Das Budgetdefizit beträgt unter Einbeziehung dieser Bereiche 4,6 Prozent der österreichischen Wirtschaftsleistung.
Maria Fekter fehlt es an allen Ecken und Enden an Geld. Keine besonders gute Voraussetzung, wenn man davon ausgeht, dass ein Budget das in Zahlen gegossene Regierungsprogramm ist. Schon gar nicht in Zeiten tendenziell steigender Zinsen und angesichts von Szenarien, dass die Zinszahlungen für die Schulden höher als die Bildungsausgaben des Landes sind.
Fekter muss demnach rasch handeln. „Der Konsolidierungsbedarf ist nach wie vor gegeben. Und auf der Einnahmenseite gibt es wenig Spielraum. Kaum ein Land hat eine so hohe Abgabenquote wie Österreich“, sagt Wirtschaftsforscher und Verwaltungsexperte Hans Pitlik vom Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo).
Das Kernproblem sei die falsche Aufteilung der Aufgaben. Für Soziales, Bildung und Gesundheit müsse es endlich klare Kompetenzen geben. Damit würden auch die intransparenten Finanzströme im Transfersystem sichtbar. „Allein dies würde viel Geld einsparen“, sagt Pitlik.
Eine große Verwaltungsreform, von der seit Jahren geredet wird und die nach wie vor ein Gebot der Stunde sei, sieht der Wirtschaftsforscher vorerst nicht. Dies allein könne auch eine sehr gute Finanzministerin nicht stemmen. Dies sei nur auf breiter Basis möglich. Und dagegen ist der Widerstand zu groß.
Ähnlich wie Pitlik sieht auch der Linzer Volkswirtschaftsprofessor Friedrich Schneider eine wesentliche Aufgabe Fekters darin, die bisher ausgegliederten Schulden in den Griff zu bekommen. Vermutlich werde dies zusätzliche Sparmaßnahmen erfordern. Helfen könnte Fekter laut Schneider, dass das Finanzministerium eines der fachlich am höchsten stehenden Ministerien ist. Die Fachleute und Sektionschefs seien sehr gut und könnten die Grundlage für eine Budgetkonsolidierung liefern.
Wie man allerdings zuletzt gesehen hat, nützt die beste Expertise der Fachleute nichts, wenn die gesamte Regierung keine Entscheidungen auf die Reihe bekommt.
Pension und Gesundheit
Die großen Brocken für die neue Finanzministerin sind die Ausgaben im Gesundheits- und Sozialwesen. Änderungen scheiterten bisher nicht nur an der föderalen Struktur des Landes (Gesundheit), sondern auch an der Angst der Regierung vor Entscheidungen (etwa bei den Pensionen).
Was die Umsetzungskraft im Ministerium etwas hemmen könnte, ist der Umstand, dass die Wirtschaft wieder angesprungen ist und die Steuereinnahmen üppiger sprudeln als zunächst angenommen. Genau das könnte laut Pitlik den Reformeifer bremsen, der etwa bei einem Umbau des Steuersystems notwendig wäre. Nach wie vor ist der Faktor Arbeit zu stark besteuert. Das Wifo plädiert regelmäßig dafür, Arbeit zu entlasten und dafür eine Umweltsteuer einzuheben oder eine bestehende zu erhöhen.
Mittwoch, 20. April 2011
Donnerstag, 10. Dezember 2009
Konkurrent Jürgen Schmidt meint ...
Nach dem rasanten Anstieg seit März, den AKTIEN-MONITOR-Leser wieder einmal komplett und voll investiert mitgemacht haben, könnten wir Ende dieses Jahres, wahrscheinlich aber eher Ende Januar ein vorläufiges Zwischenhoch erreichen. Bezogen auf den DAX könnte dies im Bereich um 6.500 Punkte liegen. Der Dow Jones könnte die Spanne 11.000 bis 11.500 Zähler erreichen. Im Anschluss daran rechne ich mit einer weiteren Zwischenkorrektur, die durchaus auch ein Ausmaß von 10 bis 15% erreichen kann. Rechnen Sie also damit, dass wir dann noch einmal einen DAX um 5.200 bis 5.400 Punkte (plus/minus 200 Punkte) sehen werden. Wir werden Sie in AKTIEN-MONITOR gerade auch in den wöchentlichen Strategiepapieren hier möglichst optimal begleiten. Kurzfristig können Sie also noch auf steigende Kurse spekulieren. Die gilt es aber in einigen Wochen wieder glatt zu stellen. Echte neue Investments stehen nämlich wohl erst Ende Januar, Anfang! Februar an.
In was können Sie jetzt kurzfristig noch investieren?
In unserer Starter-Broschüre habe ich Ihnen drei aussichtsreiche Basiswerte sowie dazu passende Hebelpapiere herausgepickt. Gerade Yingli hat sich seither bereits prächtig entwickelt. Wer jetzt schon langfristig investieren möchte, dem lege ich in erster Linie die Versorger E.ON und RWE ans Herz sowie (bitte lachen Sie nicht!) die Aktie der Deutschen Telekom. Diese Werte glänzen mit einer durchschnittlichen Dividendenrendite von 6% und sollten vor allem im kommenden Frühjahr stark nachgefragt sein. Spekulative Anleger können zudem auf ein Comeback der Solar-Aktie SolarWorld setzen. Natürlich gilt es darüber hinaus auf die aktuellen Empfehlungen unserer Strategiepapiere und unserer Printausgaben zu achten.
In was können Sie jetzt kurzfristig noch investieren?
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Gold Strategies
Der US-Dollar und sein Spiel mit den Rohstoffen
Der US-Dollar ist die Leitwährung der Welt noch zumindest. Woher kommt diese Vormachtstellung der amerikanischen Währung? Zweifellos geht diese auf den Goldstandard zurück ein Währungssystem, das bis Anfang der 70er Jahre bestand hatte. Dieses Währungssystem (auch als Bretton-Woods-System bekannt) sah vor, dass Währungsreserven einzelner Mitgliedsstaaten in US-Dollar zu einem festen Betrag in Gold getauscht werden konnten. Damals zu einem, heute kaum vorstellbaren, Preis von 35 US-Dollar je Feinunze. Darauf aufbauend war jede Währung der Mitglieder des Währungssystems mit einem fixen Wechselkurs an den US-Dollar gebunden. Dieses System hatte die Absicht, Stabilität zwischen den einzelnen Währungen zu schaffen, da sich so jede der beteiligten Währungen direkt auf einen Gegenwert an Gold beziehen konnte. Jedoch zerbrach dieses Währungssystem infolge einer steigenden US-Staatsverschuldung Anfang der siebziger Jahre und man kehrte zurück zu einem System der freien Wechselkurse. Was geblieben ist, ist der US-Dollar als Leitwährung der Welt nicht zuletzt wegen des Vertrauens der Marktteilnehmer in die Stabilität der US-amerikanischen Wirtschaft. Die damals größte Volkswirtschaft der Welt wurde als so vertrauenswürdig angesehen, dass die meisten Transaktionen der Weltwirtschaft weiterhin in US-Dollar getätigt wurden. Jedoch hat sich die Weltwirtschaft im Laufe der letzten Jahre verändert und mit ihr auch die Einstellung der Marktteilnehmer. Zum einen gelten heutzutage andere Gesetzmäßigkeiten, wenn es um die Betrachtung der Wechselkurse geht, andererseits könnte das Vertrauen in einen starken US-Dollar durch die derzeitige Wirtschaftskrise erschüttert sein. Aktuelle ökonomische Theorien definieren Wechselkurse vor allem als Ausgleich zwischen den einzelnen Zinssätzen der Volkswirtschaften. Mehr noch als den Ausgleich zwischen zukünftig erwarteten Zinssätzen einer Volkswirtschaft. Über diesen Zins entscheiden die Zentralbanken des jeweiligen Landes hinsichtlich unterschiedlicher Kriterien. Für die amerikanische Zentralbank könnte hierbei vor allem eine schnelle Erholung der Wirtschaft im Vordergrund stehen. Niedrige Zinsen haben generell zur Folge, dass sich Sparen für die Wirtschaftsteilnehmer nicht lohnt und diese beginnen Geld auszugeben. Dies wiederum könnte zu einem steigenden Wirtschaftswachstum führen in Krisenzeiten in Kombination mit dem Bereitstellen neuen Geldes ein beliebtes wirtschaftspolitisches Instrument. Der Nachteil besteht jedoch in einer drohenden Inflation. Eben hier könnten sich die europäischen Zantralbanker von ihren amerikanischen Kollegen unterscheiden. Das erklärte Hauptziel der EZB ist die Vermeidung von Inflation, weshalb davon ausgegangen werden könnte, dass diese wesentlich früher die Zinsen erhöhen wird. Dies spiegelt sich in der aktuellen Entwicklung des US-Dollar/Euro Wechselkurses wider. Die erwarteten höheren Zinsen der europäischen Gemeinschaftswährung machen den Euro als Anlagewährung attraktiver. Mehr noch - Inflation bedeutet auch immer Kaufkraftverlust. Sollte die Inflation, durch die oben genannten Gründe, den US-Dollar stark treffen, würde die Kaufkraft der Marktteilnehmer verloren gehen. Dieser drohende Verlust wird die Marktteilnehmer dazu veranlassen, ihr Vermögen aus dem US-Dollar in alternative Anlagen zu verschieben. Traditionell kann dies ein sicherer Hafen wie das Gold sein jedoch bedienen sich die Marktteilnehmer auch anderer Strategien. Die Rede ist von sogenannten Carry Trades. Diese Strategie verfolgt die Absicht, durch das Ausnutzen von Zinsdifferenzen zwischen einzelnen Währungen Gewinne zu erzielen. Die Vorgehensweise ist dabei relativ einfach: Ein Investor verschuldet sich in einer Währung mit niedrigem Zinssatz und legt das Geld in einem Land mit einem höheren Zinssatz an. Die Differenz zwischen den niedrigen Soll- und den höheren Haben-Zinsen stellt dann den Gewinn dar. Da diese Differenz meist sehr klein ist, sind solche Investments nur lohnenswert, wenn sie in einem großen Umfang getätigt werden. Mit einem maximalen Leitzins von 0,25 Prozent gehören die Leitzinsen der USA zu den weltweit niedrigsten. Diese Carry Trades erhöhen erfahrungsgemäß den Druck auf den Wechselkurs einer Währung. So entsteht auf den Weltwährungsmärkten ein bedeutendes Überangebot an US-Dollar, da dieser gegen jene Währungen getauscht wird, die höhere Zinseinkommen erwarten lassen. Ein Blick in die Charts unterstützt diese Weltanschauung. Der Dollar erfährt seit Anfang des Jahres eine kontinuierliche Abwertung. Stand der US-Dollar vor gut einem Jahr (01.12.2008) noch bei ca. 1,27 US-Dollar/Euro, sind aktuell ca. 1,50 US-Dollar für einen Euro zu bezahlen. Die Differenz scheint gering 23 Cent jedoch gewinnen diese sehr stark an Bedeutung, wenn man den Markt für Rohstoffe betrachtet. Kostete Anfang des Jahres eine Feinunze Gold noch 689,76 Euro, sind es derzeit 778,20 Euro. Es wird deutlich, dass Gold in Euro gerechnet weniger Teuerung aufweist, als dies in US-Dollar der Fall ist
Der US-Dollar ist die Leitwährung der Welt noch zumindest. Woher kommt diese Vormachtstellung der amerikanischen Währung? Zweifellos geht diese auf den Goldstandard zurück ein Währungssystem, das bis Anfang der 70er Jahre bestand hatte. Dieses Währungssystem (auch als Bretton-Woods-System bekannt) sah vor, dass Währungsreserven einzelner Mitgliedsstaaten in US-Dollar zu einem festen Betrag in Gold getauscht werden konnten. Damals zu einem, heute kaum vorstellbaren, Preis von 35 US-Dollar je Feinunze. Darauf aufbauend war jede Währung der Mitglieder des Währungssystems mit einem fixen Wechselkurs an den US-Dollar gebunden. Dieses System hatte die Absicht, Stabilität zwischen den einzelnen Währungen zu schaffen, da sich so jede der beteiligten Währungen direkt auf einen Gegenwert an Gold beziehen konnte. Jedoch zerbrach dieses Währungssystem infolge einer steigenden US-Staatsverschuldung Anfang der siebziger Jahre und man kehrte zurück zu einem System der freien Wechselkurse. Was geblieben ist, ist der US-Dollar als Leitwährung der Welt nicht zuletzt wegen des Vertrauens der Marktteilnehmer in die Stabilität der US-amerikanischen Wirtschaft. Die damals größte Volkswirtschaft der Welt wurde als so vertrauenswürdig angesehen, dass die meisten Transaktionen der Weltwirtschaft weiterhin in US-Dollar getätigt wurden. Jedoch hat sich die Weltwirtschaft im Laufe der letzten Jahre verändert und mit ihr auch die Einstellung der Marktteilnehmer. Zum einen gelten heutzutage andere Gesetzmäßigkeiten, wenn es um die Betrachtung der Wechselkurse geht, andererseits könnte das Vertrauen in einen starken US-Dollar durch die derzeitige Wirtschaftskrise erschüttert sein. Aktuelle ökonomische Theorien definieren Wechselkurse vor allem als Ausgleich zwischen den einzelnen Zinssätzen der Volkswirtschaften. Mehr noch als den Ausgleich zwischen zukünftig erwarteten Zinssätzen einer Volkswirtschaft. Über diesen Zins entscheiden die Zentralbanken des jeweiligen Landes hinsichtlich unterschiedlicher Kriterien. Für die amerikanische Zentralbank könnte hierbei vor allem eine schnelle Erholung der Wirtschaft im Vordergrund stehen. Niedrige Zinsen haben generell zur Folge, dass sich Sparen für die Wirtschaftsteilnehmer nicht lohnt und diese beginnen Geld auszugeben. Dies wiederum könnte zu einem steigenden Wirtschaftswachstum führen in Krisenzeiten in Kombination mit dem Bereitstellen neuen Geldes ein beliebtes wirtschaftspolitisches Instrument. Der Nachteil besteht jedoch in einer drohenden Inflation. Eben hier könnten sich die europäischen Zantralbanker von ihren amerikanischen Kollegen unterscheiden. Das erklärte Hauptziel der EZB ist die Vermeidung von Inflation, weshalb davon ausgegangen werden könnte, dass diese wesentlich früher die Zinsen erhöhen wird. Dies spiegelt sich in der aktuellen Entwicklung des US-Dollar/Euro Wechselkurses wider. Die erwarteten höheren Zinsen der europäischen Gemeinschaftswährung machen den Euro als Anlagewährung attraktiver. Mehr noch - Inflation bedeutet auch immer Kaufkraftverlust. Sollte die Inflation, durch die oben genannten Gründe, den US-Dollar stark treffen, würde die Kaufkraft der Marktteilnehmer verloren gehen. Dieser drohende Verlust wird die Marktteilnehmer dazu veranlassen, ihr Vermögen aus dem US-Dollar in alternative Anlagen zu verschieben. Traditionell kann dies ein sicherer Hafen wie das Gold sein jedoch bedienen sich die Marktteilnehmer auch anderer Strategien. Die Rede ist von sogenannten Carry Trades. Diese Strategie verfolgt die Absicht, durch das Ausnutzen von Zinsdifferenzen zwischen einzelnen Währungen Gewinne zu erzielen. Die Vorgehensweise ist dabei relativ einfach: Ein Investor verschuldet sich in einer Währung mit niedrigem Zinssatz und legt das Geld in einem Land mit einem höheren Zinssatz an. Die Differenz zwischen den niedrigen Soll- und den höheren Haben-Zinsen stellt dann den Gewinn dar. Da diese Differenz meist sehr klein ist, sind solche Investments nur lohnenswert, wenn sie in einem großen Umfang getätigt werden. Mit einem maximalen Leitzins von 0,25 Prozent gehören die Leitzinsen der USA zu den weltweit niedrigsten. Diese Carry Trades erhöhen erfahrungsgemäß den Druck auf den Wechselkurs einer Währung. So entsteht auf den Weltwährungsmärkten ein bedeutendes Überangebot an US-Dollar, da dieser gegen jene Währungen getauscht wird, die höhere Zinseinkommen erwarten lassen. Ein Blick in die Charts unterstützt diese Weltanschauung. Der Dollar erfährt seit Anfang des Jahres eine kontinuierliche Abwertung. Stand der US-Dollar vor gut einem Jahr (01.12.2008) noch bei ca. 1,27 US-Dollar/Euro, sind aktuell ca. 1,50 US-Dollar für einen Euro zu bezahlen. Die Differenz scheint gering 23 Cent jedoch gewinnen diese sehr stark an Bedeutung, wenn man den Markt für Rohstoffe betrachtet. Kostete Anfang des Jahres eine Feinunze Gold noch 689,76 Euro, sind es derzeit 778,20 Euro. Es wird deutlich, dass Gold in Euro gerechnet weniger Teuerung aufweist, als dies in US-Dollar der Fall ist
Mittwoch, 18. November 2009
Chances/Risks for Currency Carry Trades
Als Currency Carry Trade (auch CCT) bezeichnet man eine Anlagestrategie auf dem Devisenmarkt. Dabei nimmt der Investor in einer Währung einen Kredit mit vergleichsweise niedrigen Zinsen auf. Das so aufgenommene Geld investiert er gleichzeitig in einer Währung mit vergleichsweise hohen Zinsen. Es handelt sich hier nicht um risikoarme Arbitrage. Der Investor trägt sowohl das Wechselkursrisiko als auch das Zinsänderungsrisiko.
Die Rendite der Currency Carry Trades setzt sich entsprechend aus zwei Komponenten zusammen: zum einen die Differenz zwischen Haben- und Sollzins, zum anderen der Ertrag/Verlust aus der Wechselkursentwicklung.
Die Rendite der Currency Carry Trades setzt sich entsprechend aus zwei Komponenten zusammen: zum einen die Differenz zwischen Haben- und Sollzins, zum anderen der Ertrag/Verlust aus der Wechselkursentwicklung.
Carry Trades
Carry Trades sind schwer zu messen, und Experten sind sich uneins, in welchem Ausmaß Geldströme davon motiviert werden. Nouriel Roubini, Professor an der New York University, warnte Anfang dieses Monats davor, dass die Niedrigzinspolitik der Fed eine „Monsterblase“ erschaffen werde, da sie die Vermögenspreise mit einer Flut billigen Geldes in Höhen hebe, die nicht aufrecht zu erhalten seien.
Nach Untersuchung von Daten zu Handels- und Geldströmen gelangt UBS-Volkswirt Larry Hatheway zu dem Schluss, dass Carry Trades keinen zentralen Auslöser darstellen. „Die Kurszuwächse sind in erster Linie ein Spiegelbild der sich verbessernden Fundamentaldaten, wozu die sich abzeichnende weltweite Konjunkturerholung, die Stärke der Schwellenländer und wieder ansteigende Unternehmensgewinne zählen“, schrieb er am 12. November. Er ergänzt jedoch: „Es ist zugegebenermaßen sehr schwer, schuldengetriebene Vermögenspreisblasen in Echtzeit zu erkennen.“
Ein positives Zeichen?
Andere Marktbeobachter sehen in Carry Trades dagegen einen möglichen Haupttreiber der täglichen Marktbewegungen. „Der Einfluss der Carry Trades ist enorm“, sagt Marc Chandler, Chefwährungsstratege von Brown Brothers Harriman.
In gewisser Hinsicht könnte die Diskussion über Carry Trades sogar ein positives Zeichen für die Weltwirtschaft sein. Carry Trades seien ein riskantes Geschäft, und Risikobereitschaft gelte häufig als „Merkmal gesunder Märkte“, sagt Bill Larkin, Rentenportfoliomanager bei Cabot Money Management.
Mit niedrigen Zinsen sollen die wirtschaftliche Aktivität und Investitionstätigkeit angekurbelt werden. Gemessen an den haussierenden Aktien- und Rohstoffmärkten scheint diese Strategie aufzugehen. „Billiges Geld bahnt sich seinen Weg auf den Aktienmarkt“, sagt Peter Cardillo, Chefvolkswirt bei Avalon Partners.
Carry Trades können mit einem großen Schock enden
Die große Sorge ist, dass die derzeitige Praxis nicht nachhaltig ist. „Am Ende der Carry Trades steht immer deren Auflösung“, warnt Chandler. Da man Geld zu niedrigen Zinsen leiht und höher verzinslich anlegt, lässt sich mit diesen Geschäften nur Geld verdienen, solange die zugrunde liegenden Trends gleich bleiben. Steigen Zinsen oder Wechselkurse, „können sich viele Menschen die Finger verbrennen“, sagt er.
„Das plötzliche Ende der Carry Trades kann eine große Schockwelle auf den Finanzmärkten auslösen“, sagt Gambera. „Destabilisierungspotential ist immer vorhanden“, fügt er an.
Carry Trades seien ihrerseits ein Zeichen von Instabilität. Letztlich „müssen wir diese Extreme beenden und zu einer normalen Politik zurückkehren“, sagt Larkin. Stiegen die Zinsen jedoch zu schnell, bestehe die Gefahr eines Rückfalls in die Rezession.
Politische Entscheider wie Bernanke stehen vor einem schwierigen Balanceakt. Der Fed-Präsident spricht beständig davon, dass der Leitzins noch „für längere Zeit auf einem außergewöhnlich niedrigen Niveau“ belassen werde, zuletzt in seiner Rede am 16. November. Um den Dollar nicht zu stark unter Druck zu setzen, fügte er jedoch in derselben Rede an, dass die Fed „dazu beitragen werde, dass der Dollar stark und eine Quelle globaler Finanzstabilität bleibt.“
Ähnlich müssen auch Regierungsvertreter argumentieren. Präsident Obama und Finanzminister Geithner versuchen auf der einen Seite, die Konjunktur anzukurbeln und die Finanzkrise einzudämmen, während sie auf der anderen Seite eine Verringerung des massiven Haushaltsdefizits versprechen. „Der Übergang muss allmählich verlaufen und darf nicht schlagartig erfolgen“, sagt Larkin.
Das Risiko einer Dollarkrise
Da Bernanke nicht müde wird, seine Unterstützung niedriger Zinsen zu betonen, könnten Carry Trades noch längere Zeit lukrativ bleiben. Bei der Verfolgung dieser Strategie gibt es jedoch zwei gewichtige Risiken.
Erstens könnte der Dollar durch eine ausgeprägte Krise oder eine internationale Notsituation in die Höhe getrieben werden. Als Lehman Brothers vor einem Jahr Insolvenz anmeldete, stieg der Dollarkurs sprunghaft, als Anleger scharenweise Zuflucht in der liquidesten Währung der Welt suchten.
Einige warnen zwar davor, dass der Dollar seinen Sonderstatus verlieren könnte, es gibt jedoch derzeit nur wenig Alternativen. Trotz seines Wertverfalls „steht der Dollar als sicherer Hafen außer Frage“, sagt Reena Aggarwal, Finanzprofessorin an der Georgetown University.
Das zweite Risiko besteht darin, dass die amerikanische Wirtschaft die Rezession schnell hinter sich lassen könnte, woraufhin Bernanke zu einer Abkehr von der Niedrigzinspolitik gezwungen wäre. Marktteilnehmer durchleuchten die Konjunkturdaten fortlaufend nach Anzeichen einer solchen Entwicklung. Das Niedrigzinsniveau in Japan sorgte jahrelang für florierende Zinsdifferenzgeschäfte, bis Ende 2008 im Zuge der Finanzkrise ihr abruptes Ende kam.
Niemand kann mit Sicherheit sagen, ob das Phänomen der Carry Trades mit dem Dollar Monate oder noch Jahre anhalten wird. Die Märkte sind bekanntermaßen unberechenbar, insbesondere in Zeiten des wirtschaftlichen Wandels. Vieles hängt davon ab, ob die in diesem Jahr eingetretene rasante Aufwärtsbewegung der Aktienkurse und anderer Vermögenswerte durch Daten aus der Realwirtschaft untermauert werden kann. Andernfalls könnte die Diskussion über eine neuerliche Blase auf den Finanzmärkten gerechtfertigt sein.
Nach Untersuchung von Daten zu Handels- und Geldströmen gelangt UBS-Volkswirt Larry Hatheway zu dem Schluss, dass Carry Trades keinen zentralen Auslöser darstellen. „Die Kurszuwächse sind in erster Linie ein Spiegelbild der sich verbessernden Fundamentaldaten, wozu die sich abzeichnende weltweite Konjunkturerholung, die Stärke der Schwellenländer und wieder ansteigende Unternehmensgewinne zählen“, schrieb er am 12. November. Er ergänzt jedoch: „Es ist zugegebenermaßen sehr schwer, schuldengetriebene Vermögenspreisblasen in Echtzeit zu erkennen.“
Ein positives Zeichen?
Andere Marktbeobachter sehen in Carry Trades dagegen einen möglichen Haupttreiber der täglichen Marktbewegungen. „Der Einfluss der Carry Trades ist enorm“, sagt Marc Chandler, Chefwährungsstratege von Brown Brothers Harriman.
In gewisser Hinsicht könnte die Diskussion über Carry Trades sogar ein positives Zeichen für die Weltwirtschaft sein. Carry Trades seien ein riskantes Geschäft, und Risikobereitschaft gelte häufig als „Merkmal gesunder Märkte“, sagt Bill Larkin, Rentenportfoliomanager bei Cabot Money Management.
Mit niedrigen Zinsen sollen die wirtschaftliche Aktivität und Investitionstätigkeit angekurbelt werden. Gemessen an den haussierenden Aktien- und Rohstoffmärkten scheint diese Strategie aufzugehen. „Billiges Geld bahnt sich seinen Weg auf den Aktienmarkt“, sagt Peter Cardillo, Chefvolkswirt bei Avalon Partners.
Carry Trades können mit einem großen Schock enden
Die große Sorge ist, dass die derzeitige Praxis nicht nachhaltig ist. „Am Ende der Carry Trades steht immer deren Auflösung“, warnt Chandler. Da man Geld zu niedrigen Zinsen leiht und höher verzinslich anlegt, lässt sich mit diesen Geschäften nur Geld verdienen, solange die zugrunde liegenden Trends gleich bleiben. Steigen Zinsen oder Wechselkurse, „können sich viele Menschen die Finger verbrennen“, sagt er.
„Das plötzliche Ende der Carry Trades kann eine große Schockwelle auf den Finanzmärkten auslösen“, sagt Gambera. „Destabilisierungspotential ist immer vorhanden“, fügt er an.
Carry Trades seien ihrerseits ein Zeichen von Instabilität. Letztlich „müssen wir diese Extreme beenden und zu einer normalen Politik zurückkehren“, sagt Larkin. Stiegen die Zinsen jedoch zu schnell, bestehe die Gefahr eines Rückfalls in die Rezession.
Politische Entscheider wie Bernanke stehen vor einem schwierigen Balanceakt. Der Fed-Präsident spricht beständig davon, dass der Leitzins noch „für längere Zeit auf einem außergewöhnlich niedrigen Niveau“ belassen werde, zuletzt in seiner Rede am 16. November. Um den Dollar nicht zu stark unter Druck zu setzen, fügte er jedoch in derselben Rede an, dass die Fed „dazu beitragen werde, dass der Dollar stark und eine Quelle globaler Finanzstabilität bleibt.“
Ähnlich müssen auch Regierungsvertreter argumentieren. Präsident Obama und Finanzminister Geithner versuchen auf der einen Seite, die Konjunktur anzukurbeln und die Finanzkrise einzudämmen, während sie auf der anderen Seite eine Verringerung des massiven Haushaltsdefizits versprechen. „Der Übergang muss allmählich verlaufen und darf nicht schlagartig erfolgen“, sagt Larkin.
Das Risiko einer Dollarkrise
Da Bernanke nicht müde wird, seine Unterstützung niedriger Zinsen zu betonen, könnten Carry Trades noch längere Zeit lukrativ bleiben. Bei der Verfolgung dieser Strategie gibt es jedoch zwei gewichtige Risiken.
Erstens könnte der Dollar durch eine ausgeprägte Krise oder eine internationale Notsituation in die Höhe getrieben werden. Als Lehman Brothers vor einem Jahr Insolvenz anmeldete, stieg der Dollarkurs sprunghaft, als Anleger scharenweise Zuflucht in der liquidesten Währung der Welt suchten.
Einige warnen zwar davor, dass der Dollar seinen Sonderstatus verlieren könnte, es gibt jedoch derzeit nur wenig Alternativen. Trotz seines Wertverfalls „steht der Dollar als sicherer Hafen außer Frage“, sagt Reena Aggarwal, Finanzprofessorin an der Georgetown University.
Das zweite Risiko besteht darin, dass die amerikanische Wirtschaft die Rezession schnell hinter sich lassen könnte, woraufhin Bernanke zu einer Abkehr von der Niedrigzinspolitik gezwungen wäre. Marktteilnehmer durchleuchten die Konjunkturdaten fortlaufend nach Anzeichen einer solchen Entwicklung. Das Niedrigzinsniveau in Japan sorgte jahrelang für florierende Zinsdifferenzgeschäfte, bis Ende 2008 im Zuge der Finanzkrise ihr abruptes Ende kam.
Niemand kann mit Sicherheit sagen, ob das Phänomen der Carry Trades mit dem Dollar Monate oder noch Jahre anhalten wird. Die Märkte sind bekanntermaßen unberechenbar, insbesondere in Zeiten des wirtschaftlichen Wandels. Vieles hängt davon ab, ob die in diesem Jahr eingetretene rasante Aufwärtsbewegung der Aktienkurse und anderer Vermögenswerte durch Daten aus der Realwirtschaft untermauert werden kann. Andernfalls könnte die Diskussion über eine neuerliche Blase auf den Finanzmärkten gerechtfertigt sein.
Donnerstag, 22. Oktober 2009
Gini
Der Gini-Koeffizient zur Ungleichheit der
Geldvermögensverteilung in Österreich beträgt 0,66 und "liegt damit
im internationalen Vergleich eher hoch", so die Nationalbank im
aktuell präsentierten Sozialbericht. "Über zwei Drittel besitzen
keine nennenswerten Geldvermögen. Die Hälfte der privaten Haushalte
verfügt gar nur über 8% des gesamten Geldvermögens", zitiert die
Armutskonferenz die im Sozialbericht veröffentlichte neue Studie der
österreichischen Nationalbank. Das oberste Zehntel besitzt hingegen
54% des gesamten Geldvermögens. Diesen reichsten 10 Prozent der
Haushalte steht rund 290 000 Euro an Vermögen zur Verfügung. Das
reichste Prozent (1%) der Haushalte hält 27% des gesamten
Geldvermögens. Und das oberste Promill (0,1%) besitzt 8% des
Gesamtgeldvermögens. Das entspricht der gesamten unteren Hälfte aller
Haushalte, die ebenfalls über 8% des Geldvermögens verfügt.
Das Bild für eine solche Vermögensverteilung ist eine Pyramide.
Damit "kann der für die Nachkriegsjahre dominierende soziologische
Befund von einer nivellierten Mittelschicht nicht mehr
aufrechterhalten werden.", zitiert die Armutskonferenz die Studie.
Anteil der Erben in oberster Einkommensgruppe am höchsten
Weiters weist die Armutskonferenz auf die Falschinformationen im
Rahmen der Abschaffung der Erbschaftssteuer hin. Die Daten der
Nationalbank im Sozialbericht zeigen, dass "Erbchancen sozial
ungleich verteilt sind. Bildung, berufliche Position und Einkommen
markieren die Trennlinie beim Erben. Der Anteil der Haushalte, die
geerbt haben, ist in der obersten Einkommensgruppe am höchsten", so
der Sozialbericht des Ministeriums. Der Durchschnitt von 56 000 Euro
Erbsumme ist aufgrund der ungleichen Verteilung wenig aussagekräftig.
Der Median mit 22.000 Euro deutet auf eine große Ungleichverteilung
der Erbschaften hin. Arbeiter erben in deutlich
unterdurchschnittlichem Ausmaß. Am häufigsten erben Akademiker,
am seltensten Pflichtschulabsolventen. "Angesichts der niedrigen
Vermögenssteuern in Österreich und sichtbar werdender sozialer
Ungleichheiten ist die Abschaffung der Erbschaftssteuer eine
ökonomisch und verteilungspolitisch falsche Entscheidung", so die
Armutskonferenz.
Ungenügende Erfassung der Geldvermögen: Ungleichverteilung noch höher
Einkommen ist deutlich weniger konzentriert als das Vermögen. Der
Ginikoeffizient zur Ungleichheit der Vermögensverteilung ist mehr als
doppelt so hoch wie jener der Einkommensverteilung. Dafür ist
Immobilienvermögen noch ungleicher verteilt und Unternehmenseigentum
überhaupt nur in den höchsten Vermögensstufen von Relevanz. Die
Nationalbank weist im Sozialbericht darauf hin, dass Besitzer hoher
Geldvermögen nur eingeschränkt erfasst werden. Die tatsächliche
Ungleichverteilung ist demnach noch viel größer, so die
Armutskonferenz abschließend.
Geldvermögensverteilung in Österreich beträgt 0,66 und "liegt damit
im internationalen Vergleich eher hoch", so die Nationalbank im
aktuell präsentierten Sozialbericht. "Über zwei Drittel besitzen
keine nennenswerten Geldvermögen. Die Hälfte der privaten Haushalte
verfügt gar nur über 8% des gesamten Geldvermögens", zitiert die
Armutskonferenz die im Sozialbericht veröffentlichte neue Studie der
österreichischen Nationalbank. Das oberste Zehntel besitzt hingegen
54% des gesamten Geldvermögens. Diesen reichsten 10 Prozent der
Haushalte steht rund 290 000 Euro an Vermögen zur Verfügung. Das
reichste Prozent (1%) der Haushalte hält 27% des gesamten
Geldvermögens. Und das oberste Promill (0,1%) besitzt 8% des
Gesamtgeldvermögens. Das entspricht der gesamten unteren Hälfte aller
Haushalte, die ebenfalls über 8% des Geldvermögens verfügt.
Das Bild für eine solche Vermögensverteilung ist eine Pyramide.
Damit "kann der für die Nachkriegsjahre dominierende soziologische
Befund von einer nivellierten Mittelschicht nicht mehr
aufrechterhalten werden.", zitiert die Armutskonferenz die Studie.
Anteil der Erben in oberster Einkommensgruppe am höchsten
Weiters weist die Armutskonferenz auf die Falschinformationen im
Rahmen der Abschaffung der Erbschaftssteuer hin. Die Daten der
Nationalbank im Sozialbericht zeigen, dass "Erbchancen sozial
ungleich verteilt sind. Bildung, berufliche Position und Einkommen
markieren die Trennlinie beim Erben. Der Anteil der Haushalte, die
geerbt haben, ist in der obersten Einkommensgruppe am höchsten", so
der Sozialbericht des Ministeriums. Der Durchschnitt von 56 000 Euro
Erbsumme ist aufgrund der ungleichen Verteilung wenig aussagekräftig.
Der Median mit 22.000 Euro deutet auf eine große Ungleichverteilung
der Erbschaften hin. Arbeiter erben in deutlich
unterdurchschnittlichem Ausmaß. Am häufigsten erben Akademiker,
am seltensten Pflichtschulabsolventen. "Angesichts der niedrigen
Vermögenssteuern in Österreich und sichtbar werdender sozialer
Ungleichheiten ist die Abschaffung der Erbschaftssteuer eine
ökonomisch und verteilungspolitisch falsche Entscheidung", so die
Armutskonferenz.
Ungenügende Erfassung der Geldvermögen: Ungleichverteilung noch höher
Einkommen ist deutlich weniger konzentriert als das Vermögen. Der
Ginikoeffizient zur Ungleichheit der Vermögensverteilung ist mehr als
doppelt so hoch wie jener der Einkommensverteilung. Dafür ist
Immobilienvermögen noch ungleicher verteilt und Unternehmenseigentum
überhaupt nur in den höchsten Vermögensstufen von Relevanz. Die
Nationalbank weist im Sozialbericht darauf hin, dass Besitzer hoher
Geldvermögen nur eingeschränkt erfasst werden. Die tatsächliche
Ungleichverteilung ist demnach noch viel größer, so die
Armutskonferenz abschließend.
Mittwoch, 1. April 2009
Gott erkennen mittels Petrodollars
http://islamicrevolutionservice.wordpress.com/category/gott-erkennen-und-ihm-dienen/
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