Der Internationale Währungsfonds (IWF) verliert den Glauben an die griechische Sanierungsfähigkeit. Der IWF, der neben der Europäischen Zentralbank (EZB) und der EU-Kommission zur sogenannten Troika gehört, glaubt nicht, dass das hochverschuldete Land auf Basis der bisherigen Sanierungspläne seine Schulden dauerhaft tragen kann. Das berichtet das Nachrichten-Magazin "Der Spiegel" in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe.
Die IWF-Experten wollen im Zuge der nächsten Troika-Mission, die Mitte Januar startet, wichtige Eckwerte des Rettungspakets an die verschlechterte Wirtschaftssituation anpassen. Laut einem internen IWF-Vermerk soll Griechenland entweder einen höheren Konsolidierungsbeitrag leisten, die privaten Gläubiger auf einen höheren Anteil ihrer Forderungen verzichten oder die Euro-Staaten sich mit einem höheren Beitrag beteiligen. Die schleppenden Reformen in Athen kritisiert der IWF scharf. Die Fortschritte beim Eintreiben von Steuern und die Erlöse aus Privatisierungen lägen unter den Erwartungen. Mit dem im Oktober verabschiedeten Rettungspaket sollte eigentlich erreicht werden, dass die griechische Staatsverschuldung 2020 nur noch 120 Prozent der Wirtschaftsleistung entspricht. Mit diesem Wert sollte die Tragfähigkeit der Schulden gewährleistet sein. Wie das Magazin weiter berichtet, ist hingegen selbst das fraglich. Der Ökonom Henning Klodt vom Kieler Institut für Weltwirtschaft hat berechnet, um welchen Wert die laufenden Einnahmen im griechischen Staatshaushalt die Ausgaben übersteigen müssten, damit die Regierung die Schulden in den Griff bekommen kann. Seine Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass der Betrag selbst bei deutlich niedrigeren Zinsen und einer wirtschaftlichen Erholung deutlich mehr als zehn Prozent des Bruttoinlandsproduktes entsprechen müsste.
Sonntag, 8. Januar 2012
Montag, 2. Januar 2012
Aussichten 2011
Das Börsenjahr 2011 neigt sich dem Ende entgegen. Nur noch wenige Handelstage verbleiben. Eine Jahresendrallye zwischen den Feiertagen wäre möglich. Das sogenannte „Window-Dressing“ wird von institutionellen Marktteilnehmern nicht selten zum Jahresende betrieben. Ziel ist es, die Börsenkurse diverser Aktien nach oben zu bewegen und so die Bilanzbücher für das abgelaufene Börsenjahr möglichst positiv zu schließen. Doch auch, wenn in den letzten Wochen des Börsenjahres Kurspflege betrieben werden sollte, kann ein DAX mit einem möglichen Schlussstand von 6000 – 6400 Punkten das „Krisenbörsenjahr“ 2011 nicht mehr wettmachen.
Krise; für mich war dieses Wort ganz klar der Aspirant für das „Wort des Jahres 2011“. Letztendlich kürte die Gesellschaft für deutsche Sprache aber den „Stresstest“ zum Gewinner. Ob Krise, Stresstest oder fehlendes Vertrauen, all diese Worte beschreiben das Börsenjahr 2011 treffend. Ich denke die meisten Marktteilnehmer möchten das Börsenjahr 2011 ganz schnell vergessen.
Doch was bringt uns das neue Börsenjahr 2012?
Meiner Meinung nach wird auch das neue Börsenjahr voller Ungewissheit starten. Das fehlende Vertrauen in die Finanzmärkte wird weiterhin bestehen bleiben. Die breite Masse wird das Anlagevehikel Aktie wohl auch in 2012 weitestgehend meiden. Wahrscheinlich geht die Aktienbesitzquote der Deutschen auch im Börsenjahr 2012 weiter auf Talfahrt. Denn wo kein Vertrauen ist, da wird auch kein Geld angelegt. Das Ringen um Vertrauen wird meiner Meinung nach das Kernthema in 2012 sein. Wie kann es die Politik in Bezug auf die EU-Schuldenthematik schaffen, das Vertrauen der großen und kleinen Finanzteilnehmer für die Finanzmärkte im Jahr 2012 langfristig zurückzugewinnen?
Nur mit zurückgewonnenem Vertrauen werden die Märkte in Deutschland wieder dauerhaft steigen.
Nur dann wird die extreme Volatilität in den deutschen Indizes endlich enden.
Und nur dann werden Aktien wieder stabile Aufwärtstrends ausbilden, welche nicht von einer Stunde auf die Andere in sich zusammenbrechen.
Die mittelfristigen Perspektiven müssen stimmen und der Pessimismus muss sinken, dann klappt`s auch wieder mit steigenden Aktienkursen. Aber es geht nicht nur um das Vertrauen für den Kapitalmarkt. Die Börse ist das Große und Ganze, wo die Fäden zusammenlaufen. Es gilt eine Abschwächung der Konjunktur in Deutschland mit allen Mittel zu verhindern. Dies gilt für die großen Wirtschaftsströme, aber auch für den deutschen Einzelhandel. Geld wird nur dann für eine Investition ausgegeben, wenn keine Zweifel bestehen. Wir müssen uns „wohlfühlen“, wir müssen vertrauen. Dann sind wir bereit zu investieren. Je länger sich das Wort „Krise“ aber in den Köpfen der Deutschen bzw. der ganzen EU festigt, umso zurückhaltender werden die Investitionen eines jeden Einzelnen. Ein weiterer Vertrauensverlust wird die Investitions- und Konsumausgaben in 2012 stärker zurückhalten und deshalb steigt das Konjunkturrisiko ungemein! Nicht umsonst senkten viele Unternehmen aus dem DAX bereits seit Herbst 2011 die Gewinnprognosen für das kommende Geschäftsjahr. Sogar die Gewinnwarnungen im DAX und MDAX mehrten sich. Lieber frühzeitig und vorsorglich die Erwartungen dämpfen, als in 2012 böse zu überraschen! Auch die Vorstände der großen Unternehmen aus Deutschland wissen aktuell nicht was kommt. Wo kein Vertrauen, da kein positiver Ausblick! Mit aktuell durchschnittlichen Kurs-Gewinn-Verhältnissen laut meiner Berechung von etwa 7 bis 9 sind die Aktien im DAX und MDAX günstig wie nie. Doch wen interessiert dies aktuell in der Eurozone, wenn das Vertrauen in unser Geldsystem zurzeit so schwach ist wie nie zuvor? Kein Wunder also, dass der Dow Jones gegenüber dem DAX weitaus besser performen konnte. Investorengelder fließen nach Übersee und scheuen die günstigen deutschen Qualitätsaktien. Ich wiederhole mich: Wo kein Vertrauen, da kein Kapitalzufluss.
Irgendwie erscheint es, als spielt sich die angebliche Krise ohnehin nur in unseren Köpfen ab. Vertrauen ist Kopfsache, also „ran an die Buletten“! Was sind nun wahrscheinliche Katalysatoren für das Börsenjahr 2012? Meiner Meinung nach muss die EZB weiterhin gewährleisten, dass die deutschen Geschäftsbanken mit Liquidität versorgt werden. Das Bankensystem muss stehen, ansonsten wird sich 2008 wiederholen. Zudem sind weitere Anleihenkäufe der EZB wahrscheinlich nur noch eine Frage der Zeit. Dadurch würde der Finanzmarkt mit frischem Geld versorgt, was sich positiv auf die Aktien auswirken sollte. Fraglich bleibt jedoch, ob extensives Gelddrucken durch die EZB in 2012 dauerhaft das Vertrauen der Investoren zurückgewinnen kann. Mittlerweile „weiß nämlich jedes Kind“ durch die nicht endend wollende Berichterstattung der Medien in 2011, dass das Drucken frischen Geldes unser Papiergeld weiter entwertet und letztendlich zur Inflation führt. Deshalb melden sich bei mir jetzt schon Zweifel an, ob eine extensive Geldpolitik der EZB das Vertrauen überhaupt noch dauerhaft in die Finanzmärkte zurückbringen kann?! Vielleicht geht der Schuss nach der so oft geforderten „letzten Patrone“ oder der „Bazooka“ dann sogar nach hinten los? Natürlich ist auch ein quantitatives Lockerungsprogramm, in diesem Fall „QE3“ der FED aus den USA, in 2012 denkbar. Zusammen mit Interventionen der EZB wäre dies in Kombination natürlich – und in diesem Fall wäre auch ich überzeugt – ein Garant für steigende Kurse in 2012. Ob dies aber wiederum dauerhaft das Vertrauen in den Finanzplatz Deutschland zurückbringt, bleibt fraglich. Machen Sie das Beste aus dem kommenden Börsenjahr, es wird sicherlich kein einfaches werden.
Ich wünsche Ihnen nun ein friedvolles Weihnachtsfest, einen guten Rutsch ins neue Jahr und alles erdenklich Gute für Ihren finanziellen Erfolg im Börsenjahr 2012.
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Autor Boris Schulze Kategorie Top-Themen
Tags Suchen
Mein Kommentar
Autor: gh | 19.12.11
Hallo Herr Schulze,
ich habe Ihren Artikel mit Interesse gelesen!
Mario Draghi hat heute wieder einmal einiges dafür getan, dass Vertrauen zu erschüttern. Ich frage mich nur: Warum tut er das?
Geht es ihm nur darum, in seinem Zuständigkeitsbereich "alles nach Vorschrift" zu machen um später sagen zu können: "An mir hat es nicht gelegen"? Oder stecken andere Interessen dahinter?
Vielleicht sehe ich das zu einfach:
Die USA bestellen zurzeit ihr Haus für die Zeit nach dem "großen" Schuldenschnitt und sie werden die Vormachtstellung des Dollar mit allen Mitteln verteidigen. Die historische Chance, die noch junge und fragile europäische Einheit auseinander brechen zu lassen, wird mit aller Konsequenz genutzt. Die Ratingagenturen agieren dabei als die "Ringgeister" ihres Herrn (Tolkien möge mir verzeihen).
Leider lassen sich viele Lenker in Europa im Moment auch noch als Erfüllungsgehilfen ausnutzen, warum auch immer.
Wenn der Euroraum auseinander gefallen und der Schulden-Reset vollzogen worden ist, kann sich Herr Draghi vielleicht auf die Schulter klopfen und sagen: "Ich habe die Inflation damals nicht zugelassen." Das wird dann leider nur keine Bedeutung mehr haben.
Oder glaubt wirklich noch jemand, dass die USA jemals ihre Schulden werden bezahlen können?
Der letzte, der nach der Geldschwemme noch steht und nicht ersoffen ist, hat gewonnen.
Es geht meiner Meinung nach im Moment um viel mehr als um finanz- bzw. wirtschaftspolitische Grundsätze, die an sich womöglich richtig sind. Es geht darum, wer in den kommenden 80 Jahren den Dirigentenstab in der Hand halten wird, und das sieht für mich wieder sehr nach USA aus. Wenn China sich wieder mehr in sich zurückgezogen hat und Europa gespalten ist, ist der Weg frei.
Und das obwohl der Pleitegeier, der über den USA eigentlich "schweben" sollte, so fett ist, dass er nur noch mit Drohnen in der Luft gehalten werden kann.
Es gibt genügend Liquidität in Europa um zu investieren und jede Menge europäische Unternehmen, in die es sich zu investieren lohnt. Der geplante Weg zu einer Fiskalunion in Europa ist grundsätzlich "ein" richtiger Schritt bezüglich der Staatshaushalte aber um die Wirtschaft anzukurbeln, muss Geld fließen.
Etwas mehr Europa-Patriotismus (gibt es das?) auf Seiten der Investoren wäre jetzt angesagt.
Mal sehen, welche Meldung morgen verbreitet wird, wenn der DAX wieder 150 Punkte gestiegen ist.
Ich bin gespannt!
Autor: ironalex | 20.12.11
Hallo Gemeinde
Hier ein Satz aus Herrn Schulzes Beitrag:
»Wie kann es die Politik in Bezug auf die EU-Schuldenthematik schaffen, das Vertrauen der großen und kleinen Finanzteilnehmer für die Finanzmärkte im Jahr 2012 langfristig zurückzugewinnen«?
Politik und Vertrauen, das geht doch schon mal gar nicht, jetzt, wo sogar unser Staatsoberhaupt dabei ist auch noch den letzten Funken zu verspielen.
Der Bürger wendet sich mit Grausen, nicht aus Politikverdrossenheit sondern aus Politikerverdrossenheit – ein feiner Unterschied.
Schönen Tag noch!
Autor: Michael Bunny | 20.12.11
Frohe Weihnachten!
Wird schon nicht so wild werden. Wir in Österreich sehen das ganze viel relaxter ... da ist nix alternativlos sondern bestenfalls unausweichlich und diskutieren über den Weg solange, gehen über den Abgrund und wenn wir dann aufschlagen, sagen wir 'Hoppala was denn das', schauen nach oben und stellen fest 'Das war aber hoch, mein Gott waren wir gut', Klopfen uns gegenseitig auf die Schultern - aber wenns der Hergott nicht will, dann hats nicht wollen sein.
Ob die 'Krise' in Köpfen der Leute noch lange eine Rolle spielt, ... ich vermute wenns so weit ist, Krise ist da und keiner geht hin, aber sie wird uns ereilen ... unverhofft kommt oft und damit wirds doch wieder Tränen geben.
Losgelöst davon Frage ich mich wie lange glauben die Unternehmen sei es Industrie, sei es Mittelstand das Thema die Erhöhung des Taktes durchzuhalten auf kosten der Gesundheit der Mitarbeiter. Wir sind heute an einem Punkt, wir müssen den Mitarbeitern psychologische Betreuung beistellen damit sie den Schmerz (Stress) professionalisierter erleiden, die Sicht ist faszinierend. Mitarbeiter müssen auf Wellness fahren, damit es ihnen wieder mal richtig gut geht und das Geld das sie mit Überstunden sich verdienen*) dort ausgeben. Solche Konzepte finden in grad im Verhältnis Service + Material oder Material + Material zuhaufe, Kompensationslösungen, Sourcing Strukturen ... - Ergebnis - Hurra wir haben ein höheres BIP, sind wir nicht gut. Die Schildbürger haben auch ein großes BIP. Das ist das positive an einem schrumpfenden BIP, weniger Eselei oder billigere Eselei, das wäre dann wieder marktgerecht bepreist. 3% Neuverschuldung entlang des Verselungsgrads ist bestimmt eine gewatlige Zahl, eine solche Eselei kann man nur auf Pump finanzieren.
Die aktuelle Mischung aus Geschichten von Baron Münchhausen kombiniert mit den Schildbürgern (Medien, Politik vs. Realwirtschaft) wird auch 2012 für Abwechselnung Sorgen. Eine nette Interpretation von, wie die Schildbürger Äpfel ernten habe ich gefunden ...
http://www.gs-bombogen.jw2.de/geschichten_ab_jan06/schildbue rger.htm
Böse Zungen könnten behaupten die junge Dame aus der 4a hat ein Bild der Weltökonomie in ein paar Zeilen wiedergegeben.
Viel Spaß in 2012 ... inbesondere mit der Kanzlerin die niemals schläft:).
Lieben Gruß
Bunny
*) Ich verweise auf The Upside of Irrationality (Dan Ariley) - in der Praxis läufts schlicht darauf hinaus Denkarbeit kann im Schnitt ca. 30 Stunden aber in Ruhe passieren und körperliche Arbeit wohl auch über 40 hinausgehen und mehr Geld zu verdienen macht mehr Sinn, nicht bei analytischen Denkarbeiten, da wirkt Geld nicht als Anreiz. Es ist unbestritten dass sich die Jobs (in der 'Verwaltung' eines Industriebetriebs und größeren Mittelständer) sich eher in die Richtung Analyse und damit eigentlich in Denkarbeiten entwickeln im Sollbild. In der Praxis werden die Jobs aber in eine 40 Stunden Woche und ein durch Urgenzen getriebens System gepresst, mit dem tollen Erfolg dass die '80%' (eher 60%) Auslastung kaum erreicht werden und wenn dann nur relativ zur 40 Stunden Woche über 50 bis 60, aber dann schafft man doch was in 33 -35 auch möglich wäre. Das Ganze ist noch flexiblisiert, mobilisiert und über Kommunikation gekoppelt, es wird viel Kommunikation systembedingt generiert, dann aber optimiert. Es wurde viel optimiert, in Wahrheit aber nichts erreicht. Das lasse ich jetzt mal als Bauchgefühl stehen, gewonnen aus Beobachtung. Dann braucht man wirklich 50.
Krise; für mich war dieses Wort ganz klar der Aspirant für das „Wort des Jahres 2011“. Letztendlich kürte die Gesellschaft für deutsche Sprache aber den „Stresstest“ zum Gewinner. Ob Krise, Stresstest oder fehlendes Vertrauen, all diese Worte beschreiben das Börsenjahr 2011 treffend. Ich denke die meisten Marktteilnehmer möchten das Börsenjahr 2011 ganz schnell vergessen.
Doch was bringt uns das neue Börsenjahr 2012?
Meiner Meinung nach wird auch das neue Börsenjahr voller Ungewissheit starten. Das fehlende Vertrauen in die Finanzmärkte wird weiterhin bestehen bleiben. Die breite Masse wird das Anlagevehikel Aktie wohl auch in 2012 weitestgehend meiden. Wahrscheinlich geht die Aktienbesitzquote der Deutschen auch im Börsenjahr 2012 weiter auf Talfahrt. Denn wo kein Vertrauen ist, da wird auch kein Geld angelegt. Das Ringen um Vertrauen wird meiner Meinung nach das Kernthema in 2012 sein. Wie kann es die Politik in Bezug auf die EU-Schuldenthematik schaffen, das Vertrauen der großen und kleinen Finanzteilnehmer für die Finanzmärkte im Jahr 2012 langfristig zurückzugewinnen?
Nur mit zurückgewonnenem Vertrauen werden die Märkte in Deutschland wieder dauerhaft steigen.
Nur dann wird die extreme Volatilität in den deutschen Indizes endlich enden.
Und nur dann werden Aktien wieder stabile Aufwärtstrends ausbilden, welche nicht von einer Stunde auf die Andere in sich zusammenbrechen.
Die mittelfristigen Perspektiven müssen stimmen und der Pessimismus muss sinken, dann klappt`s auch wieder mit steigenden Aktienkursen. Aber es geht nicht nur um das Vertrauen für den Kapitalmarkt. Die Börse ist das Große und Ganze, wo die Fäden zusammenlaufen. Es gilt eine Abschwächung der Konjunktur in Deutschland mit allen Mittel zu verhindern. Dies gilt für die großen Wirtschaftsströme, aber auch für den deutschen Einzelhandel. Geld wird nur dann für eine Investition ausgegeben, wenn keine Zweifel bestehen. Wir müssen uns „wohlfühlen“, wir müssen vertrauen. Dann sind wir bereit zu investieren. Je länger sich das Wort „Krise“ aber in den Köpfen der Deutschen bzw. der ganzen EU festigt, umso zurückhaltender werden die Investitionen eines jeden Einzelnen. Ein weiterer Vertrauensverlust wird die Investitions- und Konsumausgaben in 2012 stärker zurückhalten und deshalb steigt das Konjunkturrisiko ungemein! Nicht umsonst senkten viele Unternehmen aus dem DAX bereits seit Herbst 2011 die Gewinnprognosen für das kommende Geschäftsjahr. Sogar die Gewinnwarnungen im DAX und MDAX mehrten sich. Lieber frühzeitig und vorsorglich die Erwartungen dämpfen, als in 2012 böse zu überraschen! Auch die Vorstände der großen Unternehmen aus Deutschland wissen aktuell nicht was kommt. Wo kein Vertrauen, da kein positiver Ausblick! Mit aktuell durchschnittlichen Kurs-Gewinn-Verhältnissen laut meiner Berechung von etwa 7 bis 9 sind die Aktien im DAX und MDAX günstig wie nie. Doch wen interessiert dies aktuell in der Eurozone, wenn das Vertrauen in unser Geldsystem zurzeit so schwach ist wie nie zuvor? Kein Wunder also, dass der Dow Jones gegenüber dem DAX weitaus besser performen konnte. Investorengelder fließen nach Übersee und scheuen die günstigen deutschen Qualitätsaktien. Ich wiederhole mich: Wo kein Vertrauen, da kein Kapitalzufluss.
Irgendwie erscheint es, als spielt sich die angebliche Krise ohnehin nur in unseren Köpfen ab. Vertrauen ist Kopfsache, also „ran an die Buletten“! Was sind nun wahrscheinliche Katalysatoren für das Börsenjahr 2012? Meiner Meinung nach muss die EZB weiterhin gewährleisten, dass die deutschen Geschäftsbanken mit Liquidität versorgt werden. Das Bankensystem muss stehen, ansonsten wird sich 2008 wiederholen. Zudem sind weitere Anleihenkäufe der EZB wahrscheinlich nur noch eine Frage der Zeit. Dadurch würde der Finanzmarkt mit frischem Geld versorgt, was sich positiv auf die Aktien auswirken sollte. Fraglich bleibt jedoch, ob extensives Gelddrucken durch die EZB in 2012 dauerhaft das Vertrauen der Investoren zurückgewinnen kann. Mittlerweile „weiß nämlich jedes Kind“ durch die nicht endend wollende Berichterstattung der Medien in 2011, dass das Drucken frischen Geldes unser Papiergeld weiter entwertet und letztendlich zur Inflation führt. Deshalb melden sich bei mir jetzt schon Zweifel an, ob eine extensive Geldpolitik der EZB das Vertrauen überhaupt noch dauerhaft in die Finanzmärkte zurückbringen kann?! Vielleicht geht der Schuss nach der so oft geforderten „letzten Patrone“ oder der „Bazooka“ dann sogar nach hinten los? Natürlich ist auch ein quantitatives Lockerungsprogramm, in diesem Fall „QE3“ der FED aus den USA, in 2012 denkbar. Zusammen mit Interventionen der EZB wäre dies in Kombination natürlich – und in diesem Fall wäre auch ich überzeugt – ein Garant für steigende Kurse in 2012. Ob dies aber wiederum dauerhaft das Vertrauen in den Finanzplatz Deutschland zurückbringt, bleibt fraglich. Machen Sie das Beste aus dem kommenden Börsenjahr, es wird sicherlich kein einfaches werden.
Ich wünsche Ihnen nun ein friedvolles Weihnachtsfest, einen guten Rutsch ins neue Jahr und alles erdenklich Gute für Ihren finanziellen Erfolg im Börsenjahr 2012.
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Autor Boris Schulze Kategorie Top-Themen
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Autor: gh | 19.12.11
Hallo Herr Schulze,
ich habe Ihren Artikel mit Interesse gelesen!
Mario Draghi hat heute wieder einmal einiges dafür getan, dass Vertrauen zu erschüttern. Ich frage mich nur: Warum tut er das?
Geht es ihm nur darum, in seinem Zuständigkeitsbereich "alles nach Vorschrift" zu machen um später sagen zu können: "An mir hat es nicht gelegen"? Oder stecken andere Interessen dahinter?
Vielleicht sehe ich das zu einfach:
Die USA bestellen zurzeit ihr Haus für die Zeit nach dem "großen" Schuldenschnitt und sie werden die Vormachtstellung des Dollar mit allen Mitteln verteidigen. Die historische Chance, die noch junge und fragile europäische Einheit auseinander brechen zu lassen, wird mit aller Konsequenz genutzt. Die Ratingagenturen agieren dabei als die "Ringgeister" ihres Herrn (Tolkien möge mir verzeihen).
Leider lassen sich viele Lenker in Europa im Moment auch noch als Erfüllungsgehilfen ausnutzen, warum auch immer.
Wenn der Euroraum auseinander gefallen und der Schulden-Reset vollzogen worden ist, kann sich Herr Draghi vielleicht auf die Schulter klopfen und sagen: "Ich habe die Inflation damals nicht zugelassen." Das wird dann leider nur keine Bedeutung mehr haben.
Oder glaubt wirklich noch jemand, dass die USA jemals ihre Schulden werden bezahlen können?
Der letzte, der nach der Geldschwemme noch steht und nicht ersoffen ist, hat gewonnen.
Es geht meiner Meinung nach im Moment um viel mehr als um finanz- bzw. wirtschaftspolitische Grundsätze, die an sich womöglich richtig sind. Es geht darum, wer in den kommenden 80 Jahren den Dirigentenstab in der Hand halten wird, und das sieht für mich wieder sehr nach USA aus. Wenn China sich wieder mehr in sich zurückgezogen hat und Europa gespalten ist, ist der Weg frei.
Und das obwohl der Pleitegeier, der über den USA eigentlich "schweben" sollte, so fett ist, dass er nur noch mit Drohnen in der Luft gehalten werden kann.
Es gibt genügend Liquidität in Europa um zu investieren und jede Menge europäische Unternehmen, in die es sich zu investieren lohnt. Der geplante Weg zu einer Fiskalunion in Europa ist grundsätzlich "ein" richtiger Schritt bezüglich der Staatshaushalte aber um die Wirtschaft anzukurbeln, muss Geld fließen.
Etwas mehr Europa-Patriotismus (gibt es das?) auf Seiten der Investoren wäre jetzt angesagt.
Mal sehen, welche Meldung morgen verbreitet wird, wenn der DAX wieder 150 Punkte gestiegen ist.
Ich bin gespannt!
Autor: ironalex | 20.12.11
Hallo Gemeinde
Hier ein Satz aus Herrn Schulzes Beitrag:
»Wie kann es die Politik in Bezug auf die EU-Schuldenthematik schaffen, das Vertrauen der großen und kleinen Finanzteilnehmer für die Finanzmärkte im Jahr 2012 langfristig zurückzugewinnen«?
Politik und Vertrauen, das geht doch schon mal gar nicht, jetzt, wo sogar unser Staatsoberhaupt dabei ist auch noch den letzten Funken zu verspielen.
Der Bürger wendet sich mit Grausen, nicht aus Politikverdrossenheit sondern aus Politikerverdrossenheit – ein feiner Unterschied.
Schönen Tag noch!
Autor: Michael Bunny | 20.12.11
Frohe Weihnachten!
Wird schon nicht so wild werden. Wir in Österreich sehen das ganze viel relaxter ... da ist nix alternativlos sondern bestenfalls unausweichlich und diskutieren über den Weg solange, gehen über den Abgrund und wenn wir dann aufschlagen, sagen wir 'Hoppala was denn das', schauen nach oben und stellen fest 'Das war aber hoch, mein Gott waren wir gut', Klopfen uns gegenseitig auf die Schultern - aber wenns der Hergott nicht will, dann hats nicht wollen sein.
Ob die 'Krise' in Köpfen der Leute noch lange eine Rolle spielt, ... ich vermute wenns so weit ist, Krise ist da und keiner geht hin, aber sie wird uns ereilen ... unverhofft kommt oft und damit wirds doch wieder Tränen geben.
Losgelöst davon Frage ich mich wie lange glauben die Unternehmen sei es Industrie, sei es Mittelstand das Thema die Erhöhung des Taktes durchzuhalten auf kosten der Gesundheit der Mitarbeiter. Wir sind heute an einem Punkt, wir müssen den Mitarbeitern psychologische Betreuung beistellen damit sie den Schmerz (Stress) professionalisierter erleiden, die Sicht ist faszinierend. Mitarbeiter müssen auf Wellness fahren, damit es ihnen wieder mal richtig gut geht und das Geld das sie mit Überstunden sich verdienen*) dort ausgeben. Solche Konzepte finden in grad im Verhältnis Service + Material oder Material + Material zuhaufe, Kompensationslösungen, Sourcing Strukturen ... - Ergebnis - Hurra wir haben ein höheres BIP, sind wir nicht gut. Die Schildbürger haben auch ein großes BIP. Das ist das positive an einem schrumpfenden BIP, weniger Eselei oder billigere Eselei, das wäre dann wieder marktgerecht bepreist. 3% Neuverschuldung entlang des Verselungsgrads ist bestimmt eine gewatlige Zahl, eine solche Eselei kann man nur auf Pump finanzieren.
Die aktuelle Mischung aus Geschichten von Baron Münchhausen kombiniert mit den Schildbürgern (Medien, Politik vs. Realwirtschaft) wird auch 2012 für Abwechselnung Sorgen. Eine nette Interpretation von, wie die Schildbürger Äpfel ernten habe ich gefunden ...
http://www.gs-bombogen.jw2.de/geschichten_ab_jan06/schildbue rger.htm
Böse Zungen könnten behaupten die junge Dame aus der 4a hat ein Bild der Weltökonomie in ein paar Zeilen wiedergegeben.
Viel Spaß in 2012 ... inbesondere mit der Kanzlerin die niemals schläft:).
Lieben Gruß
Bunny
*) Ich verweise auf The Upside of Irrationality (Dan Ariley) - in der Praxis läufts schlicht darauf hinaus Denkarbeit kann im Schnitt ca. 30 Stunden aber in Ruhe passieren und körperliche Arbeit wohl auch über 40 hinausgehen und mehr Geld zu verdienen macht mehr Sinn, nicht bei analytischen Denkarbeiten, da wirkt Geld nicht als Anreiz. Es ist unbestritten dass sich die Jobs (in der 'Verwaltung' eines Industriebetriebs und größeren Mittelständer) sich eher in die Richtung Analyse und damit eigentlich in Denkarbeiten entwickeln im Sollbild. In der Praxis werden die Jobs aber in eine 40 Stunden Woche und ein durch Urgenzen getriebens System gepresst, mit dem tollen Erfolg dass die '80%' (eher 60%) Auslastung kaum erreicht werden und wenn dann nur relativ zur 40 Stunden Woche über 50 bis 60, aber dann schafft man doch was in 33 -35 auch möglich wäre. Das Ganze ist noch flexiblisiert, mobilisiert und über Kommunikation gekoppelt, es wird viel Kommunikation systembedingt generiert, dann aber optimiert. Es wurde viel optimiert, in Wahrheit aber nichts erreicht. Das lasse ich jetzt mal als Bauchgefühl stehen, gewonnen aus Beobachtung. Dann braucht man wirklich 50.
Mittwoch, 20. April 2011
Sie wird es schwer haben, die Maria
Das Budgetdefizit beträgt unter Einbeziehung dieser Bereiche 4,6 Prozent der österreichischen Wirtschaftsleistung.
Maria Fekter fehlt es an allen Ecken und Enden an Geld. Keine besonders gute Voraussetzung, wenn man davon ausgeht, dass ein Budget das in Zahlen gegossene Regierungsprogramm ist. Schon gar nicht in Zeiten tendenziell steigender Zinsen und angesichts von Szenarien, dass die Zinszahlungen für die Schulden höher als die Bildungsausgaben des Landes sind.
Fekter muss demnach rasch handeln. „Der Konsolidierungsbedarf ist nach wie vor gegeben. Und auf der Einnahmenseite gibt es wenig Spielraum. Kaum ein Land hat eine so hohe Abgabenquote wie Österreich“, sagt Wirtschaftsforscher und Verwaltungsexperte Hans Pitlik vom Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo).
Das Kernproblem sei die falsche Aufteilung der Aufgaben. Für Soziales, Bildung und Gesundheit müsse es endlich klare Kompetenzen geben. Damit würden auch die intransparenten Finanzströme im Transfersystem sichtbar. „Allein dies würde viel Geld einsparen“, sagt Pitlik.
Eine große Verwaltungsreform, von der seit Jahren geredet wird und die nach wie vor ein Gebot der Stunde sei, sieht der Wirtschaftsforscher vorerst nicht. Dies allein könne auch eine sehr gute Finanzministerin nicht stemmen. Dies sei nur auf breiter Basis möglich. Und dagegen ist der Widerstand zu groß.
Ähnlich wie Pitlik sieht auch der Linzer Volkswirtschaftsprofessor Friedrich Schneider eine wesentliche Aufgabe Fekters darin, die bisher ausgegliederten Schulden in den Griff zu bekommen. Vermutlich werde dies zusätzliche Sparmaßnahmen erfordern. Helfen könnte Fekter laut Schneider, dass das Finanzministerium eines der fachlich am höchsten stehenden Ministerien ist. Die Fachleute und Sektionschefs seien sehr gut und könnten die Grundlage für eine Budgetkonsolidierung liefern.
Wie man allerdings zuletzt gesehen hat, nützt die beste Expertise der Fachleute nichts, wenn die gesamte Regierung keine Entscheidungen auf die Reihe bekommt.
Pension und Gesundheit
Die großen Brocken für die neue Finanzministerin sind die Ausgaben im Gesundheits- und Sozialwesen. Änderungen scheiterten bisher nicht nur an der föderalen Struktur des Landes (Gesundheit), sondern auch an der Angst der Regierung vor Entscheidungen (etwa bei den Pensionen).
Was die Umsetzungskraft im Ministerium etwas hemmen könnte, ist der Umstand, dass die Wirtschaft wieder angesprungen ist und die Steuereinnahmen üppiger sprudeln als zunächst angenommen. Genau das könnte laut Pitlik den Reformeifer bremsen, der etwa bei einem Umbau des Steuersystems notwendig wäre. Nach wie vor ist der Faktor Arbeit zu stark besteuert. Das Wifo plädiert regelmäßig dafür, Arbeit zu entlasten und dafür eine Umweltsteuer einzuheben oder eine bestehende zu erhöhen.
Maria Fekter fehlt es an allen Ecken und Enden an Geld. Keine besonders gute Voraussetzung, wenn man davon ausgeht, dass ein Budget das in Zahlen gegossene Regierungsprogramm ist. Schon gar nicht in Zeiten tendenziell steigender Zinsen und angesichts von Szenarien, dass die Zinszahlungen für die Schulden höher als die Bildungsausgaben des Landes sind.
Fekter muss demnach rasch handeln. „Der Konsolidierungsbedarf ist nach wie vor gegeben. Und auf der Einnahmenseite gibt es wenig Spielraum. Kaum ein Land hat eine so hohe Abgabenquote wie Österreich“, sagt Wirtschaftsforscher und Verwaltungsexperte Hans Pitlik vom Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo).
Das Kernproblem sei die falsche Aufteilung der Aufgaben. Für Soziales, Bildung und Gesundheit müsse es endlich klare Kompetenzen geben. Damit würden auch die intransparenten Finanzströme im Transfersystem sichtbar. „Allein dies würde viel Geld einsparen“, sagt Pitlik.
Eine große Verwaltungsreform, von der seit Jahren geredet wird und die nach wie vor ein Gebot der Stunde sei, sieht der Wirtschaftsforscher vorerst nicht. Dies allein könne auch eine sehr gute Finanzministerin nicht stemmen. Dies sei nur auf breiter Basis möglich. Und dagegen ist der Widerstand zu groß.
Ähnlich wie Pitlik sieht auch der Linzer Volkswirtschaftsprofessor Friedrich Schneider eine wesentliche Aufgabe Fekters darin, die bisher ausgegliederten Schulden in den Griff zu bekommen. Vermutlich werde dies zusätzliche Sparmaßnahmen erfordern. Helfen könnte Fekter laut Schneider, dass das Finanzministerium eines der fachlich am höchsten stehenden Ministerien ist. Die Fachleute und Sektionschefs seien sehr gut und könnten die Grundlage für eine Budgetkonsolidierung liefern.
Wie man allerdings zuletzt gesehen hat, nützt die beste Expertise der Fachleute nichts, wenn die gesamte Regierung keine Entscheidungen auf die Reihe bekommt.
Pension und Gesundheit
Die großen Brocken für die neue Finanzministerin sind die Ausgaben im Gesundheits- und Sozialwesen. Änderungen scheiterten bisher nicht nur an der föderalen Struktur des Landes (Gesundheit), sondern auch an der Angst der Regierung vor Entscheidungen (etwa bei den Pensionen).
Was die Umsetzungskraft im Ministerium etwas hemmen könnte, ist der Umstand, dass die Wirtschaft wieder angesprungen ist und die Steuereinnahmen üppiger sprudeln als zunächst angenommen. Genau das könnte laut Pitlik den Reformeifer bremsen, der etwa bei einem Umbau des Steuersystems notwendig wäre. Nach wie vor ist der Faktor Arbeit zu stark besteuert. Das Wifo plädiert regelmäßig dafür, Arbeit zu entlasten und dafür eine Umweltsteuer einzuheben oder eine bestehende zu erhöhen.
Donnerstag, 10. Dezember 2009
Konkurrent Jürgen Schmidt meint ...
Nach dem rasanten Anstieg seit März, den AKTIEN-MONITOR-Leser wieder einmal komplett und voll investiert mitgemacht haben, könnten wir Ende dieses Jahres, wahrscheinlich aber eher Ende Januar ein vorläufiges Zwischenhoch erreichen. Bezogen auf den DAX könnte dies im Bereich um 6.500 Punkte liegen. Der Dow Jones könnte die Spanne 11.000 bis 11.500 Zähler erreichen. Im Anschluss daran rechne ich mit einer weiteren Zwischenkorrektur, die durchaus auch ein Ausmaß von 10 bis 15% erreichen kann. Rechnen Sie also damit, dass wir dann noch einmal einen DAX um 5.200 bis 5.400 Punkte (plus/minus 200 Punkte) sehen werden. Wir werden Sie in AKTIEN-MONITOR gerade auch in den wöchentlichen Strategiepapieren hier möglichst optimal begleiten. Kurzfristig können Sie also noch auf steigende Kurse spekulieren. Die gilt es aber in einigen Wochen wieder glatt zu stellen. Echte neue Investments stehen nämlich wohl erst Ende Januar, Anfang! Februar an.
In was können Sie jetzt kurzfristig noch investieren?
In unserer Starter-Broschüre habe ich Ihnen drei aussichtsreiche Basiswerte sowie dazu passende Hebelpapiere herausgepickt. Gerade Yingli hat sich seither bereits prächtig entwickelt. Wer jetzt schon langfristig investieren möchte, dem lege ich in erster Linie die Versorger E.ON und RWE ans Herz sowie (bitte lachen Sie nicht!) die Aktie der Deutschen Telekom. Diese Werte glänzen mit einer durchschnittlichen Dividendenrendite von 6% und sollten vor allem im kommenden Frühjahr stark nachgefragt sein. Spekulative Anleger können zudem auf ein Comeback der Solar-Aktie SolarWorld setzen. Natürlich gilt es darüber hinaus auf die aktuellen Empfehlungen unserer Strategiepapiere und unserer Printausgaben zu achten.
In was können Sie jetzt kurzfristig noch investieren?
In unserer Starter-Broschüre habe ich Ihnen drei aussichtsreiche Basiswerte sowie dazu passende Hebelpapiere herausgepickt. Gerade Yingli hat sich seither bereits prächtig entwickelt. Wer jetzt schon langfristig investieren möchte, dem lege ich in erster Linie die Versorger E.ON und RWE ans Herz sowie (bitte lachen Sie nicht!) die Aktie der Deutschen Telekom. Diese Werte glänzen mit einer durchschnittlichen Dividendenrendite von 6% und sollten vor allem im kommenden Frühjahr stark nachgefragt sein. Spekulative Anleger können zudem auf ein Comeback der Solar-Aktie SolarWorld setzen. Natürlich gilt es darüber hinaus auf die aktuellen Empfehlungen unserer Strategiepapiere und unserer Printausgaben zu achten.
Gold Strategies
Der US-Dollar und sein Spiel mit den Rohstoffen
Der US-Dollar ist die Leitwährung der Welt noch zumindest. Woher kommt diese Vormachtstellung der amerikanischen Währung? Zweifellos geht diese auf den Goldstandard zurück ein Währungssystem, das bis Anfang der 70er Jahre bestand hatte. Dieses Währungssystem (auch als Bretton-Woods-System bekannt) sah vor, dass Währungsreserven einzelner Mitgliedsstaaten in US-Dollar zu einem festen Betrag in Gold getauscht werden konnten. Damals zu einem, heute kaum vorstellbaren, Preis von 35 US-Dollar je Feinunze. Darauf aufbauend war jede Währung der Mitglieder des Währungssystems mit einem fixen Wechselkurs an den US-Dollar gebunden. Dieses System hatte die Absicht, Stabilität zwischen den einzelnen Währungen zu schaffen, da sich so jede der beteiligten Währungen direkt auf einen Gegenwert an Gold beziehen konnte. Jedoch zerbrach dieses Währungssystem infolge einer steigenden US-Staatsverschuldung Anfang der siebziger Jahre und man kehrte zurück zu einem System der freien Wechselkurse. Was geblieben ist, ist der US-Dollar als Leitwährung der Welt nicht zuletzt wegen des Vertrauens der Marktteilnehmer in die Stabilität der US-amerikanischen Wirtschaft. Die damals größte Volkswirtschaft der Welt wurde als so vertrauenswürdig angesehen, dass die meisten Transaktionen der Weltwirtschaft weiterhin in US-Dollar getätigt wurden. Jedoch hat sich die Weltwirtschaft im Laufe der letzten Jahre verändert und mit ihr auch die Einstellung der Marktteilnehmer. Zum einen gelten heutzutage andere Gesetzmäßigkeiten, wenn es um die Betrachtung der Wechselkurse geht, andererseits könnte das Vertrauen in einen starken US-Dollar durch die derzeitige Wirtschaftskrise erschüttert sein. Aktuelle ökonomische Theorien definieren Wechselkurse vor allem als Ausgleich zwischen den einzelnen Zinssätzen der Volkswirtschaften. Mehr noch als den Ausgleich zwischen zukünftig erwarteten Zinssätzen einer Volkswirtschaft. Über diesen Zins entscheiden die Zentralbanken des jeweiligen Landes hinsichtlich unterschiedlicher Kriterien. Für die amerikanische Zentralbank könnte hierbei vor allem eine schnelle Erholung der Wirtschaft im Vordergrund stehen. Niedrige Zinsen haben generell zur Folge, dass sich Sparen für die Wirtschaftsteilnehmer nicht lohnt und diese beginnen Geld auszugeben. Dies wiederum könnte zu einem steigenden Wirtschaftswachstum führen in Krisenzeiten in Kombination mit dem Bereitstellen neuen Geldes ein beliebtes wirtschaftspolitisches Instrument. Der Nachteil besteht jedoch in einer drohenden Inflation. Eben hier könnten sich die europäischen Zantralbanker von ihren amerikanischen Kollegen unterscheiden. Das erklärte Hauptziel der EZB ist die Vermeidung von Inflation, weshalb davon ausgegangen werden könnte, dass diese wesentlich früher die Zinsen erhöhen wird. Dies spiegelt sich in der aktuellen Entwicklung des US-Dollar/Euro Wechselkurses wider. Die erwarteten höheren Zinsen der europäischen Gemeinschaftswährung machen den Euro als Anlagewährung attraktiver. Mehr noch - Inflation bedeutet auch immer Kaufkraftverlust. Sollte die Inflation, durch die oben genannten Gründe, den US-Dollar stark treffen, würde die Kaufkraft der Marktteilnehmer verloren gehen. Dieser drohende Verlust wird die Marktteilnehmer dazu veranlassen, ihr Vermögen aus dem US-Dollar in alternative Anlagen zu verschieben. Traditionell kann dies ein sicherer Hafen wie das Gold sein jedoch bedienen sich die Marktteilnehmer auch anderer Strategien. Die Rede ist von sogenannten Carry Trades. Diese Strategie verfolgt die Absicht, durch das Ausnutzen von Zinsdifferenzen zwischen einzelnen Währungen Gewinne zu erzielen. Die Vorgehensweise ist dabei relativ einfach: Ein Investor verschuldet sich in einer Währung mit niedrigem Zinssatz und legt das Geld in einem Land mit einem höheren Zinssatz an. Die Differenz zwischen den niedrigen Soll- und den höheren Haben-Zinsen stellt dann den Gewinn dar. Da diese Differenz meist sehr klein ist, sind solche Investments nur lohnenswert, wenn sie in einem großen Umfang getätigt werden. Mit einem maximalen Leitzins von 0,25 Prozent gehören die Leitzinsen der USA zu den weltweit niedrigsten. Diese Carry Trades erhöhen erfahrungsgemäß den Druck auf den Wechselkurs einer Währung. So entsteht auf den Weltwährungsmärkten ein bedeutendes Überangebot an US-Dollar, da dieser gegen jene Währungen getauscht wird, die höhere Zinseinkommen erwarten lassen. Ein Blick in die Charts unterstützt diese Weltanschauung. Der Dollar erfährt seit Anfang des Jahres eine kontinuierliche Abwertung. Stand der US-Dollar vor gut einem Jahr (01.12.2008) noch bei ca. 1,27 US-Dollar/Euro, sind aktuell ca. 1,50 US-Dollar für einen Euro zu bezahlen. Die Differenz scheint gering 23 Cent jedoch gewinnen diese sehr stark an Bedeutung, wenn man den Markt für Rohstoffe betrachtet. Kostete Anfang des Jahres eine Feinunze Gold noch 689,76 Euro, sind es derzeit 778,20 Euro. Es wird deutlich, dass Gold in Euro gerechnet weniger Teuerung aufweist, als dies in US-Dollar der Fall ist
Der US-Dollar ist die Leitwährung der Welt noch zumindest. Woher kommt diese Vormachtstellung der amerikanischen Währung? Zweifellos geht diese auf den Goldstandard zurück ein Währungssystem, das bis Anfang der 70er Jahre bestand hatte. Dieses Währungssystem (auch als Bretton-Woods-System bekannt) sah vor, dass Währungsreserven einzelner Mitgliedsstaaten in US-Dollar zu einem festen Betrag in Gold getauscht werden konnten. Damals zu einem, heute kaum vorstellbaren, Preis von 35 US-Dollar je Feinunze. Darauf aufbauend war jede Währung der Mitglieder des Währungssystems mit einem fixen Wechselkurs an den US-Dollar gebunden. Dieses System hatte die Absicht, Stabilität zwischen den einzelnen Währungen zu schaffen, da sich so jede der beteiligten Währungen direkt auf einen Gegenwert an Gold beziehen konnte. Jedoch zerbrach dieses Währungssystem infolge einer steigenden US-Staatsverschuldung Anfang der siebziger Jahre und man kehrte zurück zu einem System der freien Wechselkurse. Was geblieben ist, ist der US-Dollar als Leitwährung der Welt nicht zuletzt wegen des Vertrauens der Marktteilnehmer in die Stabilität der US-amerikanischen Wirtschaft. Die damals größte Volkswirtschaft der Welt wurde als so vertrauenswürdig angesehen, dass die meisten Transaktionen der Weltwirtschaft weiterhin in US-Dollar getätigt wurden. Jedoch hat sich die Weltwirtschaft im Laufe der letzten Jahre verändert und mit ihr auch die Einstellung der Marktteilnehmer. Zum einen gelten heutzutage andere Gesetzmäßigkeiten, wenn es um die Betrachtung der Wechselkurse geht, andererseits könnte das Vertrauen in einen starken US-Dollar durch die derzeitige Wirtschaftskrise erschüttert sein. Aktuelle ökonomische Theorien definieren Wechselkurse vor allem als Ausgleich zwischen den einzelnen Zinssätzen der Volkswirtschaften. Mehr noch als den Ausgleich zwischen zukünftig erwarteten Zinssätzen einer Volkswirtschaft. Über diesen Zins entscheiden die Zentralbanken des jeweiligen Landes hinsichtlich unterschiedlicher Kriterien. Für die amerikanische Zentralbank könnte hierbei vor allem eine schnelle Erholung der Wirtschaft im Vordergrund stehen. Niedrige Zinsen haben generell zur Folge, dass sich Sparen für die Wirtschaftsteilnehmer nicht lohnt und diese beginnen Geld auszugeben. Dies wiederum könnte zu einem steigenden Wirtschaftswachstum führen in Krisenzeiten in Kombination mit dem Bereitstellen neuen Geldes ein beliebtes wirtschaftspolitisches Instrument. Der Nachteil besteht jedoch in einer drohenden Inflation. Eben hier könnten sich die europäischen Zantralbanker von ihren amerikanischen Kollegen unterscheiden. Das erklärte Hauptziel der EZB ist die Vermeidung von Inflation, weshalb davon ausgegangen werden könnte, dass diese wesentlich früher die Zinsen erhöhen wird. Dies spiegelt sich in der aktuellen Entwicklung des US-Dollar/Euro Wechselkurses wider. Die erwarteten höheren Zinsen der europäischen Gemeinschaftswährung machen den Euro als Anlagewährung attraktiver. Mehr noch - Inflation bedeutet auch immer Kaufkraftverlust. Sollte die Inflation, durch die oben genannten Gründe, den US-Dollar stark treffen, würde die Kaufkraft der Marktteilnehmer verloren gehen. Dieser drohende Verlust wird die Marktteilnehmer dazu veranlassen, ihr Vermögen aus dem US-Dollar in alternative Anlagen zu verschieben. Traditionell kann dies ein sicherer Hafen wie das Gold sein jedoch bedienen sich die Marktteilnehmer auch anderer Strategien. Die Rede ist von sogenannten Carry Trades. Diese Strategie verfolgt die Absicht, durch das Ausnutzen von Zinsdifferenzen zwischen einzelnen Währungen Gewinne zu erzielen. Die Vorgehensweise ist dabei relativ einfach: Ein Investor verschuldet sich in einer Währung mit niedrigem Zinssatz und legt das Geld in einem Land mit einem höheren Zinssatz an. Die Differenz zwischen den niedrigen Soll- und den höheren Haben-Zinsen stellt dann den Gewinn dar. Da diese Differenz meist sehr klein ist, sind solche Investments nur lohnenswert, wenn sie in einem großen Umfang getätigt werden. Mit einem maximalen Leitzins von 0,25 Prozent gehören die Leitzinsen der USA zu den weltweit niedrigsten. Diese Carry Trades erhöhen erfahrungsgemäß den Druck auf den Wechselkurs einer Währung. So entsteht auf den Weltwährungsmärkten ein bedeutendes Überangebot an US-Dollar, da dieser gegen jene Währungen getauscht wird, die höhere Zinseinkommen erwarten lassen. Ein Blick in die Charts unterstützt diese Weltanschauung. Der Dollar erfährt seit Anfang des Jahres eine kontinuierliche Abwertung. Stand der US-Dollar vor gut einem Jahr (01.12.2008) noch bei ca. 1,27 US-Dollar/Euro, sind aktuell ca. 1,50 US-Dollar für einen Euro zu bezahlen. Die Differenz scheint gering 23 Cent jedoch gewinnen diese sehr stark an Bedeutung, wenn man den Markt für Rohstoffe betrachtet. Kostete Anfang des Jahres eine Feinunze Gold noch 689,76 Euro, sind es derzeit 778,20 Euro. Es wird deutlich, dass Gold in Euro gerechnet weniger Teuerung aufweist, als dies in US-Dollar der Fall ist
Mittwoch, 18. November 2009
Chances/Risks for Currency Carry Trades
Als Currency Carry Trade (auch CCT) bezeichnet man eine Anlagestrategie auf dem Devisenmarkt. Dabei nimmt der Investor in einer Währung einen Kredit mit vergleichsweise niedrigen Zinsen auf. Das so aufgenommene Geld investiert er gleichzeitig in einer Währung mit vergleichsweise hohen Zinsen. Es handelt sich hier nicht um risikoarme Arbitrage. Der Investor trägt sowohl das Wechselkursrisiko als auch das Zinsänderungsrisiko.
Die Rendite der Currency Carry Trades setzt sich entsprechend aus zwei Komponenten zusammen: zum einen die Differenz zwischen Haben- und Sollzins, zum anderen der Ertrag/Verlust aus der Wechselkursentwicklung.
Die Rendite der Currency Carry Trades setzt sich entsprechend aus zwei Komponenten zusammen: zum einen die Differenz zwischen Haben- und Sollzins, zum anderen der Ertrag/Verlust aus der Wechselkursentwicklung.
Carry Trades
Carry Trades sind schwer zu messen, und Experten sind sich uneins, in welchem Ausmaß Geldströme davon motiviert werden. Nouriel Roubini, Professor an der New York University, warnte Anfang dieses Monats davor, dass die Niedrigzinspolitik der Fed eine „Monsterblase“ erschaffen werde, da sie die Vermögenspreise mit einer Flut billigen Geldes in Höhen hebe, die nicht aufrecht zu erhalten seien.
Nach Untersuchung von Daten zu Handels- und Geldströmen gelangt UBS-Volkswirt Larry Hatheway zu dem Schluss, dass Carry Trades keinen zentralen Auslöser darstellen. „Die Kurszuwächse sind in erster Linie ein Spiegelbild der sich verbessernden Fundamentaldaten, wozu die sich abzeichnende weltweite Konjunkturerholung, die Stärke der Schwellenländer und wieder ansteigende Unternehmensgewinne zählen“, schrieb er am 12. November. Er ergänzt jedoch: „Es ist zugegebenermaßen sehr schwer, schuldengetriebene Vermögenspreisblasen in Echtzeit zu erkennen.“
Ein positives Zeichen?
Andere Marktbeobachter sehen in Carry Trades dagegen einen möglichen Haupttreiber der täglichen Marktbewegungen. „Der Einfluss der Carry Trades ist enorm“, sagt Marc Chandler, Chefwährungsstratege von Brown Brothers Harriman.
In gewisser Hinsicht könnte die Diskussion über Carry Trades sogar ein positives Zeichen für die Weltwirtschaft sein. Carry Trades seien ein riskantes Geschäft, und Risikobereitschaft gelte häufig als „Merkmal gesunder Märkte“, sagt Bill Larkin, Rentenportfoliomanager bei Cabot Money Management.
Mit niedrigen Zinsen sollen die wirtschaftliche Aktivität und Investitionstätigkeit angekurbelt werden. Gemessen an den haussierenden Aktien- und Rohstoffmärkten scheint diese Strategie aufzugehen. „Billiges Geld bahnt sich seinen Weg auf den Aktienmarkt“, sagt Peter Cardillo, Chefvolkswirt bei Avalon Partners.
Carry Trades können mit einem großen Schock enden
Die große Sorge ist, dass die derzeitige Praxis nicht nachhaltig ist. „Am Ende der Carry Trades steht immer deren Auflösung“, warnt Chandler. Da man Geld zu niedrigen Zinsen leiht und höher verzinslich anlegt, lässt sich mit diesen Geschäften nur Geld verdienen, solange die zugrunde liegenden Trends gleich bleiben. Steigen Zinsen oder Wechselkurse, „können sich viele Menschen die Finger verbrennen“, sagt er.
„Das plötzliche Ende der Carry Trades kann eine große Schockwelle auf den Finanzmärkten auslösen“, sagt Gambera. „Destabilisierungspotential ist immer vorhanden“, fügt er an.
Carry Trades seien ihrerseits ein Zeichen von Instabilität. Letztlich „müssen wir diese Extreme beenden und zu einer normalen Politik zurückkehren“, sagt Larkin. Stiegen die Zinsen jedoch zu schnell, bestehe die Gefahr eines Rückfalls in die Rezession.
Politische Entscheider wie Bernanke stehen vor einem schwierigen Balanceakt. Der Fed-Präsident spricht beständig davon, dass der Leitzins noch „für längere Zeit auf einem außergewöhnlich niedrigen Niveau“ belassen werde, zuletzt in seiner Rede am 16. November. Um den Dollar nicht zu stark unter Druck zu setzen, fügte er jedoch in derselben Rede an, dass die Fed „dazu beitragen werde, dass der Dollar stark und eine Quelle globaler Finanzstabilität bleibt.“
Ähnlich müssen auch Regierungsvertreter argumentieren. Präsident Obama und Finanzminister Geithner versuchen auf der einen Seite, die Konjunktur anzukurbeln und die Finanzkrise einzudämmen, während sie auf der anderen Seite eine Verringerung des massiven Haushaltsdefizits versprechen. „Der Übergang muss allmählich verlaufen und darf nicht schlagartig erfolgen“, sagt Larkin.
Das Risiko einer Dollarkrise
Da Bernanke nicht müde wird, seine Unterstützung niedriger Zinsen zu betonen, könnten Carry Trades noch längere Zeit lukrativ bleiben. Bei der Verfolgung dieser Strategie gibt es jedoch zwei gewichtige Risiken.
Erstens könnte der Dollar durch eine ausgeprägte Krise oder eine internationale Notsituation in die Höhe getrieben werden. Als Lehman Brothers vor einem Jahr Insolvenz anmeldete, stieg der Dollarkurs sprunghaft, als Anleger scharenweise Zuflucht in der liquidesten Währung der Welt suchten.
Einige warnen zwar davor, dass der Dollar seinen Sonderstatus verlieren könnte, es gibt jedoch derzeit nur wenig Alternativen. Trotz seines Wertverfalls „steht der Dollar als sicherer Hafen außer Frage“, sagt Reena Aggarwal, Finanzprofessorin an der Georgetown University.
Das zweite Risiko besteht darin, dass die amerikanische Wirtschaft die Rezession schnell hinter sich lassen könnte, woraufhin Bernanke zu einer Abkehr von der Niedrigzinspolitik gezwungen wäre. Marktteilnehmer durchleuchten die Konjunkturdaten fortlaufend nach Anzeichen einer solchen Entwicklung. Das Niedrigzinsniveau in Japan sorgte jahrelang für florierende Zinsdifferenzgeschäfte, bis Ende 2008 im Zuge der Finanzkrise ihr abruptes Ende kam.
Niemand kann mit Sicherheit sagen, ob das Phänomen der Carry Trades mit dem Dollar Monate oder noch Jahre anhalten wird. Die Märkte sind bekanntermaßen unberechenbar, insbesondere in Zeiten des wirtschaftlichen Wandels. Vieles hängt davon ab, ob die in diesem Jahr eingetretene rasante Aufwärtsbewegung der Aktienkurse und anderer Vermögenswerte durch Daten aus der Realwirtschaft untermauert werden kann. Andernfalls könnte die Diskussion über eine neuerliche Blase auf den Finanzmärkten gerechtfertigt sein.
Nach Untersuchung von Daten zu Handels- und Geldströmen gelangt UBS-Volkswirt Larry Hatheway zu dem Schluss, dass Carry Trades keinen zentralen Auslöser darstellen. „Die Kurszuwächse sind in erster Linie ein Spiegelbild der sich verbessernden Fundamentaldaten, wozu die sich abzeichnende weltweite Konjunkturerholung, die Stärke der Schwellenländer und wieder ansteigende Unternehmensgewinne zählen“, schrieb er am 12. November. Er ergänzt jedoch: „Es ist zugegebenermaßen sehr schwer, schuldengetriebene Vermögenspreisblasen in Echtzeit zu erkennen.“
Ein positives Zeichen?
Andere Marktbeobachter sehen in Carry Trades dagegen einen möglichen Haupttreiber der täglichen Marktbewegungen. „Der Einfluss der Carry Trades ist enorm“, sagt Marc Chandler, Chefwährungsstratege von Brown Brothers Harriman.
In gewisser Hinsicht könnte die Diskussion über Carry Trades sogar ein positives Zeichen für die Weltwirtschaft sein. Carry Trades seien ein riskantes Geschäft, und Risikobereitschaft gelte häufig als „Merkmal gesunder Märkte“, sagt Bill Larkin, Rentenportfoliomanager bei Cabot Money Management.
Mit niedrigen Zinsen sollen die wirtschaftliche Aktivität und Investitionstätigkeit angekurbelt werden. Gemessen an den haussierenden Aktien- und Rohstoffmärkten scheint diese Strategie aufzugehen. „Billiges Geld bahnt sich seinen Weg auf den Aktienmarkt“, sagt Peter Cardillo, Chefvolkswirt bei Avalon Partners.
Carry Trades können mit einem großen Schock enden
Die große Sorge ist, dass die derzeitige Praxis nicht nachhaltig ist. „Am Ende der Carry Trades steht immer deren Auflösung“, warnt Chandler. Da man Geld zu niedrigen Zinsen leiht und höher verzinslich anlegt, lässt sich mit diesen Geschäften nur Geld verdienen, solange die zugrunde liegenden Trends gleich bleiben. Steigen Zinsen oder Wechselkurse, „können sich viele Menschen die Finger verbrennen“, sagt er.
„Das plötzliche Ende der Carry Trades kann eine große Schockwelle auf den Finanzmärkten auslösen“, sagt Gambera. „Destabilisierungspotential ist immer vorhanden“, fügt er an.
Carry Trades seien ihrerseits ein Zeichen von Instabilität. Letztlich „müssen wir diese Extreme beenden und zu einer normalen Politik zurückkehren“, sagt Larkin. Stiegen die Zinsen jedoch zu schnell, bestehe die Gefahr eines Rückfalls in die Rezession.
Politische Entscheider wie Bernanke stehen vor einem schwierigen Balanceakt. Der Fed-Präsident spricht beständig davon, dass der Leitzins noch „für längere Zeit auf einem außergewöhnlich niedrigen Niveau“ belassen werde, zuletzt in seiner Rede am 16. November. Um den Dollar nicht zu stark unter Druck zu setzen, fügte er jedoch in derselben Rede an, dass die Fed „dazu beitragen werde, dass der Dollar stark und eine Quelle globaler Finanzstabilität bleibt.“
Ähnlich müssen auch Regierungsvertreter argumentieren. Präsident Obama und Finanzminister Geithner versuchen auf der einen Seite, die Konjunktur anzukurbeln und die Finanzkrise einzudämmen, während sie auf der anderen Seite eine Verringerung des massiven Haushaltsdefizits versprechen. „Der Übergang muss allmählich verlaufen und darf nicht schlagartig erfolgen“, sagt Larkin.
Das Risiko einer Dollarkrise
Da Bernanke nicht müde wird, seine Unterstützung niedriger Zinsen zu betonen, könnten Carry Trades noch längere Zeit lukrativ bleiben. Bei der Verfolgung dieser Strategie gibt es jedoch zwei gewichtige Risiken.
Erstens könnte der Dollar durch eine ausgeprägte Krise oder eine internationale Notsituation in die Höhe getrieben werden. Als Lehman Brothers vor einem Jahr Insolvenz anmeldete, stieg der Dollarkurs sprunghaft, als Anleger scharenweise Zuflucht in der liquidesten Währung der Welt suchten.
Einige warnen zwar davor, dass der Dollar seinen Sonderstatus verlieren könnte, es gibt jedoch derzeit nur wenig Alternativen. Trotz seines Wertverfalls „steht der Dollar als sicherer Hafen außer Frage“, sagt Reena Aggarwal, Finanzprofessorin an der Georgetown University.
Das zweite Risiko besteht darin, dass die amerikanische Wirtschaft die Rezession schnell hinter sich lassen könnte, woraufhin Bernanke zu einer Abkehr von der Niedrigzinspolitik gezwungen wäre. Marktteilnehmer durchleuchten die Konjunkturdaten fortlaufend nach Anzeichen einer solchen Entwicklung. Das Niedrigzinsniveau in Japan sorgte jahrelang für florierende Zinsdifferenzgeschäfte, bis Ende 2008 im Zuge der Finanzkrise ihr abruptes Ende kam.
Niemand kann mit Sicherheit sagen, ob das Phänomen der Carry Trades mit dem Dollar Monate oder noch Jahre anhalten wird. Die Märkte sind bekanntermaßen unberechenbar, insbesondere in Zeiten des wirtschaftlichen Wandels. Vieles hängt davon ab, ob die in diesem Jahr eingetretene rasante Aufwärtsbewegung der Aktienkurse und anderer Vermögenswerte durch Daten aus der Realwirtschaft untermauert werden kann. Andernfalls könnte die Diskussion über eine neuerliche Blase auf den Finanzmärkten gerechtfertigt sein.
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