinsen leiht und höher verzinslich anlegt, lässt sich mit diesen Geschäften nur Geld verdienen, solange die zugrunde liegenden Trends gleich bleiben. Steigen Zinsen oder Wechselkurse, „können sich viele Menschen die Finger verbrennen“, sagt er.
„Das plötzliche Ende der Carry Trades kann eine große Schockwelle auf den Finanzmärkten auslösen“, sagt Gambera. „Destabilisierungspotential ist immer vorhanden“, fügt er an.
Carry Trades seien ihrerseits ein Zeichen von Instabilität. Letztlich „müssen wir diese Extreme beenden und zu einer normalen Politik zurückkehren“, sagt Larkin. Stiegen die Zinsen jedoch zu schnell, bestehe die Gefahr eines Rückfalls in die Rezession.
Politische Entscheider wie Bernanke stehen vor einem schwierigen Balanceakt. Der Fed-Präsident spricht beständig davon, dass der Leitzins noch „für längere Zeit auf einem außergewöhnlich niedrigen Niveau“ belassen werde, zuletzt in seiner Rede am 16. November. Um den Dollar nicht zu stark unter Druck zu setzen, fügte er jedoch in derselben Rede an, dass die Fed „dazu beitragen werde, dass der Dollar stark und eine Quelle globaler Finanzstabilität bleibt.“
Ähnlich müssen auch Regierungsvertreter argumentieren. Präsident Obama und Finanzminister Geithner versuchen auf der einen Seite, die Konjunktur anzukurbeln und die Finanzkrise einzudämmen, während sie auf der anderen Seite eine Verringerung des massiven Haushaltsdefizits versprechen. „Der Übergang muss allmählich verlaufen und darf nicht schlagartig erfolgen“, sagt Larkin.
Das Risiko einer Dollarkrise
Da Bernanke nicht müde wird, seine Unterstützung niedriger Zinsen zu betonen, könnten Carry Trades noch längere Zeit lukrativ bleiben. Bei der Verfolgung dieser Strategie gibt es jedoch zwei gewichtige Risiken.
Erstens könnte der Dollar durch eine ausgeprägte Krise oder eine internationale Notsituation in die Höhe getrieben werden. Als Lehman Brothers vor einem Jahr Insolvenz anmeldete, stieg der Dollarkurs sprunghaft, als Anleger scharenweise Zuflucht in der liquidesten Währung der Welt suchten.
Einige warnen zwar davor, dass der Dollar seinen Sonderstatus verlieren könnte, es gibt jedoch derzeit nur wenig Alternativen. Trotz seines Wertverfalls „steht der Dollar als sicherer Hafen außer Frage“, sagt Reena Aggarwal, Finanzprofessorin an der Georgetown University.
Das zweite Risiko besteht darin, dass die amerikanische Wirtschaft die Rezession schnell hinter sich lassen könnte, woraufhin Bernanke zu einer Abkehr von der Niedrigzinspolitik gezwungen wäre. Marktteilnehmer durchleuchten die Konjunkturdaten fortlaufend nach Anzeichen einer solchen Entwicklung. Das Niedrigzinsniveau in Japan sorgte jahrelang für florierende Zinsdifferenzgeschäfte, bis Ende 2008 im Zuge der Finanzkrise ihr abruptes Ende kam.
Niemand kann mit Sicherheit sagen, ob das Phänomen der Carry Trades mit dem Dollar Monate oder noch Jahre anhalten wird. Die Märkte sind bekanntermaßen unberechenbar, insbesondere in Zeiten des wirtschaftlichen Wandels. Vieles hängt davon ab, ob die in diesem Jahr eingetretene rasante Aufwärtsbewegung der Aktienkurse und anderer Vermögenswerte durch Daten aus der Realwirtschaft untermauert werden kann. Andernfalls könnte die Diskussion über eine neuerliche Blase auf den Finanzmärkten gerechtfertigt sein.
Donnerstag, 22. Oktober 2009
Gini
Der Gini-Koeffizient zur Ungleichheit der
Geldvermögensverteilung in Österreich beträgt 0,66 und "liegt damit
im internationalen Vergleich eher hoch", so die Nationalbank im
aktuell präsentierten Sozialbericht. "Über zwei Drittel besitzen
keine nennenswerten Geldvermögen. Die Hälfte der privaten Haushalte
verfügt gar nur über 8% des gesamten Geldvermögens", zitiert die
Armutskonferenz die im Sozialbericht veröffentlichte neue Studie der
österreichischen Nationalbank. Das oberste Zehntel besitzt hingegen
54% des gesamten Geldvermögens. Diesen reichsten 10 Prozent der
Haushalte steht rund 290 000 Euro an Vermögen zur Verfügung. Das
reichste Prozent (1%) der Haushalte hält 27% des gesamten
Geldvermögens. Und das oberste Promill (0,1%) besitzt 8% des
Gesamtgeldvermögens. Das entspricht der gesamten unteren Hälfte aller
Haushalte, die ebenfalls über 8% des Geldvermögens verfügt.
Das Bild für eine solche Vermögensverteilung ist eine Pyramide.
Damit "kann der für die Nachkriegsjahre dominierende soziologische
Befund von einer nivellierten Mittelschicht nicht mehr
aufrechterhalten werden.", zitiert die Armutskonferenz die Studie.
Anteil der Erben in oberster Einkommensgruppe am höchsten
Weiters weist die Armutskonferenz auf die Falschinformationen im
Rahmen der Abschaffung der Erbschaftssteuer hin. Die Daten der
Nationalbank im Sozialbericht zeigen, dass "Erbchancen sozial
ungleich verteilt sind. Bildung, berufliche Position und Einkommen
markieren die Trennlinie beim Erben. Der Anteil der Haushalte, die
geerbt haben, ist in der obersten Einkommensgruppe am höchsten", so
der Sozialbericht des Ministeriums. Der Durchschnitt von 56 000 Euro
Erbsumme ist aufgrund der ungleichen Verteilung wenig aussagekräftig.
Der Median mit 22.000 Euro deutet auf eine große Ungleichverteilung
der Erbschaften hin. Arbeiter erben in deutlich
unterdurchschnittlichem Ausmaß. Am häufigsten erben Akademiker,
am seltensten Pflichtschulabsolventen. "Angesichts der niedrigen
Vermögenssteuern in Österreich und sichtbar werdender sozialer
Ungleichheiten ist die Abschaffung der Erbschaftssteuer eine
ökonomisch und verteilungspolitisch falsche Entscheidung", so die
Armutskonferenz.
Ungenügende Erfassung der Geldvermögen: Ungleichverteilung noch höher
Einkommen ist deutlich weniger konzentriert als das Vermögen. Der
Ginikoeffizient zur Ungleichheit der Vermögensverteilung ist mehr als
doppelt so hoch wie jener der Einkommensverteilung. Dafür ist
Immobilienvermögen noch ungleicher verteilt und Unternehmenseigentum
überhaupt nur in den höchsten Vermögensstufen von Relevanz. Die
Nationalbank weist im Sozialbericht darauf hin, dass Besitzer hoher
Geldvermögen nur eingeschränkt erfasst werden. Die tatsächliche
Ungleichverteilung ist demnach noch viel größer, so die
Armutskonferenz abschließend.
Geldvermögensverteilung in Österreich beträgt 0,66 und "liegt damit
im internationalen Vergleich eher hoch", so die Nationalbank im
aktuell präsentierten Sozialbericht. "Über zwei Drittel besitzen
keine nennenswerten Geldvermögen. Die Hälfte der privaten Haushalte
verfügt gar nur über 8% des gesamten Geldvermögens", zitiert die
Armutskonferenz die im Sozialbericht veröffentlichte neue Studie der
österreichischen Nationalbank. Das oberste Zehntel besitzt hingegen
54% des gesamten Geldvermögens. Diesen reichsten 10 Prozent der
Haushalte steht rund 290 000 Euro an Vermögen zur Verfügung. Das
reichste Prozent (1%) der Haushalte hält 27% des gesamten
Geldvermögens. Und das oberste Promill (0,1%) besitzt 8% des
Gesamtgeldvermögens. Das entspricht der gesamten unteren Hälfte aller
Haushalte, die ebenfalls über 8% des Geldvermögens verfügt.
Das Bild für eine solche Vermögensverteilung ist eine Pyramide.
Damit "kann der für die Nachkriegsjahre dominierende soziologische
Befund von einer nivellierten Mittelschicht nicht mehr
aufrechterhalten werden.", zitiert die Armutskonferenz die Studie.
Anteil der Erben in oberster Einkommensgruppe am höchsten
Weiters weist die Armutskonferenz auf die Falschinformationen im
Rahmen der Abschaffung der Erbschaftssteuer hin. Die Daten der
Nationalbank im Sozialbericht zeigen, dass "Erbchancen sozial
ungleich verteilt sind. Bildung, berufliche Position und Einkommen
markieren die Trennlinie beim Erben. Der Anteil der Haushalte, die
geerbt haben, ist in der obersten Einkommensgruppe am höchsten", so
der Sozialbericht des Ministeriums. Der Durchschnitt von 56 000 Euro
Erbsumme ist aufgrund der ungleichen Verteilung wenig aussagekräftig.
Der Median mit 22.000 Euro deutet auf eine große Ungleichverteilung
der Erbschaften hin. Arbeiter erben in deutlich
unterdurchschnittlichem Ausmaß. Am häufigsten erben Akademiker,
am seltensten Pflichtschulabsolventen. "Angesichts der niedrigen
Vermögenssteuern in Österreich und sichtbar werdender sozialer
Ungleichheiten ist die Abschaffung der Erbschaftssteuer eine
ökonomisch und verteilungspolitisch falsche Entscheidung", so die
Armutskonferenz.
Ungenügende Erfassung der Geldvermögen: Ungleichverteilung noch höher
Einkommen ist deutlich weniger konzentriert als das Vermögen. Der
Ginikoeffizient zur Ungleichheit der Vermögensverteilung ist mehr als
doppelt so hoch wie jener der Einkommensverteilung. Dafür ist
Immobilienvermögen noch ungleicher verteilt und Unternehmenseigentum
überhaupt nur in den höchsten Vermögensstufen von Relevanz. Die
Nationalbank weist im Sozialbericht darauf hin, dass Besitzer hoher
Geldvermögen nur eingeschränkt erfasst werden. Die tatsächliche
Ungleichverteilung ist demnach noch viel größer, so die
Armutskonferenz abschließend.
Mittwoch, 1. April 2009
Gott erkennen mittels Petrodollars
http://islamicrevolutionservice.wordpress.com/category/gott-erkennen-und-ihm-dienen/
Whom to blame ?
The world faces crisis of finance, not a crisis of capitalism.
As protestors gather to denounce capitalism on the occasion of the G-20 summit in London, it is worth remembering that free markets and free trade are not to blame for the current economic mess. The real culprit has been skewed finance. This distortion has operated on four levels.
First, there has been an imbalance in world trade, with giant surpluses in China matched by deficits in the U.S., the U.K. and elsewhere. That allowed borrowers to rack up huge debts.
It was not a natural phenomenon of the free market. It was at least partly the result of China's decision to keep the renminbi's value artificially low.
Second, there has been the U.S. habit of bailing out the financial system whenever it hit trouble.
Investors used to talk about the "Greenspan put" in recognition of the fact that the former boss of the Federal Reserve could always be relied upon to squirt money on the markets at the first sign of trouble.
This, again, distorted the free market. It both numbed investors' fear, causing them to take excessive risks, and added cheap credit in the West to the liquidity pouring in from the East.
Third, there was the inherent distortion in having financial institutions that are considered "too big to fail".
Banks sailed too close to the wind because they knew the authorities could almost always be relied upon to bail them out. The antidote to having institutions that are "too big to fail" is either to cut them down to size so they can fail safely or to regulate them more tightly. But, in recent years, banks got bigger and were deregulated.
Fourth, there were the "heads-I-win-tails-you-lose" incentive plans for the financiers themselves.
If their bets paid off, they stood to become multi-millionaires. If they lost a packet, shareholders and ultimately taxpayers were left to pick up the tab. Some culprits have even been able to walk away with fat bonuses and enhanced pensions.
This, again, is not the free market. It is an asymmetry that turned finance into a casino
As protestors gather to denounce capitalism on the occasion of the G-20 summit in London, it is worth remembering that free markets and free trade are not to blame for the current economic mess. The real culprit has been skewed finance. This distortion has operated on four levels.
First, there has been an imbalance in world trade, with giant surpluses in China matched by deficits in the U.S., the U.K. and elsewhere. That allowed borrowers to rack up huge debts.
It was not a natural phenomenon of the free market. It was at least partly the result of China's decision to keep the renminbi's value artificially low.
Second, there has been the U.S. habit of bailing out the financial system whenever it hit trouble.
Investors used to talk about the "Greenspan put" in recognition of the fact that the former boss of the Federal Reserve could always be relied upon to squirt money on the markets at the first sign of trouble.
This, again, distorted the free market. It both numbed investors' fear, causing them to take excessive risks, and added cheap credit in the West to the liquidity pouring in from the East.
Third, there was the inherent distortion in having financial institutions that are considered "too big to fail".
Banks sailed too close to the wind because they knew the authorities could almost always be relied upon to bail them out. The antidote to having institutions that are "too big to fail" is either to cut them down to size so they can fail safely or to regulate them more tightly. But, in recent years, banks got bigger and were deregulated.
Fourth, there were the "heads-I-win-tails-you-lose" incentive plans for the financiers themselves.
If their bets paid off, they stood to become multi-millionaires. If they lost a packet, shareholders and ultimately taxpayers were left to pick up the tab. Some culprits have even been able to walk away with fat bonuses and enhanced pensions.
This, again, is not the free market. It is an asymmetry that turned finance into a casino
Samstag, 7. März 2009
Success of Islamic Banking Rules
Der Koran verbietet Zinsen und Finanzgeschäfte, denen kein direkter Güteraustausch gegenübersteht. In dem Artikel in der Vatikanzeitung merkten die Autorinnen an, sogenannte Sukuks entsprächen dem Bedürfnis nach sicheren Investitionen. Sukuks sind Anleihen, die das Zinsverbot umgehen. Islamische Staaten, aber auch etwa das Bundesland Sachsen-Anhalt haben bereits solche Staatsanleihen emittiert.
Seine Landesanleihe hatte Sachsen-Anhalt so organisiert, dass es Immobilien für einen begrenzten Zeitraum an eine ausgelagerte Gesellschaft veräußerte und wieder mietete. Aus den Erlösen dieses Geschäfts zahlt das Land den Investoren ihre Renditen - die somit keine "Zinsen" sind. Die Scharia verbietet Muslimen aber auch Geschäfte, an denen sich nur wenige Katholiken stören: Schweinezucht oder Alkoholproduktion. Auch Investitionen in Aktien konventioneller Banken oder Versicherungen (da diese eine Art "Glücksspiel" betrieben) gelten Muslimen als verboten.
Seine Landesanleihe hatte Sachsen-Anhalt so organisiert, dass es Immobilien für einen begrenzten Zeitraum an eine ausgelagerte Gesellschaft veräußerte und wieder mietete. Aus den Erlösen dieses Geschäfts zahlt das Land den Investoren ihre Renditen - die somit keine "Zinsen" sind. Die Scharia verbietet Muslimen aber auch Geschäfte, an denen sich nur wenige Katholiken stören: Schweinezucht oder Alkoholproduktion. Auch Investitionen in Aktien konventioneller Banken oder Versicherungen (da diese eine Art "Glücksspiel" betrieben) gelten Muslimen als verboten.
China's Chance
Weit wichtiger ist freilich, dass China US-Anleihen kauft. Es sitzt ja bekanntlich auf Dollarbergen aus seinem Handelsbilanzüberschuss. Durch die Abwertung des Dollars sind diese Berge schon jetzt viel weniger wert. Dollar gegen eine festere Währung – den Euro – tauschen kann China aber nicht, denn in der Sekunde, in der es Dollar verkauft, fällt sein Kurs ins Bodenlose. Alles, was China kann, ist, in den USA einkaufen – Firmen, Banken, Realitäten – und das tut es auch. Aber warum Anleihen bei einem Staat kaufen, der hoch verschuldet ist? Erstens, weil die USA immer noch viel besser als China dastehen, zweitens, weil Obama auf diese Weise zu den Milliarden Dollar kommt, die er braucht, um die Wirtschaft anzukurbeln.
Und wenn ihm das gelingt, stabilisiert sich der Dollar irgendwann, und beide – China und die USA – profitieren. (Wenn es nicht gelingt, ist China allerdings bedient: Es hat dann zusätzlich zu noch wertloseren Dollarhügeln den amerikanischen Staat als riesigen, miserablen Schuldner.) Warum das Einvernehmen von Merkel, Sarkozy und Brown gut ist, ist klar: Nur Leute, die gar nichts vom Markt verstehen – Alan Greenspan gehörte dazu –, können glauben, dass er ohne Spielregeln funktioniert. Denn nur wenn alle Marktteilnehmer gleichermaßen über alle relevanten Informationen verfügen, können sie rational zu ihrem – und damit, laut Adam Smith, zu unser aller – Vorteil handeln.
Wenn man zum Beispiel nicht weiß, welches Risiko ein Derivat enthält, kann man das nicht einschätzen. Deshalb ist Transparenz eine zwingende Voraussetzung eines funktionierenden Markts. Dass sogar die Engländer gegen Steueroasen vorgehen wollen, ist geradezu eine Sensation – wenn’s wahr ist. Und warum Wirtschaftshilfe für den Osten gut ist, muss ich hierzulande nicht begründen.
Und wenn ihm das gelingt, stabilisiert sich der Dollar irgendwann, und beide – China und die USA – profitieren. (Wenn es nicht gelingt, ist China allerdings bedient: Es hat dann zusätzlich zu noch wertloseren Dollarhügeln den amerikanischen Staat als riesigen, miserablen Schuldner.) Warum das Einvernehmen von Merkel, Sarkozy und Brown gut ist, ist klar: Nur Leute, die gar nichts vom Markt verstehen – Alan Greenspan gehörte dazu –, können glauben, dass er ohne Spielregeln funktioniert. Denn nur wenn alle Marktteilnehmer gleichermaßen über alle relevanten Informationen verfügen, können sie rational zu ihrem – und damit, laut Adam Smith, zu unser aller – Vorteil handeln.
Wenn man zum Beispiel nicht weiß, welches Risiko ein Derivat enthält, kann man das nicht einschätzen. Deshalb ist Transparenz eine zwingende Voraussetzung eines funktionierenden Markts. Dass sogar die Engländer gegen Steueroasen vorgehen wollen, ist geradezu eine Sensation – wenn’s wahr ist. Und warum Wirtschaftshilfe für den Osten gut ist, muss ich hierzulande nicht begründen.
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