Mittwoch, 11. Juli 2007

Mission Statement

dient zur Finanzierung der Elli-Seidenbusch Foundation. For understanding the concept please google (foundation concept ikg)

2 Kommentare:

Watzenböck hat gesagt…

Ausganspunkt - MUZIKANT:
IKG erarbeitet Einwanderungsmodell für Juden
Die Israelitische Kultusgemeinde Wien (IKG) möchte in den kommenden Jahren gezielt jüdische Mitbürger aus dem Ausland nach Österreich holen. 500 bis 1.000 Juden im Jahr will IKG-Präsident Ariel Muzicant integrieren.


Muzicant will die Kultusgemeinde wachsen lassen. Derzeit 7.000 Mitglieder
"Wenn sich die Krise etwas beruhigt hat und wir wieder normales Wachstum haben, wird die Kultusgemeinde den Versuch starten, eine kontrollierte Zuwanderung zu ermöglich", sagte Muzicant.

"Die Kultusgemeinde hat heute 7.000 Mitglieder und Ziel muss sein, sie innerhalb eines bestimmten Zeitraums wieder auf 25.000 zu bringen. Die Infrastruktur dazu hätten wir", so Muzicant.


Zahl der Juden nimmt durch Abwanderung ab
Das Dilemma derzeit: "Was jetzt passiert, ist, dass die Zahl der Juden in Österreich durch Abwanderung abnimmt. Gleichzeitig nimmt die Zahl der Leute, die sich in der Kultusgemeinde anmelden, zu. Die Menschen scheinen sich vertreten zu fühlen."

Muzicant geht davon aus, dass die Zahl der Juden in Österreich in den vergangenen 20 Jahren um etwa 5.000 sank, während die Zahl der in der IKG registrierten Juden in der Kultusgemeinde um etwa 1.500 zugenommen hat.


In Arbeitsprozess rasch integrieren
"Wir überlegen uns Modelle, wie wir Menschen nach Österreich bringen, die leicht in die Gesellschaft und vor allem in die Wirtschaft integrierbar sind", so Muzicant weiter. "Also Leute, die schon nach einer relativ kurzen Frist auch in der Lage sind, sich zu erhalten, sprich, zu arbeiten und sich in den Arbeitsprozess einzugliedern."

Watzenböck hat gesagt…

Was treibt Stifter ?
Jacobi prägt für all diese Schwierigkeiten den etwas pompösen Sammelbegriff „Goodwill-Dilemma“. Ein besonders eklatantes Beispiel ist die Stiftung des Ehepaars Bill und Melinda Gates, vom Microsoft-Gründer mit dem unfassbaren Betrag von 30 Mrd. Dollar und vom legendären Investor Warren Buffet noch einmal mit der gleichen Summe ausgestattet. Die Stiftung hat jährlich drei Mrd. Dollar zur Verfügung. So viel Geld jedes Jahr sinnvoll auszugeben ist allein schon eine Herausforderung. 800 Millionen fließen in gesundheitspolitische Programme, vor allem in den Kampf gegen Aids und Malaria. Die Weltgesundheitsorganisation der Uno hat kaum mehr Geld.

„Das, was die Gates-Foundation macht, ist allein schon dem Umfang nach globale Außenpolitik, aber ohne globale Legitimation und Transparenz“, zitiert Jacobi den früheren US-Arbeitsminister Robert Reich. Und vor Ort kann Hilfe in diesem Maßstab ungeahnte Folgen entfalten: Die NGOs und Stiftungen zahlen gut und bieten beste Arbeitschancen. Das kann die staatlichen Strukturen trockenlegen. Malawi hat zum Beispiel auf diese Weise zwischen 2003 und 2007 65 Prozent der staatlich beschäftigten Krankenschwestern und 85 Prozent der Ärzte eingebüßt.

Mega-Organisationen wie die Gates-Stiftung sind allerdings der krasse Ausnahmefall. In der Regel sind die Stiftungen nicht zu groß, sondern zu klein. Die Gründe mögen verständlich sein: Der Stifter hat es gern, wenn er nach Gusto walten kann, doch gemeinnützig ist das nicht unbedingt: Der guten Sache wäre oft besser gedient, wenn er statt einer unprofessionell gemanagten Ministiftung eine Partnerschaft eingeht oder sein Geld per Zustiftung in eine schlagkräftigere Organisation einbringt.

Die Schwierigkeiten beginnen schon bei der Auswahl der Förderschwerpunkte. Die meisten Stifter bevorzugen es, ihr Geld für möglichst ortsnahe Zwecke einzusetzen – mit gutem Grund: Im Zweifel verstehen sie davon mehr und erreichen einen höheren Wirkungsgrad. Es gibt aber auch andere Methoden, die Effizienz des Mitteleinsatzes zu erhöhen: So können die Geldgeber auch Fonds auflegen, die „Social Entrepreneurs“ finanzieren und deren Leistungen nach betriebswirtschaftlichen Kriterien messen. Organisationen wie Ashoka oder die Skoll Foundation betreiben dieses Modell mit großem Erfolg.

Das Thema Stiftungen und Gemeinnützigkeit böte sicherlich Stoff genug für ein Dutzend Bücher. Jacobi streift auf seiner „Reise durch die Welt des guten Willens“ alle möglichen Aspekte, und das ist gleichzeitig die Stärke und die Schwäche seines Buches: Er führt dem Leser den Facettenreichtum der Non-Profit-Welt und ihrer Probleme vor Augen, und das in engagierter und angenehm unprätentiöser Form. Der Preis dafür ist eine gewisse Redundanz und auch, dass vieles arg pauschal bleibt, beispielsweise die extrem spannende Frage, wie sich privates Engagement sehr reicher Leute in einer Demokratie überhaupt legitimieren lässt. Die handelt Jacobi unter großzügigem Einsatz des demokratietheoretischen Weichzeichners ab.

Auch ist nicht alles sauber recherchiert. So ist von der „Immobilienbesitzerin Louise Helmsley“ die Rede, die ihre Milliarden posthum dem Wohlergehen von Hunden stiftete. „Allein ihr eigener Hund Trouble erbte zwölf Millionen Dollar.“ Die Geschichte ist hübsch, aber die Hotelierswitwe aus New York hieß nicht Louise, sondern Leona, und das Hündchen Trouble erbte tatsächlich – nach einem Gerichtsverfahren – nur zwei Millionen Dollar (immerhin). Das schmälert aber Jacobis Verdienst nur geringfügig. Der „dritte Sektor“ neben Wirtschaft und Staat trägt längst große Teile unseres Gemeinwesens auf seinen Schultern, und dieser Teil wird in Zukunft eher größer werden als kleiner. Damit werden die „Goodwill-Gesellschaft“ und ihre Dilemmata zum Politikum.

Robert Jacobi: Die Goodwill-Gesellschaft. Die unsichtbare Welt der Stifter, Spender und Mäzene. Murmann, Hamburg 2009, 250 S., 24,90 Euro.