Freitag, 3. Mai 2013

Dahrendorf

Das wichtigste Argument der Euro-Kritiker lautet, die Krisenländer kämen mit einem flexiblen Wechselkurs leichter wieder wirtschaftlich auf die Füße. AfD-Gründer Lucke propagiert daher die Einführung von Parallelwährungen zunächst im Süden, die schrittweise abwerten. Auch er weiß, dass ein abrupter Ausstieg aus dem Euro nicht möglich ist, deshalb will er einen gleitenden Ausstieg. Mit dem derzeitigen heterogenen Währungsgebiet kann der Euro kaum funktionieren. Es wird periodische Krisen und Verzerrungen geben. Ein Ausscheiden schwacher Länder muss möglich sein - auch um Erpressung immer neuer Hilfszahlungen vorzubeugen.
Der Versuchung, sich der Euro-Kritiker mit dem Etikett „Europa-Feinde“ zu erwehren, sollten die etablierten Parteien widerstehen. Verunglimpfung ersetzt keine Argumente und beeindruckt viele Wähler nicht mehr. „Die Währungsunion ist ein großer Irrtum, ein abenteuerliches, waghalsiges und verfehltes Ziel, das Europa nicht eint, sondern spaltet“, sagte der große Liberale Ralf Dahrendorf 1995. Heute sind die Bruchlinien überdeutlich.