Weit wichtiger ist freilich, dass China US-Anleihen kauft. Es sitzt ja bekanntlich auf Dollarbergen aus seinem Handelsbilanzüberschuss. Durch die Abwertung des Dollars sind diese Berge schon jetzt viel weniger wert. Dollar gegen eine festere Währung – den Euro – tauschen kann China aber nicht, denn in der Sekunde, in der es Dollar verkauft, fällt sein Kurs ins Bodenlose. Alles, was China kann, ist, in den USA einkaufen – Firmen, Banken, Realitäten – und das tut es auch. Aber warum Anleihen bei einem Staat kaufen, der hoch verschuldet ist? Erstens, weil die USA immer noch viel besser als China dastehen, zweitens, weil Obama auf diese Weise zu den Milliarden Dollar kommt, die er braucht, um die Wirtschaft anzukurbeln.
Und wenn ihm das gelingt, stabilisiert sich der Dollar irgendwann, und beide – China und die USA – profitieren. (Wenn es nicht gelingt, ist China allerdings bedient: Es hat dann zusätzlich zu noch wertloseren Dollarhügeln den amerikanischen Staat als riesigen, miserablen Schuldner.) Warum das Einvernehmen von Merkel, Sarkozy und Brown gut ist, ist klar: Nur Leute, die gar nichts vom Markt verstehen – Alan Greenspan gehörte dazu –, können glauben, dass er ohne Spielregeln funktioniert. Denn nur wenn alle Marktteilnehmer gleichermaßen über alle relevanten Informationen verfügen, können sie rational zu ihrem – und damit, laut Adam Smith, zu unser aller – Vorteil handeln.
Wenn man zum Beispiel nicht weiß, welches Risiko ein Derivat enthält, kann man das nicht einschätzen. Deshalb ist Transparenz eine zwingende Voraussetzung eines funktionierenden Markts. Dass sogar die Engländer gegen Steueroasen vorgehen wollen, ist geradezu eine Sensation – wenn’s wahr ist. Und warum Wirtschaftshilfe für den Osten gut ist, muss ich hierzulande nicht begründen.
Samstag, 7. März 2009
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