Das wichtigste Argument der Euro-Kritiker lautet, die Krisenländer
kämen mit einem flexiblen Wechselkurs leichter wieder wirtschaftlich auf
die Füße. AfD-Gründer Lucke propagiert daher die Einführung von
Parallelwährungen zunächst im Süden, die schrittweise abwerten. Auch er
weiß, dass ein abrupter Ausstieg aus dem Euro nicht möglich ist, deshalb
will er einen gleitenden Ausstieg. Mit dem derzeitigen heterogenen
Währungsgebiet kann der Euro kaum funktionieren. Es wird periodische
Krisen und Verzerrungen geben. Ein Ausscheiden schwacher Länder muss
möglich sein - auch um Erpressung immer neuer Hilfszahlungen
vorzubeugen.
Der Versuchung, sich der Euro-Kritiker mit dem
Etikett „Europa-Feinde“ zu erwehren, sollten die etablierten Parteien
widerstehen. Verunglimpfung ersetzt keine Argumente und beeindruckt
viele Wähler nicht mehr. „Die Währungsunion ist ein großer Irrtum, ein
abenteuerliches, waghalsiges und verfehltes Ziel, das Europa nicht eint,
sondern spaltet“, sagte der große Liberale Ralf Dahrendorf 1995. Heute
sind die Bruchlinien überdeutlich.
Freitag, 3. Mai 2013
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